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Amazon Flex: Kommt das Uber der Lieferdienste jetzt nach Deutschland?

Lieferungen vom privaten Fahrer: In den USA und in Großbritannien schon üblich, bald auch bei uns? (Foto: Amazon)

Amazon plant offenbar den Deutschland-Start seines Paketzustelldienstes Amazon Flex, der ähnlich wie Uber auf private Auslieferer mit ihren Privatautos setzt. Doch der Zeitpunkt wäre etwas unpassend. 

Der Dienst Amazon Flex ist in den USA und in Großbritannien quasi das Uber für die Zustellung von Paketen für Amazon. Privatleute oder Selbstständige können auf Zuruf für Amazon Pakete ausliefern und dem Versender insbesondere im großstädtischen Raum die letzte Meile zum Kunden abnehmen. Vor allem zu Spitzenzeiten und bei Lieferungen, die möglichst schnell erfolgen müssen, sollen so die Versender unterstützt werden. Jetzt legen zwei Stellenanzeigen bei Amazon nahe, dass das Unternehmen den Start der Flex-Services auch für Deutschland plant.

Stellenanzeigen zu Amazon Flex aufgetaucht – und wieder verschwunden

Die Stellenanzeigen waren im HR-Portal von Amazon allerdings nur kurz zu sehen und verschwanden wenig später wieder (beziehungsweise wurden umgeschrieben), wie das Blog Nerd Supreme berichtet. Gesucht wurden ein Head of Communications sowie ein Head of Operations. Während die erste Stellenanzeige unter derselben ID nun nur noch einen Communications Manager ohne genaue Abteilungsbezeichnung sucht, ging die zweite vollständig offline. Sie ist aber immerhin noch im Google-Cache auffindbar.

Möglich wäre etwa, dass Amazon das Logistikzentrum bei Olching hiermit aufrüsten will. Schon seit 2015 experimentiert das Unternehmen im Gewerbegebiet Geiselbullach im Münchner Speckgürtel und erprobt unterschiedliche Technologien, die in den USA bereits erfolgreich sind, im deutschsprachigen Raum aber noch Zukunftsmusik. Bislang arbeitete man neben den üblichen Paketversendern vor allem mit regionalen Lieferdiensten zusammen, jetzt könnten private Auslieferer hinzukommen – und damit der Dienst Amazon Flex auch in Deutschland starten.

Bei Amazon Flex können Fahrer nach einer Prüfung durch Amazon Pakete ausliefern – ein klassisches Shareconomy-Geschäft auf Gig-Basis. Während in den USA die Fahrer neben Amazon.com auch für Prime Now und Fresh sowie für Restaurants Waren ausliefern können, wird der Dienst in Großbritannien nur für Amazon.co.uk selbst angeboten. Die Bezahlung klingt erst einmal nicht schlecht: Stündlich zwischen zwölf und 15 Pfund sowie zwischen 18 und 25 US-Dollar können die Fahrer verdienen. Das relativiert sich aber, wenn man berücksichtigt, dass sie von dem Geld die Fahrzeugkosten sowie diverse Versicherungen zu tragen haben und nicht klar ist, ob die Fuhre auch in der vorgegebenen Zeit zu schaffen ist. In Deutschland würde der Satz wohl ebenfalls im zweistelligen Bereich liegen, wobei hier die Problematik der Scheinselbständigkeit hinzukäme.

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Diskussion um Amazon Flex käme jetzt ungelegen

Wann Amazon Flex für den deutschen Markt kommt, ist unklar. Wahrscheinlich ist aber, dass zumindest in den Regionen München und Berlin, in denen bereits Amazon Prime Now verfügbar sind, auch diese Dienste hierunter abgedeckt werden. Diese zeitnah zugesagten Lieferungen dürften es auch sein, bei denen sich für Amazon der Einsatz eigener Fahrer besonders lohnt, weil Paketdienstleister und Kuriere hier meist vergleichsweise teuer sind.

Ob es sich bei den Anzeigen um eine Kommunikationspanne seitens der Amazon-HR oder um ein gewolltes Leaken für mehr Aufmerksamkeit handelt, ist unklar – wahrscheinlich ist aber Ersteres. Denn Amazon dürfte es gerade in den Tagen vor der Bundestagswahl eher weniger gut passen, wenn hierüber öffentlich diskutiert wird und möglicherweise auch politische Parteien zur Uberisierung der Amazon-Lieferanten Stellung nehmen würden. Eines ist klar: Wenn Amazon diesen Teil der Kurierfahrten in die eigenen Hände nimmt, wird das den Logistikunternehmen eher nicht gefallen. Dass deren Arbeitsbedingungen ohnehin schon oft prekär sind, dürfte inzwischen vielen bewusst sein.

Amazon nimmt, wie in solchen Fällen üblich, keine Stellung zu Produkten und Services, die noch nicht gelauncht sind. Wenn wir hierzu noch weitere Informationen erhalten, werden wir diese an dieser Stelle ergänzen.

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