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Amazon baut eigenen Lieferservice in Deutschland

Amazon baut eigenen Lieferservice in Deutschland

Informationen darüber, dass Amazon unabhängiger von den großen Logistikunternehmen werden will, kursieren bereits seit Mai dieses Jahres. Jetzt hat der E-Händler den ersten Schritt gewagt: In München hat Amazon sich von DHL und Hermes losgeeist und setzt stattdessen auf lokale Lieferdienste.

Amazon baut eigenen Lieferservice in Deutschland

Amazon liefert in München ohne DHL (Foto: Julie Clopper / Shutterstock.com)

Ohne DHL: Amazon kooperiert mit regionalen Lieferdiensten

Im Mai dieses Jahres kursierten Gerüchte, dass Amazon-Chef Bezos plane, in Deutschland einen eigenen Zustellservice ins Leben zu rufen. Bei Amazons im Großraum München gestartetem Projekt fahren zwar noch keine LKW mit Amazon-Schriftzug auf der Seite durch die Gegend, DHL und Hermes wird das Ganze aber dennoch nicht schmecken.

Denn der E-Händler hat im Gewerbegebiet Geiselbullach (Olching) eine 6.000 Quadratmeter große Lagerhalle angemietet, das aus verkehrstechnischer Sicht ideal angebunden ist. In diese Halle werden aus Amazons Logistikzentrum in Graben/Augsburg Waren geliefert, die von dort aus zugestellt werden. Anstelle von DHL und Hermes hat Amazon 200 Fahrer regionaler Lieferdienste beauftragt, die Kunden ihre Bestellungen zur Haustür bringen. Laut Amazon sei es durch die gute Anbindung an die Autobahnen A8 und A99 möglich, Waren per Same- und Next-Day-Delivery an Münchener Kunden auszuliefern.

Amazon Flex: Das Unternehmen rekrutiert private Lieferfahrer aus der Nachbarschaft. (Screenshot: flex.amazon.com)
Die Kooperation mit regionalen Lieferdiensten ist womöglich nur der Anfang. Mit Amazon Flex will das Unternehmen private Lieferfahrer aus der Nachbarschaft rekrutieren. (Screenshot: flex.amazon.com)

Amazon: Ausweitung nach Pilotphase auf weitere Städte möglich

Wie Bernd Schwenger, Transport-Geschäftsführer von Amazon-Deutschland, gegenüber der Verkehrsrundschau bekundet, werde Amazon entgegen älterer Gerüchte keinen eigenen Fuhrpark in Deutschland aufbauen. Dafür existieren Pläne, ein weiteres Verteilzentrum in München Ost zu errichten. Außerdem gäbe es Pläne, den gleichen Service in weiteren Großstädten wie Berlin und Hamburg anzubieten, heißt es aus Branchenkreisen. Laut Schwenger wolle man den Ausbau des Lieferdienstes allerdings nicht übereilen – man wollte erst einmal die Ergebnisse in Olching abwarten.

Amazons Pläne für namhafte Lieferdienste eine wirtschaftliche Gefahr

Für die namhaften Paketdienste wie DHL, Hermes und DPD sei der Vorstoß Amazons eine gefährliche Umsatzbremse, so Michael Lierow, Partner der Unternehmensberatung Oliver Wyman. „Von den jährlich rund drei Milliarden Paketen im deutschen Paketmarkt stammen etwa 500 bis 700 Millionen Pakete allein von Amazon“,so Lierow. In diese Kalkulation seien nicht einmal die neuen potenziellen Wachstumsangebote in Form von „Amazon Fresh“, „Prime Now“ und „Amazon Flex“ einbezogen.

via www.internetworld.de

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8 Antworten
  1. von netzaktiv.de-Redaktion am 21.10.2015 (11:38 Uhr)

