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Konkurrenz für die Deutsche Post: Amazon will eigene Packstationen in ganz Deutschland aufstellen

Konkurrenz für die Deutsche Post: Amazon will eigene Packstationen in ganz Deutschland aufstellen

plant den Aufbau eigener Packstationen in Deutschland. Damit wird der Konzern aus Sicht der Deutschen Post vom Großkunden zum Konkurrenten. Schon bald soll innerhalb von 90 Minuten geliefert werden.

Konkurrenz für die Deutsche Post: Amazon will eigene Packstationen in ganz Deutschland aufstellen

(Foto: Shutterstock)

Amazon attackiert die Deutsche Post

Amazon arbeitet weiter daran, vom allumfassenden Online-Kaufhaus zum globalen Versanddienstleister zu werden. Der Internetriese aus Seattle plant den europaweiten Aufbau vollautomatischer Packstationen, berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich auf offizielle Stellenanzeigen. Demzufolge sucht Amazon am Standort München derzeit diverse Manager, die hierzulande das Projekt „Amazon Locker“ aufbauen sollen.

So sehen die Amazon-eigenen Packstationen aus. Bald sollen sie auch in Deutschland stehen. Unter anderem in Supermärkten. (Foto: osde8info / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Zwar bestätigt Amazon die Pläne offiziell nicht, allerdings verbirgt sich hinter dem Projekt ein schon in zahlreichen US-amerikanischen und britischen Städten aktives Netzwerk aus eigenen Packstationen. Sie stehen an hochfrequentierten Orten wie öffentlichen Plätzen, Ladengeschäften oder Bibliotheken und sollen den Empfang von Warensendungen für die eigenen Kunden schneller und einfacher machen.

Die Unabhängigkeitserklärung von Jeff Bezos

Einem Akteur wird das nicht gefallen: der Deutschen Post. Der hierzulande mit Abstand größte Versanddienstleister muss mit ansehen, wie Amazon sich vom einst treuen Großkunden zunehmend zum ernstzunehmenden Konkurrenten entwickelt. Die Deutsche Post betreibt schon länger ein engmaschiges Netzwerk aus bundesweit derzeit rund 2.750 eigenen Packstationen, die auch bei Amazon-Kunden äußerst beliebt sind.

Amazon-Chef Jeff Bezos ist die starke Abhängigkeit von großen Paketdiensten aber offenbar ein Dorn im Auge. Lieber will er auf eigene Faust und möglichst schnell liefern. Erst im Oktober hatte Amazon in Olching bei München ein eigenes Verteilzentrum aus dem Boden gestampft. Waren und Pakete sollen den Kunden in der bayrischen Landeshauptstadt so noch zügiger erreichen. Durch die Zusammenarbeit mit kleinen lokalen Dienstleistern kann Amazon die Pakete heute schon ohne DHL oder Hermes zustellen. Bald sollen weitere Städte folgen.

Amazon will in 90 Minuten liefern

Zwar antwortete die Deutsche Post im Januar äußerst gelassen auf die Frage, ob Amazons Vorstoß das eigene Geschäft gefährde. DHL Paket und Amazon verbinde in Deutschland eine „langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit“, erklärte ein Sprecher. Der Konzern gehe davon aus, dass man „auch in Zukunft eng zusammenarbeiten“ werde. Wie groß die Ambitionen von Jeff Bezos beim Aufbau einer eigenen Versandmarke sind, verdeutlich aber ein Blick über den großen Teich. Im Dezember wurde bekannt, dass Amazon in einer Übereinkunft mit Boeing 20 Flugzeuge angemietet hat. Der Kauf von 1.000 Sattelzügen und die systematische Einstellung eigener Zustell-Fahrer tun ihr Übriges.

