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Jetzt wird’s penetrant: Amazon verkauft ausgewählte Produkte nur noch an Prime-Mitglieder

Jetzt wird’s penetrant: Amazon verkauft ausgewählte Produkte nur noch an Prime-Mitglieder

hat damit begonnen, einzelne Produkte nur noch exklusiv an Prime-Mitglieder zu verkaufen. Damit soll augenscheinlich der Druck auf die Nutzer erhöht werden, sich dem Kundenbindungsprogramm anzuschließen.

Amazon: Einzelne Produkte werden nur noch an Prime-Mitglieder verkauft

Wer zwar gelegentlich bei Amazon einkauft, aber kein Prime-Mitglied ist, könnte eine Überraschung erleben: Der E-Commerce-Riese hat in Deutschland damit begonnen, ausgewählte Produkte nur noch an zahlende Prime-Mitglieder zu verkaufen.

Bei den Exklusivangeboten handelt es sich um ganz reguläre Produkte, die bisher an jeden Amazon-Nutzer verkauft worden sind.

Amazon: Ohne Prime-Abo habt ihr Pech gehabt. (Screenshot: amazon.de)
Amazon: Ohne Prime-Abo habt ihr Pech gehabt. (Screenshot: amazon.de)

Wie viele Produkte derzeit nur an Prime-Mitglieder verkauft werden, will der Konzern nicht verraten. Auch sollen sich die Exklusiv-Titel jederzeit ändern können. Wer keine Prime-Mitgliedschaft besitzt, kann die betroffenen Artikel allerdings weiterhin von Marketplace-Anbietern erwerben – oder eben außerhalb von Amazon.

Amazon erhöht den Druck auf Prime-Verweigerer

Die neue Vorgehensweise, einzelne Produkte exklusiv an Prime-Mitglieder zu verkaufen, soll augenscheinlich dazu führen, noch mehr Kunden für das Kundenbindungsprogramm zu erwärmen. Das dürfte sich für Amazon durchaus lohnen: Laut einer Studie von 2015 ziehen weniger als ein Prozent der Prime-Mitglieder überhaupt in Betracht, während einer Online-Session bei einem anderen Anbieter als Amazon einzukaufen.

Selbst wenn einzelne Käufer den Vorstoß negativ bewerten, könnte eine Zunahme der Prime-Nutzerzahlen langfristig also einen deutlich höheren Wert für Amazon besitzen.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unser Artikel „Künstliche Intelligenz: Warum die schlaue, sprechende Echo-Box Amazons nächster großer Coup werden könnte“.

via stadt-bremerhaven.de

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8 Antworten
  1. von Fabian am 26.02.2016 (16:18 Uhr)

    Hat denn noch keiner den Verbraucherschutz auf den Platz gerufen?!
    Sind die bei Amazonien denn von allen guten Geistern verlassen worden...

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    • von Jonas am 29.02.2016 (11:30 Uhr)

      Es zwingt Sie keiner dazu, bei Amazon zu kaufen. Wenn jetzt zudem nach Verbraucherschutz gerufen wird, sind sämtliche Exclusiv-Shopping-Clubs davon ebenso betroffen.

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  2. von Manfred S. am 26.02.2016 (16:18 Uhr)

    Also bei uns gibt es weiterhin nur 1. Klasse Kunden ;-)

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  3. von Neue Nischen finden am 26.02.2016 (21:06 Uhr)

    Dann kauft man halt bei Ebay.

    Amazon hat wohl (wie auch Google oder Facebook vielleicht bald oder neulich wohl Twitter) Probleme mit dem Wachstum der User.
    Die digitale Sättigung ist erreicht wie schon vor Jahren bei den Mobilfunk-Tarifen wo es vermutlich mehr Verträge als Bürger gab und man sich neue Metriken einfallen lassen musste.
    20% der Leute kriegen dauerhaft kein schnelles Internet und haben nicht viel von Amazon-Prime. Abholpunkte die mehrmals täglich vom Amazon-Truck beliefert werden wären wichtiger als Pakete an Leute die auf der Arbeit sind und PENDELN müssen und keine Hausfrau haben die auf den Postmann wartet.

    Durch simplen Druck wird die gesättigte Kundenzahl nicht mehr größer. Sondern durch Evolution in Form von Anpassung und Gewinnung neuer Nischen.

