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Test

Amazon Echo im Test: Alexa, erzähle bitte keine Witze

    Amazon Echo im Test: Alexa, erzähle bitte keine Witze

Amazon Echo. (Foto: Amazon)

Amazon Echo mit seinem digitalen Assistenten ist seit Ende Oktober in limitierter Stückzahl in Deutschland erhältlich. t3n hat den kleinen, smarten Zylinder ausprobiert.

Amazon Echo: Die Box, mit der ihr sprechen könnt

Amazon Echo ist seit etwa zwei Jahren in den USA erhältlich. Seitdem hat der smarte Lautsprecher viele Freunde gefunden und ist bei einigen gar zum Teil der Familie geworden. Auf Amazon.com kann der Sprachassistent mit einer Bewertung von 4,4 von fünf Sternen glänzen – über 44.000 Kunden haben die kleine Dose bewertet.

Mit dem Deutschlandstart will Amazon auch deutsche Kunden von den Annehmlichkeiten des Sprachassistenten überzeugen. Diese müssen sich aber in Geduld üben: Einerseits, weil Amazon Echo nur auf Einladung zu haben (Affiliate-Link) ist. Andererseits, weil der Assistent sich derzeit noch wie eine Beta anfühlt. Trotz der begrenzten Funktionen kann sie viel Spaß machen – aber gelegentlich auch frustrieren. Amazon Echo ist seit Ende Oktober gegen Einladung in Deutschland erhältlich  – was kann die kleine Box eigentlich und was steckt drin?

Amazon Echo mit dem smarten Assistenten Alexa ist ab dem 26. Oktober in Deutschland erhältlich. (Foto: t3n)
Amazon Echo mit dem smarten Assistenten Alexa ist ab dem 26. Oktober in Deutschland erhältlich. (Foto: t3n)

Amazon Echo und Echo Dot: Das steckt drin

Im Innern der je nach Wahl schwarzen oder weißen Bassreflex-Gehäuse stecken ein 63-Millimeter-Subwoofer und ein 50-Millimeter-Hochtonlautpsrecher. Der Sound der kleinen Dose klingt kräftig, ausgewogen und sauber - selbst bei hoher Lautstärke bleibt der Klang stabil. Sicherlich kann man die Echo-Box nicht mit einer High-End-Anlage vergleichen – für den Preis von 179 Euro ist der Klang aber äußerst gut. Damit der digitale Assistent Alexa euch auch gut hören kann, nutzt Amazon Far-Field-Spracherkennung. Diese wird durch sieben integrierte Mikrofone realisiert, die euch sogar aus der Ferne, also zum Beispiel auch aus einem anderen Raum, versteht. Ihr dürft die Musik aber nicht auf volle Lautstärke gedreht haben, denn dann hört Alexa euch höchstens wenn ihr wirklich laut schreit. Die Lautstärke lässt sich übrigens per Sprachbefehl wie „Alexa, Lautstärke vier“ regulieren, wobei eins die leisteste und zehn die lauteste Stufe ist.

Amazon Echo kommt im Laufe der nächsten (Foto: t3n)
Optisch dezent mit gutem Sound: Amazon Echo. (Foto: t3n)

Alternativ könnt ihr auch den oberen Ring der Echo-Box bemühen, denn dieser ist drehbar und dient als Lautstärkeregelung, falls Alexa euren Sprachbefehl aufgrund zu lauter Musik nicht versteht. Im Ring ist außerdem ein LED-Licht integriert, das anzeigt, ob Alexa lauscht und auf eine Aufgabe wartet oder das Mikrofon aus ist. Wenn Alexa auf eine Spracheingabe von euch wartet, leuchtet der Ring blau auf, ist das Mikro aus, erleuchtet der Ring in rot. Zum Abstellen der Mikrofone drückt ihr auf einen kleinen Button mit durchgestrichenem Mikrofon-Symbol auf der Oberseite.

Kleiner als der Echo, ohne große Lautsprecher: der Echo Dot. (Foto: t3n)
Kleiner als der Echo, ohne starke Lautsprecher: der Echo Dot. (Foto: t3n)

Außer dem Amazon Echo bietet Amazon auch den Echo Dot an. Hierbei handelt es sich gewissermaßen um eine Mini-Version von Echo, bei der auf den voluminösen Lautsprecher verzichtet wurde. Der Puck-große Dot hat selbstredend Alexa an Bord, aber nur einen winzigen Lautsprecher auf Smartphone-Niveau. Im Unterschied zum großen Echo besitzt der Dot eine Audiobuchse, mit dem ihr die kleine Dose an eure Stereoanlage anschließen könnt – optional könnt ihr den Dot auch mit Bluetooth-Lautsprechern verbinden. Auf den drehbaren Ring zur Lautstärkeregulierung wurde verzichtet. Stattdessen sind auf der Oberseite zwei Knöpfe. Der Preis beträgt nur 60 Euro und ist der günstigste Eintieg in die Echo-Welt.