Das Ziel all dieser Maßnahmen ist es, die von Amazon angebotenen und bei Kunden äußerst beliebten Schnell-Lieferservices zuverlässiger zu machen. Erst kürzlich hatte Amazon die Lieferung am selben Tag in 14 deutschen Metropolregionen eingeführt. Doch dabei soll es nicht bleiben. Mit „Amazon Prime Now“ steht der nächste Dienst schon in den Startlöchern, wie erst gestern die WirtschaftsWoche berichtete. Dann nämlich sollen bestellte Waren ihren Kunden schon innerhalb von 90 Minuten erreichen. In München und Hamburg seien die Verhandlungen mit kleinen Kurierdiensten schon weit fortgeschritten.

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3 Antworten
  1. von Mirco am 19.02.2016 (11:58 Uhr)

    Kann diesen Schritt nur gut heißen.
    Aus eigener Erfahrung geht die Lieferung an die Packstation bei mir in 60-70% der Fälle schief. Wenn Amazon zeigt, dass das auch besser funktionieren kann und ich meinen Sendungen nicht immer nachrennen muss: Gerne.

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  2. von Gute Idee am 19.02.2016 (13:10 Uhr)

    Abholpunkte fände ich besser. Robofiziert per QR-Code auf dem Handy oder halt Life-Personen ist ja egal.
    Die Topologie der Erreichbarkeit ist in Deutschland auch anders als hier wo man das z.b. bei Discounter-Parkplätzen, vor dem Ministerium, am giga-groß-Parkplatz von Volkswagen-Fabrikhallen, Industrie-Zentren usw. unterbringen müsste und die Eigner locker ein paar m^2 dafür springen lassen was hier ja humorvoll beantwortet wurde obwohl es heute Wahrheit wurde:
    http://t3n.de/news/google-paketlieferwagen-678832/#comment-194467
    In der DDR waren Sammel-Briefkästen am Straßen-Ende.
    In Italien wurden Einkaufsfreie Groß-Siedlungen gebaut und man muss lang bis zum Supermarkt fahren... Dort wäre das vielleicht auch sinnig.
    Hier ist nicht USA. Lokale Anpassung wäre wichtig. Hoffentlich finden sie hungrige Manager die jedes Grundstück finden um dort Amazon-Ausliefer-Punkte aufzustellen.

    Bei den Discountern ist oft auch genug Platz für E-Loader-Stations (Dobrindt hat meine Idee von vor Jahren ja jetzt anscheinend übernommen aber ICE-WiFi(Regionalzüge evtl nicht mehr) und Flughafen usw. sind weitere Baustellen...) so das man auch dort Abholpunkte anbringen kann. Hier müssen die meisten wohl eher selten zur Post. Auch Rückgaben gehen oft im Einzelhandel vor Ort bzw. Hermes-Punkten oder Hermes holt für Amazon heute schon ab. Die großflächigen USA sind halt anders strukturiert und Prime kostet dort $99 statt 50 wie hier und ist 2 TAGE und nicht 1 Tag wie hier.
    Die Discounter oder auch viele Burger-Brater waren schon früher als Amazon und haben ihre Filialen eh schon dort wo viele mit dem Auto vorbeikommen.
    Auch Bahnhöfe bzw. Eisenbahn-Haltestellen haben hunderte Ein/Aussteiger täglich und oft Platz dafür oder sogar große Park&Ride-Parkplatz-Areale welche Amazon mit Einheits-Paket-Containern in Parkplatz-Größe belegen könnte. An freien Flächen mit Platz werden oft auch gerne Geldautomaten aufgestellt. Schade das man solche Infrastruktur-nutzbaren Flächen nicht bei Open-Streetmap für Tesla, Amazon usw. promoten kann.

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  3. von Eickhoff Ulrich am 23.02.2016 (17:35 Uhr)

    Sicher auch noch abholen, was soll der Kunde denn noch machen . Mit Drone , Hubschrauber usw. Ich bin super zufrieden mit der Dhl Deutsche Post go Green nicht noch ein zustelldienst wo man nicht die Butter aufs Brot verdient . Lieber sozialverträgliche Arbeitsplätze erhalten. Aber Amazon kennt sich ja aus im Billiglohnsektor. Nicht immer ist Geiz geil.

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