    Nett wären Outing-Dienste wo man diese Produkte benannt bekommt. In guten Ländern gilt das als Fair-Use und man darf es schikanierungs-frei programmieren... Halt sowas wie diese "no-marketplace-Suchmaschinen" wo man Reine Amazon Produkte findet ohne Marketplace.
    Schade das man dort oder auch bei Ebay nicht bestimmte Versender ausschliessen kann. Mir ist z.b. Hermes hier bei der Tankstelle abholen lieber als beim Postamt mit deutlich kleineren Öffnungszeiten. Andere werden täglich auf der Firma eh von GLS, DPD o.ä. beliefert und bevorzugen diese Versender daher.
    Die sollten lieber Amazon-Weltweit-Produkte per Amazon-Prime verfügbar machen statt zum Zoll laufen zu müssen. Das wäre für mich ein Grund für Amazon-Prime. Aber Amazon wusste nicht mal wie hoch der Kostendruck für selbstversand bei Händlern ist und war laut Bericht hier ja völlig überrascht vom totalen Erfolg von "gelagert und geliefert von Amazon. Verkauft von sonst irgendeinem Händler.". Tja. Und dafür hat man teure Stanford-Diplome und Studien-Kredite die höher sind als das erste Haus der Eltern ?

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  4. von Chris am 28.02.2016 (11:21 Uhr)

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Wo ist das Problem? Amazon ist kein staatliches Unternehmen und es ist niemand gezwungen dort einzukaufen!

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    • von DiesDas am 29.02.2016 (09:06 Uhr)

      Richtig. An wen Amazon was verkauft ist ja wohl Amazon überlassen. Ein Recht, alle Produkte bei Amazon (ohne Prime) kaufen zu können, gibt es meines Erachtens noch nicht.
      Alleine wegen PayPal würde, würde ich eBay schon nicht empfehlen. Da bleiben wohl nur kleine Shops oder der stationäre Handel.

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  5. von Neue Nischen finden am 28.02.2016 (12:13 Uhr)

    Als Kleinaktionär will man nicht das alle Gewinne verprasst werden.
    Einseitige Subventionierungen halte ich für fragwürdig.
    Punktesysteme steigen mit wachsendem Umsatz also Festkosten-Degression sind also ein Umsatz-Basierter Rabatt.
    Aber gerechte Preise interessierten bis auf mich meist niemanden.

    Es gibt in USA auch Geschäfte oder Auto-Reparatur-Dienste welche nicht an Schwule verkaufen und früher natürlich auch Afro-Amerikaner als Kunden z.B. im Hotel ablehnten. Dann kann man in der Sonne verdorren oder nachts im kaputten Auto erfrieren... Kapitalgesellschaften sind besonders geschützt und zahlen bei Insolvenzen oft wohl nur jämmerliche DREI Prozent der Schulden und sollten daher verpflichtet sein, an JEDEN zur gleichen Preis-Staffel zu verkaufen. Privat-Handwerker hingegen könnten ja ins Telefonbuch und Yelp usw. eintragen welche Bevölkerungs-Gruppen sie ablehnen.

    Prime-Only-Produkte sollten bei Google-Suche auch nur bei Prime-Mitgliedern auftauchen. Ansonsten wäre es ja ein Lock-Angebot welches einen Zusatz-Vertrag erfordert.
    Es gibt genug Gründe, Kundenselektion für Produkte nicht gut zu finden.
    Auch der Finanzminister will den maximalen Profit und maximale Steuerzahlungen jeder Firma. Wer zu jahrelangen Abschreibungen für Handies oder Laptops gezwungen wird findet Firmen gar nicht gut, welche durch Preis-"Willkür" auf Gewinne und Besteuerung verzichten nur um die Kundenzahlen für die Quartalsberichte hochzutreiben und sich dafür noch riesige Bonis auszuzahlen während der kleine Normalbürger von manchen Produkten ausgeschlossen wird und monatlich auf der Lohnabrechnung die Steuern für die Schulden der Hochpreis-Mietgebiete bezahlen muss.

    Sollen die auch bestimmte Produkte nur in bestimmte Stadt-Teile liefern und der Rest hat Pech gehabt ?

    Da gibts durchaus Abwägungen wie Märkte zu laufen haben.
    Für ok halte ich z.b.:
    - 30/60/... Minuten vorher Zugang zu diesen Sonder-Angeboten für Prime. Der Preisverzicht sollte natürlich voll besteuert werden. Amazon verschenkt ja potentielle Gewinne durch höhere Preise bzw. realisiert es nicht als Auktion und der Geldverlust sollte natürlich der Besteuerung unterliegen. Das Finanzamt nennt sowas "Liebhaberei" und nach ein paar Jahren kann man die Kosten (wohl auch rückwirkend) nicht mehr die Umsatz-Steuer steuerlich als Kosten absetzen und muss die 19% in der Umsatz-Steuer zurückerhaltene Vorsteuer vermutlich nachträglich auf einen Schlag zurückzahlen !
    - Sofort-Lieferungen wie bei Pizza-Taxis auch nur in 20km Umkreis oder in der gleichen Postleitzahl-Gebiet
    ...

