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E-Commerce

Die Zukunft von Alibaba: Gründer Jack Ma gewährt Einblicke

    Die Zukunft von Alibaba: Gründer Jack Ma gewährt Einblicke

Jack Ma, Gründer von Alibaba im Interview. (Screenshot: WSJ.com)

AliBaba Gründer und CEO Jack Ma hat während eines kürzlich abgehaltenen Live-Interviews über sich, seine Ziele  und die Strategie und Ziele der Alibaba-Group gesprochen. Wir haben das Wichtigste für euch zusammengefasst.

Während des Events „WSJD Live“ hat der CEO und Gründer der Alibaba Group in einem Interview mit dem Redakteur des Wall-Street-Journal, Dennis Berman, Einblicke in seine Denkweise und die Alibaba-Group gegeben. Wir haben uns das Interview angesehen und die wichtigsten Informationen für euch zusammengefasst: Wie denkt Jack Ma? Und: Was will er erreichen?

(Screenshot: WSJ.com)
Alibaba CEO Jack Ma zeigt sich während des Interviews als charmanter Plauderer. (Screenshot: WSJ.com)

Ziele und Strategie: Was Alibaba und Jack Ma erreichen wollen

Aus dem Interview geht in vagen Umrissen hervor, wie Alibaba-CEO und -Gründer Jack Ma die Unternehmensziele der Alibaba-Group abgesteckt hat und wie die Strategie zur Erreichung dieser Ziele aussieht – so weit der Unternehmer sich diesbezüglich in die Karten schauen lässt. Hauptsächlich sind das Ziele wie:

  1. Daten sammeln
  2. Langfristig kleine Unternehmen stärken
  3. Import von Produkten in den Wachstumsmarkt China
  4. Die Bildung von jungen, chinesischen Menschen beeinflussen

„You dont have to work hard, you have to work smart.“

Jack Ma betont mehrfach während des Interviews zur Alibaba-Group, dass seine Aktivitäten grundsätzlich auf eine langfristige Strategie ausgelegt sind. Jemand, der gleich morgen Erfolg haben wolle, werde seiner Meinung nach scheitern. Also macht sich Alibaba eher Gedanken um die ferne Zukunft, um Ziele, die in zehn Jahren erreicht werden sollen – nicht in drei. Eine Begründung liefert er mit: Kleine Unternehmen seien beweglicher, könnten schneller zwei, drei, einfach mehrere Chancen wahrnehmen. Für große Unternehmen ließen sich nicht so viele Möglichkeiten in kurzer Zeit verfolgen.

Alibaba: Daten, Daten, Daten

Angesprochen auf den Unterschied zu anderen Größen, setzt Ma Alibaba in einen Kontext zum US-amerikanischen Handelsriesen Walmart: Walmarts Anliegen sei es eher, mehr Artikel zu verkaufen, wohingegen Alibabas Anliegen eher sei, mehr Daten zu sammeln. „Alibaba is a data company“, sagt der Alibaba-CEO wörtlich. Er erklärte, dass Daten das wertvollste Gut für die Zukunft eines kleinen Unternehmens seien: „Data is the most valuable asset in the future for small businesses.“ Alibabas übergeordnetes Ziel, wie Ma es darstellt, ist also das Sammeln von Daten.

Business Fokus: Kleine Unternehmen

Jack Ma erzählt von Gesprächen mit Bankern, offensichtlich in China und in den USA. Er streicht deutlich heraus, dass seiner Meinung nach die Banken kaum Kredite an kleinere Unternehmen vergeben. Aus dem Gespräch mit einem Manager zitiert er dessen Antwort auf seine Frage, was für einen Kredit dieser kürzlich an ein kleines Unternehmen vergeben hätte: „20 Millionen“, habe dieser geantwortet. Das sei kein Kredit für ein kleines Unternehmen. Kleine Unternehmen bräuchten einen Kredit über 5.000 US-Dollar – nicht über 20 Millionen.

Die zentrale Frage, was eigentlich Alibaba sei, fügt sich gut in diesen Kontext ein: Alibaba sei ein Ökosystem, das kleinen Unternehmen beim Wachsen helfen solle. Jack Ma stellt so klar dar, dass der Fokus seiner Unternehmensgruppe auf kleine Unternehmen ausgerichtet ist. Jack Ma präsentiert sich während des Gesprächs nicht als Freund von Übernahmen. Die verschiedenen Ansätze, ob er nicht dieses oder jenes Unternehmen aufkaufen wolle, lächelt er geradezu weg. Was er denn mit Paypal solle? Er habe doch sein Alipay? Oder eBay? Die Unternehmen hätten gute Projekte, aber man müsse nicht alles Gute gleich in die eigenen Taschen stecken wollen. Lass sie alleine „gut sein“. Er vergleicht die zwischen den Zeilen schwebende Möglichkeit von feindlichen Übernahmen oder Acquisitionen mit einer Hochzeit: Da wolle man jemand heiraten, der einen gar nicht will. Was solle denn dabei herauskommen?

