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Neuer Algorithmus: Google sucht nur noch die Wahrheit

Neuer Algorithmus: Google sucht nur noch die Wahrheit

Verschwörungstheorien haben derzeit Hochkonjunktur. Bei könnte man allerdings bald lange danach suchen müssen, denn der Suchmaschinenriese will Qualität und Fakten bei der Listung der Suchergebnisse den Vorzug geben.

Neuer Algorithmus: Google sucht nur noch die Wahrheit

(Bild: Pixabay/Simon, CC0)

Google: Fakten vor Pseudowissen

Wenn es nach Google geht, soll man in den Suchergebnissen künftig zuerst Fakten finden. Verschwörungstheorien oder Pseudowissen sollen in der Ausgabe der Suchergebnisse weiter nach hinten rutschen. In einem wissenschaftlichen Aufsatz mit dem Titel „Wissensbasiertes Vertrauen: Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit von Webquellen“ erklären Google-Mitarbeiter die neuen Qualitätskriterien. Demnach sollen Fakten an vorderster Stelle stehen.

Google will in seinen Suchergebnissen mehr Fakten und weniger Pseudowissen. (Bild: Pixabay/Simon, CC0)
Google will in seinen Suchergebnissen mehr Fakten und weniger Pseudowissen. (Bild: Pixabay/Simon, CC0)

Wie Google das macht? In der Suchmaschine kommt mit „Knowledge-based Trust“ ein neuer Suchalgorithmus zum Tragen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Dabei wird untersucht, wie wahrscheinlich es ist, dass die behaupteten Fakten stimmen. Unterstützt wird das Ganze durch die bereits im Vorjahr angekündigte Faktendatenbank „Knowledge Vault“. Zwei Milliarden Webseiten sollen dort gelistet und auf ihre Vertrauenswürdigkeit getestet worden sein.

Wahrheitsgehalt über Popularität in Google-Suchergebnissen

Insgesamt, so die Idee, soll die Suche künftig nicht mehr (nur) die Popularität einer Webseite anzeigen, sondern viel mehr nach dem Wahrheitsgehalt. Laut den Google-Wissenschaftlern steht dann die Wertigkeit der Information an erster Stelle. In Pilotstudien soll der neue Algorithmus mit den sogenannten „Triple“-Anfragen (drei Elemente im engen Zusammenhang mit der Anfrage) schon 2,8 Milliarden Mal angewendet worden sein. Viele populäre Seiten – vor allem aus dem Bereich Humor – sollen dabei durchgefallen sein.

Kritiker könnten einwenden, dass Google damit auch Meinungen zensiere, die außerhalb der aktuellen Mehrheitsmeinung stehen. Einmal vorausgesetzt, dass überhaupt zuverlässig Fakten herausgefiltert werden können. Nicht zuletzt wird dem Nutzer unterstellt, dass er Fakten von Pseudowissen nicht unterscheiden kann – andererseits soll es ja wirklich Menschen geben, die der Meinung sind, dass Barack Obama kein US-Staatsbürger sei. Die müssten bald lange suchen, um in dieser Meinung bestätigt zu werden.

via www.faz.net

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21 Antworten
  1. von m.jentsch am 02.03.2015 (13:09 Uhr)

    Die Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters. Darum beurteile Suchmaschinen nie nach ihrem Texten und Bildern, denn es gibt immer einen Algorithmus, der deiner Suche vorausgegangen ist.

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    • von Tom am 02.03.2015 (13:23 Uhr)

      Davon abgesehen sind Bilder nicht selten gefälscht bzw. lassen sich leicht fälschen. Viele ja nicht, dass "Archivfoto" kein Foto vom aktuellen Ort des Geschehens ist...
      Ich freue mich wenn man dann nach Gründen für z.B. den Irakkrig sucht und einem eine Powerpointpräsentation als Ergebnis gezeigt wird. Halt die harten Fakten. Man kann der amerikanischen Regierung ja nicht unterstellen, dass da gelogen wurde...

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  2. von PhilippB am 02.03.2015 (15:22 Uhr)

    Da z.B. tagesschau.de schon mehrmals falsche Bilder für Berichte verwendet hat, und dies nachweisbar war und nachgewiesen wurde, rutscht die tagesschau jetzt nach hinten? Glaubt ihr doch selbst nicht.

