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Android 4.1 Jelly Bean: Tolle neue Features – aber für wen?

hat am gestrigen Mittwoch Jelly Bean vorgestellt. Die neue Version bringt eine Vielzahl an ansprechenden Features mit sich – allen voran das „Project Butter“, mit dem das Betriebssystem endlich ruckelfrei laufen soll. Die App Google Now sowie die Verknüpfung der semantischen Suche „Knowledge Graph“ zählen zu den Highlights. Hier eine Übersicht der interessantesten Features inklusive eines Kommentars.

Android 4.1 Jelly Bean: Tolle neue Features – aber für wen?

Android Jelly Bean 4.1 – wichtigste Neuerungen im Überblick

Android 4.1 Jelly Bean (Bild: Google)

Project Butter – Der Turbo für Android 

Wie bereits im gestrigen Artikel über Android 4.1 Jelly Bean erwähnt, gilt „Project Butter“ zu den relevantesten Neuerungen. Angesichts stets wieder kehrender und berechtigter Kritik an der oftmals mäßigen Performance von Android, die sich durch unschönes Ruckeln auf Homescreen und anderen Ebenen und eine damit geschmälerte Userexperience ausdrückt, hat Google hier endlich nachgebessert. Jelly Bean soll nun endlich flüssiger und schneller laufen. Diese Neuerung hatte Hitoshi Lockheimer bereits im Februar dieses Jahres angedeutet (damals war noch von Android 5.0 die Rede).

Mit Project Butter hat es Android 4.1 Jelly Bean ausgeruckelt

Google erreicht eine besser Systemperformance mithilfe verschiedener Techniken wie vertikaler Synchronisation (VSync) und Triple Buffering. VSync ist dafür verantwortlich, dass die GPU nicht mehr Bilder pro Sekunde herausgibt, wie der Screen wiedergeben kann, Triple Buffering berechnet Bilder vor und lagert diese in Speicher zwischen. Darüber hinaus hat Google in Android 4.1 Jelly Bean an der Empfindlichkeit der Toucheingabe „geschraubt“. 

Google Now und offline Sprachsuche

Google Now für Android 4.1 Jelly Bean - nur ein Produkt für den US-Markt? (Bild: Google)

Nicht nur an der Performanceschraube wurde gedreht, auch neue Funktionen bringt Android 4.1 mit sich. Als relevantestes neues Feature kann Google Now gesehen werden. Hierbei handelt es sich um eine Art digitalen Assistenten á la Apples Siri. Googles App unterstützt den Nutzer bei der Verkehrsplanung, bei Restaurantempfehlungen, fungiert als Terminplaner und zur Reiseplanung, zeigt Flüge, Sport-Events und mehr.

Google Now liefert dem Nutzer automatisch Informationen, ohne dass er vorher danach fragen musste. So kann zum Beispiel beim Aufstehen das aktuelle Wetter angezeigt werden, an einer Bushaltestelle sagt der Service, wann der nächste Bus fährt, auf der Straße zeigt mir Google Now interessante Läden. Diese Daten werden durch die Analyse des eigenen Nutzungsverhalten extrahiert. Mit Google Now werden die Informationen zudem optisch sehr ansprechend aufbereitet, wie im folgenden Video zu erkennen ist.

So funktioniert Google Now in Android 4.1 Jelly Bean

Darüber hinaus wurde die integrierte Suchfunktion umfangreich erweitert. Zum einen kann die Sprachsuche nun auch offline genutzt werden, zum anderen werden sogar Wörter korrigiert, sofern sie im Satzgefüge keinen Sinn ergeben. Darüber hinaus hat Google die Android-Suche mit der semantischen Suche Knowledge Graph verknüpft und mit einer recht natürlich wirkenden Sprachausgabe versehen. Wer jedoch nicht in den USA lebt und der englischen Sprache nicht mächtig ist, wird vorerst wenig von diesen Funktionen haben.

Offline Voice to Text-Funktion demonstriert:

Was bringt Android 4.1 Jelly Bean sonst noch?

Google bringt mit Android 4.1 eine Menge kleinerer und größerer Optimierungen mit sich, die letztlich dort anknüpfen, wo man mit Ice Cream Sandwich aufgehört hat. So lassen sich beispielsweise Widgets und Apps flexibler auf dem Homescreen ablegen. Auf dem Screen befindliche Elemente rücken automatisch zur Seite, bietet der Screen zu wenig Platz, passt sich das Widget entsprechend an. Zum Entfernen eines Widgets oder einer App kann man es einfach nach oben aus dem Screen ziehen.

Auch die Benachrichtigungsleiste wurde erweitert: verpasste Anrufer kann man direkt aus der Leiste zurückrufen, Benachrichtigungen lassen sich per Zweifingergeste vergrößern, Musik-Apps können leichter gesteuert und Beiträge aus sozialen Netzwerken „geliked“ oder „geplusst“ werden. Darüber hinaus hat Google den Funktionsumfang von Android –Beam aufgebohrt und auch die Kamera-App verbessert.

Hier eine kleine Tour durch Android 4.1 Jelly Bean

Wer bekommt Android 4.1 Jelly Bean auf sein Smartphone oder Tablet - und was ist mit mehr Content?

