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Amazon attackiert DHL: Jeff Bezos plant eigenen Zustelldienst

Amazon attackiert DHL: Jeff Bezos plant eigenen Zustelldienst

will seine Pakete künftig nicht nur verschicken, sondern auch in Eigenregie zustellen. Deutsche Paketdienste sind alarmiert.

Amazon attackiert DHL: Jeff Bezos plant eigenen Zustelldienst

(Foto: Shutterstock)

Mit Amazon Fresh vor die Haustür der Kunden

Klingelt Amazon schon bald höchstpersönlich an unserer Haustür? Wie die Wirtschaftswoche berichtet, plant der Online-Riese noch für dieses Jahr den Start eines eigenen Zustelldienstes. Amazon selbst wollte die Gerüchte gegenüber dem Blatt nicht bestätigen, dementierte sie aber auch nicht. „Wenn es etwas gibt, werden wir das rechtzeitig vorstellen“, so eine Sprecherin.

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Mit Amazon Fresh könnten neben Lebensmitteln bald auch normale Pakete in Deutschland eigenhändig vom Online-Versandhaus ausgeliefert werden. (Foto: jwalsh / Flickr, Lizenz: CC BY 2.0)

Dem Bericht zufolge werde der Dienst auf dem hauseigenen und bisher nur in den USA verfügbaren Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh aufsetzen, der im Sommer auch in Deutschland an den Start gehen soll. Bei entsprechender Frequenz könnten dann auch normale Pakete hinzukommen, heißt es.

Dass Amazon die Pakete in Deutschland bald selbst zustellt, ist aber nicht unwahrscheinlich. In vielen Ballungsgebieten Großbritanniens lässt Konzernchef Jeff Bezos seine Waren seit zwei Jahren in Eigenregie ausliefern und ist damit zum Enfant Terrible der britischen Zustelldienste avanciert.

„Das ändert den Markt für jeden“

Moya Green, Chefin von Royal Mail, dem größten Paketdienst auf der Insel, musste ihre Wachstumsprognose deshalb von vier auf ein bis zwei Prozent runterschrauben. Sie versetzt ihre Konkurrenten auch in Deutschland in Alarmbereitschaft: „Wenn ein Online-Händler von der Größe und Bedeutung Amazons beschließt, sein eigenes Liefernetzwerk aufzubauen, ändert das den Markt für jeden“, so Green.

Amazon: 400 Millionen Pakete stehen auf dem Spiel

Für das Heer deutscher Paketdienste um DHL, Hermes oder DPD käme der Vorstoß von Amazon einer gefährlichen Umsatzbremse gleich. Etwa 400 Millionen der jährlich rund 2,8 Milliarden in Deutschland ausgelieferten Pakete stammen von Amazon. Das sind etwas mehr als 14 Prozent. Hermes-Chef Hanjo Schneider zufolge „beobachte“ man die Bemühungen von Amazon „selbstverständlich“.

Dass Amazon in Städten vor allem entlang profitabler Routen ein eigenes Netzwerk aufbauen will, hat einen einfachen Grund: Das Versandhaus beschwert sich schon seit Jahren über unpünktliche Zustellungen. So zeigt sich Amazon mitunter sehr experimentierfreudig, was das Ausloten neuer Zustellmethoden beispielsweise durch Drohnen angeht. Ein eigener Zustelldienst wäre da ein guter Anfang.

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14 Antworten
  1. von Benny Lava am 15.05.2015 (11:02 Uhr)

    TJa, liebe DHLer, einfach immer schön weiterstreiken und weiter so miesen Service, dann könnt ihr bald für immer zuhause bleiben.

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    • von mitch am 15.05.2015 (19:15 Uhr)

      like ;) Irgendwie muss Amazon ja in Zukunft die Gewinnoptimierung fortsetzen.

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    • von 2b am 16.05.2015 (18:03 Uhr)

      die schaffen es ja nichtmal mehr beim nachbarn zu klingeln um das paket da zu lassen und beschweren sich dann das sie zu viel zu tun und keine zeit mehr dafür haben... also kann man das nur begrüßen...

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      • von b2c am 17.05.2015 (13:20 Uhr)

        Die Angestellten immer mehr in externe Firmen ausgliedern, dann noch das Gehalt runterschrauben und den Arbeitsdruck erhöhen. Noch schmackhafter kann man es der Personalmasse nicht machen vollen Einsatz zu geben.

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    • von JakeTheDog am 18.05.2015 (11:36 Uhr)

      DHL macht seinen Job immer noch 1000x besser als Hermes oder DPD. Im Gegensatz zu letzteren klingelt DHL auch beim Nachbarn und hinterlässt das Paket dann da. Da ich aber sowieso fast nur an Packstationen liefern lasse habe ich dieses Problem gar nicht. Und die Packstationen finde ich wirklich einen großen Fortschritt und ziemlich angenehmen Service. Einfach nach der Arbeit schnell die Packstation abklappern - dauert nur ne Minute - und man hält das ersehnte Paket in seinen Händen. Will mal sehen, wie mich Amazon mit seinem Dienst überzeugen möchte, denn für mich sind die Packstationen schon extrem wichtig.