Amazon Echo: Einrichtung geht leicht von der Hand

Zur Nutzung von Amazon Echo sind nur wenige Dinge erforderlich: Dazu gehören selbstredend die Echo-Box, das Netzkabel und funktionierendes WLAN sowie die Alexa-App, die kostenlos aus Googles Play-Store, Apples App-Store oder aus dem Amazon-App-Store geladen werden kann. Habt ihr alles aufgebaut und installiert, müsst ihr in der App nur den WLAN-Schlüssel und euer Amazon-Konto eingeben – schon kann es losgehen.

Amazon Echo ist leicht einzurichten. (Bild: t3n)
Amazon Echo ist leicht einzurichten. (Bild: t3n)

Idealerweise schaut ihr euch zu Anfang in der App den Punkt „Zum Ausprobieren an“. Hier findet ihr allerhand Vorschläge, was ihr den digitalen Assistenten Alexa fragen könnt – und wie. Einfach drauflos Plappern funktioniert nämlich nicht, denn euer Gegenüber versteht nur bestimmte Phrasen. In der Smartphone- und der Web-App könnt ihr eure eingesprochenen Befehle und Interaktionen nachträglich ansehen und gegebenenfalls löschen. Hier habt ihr außerdem die Möglichkeit diverse Einstellungen vorzunehmen und auch das Hotword auszuwechseln – und nein: Ihr könnt „Alexa“ nicht einfach in „Axel“ umtaufen oder ihr einen anderen beliebigen Namen verpassen. Es gehen zurzeit außer „Alexa“ lediglich noch „Echo“ und „Amazon“.

Das Hotword zur Aktivierung des Sprachassistenten ist Änderbar - aber nicht beliebig. (Bild: t3n)
Das Hotword zur Aktivierung des Sprachassistenten ist Änderbar - aber nicht beliebig. (Bild: t3n)

Quatschen mit Alexa: Was geht, was geht nicht?

Amazon Echo (Dot). (Foto: t3n)
Amazon Echo (Dot). (Foto: t3n)

Für den Anfang könnt ihr Alexa beispielsweise nach dem Wetter fragen, ob es morgen bei euch zuhause, in New York, oder einer anderen beliebigen Stadt regnen wird. Die Wiedergabe von Musik via Amazon Musik oder Spotify ist mühelos möglich – letzteren Dienst müsst ihr lediglich über die Alexa-App verbinden – und optional als Hauptanwendung auswählen. Um Musik über Spotify zu hören, müsst ihr Alexa lediglich mitteilen, dass ihr beispielsweise „Radiohead über Spotify“ hören wollt. Läuft Spotify gerade auf einem anderen Gerät, könnt ihr zum Wechsel auf Echo einfach sagen „Alexa, spiele Spotify“ – schon wird die laufende Musik über die kleine Amazon-Box wiedergegeben. Sehr praktisch: Wenn ihr euch im Hintergrund von Musik bedudeln lasst und euch ein Song besonders zusagt aber ihr nicht wisst, wie der Interpret heißt, könnt ihr Echo einfach fragen: „Alexa, was läuft gerade?“ – schon bekommt ihr die korrekte Antwort.

Ebenso könnt ihr eure Kalendereinträge und Termine abhören und neue Termine anlegen. Hier ist es erforderlich euren entsprechenden Dienst, beispielsweise Google, einzubinden.

Ist euer Kalender verknüpft, könnt ihr euch eure täglichen Termine per Echo ansagen lassen. Aber auch das Erstellen neuer Termine ist per Sprache problemlos möglich. Das Löschen geht laut Alexa nur per Alexa- oder Kalender-App. Echo kann auch To-Do-Listen verwalten – hierfür stehen aber derzeit nur einige wenige Dienste zur Auswahl. Lediglich die Listen- und Aufgabenverwaltungs-Services Todoist und any.do werden unterstützt.

