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„Das wird kleine Händler zerstören“: Neue Rückgaberegel bei Amazon sorgt für Aufruhr

    „Das wird kleine Händler zerstören“: Neue Rückgaberegel bei Amazon sorgt für Aufruhr

Amazon ändert die Regeln für Seller. Die sind nicht begeistert. (Foto: dpa)

Wer über Amazon Waren verkauft, soll ab Oktober dieselben Retourenregeln anbieten wie der Marktplatz selbst. Die betroffenen Händler kritisieren die geplante Änderung.

Amazon macht sich unbeliebt bei seinen Händlern. Ab Oktober müssen die sogenannten Seller, die über den Marktplatz Produkte vertreiben und selbst verschiffen, Sendungen automatisiert ohne Angabe von Gründen zurücknehmen. Das schrieb Amazon in dieser Woche in einer E-Mail an die Händler, wie CNBC berichtet. Das komplette Anschreiben ist auch online einsehbar.

Für den Kunden wird es dadurch einfacher: Wenn ihm etwas nicht gefällt, kann er sich ein Etikett ausdrucken und die Ware zurückschicken, ohne Kontakt mit dem Händler aufnehmen zu müssen. Bisher müssen die Nutzer den Verkäufer erst kontaktieren. Auf diese Weise kann der Händler etwa helfen, wenn ein Nutzer einfach Probleme bei der Installation oder Verwendung eines Produktes hat.

Amazon will Regeln vereinheitlichen

Die Händler sollen Waren außerdem erstatten, ohne dass der Nutzer das Produkt zurückschicken muss. Das sei ein starker Wunsch der Seller gewesen, heißt es in der Amazon-E-Mail. Für Händler soll das den Vorteil haben, dass sie keine Produkte zurücknehmen müssen, deren Retour teuer ist oder die schwer erneut zu verkaufen sind. Die Änderungen sollen ab Oktober gelten. Schon im April hatte Amazon einen ersten Schritt gemacht, die Regeln für alle Händler vereinheitlichen.

Mit den neuen Bedingungen stellt Amazon die Seller auf eine Stufe mit den sogenannten Vendoren, also den Händlern, die ihre Produkte in großer Menge an den E-Commerce-Riesen liefern und sich ab da nicht mehr um die Logistik kümmern müssen. Für den Kunden wird der Kauf dadurch vielleicht einfacher. Die Seller zeigen sich aber nicht begeistert. Ein Händler schrieb CNBC, dass die neuen Regeln kleine Händler mit eigener Logistik „zerstören“ würden.

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Amazon-Händler laufen Sturm

„Es zeigt, dass Amazon keine Ahnung hat, wo die Probleme des Geschäfts liegen“, schreibt ein Händler im Seller-Forum auf Amazon. Viele zeigen sich besorgt, dass die Kunden besonders die neue Erstattungsregel ausnutzen. „Amazon geht davon aus, dass Kunden niemals über die Gründe für eine Retour lügen“, heißt es dort. Die neuen Bedingungen würden Kunden aber nur dazu aufrufen, unehrlich zu sein: Selbst bei Produkten, die sie eigentlich behalten wollen, könnten die Nutzer eine Retour fordern, sodass sie ihr Geld wiedererstattet bekommen und die Ware trotzdem behalten dürfen.

Amazon zufolge können bestimmte Produkte von der Rückgaberegel ausgeschlossen werden. Der Service, den Preis eines Produktes zu erstatten, ohne die Ware zurückzunehmen, sei „optional“, heißt es bei CNBC. Das Unternehmen bestritt demzufolge auch, dass es einen Zuschlag für die Retour-Etiketten verlange. Trotz der Kritik der Händler dürfte Amazon an den neuen Regeln festhalten. Denn sie bringen den Konzern näher an sein Ziel, für alle via Amazon verkauften Produkte dieselben Bedingungen zu gewährleisten – und den Kauf für den Nutzer damit zu vereinfachen.

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14 Reaktionen
Glchmchr
Glchmchr

Mein größtes Problem als Geschäftskunde ist es, ständig den Rechnungen der Marketplace-Händler hinterherlaufen zu müssen.

Nach meiner Erfahrung schicken ca. 25% der Händler keine Rechnung ohne Aufforderung.

Dafür braucht Amazon dringend eine einheitliche Regelung.

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Leander
Leander

Offiziell verkauft Amazon gar nicht an Geschäftskunden.