    Aber wie Amazon-Manager denken erkennt man klar an:
    http://www.golem.de/news/urteil-amazon-darf-kunden-nicht-von-gekauften-filmen-aussperren-1602-119430.html
    Das erklärt warum es uns Kunden nicht besser geht und vieles sehr viel besser sein könnte.

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  6. von Neue Nischen finden am 01.03.2016 (10:09 Uhr)

    wikipedia.de : Liebhaberei (Begriff des !Finanz-Amtes! )
    Wer auf Gewinne verzichtet, lässt das Volk die Steuern und Staats-Kosten bezahlen.

    Kapitalgesellschaften haben einen großen Schutz. Also sollte klar sein das sie Gewinne erzielen und Steuern zahlen sollten. Wenn man zuerst Prime beliefert und dann erst Non-Prime na gut. Oder wenn Prime immer ein Stück mehr in den Warenkorb legen darf als Non-Primer auch na gut. Aber die einen Kunden beliefern und andere nicht halte ich nicht für gut. Dafür gibts nämlich schon die Mindest-Bestell-Mengen oder diese "AddOn-Produkte" die man nur in den Warenkorb tun kann wenn man für xx Euro einkauft. Das ist insofern Sinnvoll weil es Zusatz-Produkte bzw. Zubehör (Staubsauger-Beutel, Winkel-Kupplungen, Display-Schutz-Folien,...) ist welches bei Einzel-Bestellung zu viel Porto kosten würde. Wer bei Amazon Kleinkram wie Bücher verkauft merkt das es wohl ca. 10%-15% der Umsätze bei Amazon bleiben also Amazon auskömmlich auch bei Non-Prime-Kunden verdienen kann.

    Diese Shopping-Clubs aus den Beispielen sind m.W. geschlossene Gemeinschaften ohne Angebot für Nicht-Mitglieder. Bei Golfplätzen, Tennis-Clubs oder Kantinen oder Uni-Mensen kann man als Gast normalerweise auch gegen (ggf. höheren) Beitrag wie die Mitglieder/Mitarbeiter/... essen bzw. Golf/Tennis spielen.
    In der ersten Flugzeug-Klasse gibts kostenlosen Kaffee so viel man will. Aber in der zweiten Klasse kann man gegen Aufpreis auch Kaffee bekommen. Aber wegen anderen Zuschnitts der Sessel keine Nackenstütze oder Bein-Drauflege-Keil usw. den es in der ersten Klasse gibt. Wenn man Mitglied im Flug-Firma-Club sein muss um Handgepäck oder Koffer mitzunehmen wäre die Kritik wohl auch groß. Oder wenn Autohändler Ersatzteile nur für Kunden besorgen welche dort das Auto gekauft haben...

    Kritik und wirtschaftliche Hintergründe bzw. Erklärungen der Entscheidung finden sich leider in der Presse anscheinend nicht.
    Wenn Firmen sowas machen, haben sie früher oder später das Geschäftsmodell ausgedünnt und dann aufgegeben.

    Seltsam ist dann auch
    http://t3n.de/news/amazon-pantry-645412/
    Bei Lieferung am selben Tag per Amazon-Trucks an die Amazon-Lieferpunkte in jeder Postleitzahl oder Groß-Städten wäre es sinnvoll. Aber bei - wie dort steht - 2 Tagen Lieferzeit ist eine Kunden-Beschränkung nicht sinnvoll weil man 2 Tage Vorlaufzeit problemlos die Dienstpläne der Mitarbeiter und Bestellmengen realisieren kann wenn man programmieren kann. Non-Primer müssen dann ggf. einen Tag länger warten.
    Und weil pro Kiste 5 Euro fällig sind, ist es m.E. irrelevant ob man Prime bezahlt oder testweise geschenkt bekommen hat oder normaler Non-Prime-Kunde ist und von mir aus 6 Euro zahlt.
    Solche Beschränkungen verhindern unnötigerweise vermeidbar Umsatz-Wachstum und Auslastungs-Erhöhung und somit Fixkosten-Degression und natürlich größere Lieferanten-Rabatte weil man mehrmals so viel teure Marken-Zahncreme oder die berühmten und hochpreisigen Rasier-Klingen oder Elektro-Zahnbürsten-Aufsätze bestellt als wenn man nur Prime-Kunden beliefern würde. Als Kleinaktionär fände ich das also nicht gut.

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