Amazon Echo bietet diverse Newsquellen an. (Bild: t3n)
Amazon Echo bietet diverse Newsquellen an. (Bild: t3n)

Für Lesefaule: Ihr könnt euch die aktuellen News zusammenfassen lassen. Hierfür sagt ihr zu Alexa einfach „Alexa, was sind die Nachrichten?“ oder „Alexa, was gibt es Neues?“ - daraufhin bekommt ihr die tagesaktuellen Neuigkeiten aus den von euch in der Alexa-App ausgewählten Newskanälen. Zu den Quellen gehören unter anderen Spiegel, Tagesschau, Deutschlandfunk und mehr, aber auch Sportnachrichten von Kicker, und Sky Sports sind dabei. Ebenso stehen englischsprachige Nachrichten via BBC, The Economist und Wall Street Journal zur Auswahl.

Alexa ist nicht witzig, versucht es aber immer wieder:

„Ich habe gestern erst Spider-Man angerufen, aber der hatte kein Netz. Anschließend habe ich meinen Arzt kontaktiert und war falsch verbunden. Zuletzt habe ich meinen Freund den DJ angerufen aber der hat nur aufgelegt.“

In der Alexa-App habt ihr auch die Möglichkeit Skills von Drittanbietern zu aktivieren. Zu den bekannteren Anbietern gehören Mytaxi, Chefkoch, BMW (mit Connect) und die Deutsche Bahn. Die Chefkoch-App bietet ein recht reduziertes Funktionsangebot, denn sie kann entweder das Rezept der Woche oder fünf der beliebtesten Rezepte aus diversen Kategorien vorschlagen. Rezepte vorlesen ist nicht möglich, ebensowenig wie die Suche nach bestimmten Rezepten. Findet ihr ein Rezept ansprechend, könnt ihr es euch in der Alexa-App ansehen.

Neben den integrierten Funktionen kann Amazon Echo per „Skills“ um zahlreiche Features ergänzt werden. (Bild: t3n)
Neben den integrierten Funktionen kann Amazon Echo per „Skills“ um zahlreiche Features ergänzt werden. (Bild: t3n)

Mytaxi ist wohl selbsterklärend: Ihr könnt euch ein Taxi an eure Adresse schicken lassen. Der Skill der Deutschen Bahn kann euch bestimmte Zugverbindungen ansagen, wobei noch nicht alle, aber die relevantesten Bahnhöfe Deutschlands mit an Bord sind. In der Datenbank von Skills sind noch keine Bus- und Straßenbahnhaltestellen vorhanden, außerdem ist die Funktion recht unflexibel: Denn wenn ich nach einer Verbindung suche und frage „Alexa, frage die Deutsche Bahn nach einer Verbindung morgen um 7:50 Uhr von Berlin nach Hannover“ wird mir nicht die Verbindung um 7:49 Uhr angeboten, sondern die Fahrt eine Stunde später ab 8:52 Uhr. Hier sollte idealerweise ein wenig Spielraum bei der Suche vorhanden sein. Praktisch wär auch, könnte ich nach einer früheren Verbindung fragen – das ist aber auch noch nicht machbar. Man sollte jedoch nicht außer acht lassen, dass die Deutsche Bahn nur wenige Monate Zeit hatte, den Skill zu entwickeln - außerdem soll der Funktionsumfang noch erweitert werden.

Amazon Echo unterstützt auch die Steuerung von Philips Hue und tado – diese konnten wir mangels Heimvernetzung nicht testen, es soll laut Amazon aber möglich sein, die heimische Beleuchtung per Alexa zu steuern und zu dimmen.

Obacht: Über Amazon Echo könnt ihr auch Einkäufe vornehmen. (Bild: t3n)
Obacht: Über Amazon Echo könnt ihr auch Einkäufe vornehmen. (Bild: t3n)

Amazon Echo: Alexa weiß nicht alles

Wissenslücken: Alexa weiß nicht, wie hoch der Brocken ist. (Bild: t3n)
Wissenslücken: Alexa weiß nicht, wie hoch der Brocken ist. (Bild: t3n)

Der Großteil der getesteten Funktionen der Sprachsteuerung läuft überwiegend flüssig und problemlos – ja, selbst relativ kompliziert klingende Namen von Musikern wie „Yael Naem“ wurden korrekt erkannt. Mit anderen Namen wie „Dollar Brand“ oder „Mice Parade“ konnte Alexa indes nichts anfangen, obwohl sie über die Spotify-App gefunden werden können.

