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Amazon kürzt beim kostenlosen Versand

Wer bei derzeit noch auf Schnäppchenjagd für Weihnachten geht, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn mit dem sogenannten „Plus Programm“ setzt Amazon.de den Rotstift bei den Versandkosten an. Die mit dem Label „Amazon Plus Produkt“ gekennzeichneten Produkte – meist unter 5 Euro wert – sind nicht nur für Amazon-Prime-Kunden beim Versand nicht mehr kostenlos, wenn nicht gebündelt und die 20-Euro-Marke erreicht wird. Auch der „normale“ Kunde hat offenbar keine Möglichkeit, die Bestellung abzuschließen, wenn diese Grenze nicht erreicht wird.

Amazon kürzt beim kostenlosen Versand

Amazon: Kostenloser Versand nicht für niedrigpreisige Artikel

Die Neuerung gilt für Produkte, die direkt über die Amazon-Logistik verschickt werden und damit auch für Händlerware via Amazon Fulfillment, heißt es bei etailment.de. Bei Amazon klingt die Quasi-Einführung eines Mindestbestellwerts für Billig-Produkte so: „Über das Plus Programm bietet Amazon.de niedrigpreisige Artikel zum Kauf an, sobald der Gesamtbestellwert mindestens 20 Euro beträgt. Dieser Mindestbestellwert ermöglicht es uns, niedrigpreisige Artikel ins Sortiment aufzunehmen, die wir ansonsten nicht zum Kauf anbieten könnten“.

Bisher konnten Amazon-Prime-Kunden gegen Zahlung einer Jahresgebühr von 29 Euro auch bei den günstigsten Produkten auf die Option „kostenloser Versand am nächsten Werktag“ bauen. Das gilt nun bei den als „Amazon Plus Produkt“ gekennzeichneten Waren nur noch, wenn sie zu einem Paket mit einem Bestellwert von mindestens 20 Euro zusammengestellt werden. Für den „normalen“ Amazon-Kunden hat die Einführung des Amazon Plus Programms zur Folge, dass er bei einer Bestellung von günstigen Produkten (Plus Produkt) nicht mehr wie bisher unter Inkaufnahme von Versandkosten bestellen kann, sondern ebenfalls bis zur 20-Euro-Grenze sammeln muss.

Amazon: Kostenloser Versand wird eingeschränkt

Amazon: Mindestbestellwert für Plus Produkte

Um das Ganze noch komplizierter zu machen: Hat der Nutzer bei Amazon.de ein Plus Produkt im Einkaufswagen, den Mindestbestellwert aber nicht erreicht, dann bietet Amazon ihm an, entweder weiter einzukaufen oder den Einkauf ohne das Plus Produkt fortzusetzen, dieses wird dann einfach aus dem Warenkorb entfernt und auf die Merkliste gesetzt. Für das Erreichen der Mindestbestellmenge dürfen übrigens nur via Amazon.de verschickte Waren eingesetzt werden.

(Kostenloser) Versand bei Amazon erst ab 20 Euro

Dass es bis jetzt noch keinen großen Aufschrei der Amazon-Nutzer gab, kann eigentlich nur daran liegen, dass vor Weihnachten die virtuellen Einkaufskörbe prall gefüllt sind und das Plus Programm noch nicht komplett ausgerollt wurde. Schließlich hat der E-Commerce-Nachwuchs der FH Wedel das Plus-Problem schon vor ein paar Tagen geortet. Was Amazon zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme getrieben haben dürfte, ist, dass der kostenlose Versand für billige Produkte sich nicht lohnt. Warum aber der Kunde zum Erreichen eines Mindestbestellwerts gezwungen wird, obwohl er bereit wäre, die Versandkosten zu tragen, steht in den Sternen.

Ärger hatte sich Amazon zuletzt mit seiner Preisparitätsklausel eingehandelt. Darin wird Anbietern verboten, ihre Produkte auf anderen Internetseiten günstiger anzubieten. Der deutsche Online-Marktplatz Hood.de hat deswegen Anfang November vor dem Landgericht Köln Klage gegen die Preisparität von Amazon eingereicht.

Bildnachweis für die Newsübersicht: 401(K) 2012 / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA

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5 Antworten
  1. von Christopher am 20.12.2012 (14:54 Uhr)

    1. Gibts das schon länger
    2. Betreffen extrem wenige Artikel

    Meine Tempobox für 1,90 Euro gibts nach wie vor mit Prime kostenfrei und ohne Mindestbestellwert.

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  2. von Steffen am 20.12.2012 (17:49 Uhr)

    >> Dort war dann folgender Text zu lesen und das so nett klingende Amazon Plus Programm entpuppt sich bei genauerem Hinsehen eher als ein Amazon Minus Programm.

    ....alles gesagt und Prime wird auch gekündigt.

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  3. von Christian am 20.12.2012 (18:17 Uhr)

    Das gibt es schon länger... ist mir vor locker 3-4 Monaten mal bei einem Artikel aufgefallen. Da es aber nicht jeden Artikel betrifft, sehe ich das nicht wirklich als Abbau der Serviceleistung o.ä.. Lieber so, als dass der Mindestbestellwert für alle Artikel angehoben wird oder generell Versandkosten anfallen.

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  4. von Anonymiss am 21.12.2012 (14:21 Uhr)

    Also wirklich wirtschaftlich war das ganze ja nie, aber es war ein toller komfort!

    Schade das es damit so langsam bergab geht. Für mich fing alles vor ca. 6 monaten an als meine Prime-Pakete statt mit DHL per Hermes ausgeliefert wurden!

    DHL - 1 Tag bis zur Zustellung
    Hermes - 3 Tage bis zur Zustellung

    Naja, werde wohl auch bald Prime kündigen!

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  5. von mk am 21.12.2012 (14:49 Uhr)

    Eine Frechheit. Als Prime Kunde bezahlt man eh schon eine generelle Gebühr, obwohl viele der Produkte auch ohne Prime kostenlos versendet werden.
    Zumal Amazon trotz mehreren gekauften Artikeln gerne auch alle einzeln verschickt.
    Das Verpackung und Versand wird bei Amazon zunehmend zu einem Problem.
    Bisher hat man minimalistische Verpackungen aufgrund des Versandpreises hingenommen. Mit den neuen Methoden bringt einen Amazon nur dazu bei einem anderen OnlineShop zu gucken, der evtl noch Gutscheine anbietet und somit den Versand auch kostenlos macht.

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