Amazon Cloud Drive ist mehr Evolution als Revolution
Eigentlich ist Amazon Cloud Drive nichts weiter als eine logische Konsequenz aus der Weiterentwicklung der Cloud-Dienste von Amazon auf der einen Seite und den Wünschen der Web-Nutzer auf der anderen Seite. Wie sehr private Nutzer gewillt sind auf Cloud-Dienste zu setzen, so lange sie zumindest ein kostenloses Grundangebot beinhalten, hat der Erfolg von Dropbox gezeigt. Kostenlose Cloud-Speicher gab es zwar auch vorher schon, doch Dropbox kann zusätzlich noch Dateien zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren und Daten für andere Nutzer zum Austausch freigeben.
Das wird es alles bei Amazon Cloud Drive nicht geben, zumindest jetzt noch nicht. Dafür hat sich Amazon eine andere nützliche Funktion ausgedacht, den Cloud Player. Damit lässt sich Musik, die auf dem Cloud Drive abgelegt wird, über den Browser abspielen. Wer diese Musik dann auch noch direkt bei Amazon gekauft hat, darf sich doppelt freuen: Zum einen belegen MP3s, die aus dem Amazon MP3 Store stammen, keinen Speicherplatz auf dem kostenlosen 5 GByte-Space, sondern werden einfach gleich beim Kauf hinzugefügt, und zum anderen werden die Käufer bis zum Jahresende gleich noch mit einem zusätzlichen, kostenlosen 20 GByte Speicherplatz beschenkt. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, sozusagen. Wem das noch nicht ausreichen sollte, der kann 20 GByte für 20 US-Dollar im Jahr dazu buchen.
Amazon Cloud Drive ist mehr als nur ein Musik-Speicher
Die Verknüpfung des neuen Cloud-Dienstes mit dem Cloud Player zum Abspielen von Musik über den Browser oder auf dem Android-Device ist sicher eine interessante Anwendungsmöglichkeit, doch längst nicht die einzige. Nutzer können den kostenlosen Speicher auch mit anderen Daten wie Fotos, Dokumente oder Videos belegen und sie so überall im Zugriff haben. Amazon selbst stellt natürlich erstmal den Cloud Player in den Mittelpunkt, denn über dessen Funktion will man schließlich auch MP3s verkaufen. Doch die automatisch angelegten Ordner „Documents“, „Music“, „Pictures“ und „Videos“ sprechen ihre eigene Sprache. Weitere Ordner lassen sich einfach hinzufügen.
Wohin die Reise einmal gehen wird, scheint aber insgesamt noch unklar zu sein. Funktionen wie ein Dateiabgleich und ein Zugriff über iOS-Geräte sind bislang nicht möglich. Dafür gibt es aber schon eine Android-App.
Übrigens kann der Amazon Cloud Drive auch in Deutschland schon problemlos benutzt werrden, eine Beschränkung beispielsweise auf die USA, wie man sie hierzulande so häufig schlucken muss, scheint es nicht zu geben. Wer bereits einen Amazon Account besitzt, kann sich hier mit seiner E-Mail-Adresse und dem Passwort anmelden und sofort Daten in die Wolken schießen.
Was haltet ihr den von Amazons neuem Cloudspeicher: Gelungene Dropbox-Alternative oder fehlen euch noch die Anwendungsmöglichkeiten?
Weiterführende Links:
- Introducing Amazon Cloud Drive, Amazon Cloud Player for Web, and Amazon Cloud Player for Android - Amazon Pressemitteilung
- Dropbox erreicht Version 1.0 - t3n News
- Cloud as Cloud can: Dropbox noch mobiler – Apps für Android und iPad plus Mobile-API - t3n News





16 Answers
von Chefarbeiter 29.03.2011 (16:44Uhr) 1.
Man kann den Dienst zwar von Deutschland aus nutzen, allerdings funktioniert das Zusammenspiel mit Amazon MP3 noch nicht: Die Dateien werden nicht auf dem Cloud Drive abgelegt, können aber manuell hochgeladen und per cloud player gestreamt werden. Jedoch zählen sie dann zum Speicherplatzverbrauch hinzu.
von Falk Hedemann 29.03.2011 (16:46Uhr) 2.