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M. Seiferth
M. Seiferth

Du sprichst mir aus der Seele. Das ist ein hauptgrund, warum ich mittlerweile immer öfter woanders kaufe. Amazon hat mich bei einer Nachfrage einmal so auflaufen lassen, dass ich darauf keine Lust mehr habe.

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ohne Euch wär mir das gar nicht aufgefallen

Amazon scheint auch ein guter t3n Anzeigenkunde zu sein; oder woher rührt die großzügige redaktionelle Beachtung dieser Firma?

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Lars
Lars

Könnte daran liegen dass Amazon eines der größten Unternehmen der Welt ist und nahezu jeder Leser der t3n-Zielgruppe mit Amazon beruflich zu tun hat.

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lola
lola

Wer keinen einzigen eigenen Kunden hat, der ist kein "Kleiner Händer" sondern ein Scheinselbständiger der bei Amazon arbeitet.

Würden die "kleiner Händer" echte Gewinne machen würden sie eigene Strukturen aufbauen.

Ich würde allen "Kleinen Händer" einen Volkshochschulkurs empfehlen. Oder gleich mehrere. Da werden Sie da abgeholt wo sie stehen. Grundrechnen bis Kostenrechnen - alles zu erlernen.
Daber die Zeit haben Sie längst nicht mehr. Denn bei einer Minimarge und einem Schuldenberg wegen des Geschäftsführerautos lässt sich 70 Stunden in der Wochen ackern.

Ein geregeltes Insovenzverfahren ist da oft der einzige Weg.

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Lars
Lars

Hör auf zu spinnen, nicht alles dreht sich um Deutschland. Abgesehen davon scheinst du das System nicht verstanden zu haben. Amazon ist am Ende nur Vermittler und Logistikdienstleister, häufig parallel zu Onlineshop und Ebay. Der große Vorteil: Unendlich skalierbar, keine eigenen Räume erforderlich, weltweit nutzbar, keine eigenen Mitarbeiter am Bein!

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Klotz
Klotz

"kleine" Händler haben es auch ohne diese kommende Regelung schwer und es wird nicht leichter. Daher verstehe ich das Rumgeheule nicht. Das klingt immer so als hätte man ein gottgegebenes Recht darauf bei Amazon zu gewünschten Konditionen zu verkaufen.

NIEMAND wird in Zukunft mehr KLEINE Zwischenhändler benötigen. Diese Entwicklung ist unaufhaltsam und es bringt auch nichts diesen Prozess künstlich hinauszuzögern.

Entweder man verkauft als Vendore im großen Stil oder man vertreibt ein EIGENES Produkt mit oder ohne Amazon. Deal with it!

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David

Oh bitte ja!!! Nichts nervt mehr, als unterschiedliche Regeln oder auch die Versandkosten, die man bei alternativen Anbietern gerne mal übersieht. Wenn ich jetzt noch sehe, mit welchem Versandunternehmen verschickt wird, bin ich vollends glücklich, da 50 Prozent der Unternehmen mit denen Amazon "eventuell" versendet, bei mir nicht zustellen wollen/können oder was auch immer. Das ist dann auch der Grund, warum ich dann doch lieber für ein wenig mehr Geld woanders bestelle, weil ich da sehe mit wem verschickt wird.

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C64
C64

Man könnte es zwischen den Zeilen lesen, aber durch das Weglassen einer winzigen Information wird es ja schön reißerisch: Das gilt derzeit NICHT für Deutschland, sondern erst einmal nur für USA. Copy & Pase ala t3n halt

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Lisa Hegemann

Weil Amazon ja nie irgendwelche Regeln in den USA auf andere Länder ausweitet?

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FrAGgi

An sich finde ich das ja als Käufer angenehm, wenn ich weiß, dass alles was ich auf Amazon kaufe den gleichen Bedingungen unterliegt und ich immer genau weiß, wie ich Retouren abwickeln kann. Gerade diesen Service liebe ich bei Amazon. Wenn was nicht passt, gibts nie Probleme bei der Rückgabe.

Aber es ist auch verstdändlich, dass da viele Händler unzufrieden sind. Besonders kleinere, für die das alles einfach nicht umzusetzen ist und die auch gut einschätzen können, wie oft Käufer versuchen zu betrügen.
Eine Zeit lang hatte ich selbst Import/Verkauf betrieben und kann aus eigener Erfahrung sprechen, was man da manchmal für fragwürdige Geschichten von Käufern hört.

Mal sehen zu was das führt.

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