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E-Commerce

Amazon eröffnet seine erste Filiale: Hintergründe und Zukunftsausblick

    Amazon eröffnet seine erste Filiale: Hintergründe und Zukunftsausblick

Amazons erste Filiale. (Screenshot: Amazon)

Amazon marschiert voran und eröffnet seine erste eigenständige Amazon Filiale. Einkaufen und gekaufte Produkte zurückgeben soll dadurch leichter werden. Ein Überblick über die Filiale und die Hintergründe zu Amazons neuester Initiative.

(Screenshot: Amazon)
(Screenshot: Amazon)

Amazon eröffnet auf dem Campus der „Purdue University“ in den USA seine erste eigenständige Filiale. Zu kaufen gibt es dort erwartungsgemäß nichts, trotzdem ist der kleine Shop etwas besonderes: Zum ersten Mal trifft der Endkunde hier persönlich auf Amazon. An sieben Tagen in der Woche bedienen Amazon-Mitarbeiter hier die rund 40.000 Studenten der Purdue University.

Die erste Amazon Filiale

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Die in einem Universitätsgebäude liegende Amazon Filiale von außen. (Screenshot: Amazon)

Das Angebot in der Amazon Filiale

Geöffnet hat die als „Pick Up Point“ bezeichntete Filiale von neun Uhr in der Früh bis neun Uhr am Abend. Nur Samstag und Sonntags werden die Öffnungszeiten auf zwölf bis sechs Uhr am Abend reduziert. Bestellungen, die im Rahmen von Amazon Prime oder der Studenten-Version „Amazon Student“ getätigt werden, kommen direkt am nächsten Tag an: Amazon verspricht einen Tag Lieferzeit. Lieferungen die nicht an den Store, sondern nach Hause zum Kunden gehen, benötigen dagegen zwei Tage.

Die eingehenden Bestellungen können wahlweise an den Touchscreen-gesteuerten Selbstbedienungsautomaten abgeholt oder beim Amazon Mitarbeiter am Service-Counter in Empfang genommen werden. Wahlweise per E-Mail oder SMS werden Kunden über die bereitliegende Bestellung benachrichtigt. Kunden werden in der Filiale aber auch Retouren einliefern dürfen. Für die Abholstationen setzt Amazon, dem ersten Eindruck nach, die gleichen Stationen wie beim bereits existierenden Programm „Amazon Locker“ ein. Dementsprechend dürften auch die gleichen Voraussetzungen wie bei Amazon Locker gelten: Ob Kunden die Retoure einfach wieder in der Station abgeben können, wird im Kundenkonto auf der Retouren-Webseite von Amazon einsehbar sein. Meist sind Marketplace-Bestellungen ausgeschlossen, weil diese zurück an den Verkäufer gehen.

(Screenshot: Amazon)
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Standort ist alles: Mitten im Herzen des Campus

Krach Leadership Center.(Purdue University photo/Charles Jischke)
Amazon eröffnet seine erste eingenständige Filiale an der us-amerikanischen Purdue Universitiy im Krach Leadership Center. (Foto: Purdue University photo/Charles Jischke)

Die Lage ist mit dem „Krach Leadership Center“ gut gewählt, zum einen ist der Standort zentral auf dem Campus gelegen, nicht unweit der Studentenheime und Verbindungshäuser, zum anderen ist das Gebäude eine zentrale Anlaufstelle für Studenten. Dort erhalten Studenten neben speziellen Programme für angehende Führungskräfte auch Unterstützung im Universitätsalltag durch spezielle Einrichtungen mit akademische Hilfe unterschiedlicher Art. Viele Studenten dürften also mindestens am Gebäude vorbeigehen, wenn nicht sogar sowieso durch das Gebäude gehen. Ein optimaler Platz für die Amazon Filiale.

Die Amazon Filiale ist ein Blick in die Zukunft

Die ganze Branche kämpft, genauso wie der Endkunde, mit den logistischen Herausforderungen des Onlinehandels. Kunden möchten ihre Bestellungen möglichst bequem und zu den eigenen Bedingungen geliefert bekommen – besonders was die Zustellung angeht. Was dem Handel nicht immer leicht fällt, da die Logistikdienstleister oft nicht so flexibel liefern, wie der Kunde es gerne hätte.

Die Zustellherausforderungen werden immer größer und trotz vieler zukunftsträchtiger Konzepte wie der Drohnen-Lieferung, sind jetzt kurzfristige und brauchbare Konzepte gefragt. Konzepte, die statt bei fliegenden Paketen vermutlich eher bei Abholstationen zu finden sind.

In Filialen werden die Zustellkosten gebündelt.

Amazon platziert schon lange Stationen, die ein wenig an die Packstationen der deutschen Post erinnern, an Alltagsorte wie Supermärkte: Amazon Locker wird dieses Programm gennant. Dieses Konzept bündelt zum einen die Zustellkosten, was der Mischkalkulation des Prime-Programms zugute kommt, zum anderen verschaffte es den Kunden eine bequeme Möglichkeit ohne größere Umwege an ihre Lieferungen zu gelangen. Bei dieser klassischen Win-Win-Situation ist es zu erwarten dass Amazon dieses Konzept in Zukunft extrem ausweitet und verschiedene Länder mit entsprechenden Stationen überzieht.