Ah okay, vielen Dank für die Aufklärung ;-)
von Nachtgold 29.03.2011 (17:45Uhr) 3.
Auch nicht toll ist, dass schon gekaufte Musik nicht auftaucht.
von Günstige Online-Festplatte ein Jahr fas… 30.03.2011 (07:35Uhr) 4.
[...] doch aus gleich zwei Gründen habe ich den günstigen Online-Speicher heute zum Thema erklärt: In den USA ist gerade der Amazon Cloud Service online gegangen, was seit gestern ein großes Thema im Netz [...]
von Erich Kader via facebook 30.03.2011 (12:47Uhr) 5.
Mir gefallen die Nutzungsbedingungen nicht. :-/
von Erich Kader via facebook 30.03.2011 (12:48Uhr) 6.
http://goo.gl/2XIzy
von Tobias Block via facebook 30.03.2011 (12:48Uhr) 7.
Und mir die Preise nicht.
von Falk Hedemann via facebook 30.03.2011 (12:53Uhr) 8.
@Erich: Was genau gefällt Dir daran nicht?
von Falk Hedemann via facebook 30.03.2011 (12:54Uhr) 9.
@Tobias: Im Vergleich zu Dropbox ist Cloud Drive allerdings nur halb so teuer ;-)
von Yasar Erdem via facebook 30.03.2011 (13:14Uhr) 10.
Preislich finde ich es ok. Vor allem 5 GB umsonst finde ich fair. Mir fehlt aber noch das Synchronisieren der Dateien zwischen versch. Rechnern und Nutzern!
von Erich Kader via facebook 30.03.2011 (13:16Uhr) 11.
@Falk Absatz 5.2 gefällt mir nicht. Die dürfen mit meinen Dateien machen was sie wollen.
von ichnoweb 30.03.2011 (14:35Uhr) 12.
Es geht lediglich um das Recht, die Nutzungsbedingungen durchzusetzen und Gefahren für andere abzuwenden.
Du trittst aber keine Rechte ab, dass Amazon deine Daten weiterverwenden dürfte wie bei FB und ICQ.
von plerzelwupp 30.03.2011 (16:33Uhr) 13.
Ich hab heute zum gleichen Thema auf einer anderen Seite schonmal meinen Senf abgegeben, will es auch hier machen.
Ehrlich gesagt kann ich die ganze Hysterie über die Amazon-Cloud i.V.m. Musik-Streams nicht nachvollziehen. Zum Einen ist es in Deutschland nicht verfügbar und zum Anderen gibt es mehr oder weniger kostenfreie Alternativen - insbesondere für Android-Geräte (grooveshark, simfy, deezer, etc.).
Zum dritten ist es mit dem Streamen so eine Sache, da ständig eine Datenverbindung verfügbar sein muss. Im heimischen W-Lan kein Problem, doch unterwegs bedarf es einer Flatrate. Selbst dann wäre noch zu beachten, wann evtl. Drosselungsgrenzen erreicht werden.
Insofern frage ich mich, wer derzeit so etwas braucht? Schließlich gibt es (zum vierten) auch die Möglichkeit, Musik komfortabel zwischen PC und Handy auszutauschen.
von stef 01.04.2011 (16:56Uhr) 14.
Meine Meinung geht auch in Richtung plerzelwupp. Mir ist die Technik noch nicht ausgereift genug, um überall den Dienst nutzen zu können, unterbrechungsfrei von jedem Gerät. Da muss die Cloud noch nachlegen.
von Neu: Amazon Cloud Drive 05.04.2011 (09:25Uhr) 15.
[...] Cloud Drive durch den angeschlossen Cloud Player zum Musik-Streaming-Dienst. Mehr dazu auf der t3n Website. Speichern Sie auch Ihre Arbeitszeit mit [...]
von Gerücht: Apple zahlt 4,5 Mio für iClou… 28.04.2011 (16:46Uhr) 16.
[...] Amazon Cloud Drive – Dropbox-Alternative mit Musik-Streaming - t3n News [...]