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Amazon weiter unter Beschuss: 100 deutsche Autoren kritisieren Praktiken des Onlinehändlers

Amazon weiter unter Beschuss: 100 deutsche Autoren kritisieren Praktiken des Onlinehändlers

Nach ihren US-amerikanischen Kollegen machen nun auch deutsche und deutschsprachige Autoren ihrem Ärger über die Geschäftspraktiken von Luft. 100 von ihnen unterschrieben einen Protestbrief an Amazon-Boss Jeff Bezos.

Amazon weiter unter Beschuss: 100 deutsche Autoren kritisieren Praktiken des Onlinehändlers

Über 100 deutsche und deutschsprachige Autoren, darunter Ingrid Noll, Günter Wallraff und Elfriede Jelinek, haben einen Protestbrief an Amazon-Boss Jeff Bezos unterzeichnet, in dem die Geschäftsmethoden des Onlinehändlers angeprangert werden. Bücher würden als Geiseln genommen, heißt es in dem Schreiben, das nächste Woche veröffentlicht werden soll, und das dem Handelsblatt vorliegt.

Amazon soll Auslieferung von Büchern verzögern, um höhere E-Book-Preise durchzusetzen. #FLICKR#
Amazon soll Auslieferung von Büchern verzögern, um höhere E-Book-Preise durchzusetzen. (Foto: Aurelijus Valeiša / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

In dem Protestbrief werfen die Autoren Amazon vor, das Unternehmen manipuliere Empfehlungslisten und nehme sie und ihre Bücher als Druckmittel, „um noch mehr Rabatte zu erzwingen“. Laut den Autoren verlangsame Amazon die Auslieferung von Büchern einzelner Verlage. Diese Verzögerungstaktik bei Büchern von Verlagen, die sich gegen Amazon zur Wehr setzten, gehöre zum Alltag, kritisiert Regula Venske, Generalsekretärin des PEN Zentrums Deutschland, gegenüber dem Handelsblatt.

900 US-Autoren unterschreiben offenen Brief an Amazon

Zuvor hatten bereits rund 900 US-amerikanische Autoren dem Onlinehändler in einem offenen Brief, der auch in einer ganzseitigen Anzeige in der New York Times erschien, vorgeworfen, er nehme Bücher als Geiseln. Zu den Unterzeichnern dieser Protestnote gehörten unter anderem Stephen King und John Grisham. Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Streit zwischen Amazon und dem US-Verlag Hachette. Amazon will niedrigere E-Book-Preise durchsetzen.

Nach dem offenen Brief der US-Autoren an Amazon hatte der Konzern mit einem eigenen offenen Brief auf die Kritik reagiert und Verlagen und Schriftstellern vorgerechnet, dass sie mit E-Book-Preisen von 9,99 statt 14,99 US-Dollar sowohl mehr verkaufen als auch mehr verdienen würden. Anschließend forderten beide Seiten die Kunden auf, sich via E-Mail beim jeweiligen Konkurrenten zu beschweren.

In Deutschland hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Ende Juni Beschwerde beim Bundeskartellamt gegen Amazon eingereicht. Der Onlinehändler verzögere „die Auslieferung von gedruckten Büchern der Verlagsgruppe Bonnier, um höhere Rabatte beim Einkauf von E-Books zu erzwingen“, hieß es dazu in einer entsprechenden Aussendung. Amazon hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

via www.handelsblatt.com

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2 Antworten
  1. von Wladimir Andropowitsch am 15.08.2014 (13:14 Uhr)

    Dass mit der Implementation des neuen amerikanischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems, Plutocracy & Plutonomy - Definition siehe Citigroup Corporation's Industrial & Global Notes aus 2005&2006 - ganz zwangsläufig Großkriminalitätswirtschaftsexzesse aufpoppen, wird jene überraschen, die weder das Format des Kannibalkapitalismus als Folge der Finanzspekulations- und -anagenbetrugswirtschaft, noch die Geldwirtschaftsdiktatur als update des alten Nazielitendiktatursystems kennen.
    Besonsderen Charme hat dabei die gegenwärtig entwickelte Endlösung der Humankapitalkostenfrage, die in der totalitären Liquidation all jener Menschen gipfeln wird, die man als "renditeschaffungsunfähiges Humanalt- bzw. Humanrestkapitals" bezeichnen wird.

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  2. von David Rozman am 16.08.2014 (10:26 Uhr)

    Also ich verstehe die ganze Aufregung gar nicht! Ich finde diese ganze Ebook-flatrate doch eine super Sache! Die ganzen Verlage und Autoren werden ja nicht gezwungen mit Amazon zu arbeiten! Doch wenn man sich dazu entscheidet muss man auch die Konditionen akzeptieren... Man sollte froh sein wenn die Bücher gelesen werden! Ich sehe es eher so, dass Amazon das Lesen populärer machen will und Wissender bbreiten Masse zugänglicher machen will! Wenn die Verlage nicht auf Amazon und seinen Umsatz angewiesen waren würden Sie einfach fern bleiben....

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