Onlinehändler über den Amazon-Prime-Day: „Am Ende war unser Lager leer“ [Interview]

(Screenshot: Amazon)

Der Amazon-Prime-Day erzeugt für Amazon extrem viel Aufmerksamkeit und Umsatz. Aber nicht nur Amazon verkauft an diesem Tag Artikel, sondern auch Onlinehändler auf dem Marktplatz des US-Konzerns. Wir wollten von Onlinehändlern wissen, wie lohnenswert die Teilnahme an dem großen Aktionstag für sie war. Dazu haben wir mit den Händlern Meinemarkenmode.de, Leabags und Sonnenglas gesprochen – und klare Antworten bekommen.

Meinemarkenmode.de: „Unser gesamtes Sortiment profitiert vom Amazon-Prime-Day“

Meinemarkenmode.de äußert sich sehr zufrieden zum Amazon-Prime-Day 2016. (Screenshot: Amazon)

Meinemarkenmode.de verkauft Herren- und Damenbekleidung im eigenen Onlineshop und bei Amazon. Wir haben mit dem Geschäftsführer Alexander Charatzoglou gesprochen.

t3n: Mit wie viel Produkten habt ihr euch am Prime-Day beteiligt?

Alexander Charatzoglou: Wir haben uns am Prime-Day mit insgesamt 60 Artikel aus dem Bereich Herren- und Damenbekleidung beteiligt.

t3n: Welche Produkte und Produktkategorien sind am häufigsten gekauft worden?

Charatzoglou: Die erfolgreichsten Produkte beziehungsweise Produktkategorien kann man in zwei Gruppen unterteilen. Zum einen waren saisonal bedingt Sommerartikel eine stark nachgefragte Produktgruppe. Hierbei stachen insbesondere Herrenshorts und T-Shirts hervor: Indicode Shorts „Hamilton“Indicode Shorts „Hampton“Solid Sweat-Shorts „Benn“Blend Jeans-Shorts „Benn“Solid T-Shirt „Toke“SOLID T-Shirt „Thias“SOLID T-Shirt „Tedros“.

Zum anderen gehörten Ganzjahres-Bekleidungsartikel zu den Zugpferden in diesem Jahr. Diese lassen sich nicht auf eine Bekleidungskategorie begrenzen - typischerweise handelt es sich hierbei unter anderem um Kapuzenpullover beziehungsweise Sweatshirts, Cardigans, Westen und Übergangsjacken: Desires Kapuzenpullover „VickyHood“Indicode Kapuzenpullover „Billy“Solid Kapuzenpullover „TripHood“Solid Zip-Kapuzenjacke „Benn“Desires Weste „Lew“, Solid Weste „Dry“Blend „ME“-WesteSolid Übergangsjacke „Tilden“Lend Cardigan „ME“.

t3n: Um wie viel Prozent hat sich euer Umsatz im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli-Tag gesteigert?

Charatzoglou: Im Vergleich zu einem durchschnittlichem Juli-Tag konnten wir unseren Umsatz am Prime-Day 2016 um 1.700 Prozent steigern.

t3n: Konntet ihr eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum letzten Prime-Day erreichen?

Charatzoglou: Wir haben bereits erfolgreich am Prime-Day 2015 teilgenommen und konnten im Jahr 2016 eine Umsatzsteigerung um 270 Prozent realisieren.

t3n: Beschränkte sich die Umsatzsteigerung nur auf die Aktionsartikel oder ist auch der Rest des Sortiments betroffen?

Charatzoglou: Erfahrungsgemäß sind die Kunden an solchen Aktionstagen sehr stark auf die Aktionsartikel fokussiert. Die Umsatzsteigerung beruht somit größtenteils auf diesen Artikeln, die sorgfältig ausgewählt und geplant werden müssen, um einen maximalen Erfolg zu gewährleisten. Dennoch profitiert das restliche Sortiment ebenfalls stark von dem Trafficzuwachs und Synergieeffekte können genutzt werden. Durch die optimale Ausrichtung unseres gesamten Produktkatalogs auf den Aktionstag konnten wir mit dem restlichen Sortiment einen Umsatz realisieren, der nahezu dem Gesamtumsatz vom Prime-Day 2015 entspricht.

t3n: Seid ihr voraussichtlich beim nächsten Prime-Day wieder mit dabei?

Charatzoglou: Aktionstage und -wochen bei Amazon gehören bei uns zum Pflichtprogramm! Wir möchten immer mit unserem Sortiment durch attraktive Angebote einen Mehrwert für die Kunden und Amazon an solchen Tagen schaffen. Darüber hinaus helfen diese trafficstarken Tage uns als Unternehmen enorm, um ein tieferes Produkt- und Marktverständnis aufzubauen. Dadurch profitiert mittel- bis langfristig jeder Beteiligte. Hinter der Teilnahme am kommenden Prime-Day stehen somit keine Fragezeichen, sondern eher drei Ausrufezeichen.

