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Amazon ersetzt Mitarbeiter durch Roboter

Amazon ersetzt Mitarbeiter durch Roboter

setzt seit neuestem in Logistikzentren fast 1.400 Logistik-Roboter ein – kleine, bunte aus der Schmiede des Amazon-eigenen Robotik-Spezialisten Kiva. Die innovativen Maschinen sollen Effizienz-Steigerungen und Einsparungen ermöglichen.

Amazon ersetzt Mitarbeiter durch Roboter
(Bild: © Composer - Fotolia.com)

Gerade eben hat Amazon seine Quartalszahlen veröffentlicht, erwartungsgemäß mit hohen Verlusten, was weiterhin den Eindruck vermittelt, dass wachsende Marktanteile Amazon wichtiger erscheinen könnten als die Rendite. Während der Präsentation der Zahlen hat Amazon CEO Jeff Bezos nebenbei verraten, was aus dem letztjährigen Familienzuwachs Kiva Systems bei Amazon geworden ist. Kiva ist Hersteller eines ungewöhnlich kompakten und agilen Logistikroboters, der nun mit fast 1.400 Exemplaren Einzug in drei Logistikzentren des US-amerikanischen Versandhändlers gehalten hat. Betrachtet man die Tatsache, dass Amazon größtenteils kostenlos versendet, ist klar, dass die Logistik möglichst effizient und kostengünstig betrieben werden muss. Nun mit Hilfe der kleinen, fleißigen Helfer von Amazon: den Robotern.

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Das Bremer Institut für Produktion und Logistik zeigt hier einen Paketroboter, das Gesamtsystem befindet sich in einem DHL-Logistikzentrum. (Foto: BIBA, Sebastian Hübschmann, Philipp Rust)

Der Amazon-Roboter im Einsatz

Beim Stichwort Industrieroboter erscheinen vor dem inneren Auge Bilder von einzelstehenden Greifarmen oder großen Metallaufbauten, die eher wie eine Fertigungsmaschine anzusehen sind: groß und behäbig, feststehend und lärmend im Betrieb. Die Logistikroboter von Kiva haben mit diesen Bildern wenig gemeinsam: kleine, orangefarbene Mini-Fahrzeuge, die sich selbstständig durch ein Lager bewegen, ungefähr doppelt so groß wie eine Getränkekiste. Dass die Amazon-Roboter von Kiva optisch wirklich putzig aussehen – zumindest im Vergleich zu den üblichen Industrierobotern –, zeigt eine witzige PR-Aktion von Kiva: Ein Roboter wird als „Arbeitstier“ beleidigt und träumt daraufhin vom Derby der Roboter – das gute Stück sieht sich selbst eher als Rasserennpferd. Ein unterhaltsamer Blick auf die Beweglichkeit und Geschwindigkeit der Roboter liefert der passende Werbefilm:

Der Alltagseinsatz ist wesentlich trockener und technischer: Die Roboter befördern als Bestandteil eines komplexen Logistiksystems einzelne Regale mit Waren direkt zum menschlichen Mitarbeiter, der als Packer dann die Sendung versandfertig machen kann. Die passende Paketgröße wählt der intelligente Roboter dabei gleich mit aus. Der Hersteller Kiva Systems beschreibt die Verbesserungen durch die Umstellung auf ein Roboter-basiertes Lagersystem deutlich: So soll der (noch) menschliche Packer durch die Roboterunterstützung das zwei- bis dreifache des normalen Pensums erledigen können. Das untenstehende Video erklärt ziemlich anschaulich, wie das Logistiksystem von Kiva funktioniert.

Der Kiva-Roboter platziert sich unter einem Regal, schraubt sich durch Dreh-Bewegungen in die Höhe und „trägt" dann das Regal mit sich fort. (Bild: Kiva Systems)
Der Amazon-Roboter platziert sich unter einem Regal, schraubt sich durch Drehbewegungen in die Höhe und „trägt" dann das Regal mit sich fort. (Bild: Kiva Systems)

Fazit: Die Aquirierung von Kiva wird sich jetzt für Amazon bezahlt machen – nicht unbedingt zugunsten der Arbeitsstellen

Amazon spricht laut Engadget von rund 70.000 – wohlgemerkt teilweise nur temporär beschäftigten – neuen Mitarbeitern über die Weihnachtszeit, woraus die US-Kollegen bei Engadget folgern, dass diese Zahl die deutlich kleinere Anzahl der Roboter verblassen lassen würde – sicher: arithmetisch betrachtet korrekt. Allerdings weist alleine die angegebene Effizienzsteigerung von Kiva darauf hin, dass weniger Mitarbeiter benötigt werden. Schließlich kann bei einer zwei- bis dreifachen Effizienz ein Roboter das Arbeitspensum von zwei bis drei Kollegen erledigen. Mehr zum Thema in meinem Kommentar „Amazon schafft den Logistik-Mitarbeiter ab – und das ist gut so“.

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4 Antworten
  1. von Lars Ebert am 26.10.2013 (09:02 Uhr)

    Erst meckern alle, weil Amazon von seinen Mitarbeitern zu viel fordert und jetzt wird gemeckert dass Amazon den Mitarbeitern Arbeit abnimmt. Euch kann man es auch nicht recht machen, wie?

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  2. von Matthias am 26.10.2013 (11:56 Uhr)

    Sicherlich mag jetzt einer denken, dass Roboter Jobs wegnehmen. Kurzfristig stimmt das schon, aber wir leben in einem Zeitalter der Technologie. Auf lange Sicht ist es besser, wenn die Leute nicht tagtäglich schlecht bezahlte, simple Arbeit verrichten müssen. Es werden auch wieder neue Jobs geschaffen, die Roboter müssen ja auch gewartet werden.

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  3. von Jochen G. Fuchs am 27.10.2013 (09:44 Uhr)

    @Lars Ebert
    Ich kann nicht erkennen, das irgendwer meckert? Hier wird lediglich vermeldet dass Amazon Roboter einsetzt, was Mitarbeiter einsparen wird. ;-)

    Mal abgesehen davon, dass es sich hier mehr um eine wirtschaftliche Rationalisierungsmaßnahme als um Arbeitserleichterung aus reiner Menschenfreundlichkeit handelt, ist das aber wirklich nicht nur negativ zu betrachten - siehe unten verlinkter Kommentar.

    @Mathias
    Da ist durchaus etwas dran, deshalb habe ich jetzt auch einen Kommentar zu dieser News veröffentlicht:
    http://t3n.de/news/amazon-logistik-504672/

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  4. von FranzN am 29.10.2013 (17:23 Uhr)

    Eigentlich ist das nichts Besonderes, jede gesunde Firma automatisiert Arbeitsschritte, da wo es Sinn macht. Die einzige Besonderheit: Amazon verbreitet diese Nachricht ganz gezielt, um den Druck auf die Mitarbeiter zu erhöhen! Ich habe diese Nachricht sofort auch auf dem Social News Portal http://www.newspit.de eingereicht - skrupellos die Amis...

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