E-Commerce: Alibaba will Import nach China

„Export ist out, Import ist in.“

Eine der geläufigsten Ängste oder Befürchtungen in der Auseinandersetzung mit Alibaba ist die Expansion des chinesischen Giganten auf die westlichen Märkte. Der Moderator des Interviews spricht von der befürchteten „Invasion“ und wie diese Invasion aussehen könnte. Er führt Beispiele, wie den verstärkten Absatz von chinesischen Produkten, besonders unter Ausschaltung des Zwischenhandels, auf.

Eine Befürchtung, die Jack Ma offensichtlich zerstreuen will: Er winkt ab und erklärt, Export sei das Thema der zurückliegenden 15 Jahre gewesen. Chinesische Produkte müsse man nirgendwo hinbringen, die Produkte seien meist eh schon da. Jetzt gehe es eher darum, die Produkte von kleinen Unternehmen aus aller Welt nach China zu bringen. Alibaba hat auf seinen Endkunden-Plattformen täglich 120 Millionen Besucher, die einkaufen und weitere 80 Millionen, die nichts kaufen. Kunden, die frische und neue Produkte von hoher Qualität bräuchten.

Als Beispiele führt Ma an, dass China große Probleme mit Umweltverschmutzung habe, der agrikulturelle Sektor werde darunter stark leiden. Alibaba importiere deshalb heute schon große Mengen für seine Kunden aus den USA: Kirschen aus Washington, Meeresfrüchte aus Alaska, und Nüsse. Landwirtschaftliche Produke in hoher Qualität.

Jugendliche in China: Bildung durch Filmindustrie und Fußball

(Screenshot: WSJ.com)
Jack Ma will die Bildung von Chinas Jugend mit Filmen beeinflussen. (Screenshot: WSJ.com)

Jack Ma, der ehemalige Lehrer, bezeichnet sich selbst als „Chief Education Officer“ (CEO) und unterstreicht, wie viel man als Lehrer auch selbst konstant dazulernt und dann erwartet, dass man von seinen Schülern überflügelt wird. Etwas, dass er auch von seiner Belegschaft erwarte: dass seine Leute besser als er selbst werden. Und vielleicht alle in 25 Jahren selbst zum CEO eines Unternehmens werden, sich eben fortentwickeln.

Auf seine Initiativen im Fußball und in der Filmindustrie mit „Ali Movies“ angesprochen, erklärt er, was er mit solchen Investitionen und Aktivitäten bezwecke: jungen Chinesen eine andere Kultur zu zeigen. Die Kundschaft von Alibaba ist jung, die jungen Kunden gehen nicht mehr in Kaufhäuser. Sie kaufen online. Und schauen Filme. China sei ein riesiger Filmmarkt. Er selbst schaue seit Jahrzehnten Filme an, deshalb würde er aber längst noch nicht die Filmindustrie verstehen. Er sei in Hollywood, um zu lernen. Und an einem fernen Tag, vielleicht in zehn Jahren, erfolgreich Filme für den Vertrieb über ein Streaming-Portal zu produzieren.

Die chinesische Filmkultur nehme starken Einfluss auf die Jugend, deshalb wolle Alibaba Einfluss auf die Filmkultur nehmen. Die chinesische Einstellung zu Fatalität zeig sich in den Filmen: Helden sterben in chinesischen Filmen grundsätzlich. In Hollywood-Filmen überleben sie grundsätzlich. Ma zieht hier eine Parallele zur Kultur: Wenn der Held grundsätzlich sterbe, wolle niemand der Held sein.

Ein weiteres Beispiel für eine geistige Weiterentwicklung in China zieht Jack Ma aus dem Fußball: Chinesische Spieler seien nicht erfolgreich. Teamgeist sei keine weit verbreitete Eigenschaft im heutigen China. Beim Fußball gehe es darum, elf Spieler wie einen spielen zu lassen – Chinas Spieler aber spielten eher wie 110.

Jack Ma: Das Interview in voller Länge

Mehr Informationen zu Jack Ma und der Alibaba-Group findet ihr in unserem ausführlichen Porträt: „Börsenstart eines Giganten: Die Alibaba Group im Portrait“.

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