    Themen wie der 11. September werden von vielen angesehenen Sachverständigen aus allen Ländern kritisch untersucht und aufgearbeitet. Ist sichergestellt, dass solche wissenschaftlichen Arbeiten neutral bewertet werden? Wer verhindert, dass z.B. eine Regierung darauf Einfluss nimmt, weil Sie an einer solchen wissenschaftlichen Arbeit nicht interessiert ist? Das betrifft jetzt nicht nur das Thema 11. September sondern gilt für alles. Von der Ukraine bis zum Gen-Mais.

    Ich sehe so etwas sehr kritisch weil Google hier wohl kaum die nötige Transparenz zeigt.

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  3. von R1Zz0 am 02.03.2015 (16:12 Uhr)

    Ich halte den Ansatz für gut und nützlich für die überwältigende Mehrheit von Fragen, auf die es konkrete und überprüfbare Antworten gibt.
    Denkt bitte daran, das dieses "Feature" eher Fragen betreffen wird, ob Impfungen Autismus verursachen oder ob man vom Küssen schwanger wird.
    Kontrovers diskutierte politische Themen auf die es ähnlich proportionierte Fraktionen gibt, werden dem Algorithmus vermutlich schwer zu schaffen machen, es sei denn Google outet sich als Tendenzbetrieb. Was zwar mE nicht wünschenswert ist, aber trotzdem legitim.

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    • von PhilippB am 02.03.2015 (16:21 Uhr)

      das Thema Impfung ist ein gutes Beispiel. Hier kann ich mir das Feature gut vorstellen. Oft ist hier das Problem, dass sich Parteien auf schlecht recherchierte Quellen berufen. Ich denke hier lässt sich die Qualität eines Beitrages leichter bestimmten als bei anderen Themen.

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  4. von Torsten Materna am 02.03.2015 (18:33 Uhr)

    Black Hat wird dann sehr unterhaltsam :-)

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  5. von Simon Steinberger am 02.03.2015 (19:46 Uhr)

    Hallo T3N,

    bitte korrigiert den Bildnachweis des Titelbildes. Ich bin der Bildautor dessen:
    http://pixabay.com/de/google-suchmaschine-76522/

    Falls das Bild auf Flickr aufgetaucht ist unter CC-By Lizenz, dann ist es geklaut und nicht legal umlizensiert. Ich habe es selbst als CC0 veröffentlicht.

    VG Simon Steinberger

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    • von Simon am 02.03.2015 (23:13 Uhr)

      Darf man Geld mit Urheberrecht von anderen machen? Ich meine das Google Logo wird doch hier verwendet. Nut mit einer Lupe drauf ist es immer noch das Google Logo und das möchtest du verkaufen?

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    • von Walid am 03.03.2015 (22:20 Uhr)

      Dieses Thema birgt spannende Fragen. Die Lizenz, die Du gewählt hast, CC0 (Public Domain) ist doch Gemeingut. Aus meiner Sicht darf damit jeder alles machen, einschl. das Bild als sein eigenes Werk verkaufen (vielleicht hat er ja auch wirklich ein paar Pixel verändert). Hättest Du Wert auf deine Autorenschaft gelegt, wäre vielleicht CC-BY die bessere Lösung gewesen.

      Weitergesponnen...
      Die Rechte und Pflichten, die nun ein Dritter zu ein und dem selben Bild hat, leiten sich jetzt von der Quelle ab, von wo er es bezieht.
      Holt er Deine Version von Pixabay, dann hat er, der CC0 Lizenz entsprechend, alle Rechte. Holt er die kopierte Version von Flickr, muss er die CC-BY-SA Vorgaben beachten (Autor und Bildtitel nennen, Share alike etc.).

      Bitte nicht falsch verstehen - ich bin kein Rechtsexperte und mutmaße nur. Ich finde diesen Fall jedoch spannend und mich würden noch weitere Meinungen interessieren...

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      • von Simon Steinberger am 03.03.2015 (22:31 Uhr)

        Ich gehöre zu den Gründern von Pixabay.com - der weltweit größten Website für CC0 Bilder. Mir ist vollkommen bewusst, was mit CC0 erlaubt ist, und was nicht. Dass man sich als Urheber ausgibt, ist eines der ganz wenigen Dinge, die nicht erlaubt sind. Verkaufen gerne ... aber nicht sagen: Ich hab das Bild gemacht.

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      • von Simon Steinberger am 03.03.2015 (22:32 Uhr)

        Also wegen mir auch gerne ganz ohne Quellenangabe, aber eben nicht so. Das ist auch kein Fehler von T3N, sondern der Flickr-User gibt sich hier als der Urheber aus.