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  2. von Mario H. am 15.05.2015 (11:28 Uhr)

    Zunächst: ich bestelle eh nicht bei Amazon.
    Aber selbst wenn: solange die keine Packstationen (oder ähnliches) einrichten, werde ich den Service nicht nutzen. Und wenn die gar nicht mehr per DHL verschicken, bestelle ich gar nie mehr bei Amazon. Ich habe schon reichlich Shops verlassen, die nur über die anderen Lieferdienste versenden wollen.

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  3. von Lemmi am 15.05.2015 (12:14 Uhr)

    Sehr schön von Amazone ,freu mich schon aufs bestellen hab DHL soo satt.
    - Ihr könnt nach Hause fahren...

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  4. von Nichts neues am 15.05.2015 (12:31 Uhr)

    Nix neues: 12 Monate alte Meldung von 25.4.2014, 15:11 von UK
    http://www.golem.de/news/onlinehandel-amazon-plant-eigenen-lieferdienst-1404-106083.html

    Und wo sind denn die immer wieder zitierten Amazon-Abhol-Punkte ?
    Vielleicht werden vor den Sommerferien die Paketpreise verhandelt (so wie die Rückversicherungsprämien in Monte Carlo anscheinend an einen einheitlichen Termin stattfinden) so das man Alternativen durchplant.

    Man könnte CitiShops zwei mal täglich von Amazon beliefern und dann dort abholen. Denn das die Hausfrau zu Hause aufs Paket wartet ist immer seltener und selbst wenn muss sie oft vormittags arbeiten und hat nachmittags anderes zu tun. Freie Grundstücke wo man einen Container draufstellt der mit Solar läuft und als Paket-Box dient wäre kein Problem. Die Kreativität von Boni-Managern reicht dafür aber vielleicht nicht aus.

    Und wer Poststationen besucht sieht oft die Zalando-Pakete. So gesehen sind 14% vielleicht nicht so schlimm. Die Milliarden Pakete von Marketplace-Händlern werden wohl weiter per DHL, Hermes usw. geliefert.

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  5. von JohnnyF am 15.05.2015 (13:05 Uhr)

    Ich habe zwar nichts gegen Verbesserungen, aber Amazon wird größenwahnsinnig. Genau aus dem Grund weiche ich mittlerweile fast vollständig auf die Konkurrenz aus (auch wenn der Preis etwas höher ist). Zu mächtige Unternehmen sind schließlich nie gut. Da folgt die Rechnung dann im Anschluss. Mit der Post hatte ich hier jetzt auch noch nie Probleme. Streiks sind je nach Situation nach wie vor gerechtfertigt (Weselskys Ego-Tour außen vor), kann man also so nicht als Begründung gelten lassen.. Amazon/Zalando und wie sie alle heißen sind schließlich keinen Deut besser, nur können sie sowas durch diverse Begebenheiten und Methoden besser abfedern.

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  6. von Thomas am 15.05.2015 (16:22 Uhr)

    Das Problem ist ja nicht so sehr der Preis, sondern die mangelnden IT Fähigkeiten von DHL und Co. Für einen Webshop sind zB solche Dinge alltäglich: Der Kunde schreibt zur Bestellung dazu "Bitte zwischen 9 und 12 bei Nachbarin XY abgeben". Es gibt natürlich keine Möglichkeit das irgendwie an DHL weiter zu geben.

    Oder der Kunde lässt zu einer Firma schicken, vergisst aber den Firmennamen anzugeben (sondern nur seinen Namen). Also: "Nicht gefunden - Paket retour". Man schickt also ein Paket mal 1000 km im Kreis weil die Adresse nicht vorher kontrolliert wird.

    Oder besonders toll ist der Versand ins Ausland: Das Tracking funkt bis zum Auslandspaketzentrum - dann ist mal Funkstille. Oh es ist nun 5 Tage statt 3-4 unterwegs? "Bitte 6 Wochen warten, dann ist eine Nachforschung möglich".

    Als Versender kann man da nur hoffen und Kunden vertrösten, und natürlich den Schaden übernehmen (den man nicht verursacht hat) - aber DHL tut wenig, außer nach rekordverdächtigen 2-4 Monaten Nachforschungsdauer vielleicht ein paar Euro zu erstatten.

    Andere sind nicht unbedingt besser, zB gerade UPS Express: Paket liegt 1 Woche wegen falscher Adresse, dann geht es zurück. In dieser einen Woche natürlich keinerlei Rückfrage an den Absender, wär ja zu einfach...

