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230.000 Mitarbeiter und 30.000 Roboter: Wie Amazons Belegschaft explodiert

230.000 Mitarbeiter und 30.000 Roboter: Wie Amazons Belegschaft explodiert

Zwischen 2013 und 2015 hat sich die Anzahl der Amazon-Mitarbeiter verdoppelt. Mittlerweile arbeiten mehr als 230.000 Menschen für den E-Commerce-Riesen.

Amazon: Belegschaftszahlen explodieren

2011 beschäftigte Amazon knapp 56.000 Menschen. Zwei Jahre später hatte der E-Commerce-Gigant schon 117.000 Angestellte. Die Beschäftigtenzahlen haben sich demnach in nur zwei Jahren verdoppelt. 2015, also weitere zwei Jahre später, standen bereits mehr als 230.000 Menschen bei in Lohn und Brot. Das entspricht einer erneuten Verdopplung der Belegschaft und einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die meisten Amazon-Mitarbeiter dürften in einem der über 100 Logistikzentren arbeiten. (Foto: blu-news.org / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
Die meisten Amazon-Mitarbeiter dürften in einem der über 100 Logistikzentren arbeiten. (Foto: blu-news.org / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Aber woher kommt eigentlich der explosionsartige Anstieg der Belegschaft? Die meisten der Arbeiter dürften in einem der 123 Logistikzentren beschäftigt sein. Neben den eigenen Produkten werden von hier auch Produkte von Drittanbietern an die Kunden geliefert. Im vierten Quartal machten Produkte von Drittanbietern insgesamt 47 Prozent aller Amazon-Verkäufe aus. Bei etwa der Hälfte davon kümmerte sich um das Fulfillment. Das übertraf auch die Erwartungen der Konzernspitze.

Für Amazon bleibt das trotz steigender Lohnkosten vermutlich ein gutes Geschäft. Amazon behält zwar nur einen Teil der Verkaufsumme ein, wenn das Produkt von einem Drittanbieter stammt, aber das Unternehmen muss die Ware nicht selbst einkaufen und auf eigene Kosten lagern. Tatsächlich zahlen die Drittanbieter für die Lagerung an Amazon. Damit ist auch zu erklären, warum die Kosten für die Auftragsabwicklungen im Ganzen gestiegen, die Kosten pro versendete Einheit jedoch gesunken sind.

Amazon: Auch Prime Now dürfte für einen höheren Personalbedarf sorgen. (Grafik: Amazon)
Amazon: Auch Prime Now dürfte für einen höheren Personalbedarf sorgen. (Grafik: Amazon)

Amazon: Prime Now und AWS

Der höhere Bedarf an Mitarbeitern ist zum Teil auch dem Erfolg von Prime Now verschuldet. Das Angebot besteht derzeit in 25 Städten weltweit und erlaubt Kunden, Waren innerhalb von teilweise nur einer Stunde nach der Bestellung zu erhalten. Zwar arbeiten die Prime-Now-Fahrer nicht direkt für Amazon und werden damit auch nicht auf die Mitarbeiterzahlen angerechnet, aber das Same-Day-Delivery-Programm erhöht natürlich auch die Arbeit der jeweiligen Logistikzentren.

Ebenfalls gewachsen sind die Umsätze der Amazon Web Services (AWS). Amazon konnte mit seinem Cloud-Angebot eine Steigerung der Umsätze von 69 Prozent im Jahr 2015 erreichen. Das Online-Magazin „the Information“ vermutet, dass Amazon diese Zahlen nicht zuletzt durch eine Vergrößerung des Sales- und Marketing-Teams erreicht habe. Genaue Zahlen gibt es dazu von Amazon selbst allerdings nicht.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unser Artikel „Ex-Microsoft-CEO Ballmer schießt gegen Amazon: ‚Die Leute wollen dort nicht arbeiten‘

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3 Antworten
  1. von grep am 10.02.2016 (17:24 Uhr)

    Hallo ...,


    Buchsendungen sollte man nicht via Amazon ordern ... diese kommen (i. d. R.) - stark - beschädigt (beim Empfänger) an !
    Ich kaufe daher (teilweise) wieder im stationären Handel ein.


    Ciao, Sascha.

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  2. von Belegschaft am 10.02.2016 (18:11 Uhr)

    Berichtet doch vielleicht mal über Libri falls die möchten.

    Warum man bis heute keine Robo-Packer breitflächig etabliert bekommt, ist bis heute unbekannt. Ich glaube 80% der Bestellungen werden per Roboter/Automaten verpackt bei Apotheken-Bestellungen.
    http://t3n.de/news/magazino-logistik-roboter-toru-669240/3/
    Ist die Gewerkschaft für oder gegen SAP ? Na also.

    Die Überraschung vom Management zeigt auf, wie viel die kleinen Händler und Lieferanten für Lager, Personal, Diebstahl, Rücksendungen, Arbeit, Arbeit, Arbeit, Arbeit, Porto usw.... bezahlen müssen und wie hoch der Arbitrage-Druck war, von diesem großen hohen monatlichen Fixkosten-Block loszukommen.
    Ähnlich schnell setzten sich NetBooks, Phablets und natürlich iPads durch oder auch vermutlich OHNE SUBVENTIONEN die Elektro-Fahrräder innerhalb von 2 Jahren. BluRay/DVD-Verleih hingegen oder Schallplatten existieren noch immer. Oculus ist aktuell vielleicht eher für Nerds im Keller und somit vielleicht weniger schnell als gedacht beim Volk was Zuckerberg für VR-Facebook ja eigentlich vermutlich möchte...

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