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  6. von Stephan Jaeckel am 03.03.2015 (01:44 Uhr)

    Wenn man sich andere Artikel zum gleichen Tema durchliest, dann stellt man sehr schnell fest, dass es sich ja eigentlich um alten Wein in neuen Schläuchen handelt, bei dem letztendlich über Wahrscheinlichkeiten berechnet wird, wie sehr eine Antwort auf die gestellte Frage passt und "die Richtige" ist.

    Bei der Frage nach der Staatsangehörogkeit des US-Präsidenten soll also herauskommen, dass er US-Amerikaner ist. Da außer bei Google niemand den neuen Algo kennt, ist unklar wie sehr Seiten betroffen sein werden, die inhaltlich Themen ansprechen, dabei fachlich richtig sind, aber eben Minderheitsmeinungen oder neue Erkenntnisse vertreten.

    Letztendlich wird hier ein Mechanismus gegeben sein, der semantisch erkennen kann, wie sehr sich der Inhalt sachlich mit dem Thema auseinandersetzt, da ein semantischer Algo ja nicht bewerten kann, wie nahe ein Text nun an der gegenwärtigen, fachlichen Mehrheitsmeinung in jedem von Millionen von Fachgebieten - vom Aalangeln bis zur Zylinderstiftfertigung - dran ist.

    Das Humorseiten hinten runter fallen, lässt sich als ein Indiz werten, dass Google bei der Suche nach dem richtigen Verständnis von Fragen und inhaltlichen Antowrten keinen Spass versteht. Aber das war bei den SERPs ohnehin nie der Fall.

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  7. von Sarah am 03.03.2015 (08:18 Uhr)

    Wahr wird bald sein, was Google für wahr erachtet. Gehirnwäsche per Algorithmus. Schöne neue Welt...

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  8. von Born am 03.03.2015 (10:04 Uhr)

    Manipulation pur!

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  9. von Christian am 03.03.2015 (10:06 Uhr)

    klares Plus für den Kommentar von Stephan Jaeckel!

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  10. von HEbertKONLABS am 03.03.2015 (14:44 Uhr)

    Ich glaube diese Entwicklung geht tiefer ... Blogbeitrag von mir: http://jfe-designs.com/google-neues-qualitaetskriterium-wissensbasiertes-vertrauen/

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  11. von Steven Broschart am 03.03.2015 (17:47 Uhr)

    Ich denke, dass dieses Thema wohl heißer gehandelt wird, als es ist. Letztlich geht es doch nur darum, in den Suchergebnissen keine Ergebnisse anzubieten, die nachweislich falsche Informationen vermittelt. Das kann ja nur im Sinne einer besseren Qualität und aller Nutzer sein. Allerdings kann ein entsprechender Mechanismus nicht alle bestehenden Bewertungskonzepte ersetzen, sondern nur ergänzen. Nicht jede Website beinhaltet überprüfbare Fakten. Das letzte Wort wird ohnehin der Anwender haben. Was ihm gefällt, wird auch weiterhin "oben" erscheinen.

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  12. von Walter Stöber am 03.03.2015 (18:47 Uhr)

    Mir kam sofort ein interessanter Gedanke: Was machen alle Religionsgemeinschaften, wenn der Google Algorithmus die Nicht-Existenz Gottes bewiesen hat (Achtung: Ironiemodus!)

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    • von BornM am 04.03.2015 (12:00 Uhr)

      Auch ein ganz wichtiger Gedanke!
      Deswegen sollte mehr und mehr auf Google verzichtet werden und zu alternativ Suchmaschinen umgestiegen werden. Es gibt doch so viele gute Alternativen. Warum muss man sich so von Google beeinflussen lassen.
      Google bekommt Macht und das nutzt er aus. Mehr und mehr.....wohin soll das ganze noch führen???

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  13. von Teekay am 08.03.2015 (07:58 Uhr)

    Ich finde diesen Schritt äußerst bedenklich und sehe es als massiven Rückschritt an.

    Für Google & seine Leser wird die Erde also bis zum Schluss eine Scheibe sein. Die Chance, dass sich Menschen vernetzen und somit zu neuen Schlussfolgerungen kommen, wird unterdrückt. Was gleichzeitg auch eine Zensur darstellt.

    Mitarbeiter eines amerikanischen Unternehmens werden dann also "frei" entscheiden, was die Welt nun als richtig und falsch zu lesen bekommt.

    Sollte sich der Einfluss spüren lassen über kurz oder lang, dürfte es das für Google gewesen sein über kurz oder lang.


    Das ist der erste Rückschritt den ich bei Google sehe, seit dem sie am Markt sind

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