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Analyse

Amazon-Themes: Bewertungen werden nachsortiert und gefiltert

(Grafik: Shutterstock)

Amazon hat zu viele Bewertungen – ein Problem, das viele andere Händler gerne hätten. Jetzt analysiert das Unternehmen die Rezensionen und filtert aus.

Unter dem Namen Amazon-Themes führt Amazon ein Filtersystem ein, das zunächst in den USA und zunächst nur in der App auf Mobilgeräten Rezensionen und Produktbewertungen auswertet und nach bestimmten Kriterien gruppiert und filtert. Die Idee dahinter ist ganz einfach und erinnert ein wenig an klassische Semantik-Tools: Das System erkennt, welche Begriffe in einer Produktbewertung am häufigsten oder an möglichst prominenten Stellen vorkommen und selektiert diese. Der Nutzer kann so gezielt die Bewertungen ansteuern, die auf bestimmte Themen abzielen, nach denen er das jeweilige Produkt bewerten und auswählen will.

Über die genauen Kriterien der Auswertung ist noch wenig bekannt. Im Prinzip ist es aber möglich, die Rezensionen nach ihrer jeweiligen Nützlichkeit zu gewichten und gegebenenfalls eine Rezension, die auf verschiedene Themen eingeht, in unterschiedlichen Themenumfeldern zu berücksichtigen. Bei den Stichwörtern wird ebenfalls eine Gewichtung durchgeführt, sodass Anwender sehr schnell erkennen können, welche Begriffe von den meisten Rezensenten angesprochen wurden und worauf es beim jeweiligen Produkt ankommen könnte.

Amazon setzt auf Influencer-Marketing

Tabula rasa hat Amazon in der Vergangenheit auch mehrfach bei Fake-Bewertungen gemacht oder solchen, die im Rahmen verschenkter Exemplare des Produkts entstanden sind. Das ist einerseits vernünftig, andererseits ist auch Amazon selbst mit dem Vine-Produkttester-Programm an einer solchen Inflencer-Marketing-Maßnahme beteiligt. Hinzu kommt, dass Amazon selbst inzwischen bezahlte Bewertungen anbietet – Händler können für 60 Euro fünf Bewertungen buchen, deren Ausgang freilich offen ist.

Unterdessen bemerken viele Händler und Private-Label-Anbieter, dass immer weniger Kunden bereit sind, eine aussagekräftige Bewertung abzugeben. Wen wundert das, nachdem man die Kunden durch vielerlei Maßnahmen über die Jahre dazu erzogen hat, dass sie incentiviert werden, wenn sie ein Produkt bewerten (oder dass zumindest andere es wurden, die eine Bewertung abgegeben haben).

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Amazon setzt auf mobile Käufer

Dass sich Amazon hier zunächst auf die Mobilgeräte und die mobile Version des Shops fokussiert, verwundert nicht: Schließlich sind hier die größten Zuwachsraten zu erwarten und die Verfügbarkeit dieses Features über die App trägt auch dazu bei, dass zunehmend mehr Kunden auf die App setzen. Das wiederum eröffnet Amazon deutlich umfangreichere Auswertungsmöglichkeiten des Nutzungsverhaltens als etwa die mobile Website. So gesehen profitieren beide Seiten von diesem Umstand: Der Kunde findet schnell und ohne Umwege die für ihn relevanten Informationen (ein Umstand, der gerade bei der mobilen Nutzung unterwegs relevant ist), das Portal wiederum bindet den Kunden an die App und erhält so weiteren Input über die Vorlieben und Nutzungsgewohnheiten dieses speziellen Kunden.

Wann das Feature auch für den deutschen Amazon-Shop ausgerollt wird, ist noch offen. Amazon macht hier wie üblich keine Angaben. Man kann aber davon ausgehen, dass gerade der deutsche Markt, der als einer der wichtigsten des Unternehmens gilt, hier in absehbarer Zeit Berücksichtigung finden wird. Allerdings ist im Deutschen erfahrungsgemäß manches bei der Sprachumsetzung aus semantischen Gründen etwas schwieriger als im Englischen. Hinzu kommt, dass die Zahl englischsprachiger Kommentare und Bewertungen aufgrund der Verbreitung noch deutlich höher ist. Hilfreich sein könnte für Amazon auch die kürzliche Akquisition eines Startups, das die Auswertung und Aggregation von Text- und anderen Daten vereinfacht.

 

 

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Eine Reaktion
lola
lola

Wie wohl beim Sortieren gewichtet wird, die besonders schlechten fliegen raus. Dafü gibts ja auch zu viele.

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