Nicht selten zu hören:„Entschuldigung, auf diese Frage habe ich leider keine Antwort.“

Abgesehen von den wenigen Problemen mit der Spracherkennung – im Allgemeinen sind Sprachausgabe und -erkennung von Alexa zuverlässig – hat Alexa einige Wissenslücken. Die Datenbank von Alexa kann nicht mit Google Assistant oder Google Now verglichen werden – hier ist Google mit seinem Knowledge-Graph unerreichbar. So weiß Alexa beispielsweise nicht, wie das erste Album von den Rolling Stones heißt – der Google Assistant spuckt dieses Ergebnis prompt aus. Auch weiß Alexa nicht, wie hoch der Brocken ist – Googles Assistant schon. Dafür weiß Alexa aber immerhin, wie hoch die Zugspitze ist und kennt auch den höchsten Berg der Erde. Das Lösen von Rechenaufgaben stellt auch kein Problem dar.

Erratisch: Alexa weiß wie weit es von Berlin nach Hannover ist. Die Entfernung nach Hamburg ist dem Assistenten aber unbekannt. (Bild: t3n)
Erratisch: Alexa weiß wie weit es von Berlin nach Hannover ist. Die Entfernung nach Hamburg ist dem Assistenten aber unbekannt. (Bild: t3n)

Kurios: Alexa kennt die Entfernung von Berlin nach Hannover, auf die Frage nach der Strecke von Berlin nach Hamburg oder nach München hat Amazons Assistent keine Antwort. Dieser Wissens-Flickenteppich kann bisweilen frustrierend sein. Sicherlich arbeitet Amazon kontinuierlich an den Fertigkeiten von Alexa, für den schnellen Faktencheck ist die Assistentin derweil nur bedingt geeignet. Die Datenbank wird laut Amazon aber stetig erweitert und dürfte mit der Zeit auf viele Wissensfragen eine passende Antwort parat haben. Nachtrag vom 10. Februar 2017: Mittlerweile werden alle Entfernungsanfragen korrekt beantwortet.

Amazon Echo: Viel Luft nach oben, macht dennoch Spaß

Amazon Echo und echo Dot werden in Deutschland in Weiß und Schwarz angeboten – bis auf Weiteres aber nur auf Einladung. (Foto: t3n)
Amazon Echo und Echo Dot werden in Deutschland in Weiß und Schwarz angeboten – bis auf Weiteres aber nur auf Einladung. (Foto: t3n)

Amazons Echo und auch der Echo Dot sind nicht perfekt – das sagt aber der E-Händler sogar selbst – und bezeichnet sie als „ein unfertiges Produkt“. An der Hardware selbst ist nichts auszusetzen, die Software in Form des digitalen Assistenten Alexa wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Das findet aber schleichend und unbemerkt vom Nutzer statt. Der User stellt nur irgendwann fest, dass Alexa von heute auf morgen mehr weiß oder mehr kann als zuvor.

Die Parade-Funktionen von Alexa sind das Abspielen von Musik, Stellen des Timers – beispielsweise für Nudeln, oder Eier –, die Abfrage und das Erstellen von Terminen, Ansage des Wetters oder die täglichen News. Dank dieser Fertigkeiten könnt ihr euch den oftmaligen Griff zum Smartphone sparen. Eine weitere Stärke ist die Sprachausgabe und -Erkennung, denn durch die äußerst menschlich und entspannt klingende Stimme integriert sich die Box in die alltägliche Nutzung – selbst für Kinder ist die Bedienung ein Kinderspiel. Man sollte selbstredend aufpassen, dass die Einkaufsfunktion nicht aktiviert ist. Die Skills der Drittanbieter sind ein nettes Nice-to-have, haben sich in den ersten Wochen der Nutzung noch nicht als große Stärken herausgestellt, was sich aber noch ändern dürfte.

Mit Echo und Echo Dot zeigt Amazon, wohin die Reise geht: Zumindest in unseren eigenen vier Wänden werden wir womöglich zunehmend mit Technik sprechen, um sie zu bedienen – der Griff zum Smartphone oder Tablet wird nicht mehr nötig sein. Aber nicht nur Amazon weist diesen Weg, auch Google mit seiner Antwort Google Home hat eine ähnliche Lösung parat. Amazon hat in Deutschland aber noch keine Konkurrenz, denn Googles Lösung soll erst später hierzulande auf den Markt kommen. Amazon Echo und Echo Dot sind zurzeit nur über Einladung erhältlich, laut E-Händler kann die Bearbeitung aller Anfragen mehrere Wochen dauern.

Amazon Echo und Echo Dot in Bildern

Nach Amazon soll auch Microsoft einen Assistenten fürs Zuhause in petto haben. (Foto: Amazon Echo, t3n)

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