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Analyse

Social Network Spark: Der bildgewaltige Sog in die Amazon-Welt

Amazon startet mit „Spark“ ein eigenes Social-Network, integriert in der Amazon-App. (Screenshot: Amazon, Montage: t3n)

Amazon Spark, ein neues Social Network, erblickt das Licht der Welt. Was bringt es Amazon, Kunden und Händlern? Eine Analyse von Jochen G. Fuchs.

Amazon startet in den USA jetzt ein neues Feature in der mobilen Amazon-App für das iPhone: Spark. Ein Instagram-ähnlicher Foto-Stream, bestehend aus Fotos von Amazon-Nutzern, zeigt Fotos und Stories zu vorab ausgewählten Interessengebieten. In den Fotos können Produkte getaggt werden, die über ein kleines Warenkorb-Symbol zur Produktdetailseite führen. Amazons erster Schritt zum eigenen Social-Network, der weitreichende Folgen haben kann.

Amazon Spark in der Übersicht

Spark sieht Instagram optisch ziemlich ähnlich, unterscheidet sich aber wesentlich im Funktionsumfang. Die bildlastige Darstellung, Kommentarfunktion und „Smiles“, das Amazon-Äquivalent  zum „Like“, sind so schon von Instagram bekannt. Statt Hashtags scheint Amazon mehr auf klassische Tags zu setzen.

Spark ermöglicht das vertaggen von Produkten in Fotos. So kann ein Kauf direkt aus dem Foto heraus getätigt werden. (Screenshot: Amazon)

Amazon geht weiter als Instagram und ermöglicht reine Texte und vor allem können Produkte vertaggt und damit direkt mit dem Produkt bei Amazon verlinkt werden. Techcrunch schreibt, dass Warenbestände von Amazon berücksichtigt würden, vermutlich prüft Amazon also auch ob noch Bestand beim verlinkten Produkt vorhanden ist. Damit der Kunden nicht ins Leere klickt. Links sind bei Instagram schwer zu integrieren, wenn es sich nicht gerade um bezahlte Produktanzeigen handelt.

Trotzdem soll Spark kein reines Bilderalbum a la Pinterest werden, sondern auch Rezensionen und Diskussionen ermöglichen. (Screenshot: Amazon)
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Wer soll bei Amazon Spark Inhalte generieren?

Trotz verschiedener Ansätze, Nutzer für die Generierung von Inhalten zu vergüten – wie dem Early-Reviewer-Programm für Produktrezensionen oder dem Amazon-Influencer-Program, das Influenzern Verkaufsprovisionen einbringt – hat Amazon bisher anscheinend keine Monetarisierung für Spark vorgesehen.

Post auf Amazon Spark mit „Sponsored-Hashtag“. (Screenshot: Amazon)

Techcrunch spricht von einem „Enthusiast-Status“, den sich Viel-Nutzer verdienen können, dann werden Posts mit einer Badge ausgezeichnet. Der Status steht jedem Prime-Member offen, und wird als Award verliehen. Normale Amazon-Nutzer können Spark zwar lesen, aber weder kommentieren noch posten.

Zusätzlich wird Amazon einzelne Profile verifizieren, um die Echtheit des Profils zu bestätigen – mit dem altbekannten „blauen Häkchen“.

Techcrunch geht davon aus, dass die Monetarisierung kommen muss, um Erfolg für Spark zu garantieren. Das kann eine Fehleinschätzung sein, denn Influencer verdienen schon heute mehr an „Sponsored Posts“ und Product-Placements als Affiliate-Links zur Monetarisierung beisteuern könnten. Affiliate-Provisionen wären eher für Kleinst-Influencer oder extrovertierte Normal-Nutzer ein kleiner Anreiz. Techcrunch zeigt in einem Screenshot schon einen „Sponsored Post“ auf Spark. Influencer haben das Netzwerk also bereits entdeckt – die Beta-Phase läuft wohl auch schon einige Zeit. Spannend und unbeantwortet ist bis dato die Frage nach den Nutzungsbedingungen für kommerzielle Posts – externe Produkttester und anreizbasierte Rezensionen sind ja seit längerem verboten im Amazon-Onlineshop. Wird Amazon das für Spark anders handhaben?

Und sollte Spark große Reichweiten entwickeln, dann wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis Amazon-Marketing-Services Händlern dort Anzeigenformate offeriert.

Alles in allem werden auf Spark voraussichtlich Influencer, Micro-Influencer, Blogger, Produkttester und Hobby-Rezensenten Inhalte generieren. Die Inhalte von Otto-Normal-Kunden werden sich wohl in Grenzen halten. Amazon spricht in der Hilfefunktion auch von „Editorial Content“, also wird auch Amazon selbst Inhalt produzieren.

Wie alle Social Networks, behält Amazon sich in den Nutzungsbedingungen das Recht vor, die Inhalte an anderer Stelle zu featuren.

Wieso Amazon kein „echtes“ Social Network baut

Im ersten Augenblick scheint es eine bessere Idee zu sein, ein externes Social Network mit einer separaten App aufzubauen. Auf den zweiten Blick ist die gewählte Lösung in der App sinvoller. Die Integration in die Amazon-Welt verspricht ein wesentlich nahtloseres Einkaufserlebnis für Spark-Nutzer, die auf den Warenkorb klicken. In einer separaten App müsste der Link zur Amazon-App führen, was eine deutliche Latenz im Checkout zur Folge hätte. Nicht gerade Amazons Way-of-Life.

Der Ausblick auf weitere Funktionen zeigt, dass die Integration in die Amazon-Welt tiefer werden wird. Techcrunch spricht davon, dass noch diesen Monat Produktrezensionen aus den Amazon-Nutzerprofilen auf Spark geteilt werden können.

Für viele deutsche Nutzer dürfte es wahrscheinlich eine Überraschung sein, dass sie überhaupt ein Nutzerprofil bei Amazon haben. Das Feature ist vorhanden, wurde bisher aber von Amazon nicht mit viel Leben erfüllt. Das könnte sich jetzt langsam ändern. Inspiration, bisher nicht unbedingt die Stärke der Amazon-Website, übernimmt unter anderem Spark zukünftig. Da US-Features früher oder später immer den Weg nach Deutschland finden, dürften auch deutsche Nutzer in absehbarer Zeit Spark in ihrer App entdecken.

Amazon ist hier kein First-Mover, das deutsche Startup About You aus der Otto-Gruppe beispielsweise nutzt schon seit längerem eine ähnliche User-Generated-Content-Strategie.

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