    Ich bin froh, wenn das gelbe Unternehmen dadurch mal einen ordentlichen Hieb versetzt bekommt. Für Hermes tut es mir ein wenig Leid, denn die machen ihren Job wirklich gut. Aber mit DHL erlebt eigentlich fast jeder nur Mist. Immerhin können unsere Kunden auch wählen - unter anderem mit shipcloud. Und ich empfehle alles außer DHL. (Die haben es mir privat echt versaut und ich vermeide sie, wo ich nur kann.) Ich wünsche mir, dass es bald in ganz Deutschland etabliert wird. Also, Lokalmatadoren, strengt Euch an! (Nadine von versacommerce.de)

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    • von Donngal am 21.10.2015 (13:52 Uhr)

      Ich habe genau gegenteilige Erfahrungen gemacht, Hermes war eine Katastrophe (brauchten viel länger, und wenn ich nicht da bin muss ich die Ware am Arsch der Welt abholen, in irgendwelchen dubiosen Geschäften)
      DHL liefert schnell, zuverlässig, und wenn ich was abholen muss dann in einem ordentlichem Post-Gebäude von dem ich sofort weiss wo es ist.

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      • von chochi am 23.10.2015 (09:34 Uhr)

        Hermes stellt bei mir immer zu oder gibt es zumindest im Kiosk um die Ecke ab. Mein DHL-Bote klingelt noch nicht mehr, gibt die Pakete irgendwo ab (nur nicht in der Filiale) und hinterlässt keine Zettel wo die Pakete eigentlich abgeblieben sind. Zumindest kenne mich die diversen Stellen, an denen meine Pakete landen, mittlerweile und sagen mir Bescheid, wenn ich wieder Post habe. Beschweren hilft da ja auch nichts. Man bekommt ja eh immer nur den gleichen Standard "Danke für ihr Feedback"-Brief.

        Je schneller es Alternativen zu DHL gibt, desto besser.

        Auch wenn ich gerne bei Amazon auswählen könnte wer mir das Paket liefern soll. Denn Hermes macht seinen Job toll.

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  2. von Lieferdienste am 21.10.2015 (15:01 Uhr)

    Die Postgebäude werden immer weniger. Auch in Städten sind es inzwischen Post-Stationen (oder wie das heisst) und evtl oft Franchise.
    Was aber geht ist Rücksendungen vor Ort in kleinen Geschäften und Supermärkten abzugeben. Abholen oder Briefe abgeben geht dort aber nicht.

    Die Öffnungszeiten von Hermes in Tankstellen usw. finde ich sehr gut. Bei Amazon kann man oft (leider nicht alle Produkte seltsamerweise und das waren Deo-Roller und kein Sperrgut) auch Hermes-Shops zum abholen angeben. Mir ist das lieber als kilometerweit zur Poststation zu fahren und es dort abzuholen.
    Auch kleine Dörfer bräuchten Paket-Stationen.
    DHL ist sehr ok. Aber an manchen Stellen verbessern sie halt nicht.

    Wenn Hermes-Fahrer selbständig sind oder es Franchise ist, sollte man per Gesetz erlauben, auch für andere Dienste (Amazon, Lokale Versender, Stadtverwaltung, Edeka, Rewe...) fahren zu dürfen.
    Die Berichte über die finanzielle Realität von Paket-Diensten und ihren Mitarbeitern und Eigentümern wurde von ARD oder auch Team Wallraff ja schon aufgedeckt und sollte allgemein bekannt sein.
    Ein Gesetz würde 60 Cent (oder womit man leben kann) pro Paket als Mindestgebühr festlegen. Der Mindestlohn macht es vor.

    Wenn Amazon besser wäre, hätten sie Abholpunkte die MEHRMALS täglich beliefert werden (Buchhandlungen kriegen TÄGLICH die Bestellungen vom Vortag und Apotheken zwei mal pro Tag) und wo man SD-karten, USB-Kabel usw. bekommt bzw. innerhalb 24 Stunden geliefert und abholen kann.


