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Amazon startet MP3-Store für iOS – Frontalangriff auf Apple

Amazon hat seinen MP3-Store für iOS gestartet - allerdings nicht als App, sondern als Web-App. Kunden können jetzt Songs und Alben von Amazon direkt aus ihrem Browser auf iPhone oder iPod Touch erwerben. Damit umgeht das Unternehmen Apple und die entsprechenden Abgaben für Käufe.

Amazon startet MP3-Store für iOS – Frontalangriff auf Apple

Es ist offensichtlich, dass es mit dieser Spitze auf Apples Geschäft mit iTunes abgesehen hat. Es ist nicht das erste Mal, dass die Interessen der beiden Konzerne kollidieren. Besonders die Situation um die digitalen Buchläden von Amazon (Kindle) und Apple (iBooks) stehen für diesen Konflikt, der mit der Web-App für den MP3-Store von Amazon nun in die nächste Runde gehen könnte.

Die Web-App des Amazon MP3-Store für iOS.

Amazon MP3-Store für iOS macht Rechnung ohne Apple

Indem sich Amazon für eine Web-App statt eine herkömmliche entschieden hat, die Nutzer aus Apples App Store herunter laden müssen, muss das Unternehmen nicht die üblichen 30 Prozent vom Kuchen abgeben. Jedes mal nämlich, wenn jemand eine App im Apple App Store kauft oder In-App-Käufe innerhalb der Anwendung tätigt, streicht Apple 30 Prozent ein. Da kann bei einem Produktkatalog, der im Fall von Amazon etwa 22 Millionen Songs umfasst, schnell viel Geld zusammen kommen.

Der Amazon MP3-Store für iOS ist bei amazon.de nicht verfügbar. An der entsprechenden Seite hat sich nichts geändert.

So funktioniert der Amazon MP3-Store für iOS

Steve Boom, Vice President Amazon Music, wird in der Pressemitteilung zur Bekanntgabe des Dienstes für wie folgt zitiert:  „Jetzt können Besitzer eines und Touch auf den riesigen Musikkatalog von Amazon sowie Features wie personalisierte Empfehlungen und Angebote zugreifen. Sie können ihre Musik einmalig kaufen und dann überall verwenden.“

Versucht man bei amazon.de ein MP3-File zu kaufen, erhält man diese Fehlermeldung.

Nutzer, die im Amazon MP3-Store für iOS einen Song kaufen, können diesen auch sofort auf ihrem mobilen Gerät abspielen. Hierfür benötigt man lediglich die Amazon Cloud Player App. Erworbene Alben und Songs lassen sich auch der iTunes-Bibliothek hinzufügen. Allerdings muss der Nutzer hierfür den Umweg über einen Rechner gehen, um den Titel herunter zu laden.

In Deutschland nicht verfügbar

Auch unter amazon.com können deutsche iPhone-Nutzer keine MP3s erwerben - es wird eine Rechnungsadresse in Kanada oder den USA benötigt.

Deutsche Nutzer bleiben vom Amazon MP3-Store für iOS vorerst ausgesperrt. Die Web-App ist unter amazon.com/music erreichbar. Ruft man amazon.de/music auf, präsentiert sich die entsprechende Seite allerdings wie gewohnt. Versucht man, vom iPhone aus eine MP3 zu kaufen, wird man lediglich darauf hingewiesen, dass man ein Gerät benötigt, dass multimediale Downloads unterstützt. Auch unter amazon.com/music schauen deutsche Nutzer in die Röhre. Zwar lässt sich die neue Web-App dort ausprobieren und durchstöbern, aber sobald man digitale Artikel in den Warenkorb gelegt hat und sich zur Kasse begibt, ist Schluss. Denn valide Rechnungsadressen müssen entweder in Kanada oder den USA liegen.