Amazon Store kommt gut an

Die Ankündigung der Universität auf Facebook ist 19 Stunden alt und hat aktuell über 2.500 Likes eingesammelt, in den 44 Kommentaren reicht die Bandbreite der Kommentare von überwiegend „Awesome“ und „Great“ bis hin zu einem vereinzelten „Hope that University Bookstore doesn't suffer.“ Anscheinend kommt der neu eröffnete Amazon Store gut an bei Studenten, Eltern und Alumni.

Die Hintergründe zu Amazon@Purdue

(Foto: Purdue University)
Der Campus der Purdue University aus der Luft. (Foto: Purdue University)

Die Aufgeschlossenheit der Universität gegenüber E-Commerce-Konzepten ist wenig überraschend, bei der klaren technologischen Ausrichtung der Uni ist Innovationsfreundlichkeit zu erwarten: Purdue konzentriert sich auf Ingenieurswissenschaften, beherbergt(e) mehrere Nobelpreisträger und gilt mit dem ersten und dem letzten Menschen auf dem Mond unter den Absolventen, Neil Armstrong und Eugene Cernan, wohl zu Recht als Astronautenschmiede.

Sonderkonditionen und Rückvergütungen für die Uni.

Die Universität bekommt im Rahmen der Kooperation für Ihre Studenten Sonderkonditionen beim Erwerb von Fachbüchern und Alltagsbedarf über den speziellen Universitäts-Bereich bei Amazon. Ein Teil des Ertrages geht über eine spezielle Vereinbarung auch wieder zurück an die Universität, die damit die Lern- und Lebensbedingungen der Studenten verbessern, beziehungsweise erschwinglicher machen, will.

„Wir denken Amazon ist aus zwei Gründen das Richtige für Purdue: Amazon zwingt Studenten und Lehrkräfte nicht zu einem bestimmten Format, Print und Digital, kaufen und ausleihen, neu und gebraucht, alles ist im Angebot. Und die potentiellen Ersparnisse bei Lehrbüchern betragen für unsere Studenten über 30 Prozent im Jahr.“ Frank Dooley, Purdue University. | Purdue.edu 13.08.2014

Fazit: Amazon marschiert weiter vorweg

Die Kooperation begann bereits im August mit dem Start des Amazon@Purdue-Onlineshops. Vor Purdue ist bereits an der Universität in Davis, Kalifornien, ein ähnliches Programm gestartet worden – dort ist allerdings noch keine Filiale eröffnet worden. Amazon plant aber laut seiner Ankündigung zu Amazon@Purdue, „dieses Kundenerlebnis möglichst bald an weitere Universitäten zu bringen“.

Verständlich, denn neben der potentiellen Verbesserung der logistischen Gesamtsituation profitiert Amazon hier von einer früh und vermutlich dauerhaft etablierten Kundenbeziehung zu einer später einmal immer besser situierten Kundenschicht.

Einmal mehr erkauft sich Amazon Marktanteile. Diesmal mit Rabatten, Rückvergütungen und nicht zuletzt mit einem Angebot, dass der Kunde zu würdigen weiß.

via etailment.de

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2 Reaktionen
Strategien
Strategien

Ansatzweise was am Ende von
t3n.de/news/martin-weigert-niedergang-handel-591256/#comment-177431
gefordert wurde.

Die Lieferdienste sind nicht perfekt.
Quelle hatte sowas schon vor Jahrzehnten. Zum einen die Geschäfte aber auch kleinere Ladenlokale in den Stadtteilen wo man Bestellungen abgeben und abholen konnte.

In England wollte Amazon auch manches selber machen weil es dort laut Kommentaren 4 verschiedene Lieferdienste gibt und deren Abholstationen natürlich nicht alle an derselben Stelle sind. Hier haben Post/DHL und Hermes breitflächig Abholstellen.

Im Prinzip wäre es auch normal wenn man dort USB-Kabel, SD-Karten u.ä. bekommen würde. USBSticks und SD-Karten gibts bei den Discountern ja auch an der Kasse neben den Auflade-Karten die Amazon natürlich auch vorrätig halten sollte.
Manche Medikamentengroßhändler holen und verpacken 80% (vergleiche Pareto-Prinzip) der Waren oder Bestellungen per Roboter-Fliessbändern weil das Mainstream ist und nur den Rest machen Mitarbeiter.
Universitäts-Bibliotheken sind (evtl gegen Gebühr) auch oft auf oder am Campus und haben Mainstream auf Stapeln liegen während alles andere geordert und am nächsten Tag geliefert wird. Das erinnert neben Quelle sehr an die Beschreibung des Amazon-Shops.

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Philipp Blum
Philipp Blum

Die Quelle-Laeden waren aber alles andere als modern. Wir hatten so einen Laden auch in Neuss. Total abgelegen, nicht promotet, sah aus wie ein Ramsch An&Verkauf. Aussehen und Standort ist alles.

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