    Was ist aus demselben Amazon-Projekt in UK geworden ? Forenkommentare hiessen damals, das es in UK vier Paketdienste gäbe und die Abholstellen natürlich an diversen Stellen wären was man dann bei mehreren Paketen am Tag nicht lustig findet wenn die von verschiedenen Versanddiensten geliefert werden. Beim Telefonnetz gibts ja auch einheitliche Nummern. Gemeinsame Paketstationen oder Abholpunkte wären eine Idee in guten Ländern.
    Bei Ebay konnte man früher vor der Kauf-Bestätigung sehen womit versendet wird und dementsprechend dann unbeliebte Lieferanten vermeiden. problem ist dann natürlich, einen Versender zu finden der mit DHL, Hermes - bzw. was man bevorzugt - versendet.

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  3. von Tomek am 21.10.2015 (22:22 Uhr)

    Ich werde erst zufrieden sein wenn mir meine Pakete mit einer Drohne geliefert werden .

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  4. von Desp am 21.10.2015 (22:34 Uhr)

    So wie es derzeit hier bei DHL in Hamburg absolut drunter und drüber geht (Pakete werden gar nicht oder mit tagelanger Verspätung zugestellt, keine Benachrichtigungen per SMS, dauerhaft defekte Packstationen), kann man den Schritt nur begrüßen und Amazon wird sicher selber momentan ziemlich die Nase voll haben vom gelben Unternehmen.

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  5. von Aysha am 23.10.2015 (08:26 Uhr)

    Wohne in Berlin und seit 4 Monaten hab ich mit den Paket Zustellern von DHL Probleme en masse. Die Zusteller sind vor allem sehr einfallsreich (zu lesen auf dem jeweiligen Sendungsstatus), da Abholungskarten, wenn überhaupt, einmal wöchentlich per Post in meinem Briefkasten landen. Das schlimme ist, DHL weiß Bescheid aber ändert absolut nichts. Hermes & DPD sind NOCH zuverlässig. Daher begrüße ich, wenn Amazon selber liefert.
    Fazit: Alles außer DHL & UPS.

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  6. von Lieferdienste am 23.10.2015 (11:31 Uhr)

    Zwei Postings sind vielleicht nur bedauerliche Einzelfälle. Aber wenn in NRW sogar die Lokalpresse berichtet, das in ihrem Gebiet DHL Probleme hätte, wäre mal ganz nett wenn die Presse das mal mitbekommt. Oder ich habe die Schlagzeilen übersehen. Das scheint ja dann wohl zentraleres Problem zu sein.
    Ich vermute Softwarefehler...

    Viele Dienste werden kritisiert und kaum jemand oder nur Bezahlposter oder AntiTrolls antworten. Aber wer Amazon kritisiert kriegt normalerweise viele Gegenpostings zufriedener Kunden. So eine zufriedene Kunden-Basis hat fast kein Unternehmen und vielleicht nur noch Apple.
    Jetzt aber werden kritische Posting über DHL kaum noch widersprochen. Vielleicht ist das nur ein optischer Effekt, aber vielleicht ist es die neue Wahrheit...

    @chochi: Wenn Amazon versendet ('Verkauft von Amazon' oder auch 'Verkauft von XYZ' aber immer direkt dahinter "versendet von Amazon") kann man oft einstellen das man Hermes haben will und auch die Abholstation eingeben wenn man will.

    Ich habe nichts gegen DHL aber aktuell scheint da vielleicht was schief zu laufen.
    Letztes Jahr gab es in USA Probleme mit den vielen Prime-Kunden Weihnachts-Bestellungen in USA bei UPS oder so. Aber da ist auch Meterhoch Schnee usw.
    Auch daher wären mehrfach täglich belieferten Abholstationen von Amazon ganz nett. Aber der Winter kommt erst noch. Mal sehen wann die Qualitäts-Leistungs-Presse berichtet... Wie üblich meist erst hinterher. Oder wenn Politiker selber betroffen sind und Gesetze machen.

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