Es ist ohnehin fraglich, wie erfolgreich die typischen Kauf-Dienste für MP3s mittelfristig bleiben. Immerhin hat sich im Markt für Musikstreaming-Dienste in jüngster Vergangenheit viel getan. Der Trend geht für viele Musik-Liebhaber zumindest digital zu Abo-Diensten wie Spotify, bei denen man für eine monatliche Flatrate alle Songs und Alben im Programm des jeweiligen Anbieters so häufig wie man möchte hören kann.

Bildnachweis für News-Übersicht: Denim Dave / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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10 Antworten
  1. von Sebastian Niemann via facebook am 18.01.2013 (10:39Uhr)

    Streaming, um neue Musik, CDs oder Künstler kennen zu lernen. Hochwertige Digitale Dateien zum behalten und kaufen. Wobei ich da Musik am liebsten beim Künstler selber kaufe, da ich so weiß, dass nicht noch ein dritter was vom Kuchen abbekommt. Denn ich will ja den Künstler und nicht die Verwaltung der Musik Industrie unterstützen. Amazon, wenn der Künstler seine Werke nicht über Bandcam, oder Direktvertrieb anbietet und Apple Eigengebräu nur wenn ich eine iTunes Karte geschenkt bekommen habe.

  2. von Florian Kistner via facebook am 18.01.2013 (10:39Uhr)

    Streaming only. Immer alles überall dabei, keine lästiges rippen und keine Staubfänger im Regal.

  3. von Jeanot Bruchmann via facebook am 18.01.2013 (10:40Uhr)

    @Jordan Schramm, weil sie den Streamingdienst wollen - die öff. rechtlichen weniger.

  4. von Dennis Birkhölzer via facebook am 18.01.2013 (10:44Uhr)

    Spotify & Vinyl

  5. von Fabian Winzinger via facebook am 18.01.2013 (10:58Uhr)

    Wie man sowas mit den Rundfunkgebühren vergleichen kann ist mir unbegreiflich. Die krieg ich aufs Auge gedrückt auch wenn mich die öffentlich rechtlichen die nur noch Müll senden kein bisschen interessieren.Aber Apple kriegt kein Cent von mir gibt schon genug Zombies die dem Konzern nachlaufen.

  6. von Marcus Euerle via facebook am 18.01.2013 (10:59Uhr)

    Wird auch Zeit!

  7. von Björn Biege via facebook am 18.01.2013 (11:11Uhr)

    Zum kennenlernen gern Youtube, Soundcloud, Spotty... Kaufe dann aber am liebsten beim Künstler direkt, weil er der jenige sein sollte der den Großteil des Erlöses bekommt. Wenn ein Künstler keinen eigenen Shop hat nutze ich meist amazon mp3 oder ich kauf mir die CD oder das Vinyl...

  8. von René Oelke via facebook am 18.01.2013 (12:59Uhr)

    Seit die Downloads DRM-frei sind kaufe ich online. Alle mit Spotify & Co. erstellten lokalen Kopien sind verschlüsselt und lassen sich nicht mit anderen Tools nutzen. Wer mal mit der djay-App gespielt hat, weiß, was ich meine.

  9. von Marc Büttner via facebook am 18.01.2013 (14:51Uhr)

    da man auf die Libery der Stremingdieste nur bedingt einfluss hat und nicht weiss wie lange die Werke welche man selbst hören will verfügbar sind werden physische Datenträger nicht vom Markt verschwinden. Mir als audiophilem Menschen ist auch die entwicklung zum LowFi völlig unerklährlich der weg der mit der MD eingeschlagen wurde 24 bit dynamik wurde ja leider verlassen. Es wird die breite Masse geben die streamt und eine kleine Anzahl die auf hochwertige wiedergabe von musik steht und daher auf andere Datenträger (Dateiformate) zurückgreifen wird. Sicher wird irgendwann das netz über die Bandbreite verfügen auch diese zu streamen dies wird aber eben nicht zur kultur dieser kleinen und kommerziell sicher bedingt interesanten gruppe machen.

  10. von Payone: Anbieter ermöglicht In-App-Paym… am 22.03.2013 (12:02Uhr)

    [...] Amazon startet MP3-Store für iOS – Frontalangriff auf Apple – t3n News [...]

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