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Leabags: 4.000 Prozent Umsatzsteigerung am Amazon-Prime-Day

Leabags will nicht nur bei Aktionsartikeln, sondern im gesamten Sortiment Umsatzsteigerungen erreicht haben.  (Screenshot: Amazon)

Leabags verkauft aus Büffelleder gefertigte Lederwaren wie Taschen und Accessoires unter der gleichnamigen Eigenmarke, neben dem eigenen Onlineshop auch bei Amazon. Wir haben mit Geschäftsführer Eugen Zimbelmann gesprochen.

t3n: Mit wie viel Produkten habt ihr euch am Prime-Day beteiligt?

Eugen Zimbelmann: Wir haben einen Bestand von über 15.000 Artikel aus unserem Sortiment speziell für den Prime-Day zur Verfügung gestellt. Insgesamt waren es 45 verschiedene Produkte in unterschiedlichen Varianten.

t3n: Welche Produkte und Produktkategorien sind am häufigsten gekauft worden?

Zimbelmann: Wie immer war unser beliebtestes Modell der Leabags Oxford, eine Umhängetasche aus echtem Büffelleder, natürlich ganz vorne dabei. Aber auch unser Geldbeutel Springfield und unsere Aktentasche Miami wurden extrem stark nachgefragt.

t3n: Um wie viel Prozent hat sich euer Umsatz im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli-Tag gesteigert?

Zimbelmann: Um 4.000 Prozent.

t3n: Konntet ihr eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum letzten Prime-Day erreichen?

Zimbelmann: Auch schon der letzte Prime-Day war für uns ein großer Erfolg, aber an diesem Prime-Day konnten wir unseren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.

t3n: Beschränkte sich die Umsatzsteigerung nur auf die Aktionsartikel oder ist auch der Rest des Sortiments betroffen?

Zimbelmann: Wir konnten durchaus auch bei anderen Artikeln aus unserem Sortiment eine erhöhte Nachfrage feststellen. Die Hauptaufmerksamkeit lag aber natürlich ganz deutlich bei den Angebotsartikeln.

t3n: Seid ihr voraussichtlich beim nächsten Prime-Day wieder mit dabei?

Zimbelmann: Wir freuen uns immer, wenn wir die Chance haben, bei Amazon-Aktionstagen dabei zu sein.

Der Prime-Day 2016 war für uns ein großer Tag: Wir konnten mehr neue Kunden erreichen, als an jedem anderen Tag zuvor und freuen uns nun darauf, sie mit unseren Produkten und unserem einzigartigen Service zu begeistern. Dank „Versand durch Amazon“ konnten mehrere tausend Bestellungen noch am selben Tag an unsere Kunden verschickt werden.

Sonnenglas: „Am Ende des Tages war unser Lager leer“

Der 15-fache Umsatz, wie an einem normalen Juli-Tag soll bei Sonnenglas angefallen sein. (Screenshot: Amazon)

Das Sonnenglas wird in Südafrika produziert, die Solar-Leuchte wird als Fairtrade-Produkt hergestellt und nur über Amazon vertrieben. Wir haben mit Gründer Stefan Neubig gesprochen.

t3n: Mit wie viel Produkten habt ihr euch am Prime-Day beteiligt?

Stefan Neubig: Wir sind Hersteller und machen über Amazon den Direktvertrieb unseres einzigen Produkts: das Sonnenglas. Wir sind also kein typischer Händler mit einem großen Warenkatalog. Wir haben nur einen einzigen Artikel im Programm. Das ist sehr untypisch, wenn nicht sogar einzigartig.

t3n: Um wie viel Prozent hat sich euer Umsatz im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli-Tag gesteigert?

Neubig: Unser Umsatz am Prime-Day war rund um 15-mal höher als üblich.

t3n: Konntet ihr eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum letzten Prime-Day erreichen?

Neubig: Wir haben am Prime-Day 2016 die vierfache Menge im Vergleich zum letzten Jahr verkauft. Am Ende des Prime-Days war unser Lager leer. Das ist ein neuer Rekord in unserer Firmengeschichte.

t3n: Seid ihr voraussichtlich beim nächsten Prime-Day wieder mit dabei?

Neubig: Auf alle Fälle sind wir im nächsten Jahr wieder mit dabei! Der Prime-Day passt zum Sonnenglas, als Sommerartikel, nicht nur vom Timing her perfekt, sondern ist für uns auch eine eine schöne Möglichkeit neue Kunden zu erreichen. Unsere Analyse zeigt nämlich, dass über 80 Prozent der Käufer am Prime-Day das Sonnenglas zum allerersten Mal gekauft haben. Der Prime-Day ist so für uns als Startup mit einem eigenen Produkt nicht nur ein Verkaufskanal, sondern auch ein spannendes Marketing-Tool, um von neuen Käufern entdeckt zu werden.

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