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  7. von Nichts neues am 15.05.2015 (16:37 Uhr)

    @Thomas:
    Wenn man die Tracking-Nummer im ausländischen Post-Webseite eingibt, sieht man dort das Tracking im (ausländischen) Inland. Zumindest bei correo(s?).es also Spanien bei Einschreibe-Briefen.

    Wie ich immer schreibe: Glaubst Du, das die Boni-Manager von Deinem TV-Hersteller den TV/SettopBox/BluRayPlayer jemals selber benutzen ? Na also.
    Erst Apple wird der Menschheit zeigen wie TVs zu bedienen sind.

    Diplom-Informatiker von der Bitkom bzw. deren Mitgliedern haben schon den günstigen LTE-Ausbau, günstige UMTS-Preise, Studien-Anmeldungen, INPOL Neu, Arbeits-Amts-Software, Hauptstadt-Flughäfen usw. und nicht zu vergessen Toll Collect damals erfolgreich, termin- und budget-treu realisiert... Oder auch nicht.

    Wenn ich Pakete an Filiale direkt schicke, klappt das aber und ich kriege die Email (und andere halt die SMS). Wenn der Barcode vom Fahrer gelesen werden kann. Manchmal schicken sie auch Pakete die nicht zugestellt werden können und in der Filiale abgeholt werden sollen (andere Filiale als Postfiliale direkt) weil sie wohl die Daten vereint haben. Da geht schon einiges aber Du hast natürlich auch Recht das da vieles besser gehen würde. Kümmert halt wohl keinen.

    Bei DPD sieht man ja im Web auf der Map wo der Wagen gerade herumfährt und wie viel Pakete er noch vor einem zustellen muss.

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  8. von Stephan Jäckel am 16.05.2015 (14:15 Uhr)

    Online Vertrieb ist in erster Linie ein Logistikproblem. Quelle machte einst nicht nur den Fehler nicht schnell genug ins Web zu gehen, sondern auch seine hervorragenden Logistikkapazitäten (Lager, Fahrzeuge etc.) nicht auch Online-Händlern (z.B. jenen auf eBay) anzubieten.

    Amazon selber hat sicherlich in Ballungsgebieten genügend Liefervolumen eigene Fahrzeuge hinreichend auszulasten. Dennoch wird man wie bei Dienstleistungen uüblich nicht umhin kommen entweder Überkapazitäten für Nachfragespitzen zu schaffen, oder aber die Spitzen mit Dritten abzudecken.

    Mit Blick auf die Minimierung der Fixkosten stellt sich daher die Frage ob nicht ein Auslieferungsmodell nach dem Prinzip "Uber für Amazon" sinnvoll wäre?

    Gerade Umlandgemeinden könnten durch Pendler gut bedient werden, die an zentralen Stellen Pakete für ihre Nachbarschaft oder Orte entlang des Fahrweges aufnehmen oder aber auch dort Rücksendungen wieder aufnehmen und zurückführen. Amazon müsste dann nur rollendes Material für eine kontinuierliche Belieferung der Zwischenlager anschaffen, deren Nutzung wiederum leichter zu kalkulieren ist.

    In der Tat könnten sich mit so einem Prinzip Uber-Fahrer wie auch Taxifahrer oder eben ganz normale Pendler und eventuell im Nahbereich auch Fahrradkuriere eine zusätzliche Einkunftsquelle erschließen.

    Es mag möglicherweise durchaus so sein, dass nicht jeder gerne möchte, dass Nachbarn oder ortsansässige bewohne rmitbekommen, das man (wieder einmal) bei Amazon bestellt hat. Aber andererseits wären ja auch der Auslieferer mit der Marke verbunden und so hätte man eher eine Art Monetarisierung von Nachbarschaftshilfe von Menschen mit ähnlichen Affinitäten, mithin also Social-Logistics als Ausdrucksform von E-Commerce.

    Das Ganze wird dann zu echtem Social Shopping Process wenn man für die Lieferung eine bestimmte "Nachbarin" wählen kann, die dann gleich noch 10 Minuten länger bleibt und berät ob das frisch gekaufte Kleid gut sitzt oder das Ensemble gut zusammenpasst.

    Wenn Amazon nur den langsamen Auslieferungen der KEP-Dienste entgehen will, dann greift das Unternehmen angesichst der Chancen vielleicht (noch) zu kurz. Denn auf der Basis der Amazon-Prozesse lassen sich viele zusätzliche Geschäftsmodelle aufsetzen, die dann von Dritten betrieben werden (Stichwort "Uberpreneur").

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  9. von Martin am 17.05.2015 (23:59 Uhr)

    Man kann von Amazon halten was man will, aber den Paketdiensten würde eine neue frische Konkurrenz gut tun!

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