Android 4.1 Jelly Bean scheint auf den ersten Blick viele tolle und smarte Funktionen mit sich zu bringen, die viele Android-Besitzer gerne auf ihrem Device haben und nutzen wollen. Bislang ist lediglich bekannt, dass die Geräte der Nexus-Reihe – namentlich Motorola XOOM, Galaxy Nexus und Nexus S ab Mitte Juli mit dem Update beglückt werden. Wie es bei Geräten anderen Hersteller aussieht, lässt sich schwer vorhersagen. Wirft man jedoch einen Blick auf die Verteilung von Android 4.0.x Ice Cream Sandwich, so werden manche Hersteller womöglich nachziehen – hier seien HTC und Samsung vornehmlich erwähnt, die zum Teil vergleichsweise rasch ihre Top-Geräte mit ICS versehen haben. Andere haben gerade erst ihre Topmodelle mit ICS ausgestattet, obwohl sie bereits im November letzten Jahres in Besitz der Software waren.

Android-Versionen Juni 2012 (Screenshot: Google)

Anfang Juni 2012 lief Android 4.0.x laut Google auf insgesamt 7,1 Prozent aller Android-Geräte, was ein halbes Jahr nach Veröffentlichung ein Trauerspiel darstellt. Wo ist die im vergangenen Jahr angekündigte Android-Update Alliance, mit der Nutzern eine Updategarantie ihrer Smartphones über einen Zeitraum von 18 Monaten angekündigt wurde? Mit der Präsentation von Android 4.1 dürfte Androids Problem der Fragmentierung nicht kleiner werden. Gestern hieß es zwar, dass Hardwarehersteller zukünftig frühzeitiger bei der Entwicklung neuer Android-Versionen eingebunden werden, damit sie Firmware-Updates schneller ausliefern können, doch letztlich klingt es für mich so wie das letztjährige Versprechen. Es ist nur zu hoffen, dass Google und die Hardware-Produzenten dieses Mal endlich genau das tun, was sie versprechen und ihre Kunden nicht auf der Strecke lassen – egal ob es ein Nexus-Smartphone oder eines von HTC, Samsung, LG, Huawei oder einer anderen Marke ist.

Genauso verhält es sich auch mit dem von Google angebotenen Produkten. In den USA können per Google Play Filme, Serien, Musik und selbst Hardware der Nexus-Reihe erstanden werden, hierzulande kann der Store noch als Wüste betrachtet werden. Im Grunde ist es kein Wunder, dass viele bezüglich eines Tablets zum iPad greifen, denn dort erhält man ein Rundum-Sorglos-Paket. Würde Google das Content-Angebot entsprechend erweitern, sähe es mit dem Marktanteil in Sachen Tablets durchaus anders aus.

Wie geht es euch mit dem Update-Problem bei Android? Ist es euch egal oder hättet ihr gerne stets die aktuelle Android-Version?

Weiterführende Links:

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4 Antworten
  1. von Michaela am 28.06.2012 (13:44Uhr)

    Mein Nexus S ist auf dem neuesten Stand, von daher habe ich kein Problem. Ich bin mal gespannt, ob das System tatsächlich flüssiger und schneller läuft, denn so wie es jetzt ist, ist es eine Katastrophe. Hoffentlich kommt GoogleNow auch bald für die deutsche Sprache raus. Immerhin wäre das ein Feature, mit dem Google gegenüber iOS punkten könnte.

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  2. von Sebastian am 28.06.2012 (14:07Uhr)

    Also ich war iPhone User der ersten Stunde und habe bis zum 4er alle mitgemacht. Dann kam ein Galaxy S in mein Leben und inzwischen habe ich ein Galaxy Tab 7. Ich bin nach wie vor ein großer Fan von Android, aber es nervt schon extrem, neue Android Versionen entweder per Custom Rom auf die Geräte zu bekommen oder sich jedes Jahr ein Flagschiff von z.B. Samsung zuzulegen, nur um ein aktuelles Betriebssystem zu haben. Mein Galaxy Tab lief zum Schluss mit Gingerbread. Einem System für Telefone. Nun mit Custom Rom von Ice Cream Sandwich läuft es flüssiger als je zuvor und zuverlässiger. Verstehe Samsungs Probleme nicht, das ganze regulär auf das Gerät zu bringen. Macht mich schon traurig. Aber ich sehe nicht ein mir ein S3 zu kaufen, obwohl ichdie ganzen Features nicht benötige.

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  3. von Martin Rechsteiner am 28.06.2012 (14:48Uhr)

    Hmmm, ich denke das die grosse Masse bei Android die neuen Features egal sind.
    Aber was ich unschön finde, sind die sicherheitsupdate welche teilweise neu gekaufte smartphones schon nicht mehr bekommen. Tragisch für Android Nutzer.
    Da bleibt zu hoffen, das die letztjährig versprochene Update verhalten auch ENDlich einigehalten wird!

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  4. von Sebastian am 01.07.2012 (13:41Uhr)

    Ich gebe Yasmin Recht. Auf offizieller Seite ist es laut Samsung nicht möglich ICS 4.0 auf mein GT-P1000 zu bringen. Speicher etc. würden nicht reichen. Aber mein Tablet beweist mir das es geht. Und das besser als mit Froyo oder Gingerbread. Was die Ressourcen frisst ist Samsungsbescheidene Touchwiz Oberfläche. Meine Freundin hat ein China-Tablet mit geringeren Leistungsdaten und selbst da läuft ICS 4.0 super geschmeidig. Mir geht es auch nicht um die Optik, sondern Performance und Sicherheitsupdates. Google muss dringend an seiner Update-Politik arbeiten.

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