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Analyse

Android 8.0 „O“: Macht Google sein mobiles OS fit für den Desktop?

Android 8.0. (Foto: Paul Wilcox)

Android 8.0 „O“ – man spekuliert auf Oreo – wird in diesem Jahr Android 7.0 Nougat ablösen. Wir fassen zusammen, was Google mit seinem nächsten großen OS-Update liefern könnte.

Zeigt Google sein Android 8.0 „O“ schon im März?

Android 7.0 Nougat ist kaum auf den ersten Geräten zu finden – im März 2017 betrug der Anteil gerade einmal 2,8 Prozent –, dennoch ist damit zu rechnen, dass Google wie im vergangenen Jahr den Nachfolger, Android 8.0, schon im Laufe des ersten Quartals als Developer-Preview veröffentlichen könnte. Da der frühere Release von Nougat kaum einen positiven Einfluss auf die Verbreitung hatte, wäre die Ankündigung der ersten Funktionen mitsamt der Entwickler-Vorschau der neuen Android-Iteration aber auch erst im Zuge der Google I/O 2017 Mitte Mai möglich.

„Android 8.0 is already being merged into Andromeda.“

Was Android 8.0 „O“ unter der Haube haben wird, scheint in den letzten Monaten portionsweise durchgesickert zu sein. Demzufolge könnte Google seine Android-Plattform durch das Projekt „Andromeda“ durch eine engere Verzahnung von Chrome OS und Android fit für den Desktop machen. Auf diesem Wege könnte Googles OS in direkte Konkurrenz mit Microsofts Windows 10 treten, das als „eine Plattform für alle Geräte“ beworben wird. Denn Android 8.0 dürfte im Idealfall auch über alle Gerätekategorien – von Smartphone, über Tablets bis hin zu 2-in-1-Geräte und Notebooks – produktiv nutzbar sein.

Andromeda soll angeblich Bestandteil von Android 8.0 sein. (Grafik: Android Police)

Neben der optimalen Umsetzung der geräteübergreifenden Herangehensweise dürfte die Optimierung der existierenden Android-Apps eine große Herausforderung sein. Wir erinnern uns: Google kämpft seit Jahren mit der Entwicklung guter Apps für Tablets – die meisten im Play-Store verfügbaren Anwendungen sind ausschließlich für Smartphones optimiert. Eine Lösung zur Nutzung von Smartphone-Apps auf dem Desktop ist schon mit Android 7.0 Nougat angekündigt worden: Mit dem so genannten Freeform-Modus können Apps auf dem Desktop in Fenstern genutzt werden. Diese kann der Nutzer nach eigenen Wünschen in der Größe anpassen.

Derzeit gibt es allerdings noch zahlreiche Ungereimtheiten über die Art der Umsetzung beziehungsweise der Art der Integration von Andromeda in Android. Diese sollten im Zuge der Entwicklerkonferenz Google I/O 2017, die vom 17. bis zum 19. Mai 2017 stattfindet, hoffentlich geklärt werden.

Das Android-basierte Remix OS zeigt,wie Android 8.0 auf dem Desktop aussehen könnte. (Bild: Remix)
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Smarte Funktionen für Android 8.0 „O“ in Arbeit

Wie Venture Beat aus einer mit der Materie vertrauten Quelle erfahren hat, will Google seinem mobilen OS eine Handvoll smarter Funktionen verabreichen, mit der die Bedienung bequemer gestaltet werden soll. Eine der neuen kolportierten Funktionen wird als „Copy Less“ bezeichnet.

Mit „Copy Less“ sollen sich die in der aktiv genutzten App angezeigten Informationen automatisch in die Zwischenablage kopieren lassen, wenn parallel ein Messenger – beispielsweise Allo – genutzt und darin ein bestimmtes Keyword eingetippt wird. Das Gerät soll somit von alleine „wissen“, welche Informationen wo eingefügt werden müssen. Venture Beat beschreibt das Feature an folgendem Beispiel: Chattet ihr mit einem Freund und schreibt im Messenger „It‘s at“ („Es befindet sich ...“), wird die angezeigte Adresse aus der zuvor aufgerufenen Yelp-App automatisch im Chat vervollständigt. Derzeit scheint indes unklar, ob es eine neue Android-Funktion oder Bestandteil von Googles Gboard-Tastatur werden soll.

Ist „Copy Less“ ein Android-8.0- oder ein GBoard-Feature? (Bild: Google)

Als weitere Funktion ist ein Feature im Gespräch, das in iOS schon in ähnlicher Form existiert: So soll dem Empfänger einer per Messenger verschickten Adresse automatisch ein Link zu einer Kartenanwendung (Google Maps) erstellt werden. Damit muss der Nutzer nicht mehr umständlich die Adresse kopieren und in Google Maps einfügen.

Venture Beat berichtet des Weiteren von der Integration einer Gestensteuerung, die Besitzern von Huawei-Smartphones vertraut sein dürfte: Durch das Zeichnen bestimmter Buchstaben per Fingerknöchel auf das Display sollen künftig Apps und Funktionen aktiviert werden können. Zeichnet ihr beispielsweise ein „C“ auf den Screen, startet die Kamera-App, ein „M“ öffnet Google-Play-Music.

Android 8.0 könnte eine „neue“ Wischgesten-Steuerung erhalten. (Bild: t3n)

Venture Beat betont am Ende, dass die neuen Features von Informanten stammen, die mit Googles Plänen vertraut seien. Es sei aber dennoch möglich, dass einige Funktionen dennoch auf eine spätere Android-Version verschoben oder komplett eingestampft werden könnten.

Android 8.0: Benachrichtigungen sollen endlich über Geräte hinweg synchronisiert werden

Weiter besagt ein Bericht von 9to5Google, dass Android endlich ein smarteres Benachrichtigungs-System erhalten soll. Mit Andromeda beziehungsweise Android 8.0 sollen Benachrichtigungen nur auf dem Gerät angezeigt werden, das der User in Benutzung hat, andere mit dem gleichen Google-Konto verbundenen Geräte bleiben derweil still, sofern der User es nicht explizit einstellt. Ferner könne für diese Funktion Machine Learning zum Einsatz kommen – was das genau bezwecken soll, ist unklar. Solange bei einer neuen Mail, einer Chatnachricht oder der Google Assistant nach Aussprechen des Hotwords „Ok Google“ nicht alle Geräte gleichzeitig anfangen zu plärren, soll es uns recht sein.

Android 8 soll den Gerüchten zufolge dem Allo-Messenger mittels RCS eine Daseinsberechtigung geben. (Bild: Jibe)

Mit der neuen Android-Version soll Google ein Messaging-System integrieren, das so ähnlich wie Apples iMessage funktionieren könnte und auf RCS basieren soll – hierfür hatte Google Ende September 2015 das Unternehmen Jibe übernommen. Den Messaging-Standard versucht Google schon seit geraumer Zeit zu pushen. Ein Bestandteil dieses Messaging-Dienstes könnte auch Allo sein, heißt es.

Bekommt Google mit Android 8.0 endlich das frustrierende Update-Problem in den Griff?

Google scheint noch weitere spannende Dinge für Android 8.0 in petto zu haben – unter anderem könnte das Unternehmen das seit Jahren bestehende Problem der Software-Updates in den Griff bekommen. Selbst Android-Chef Hiroshi Lockheimer bezeichnet die Lage als „äußerst frustrierend“. Um den Update-Prozess zu optimieren, arbeite das Unternehmen an verschiedenen Lösungsansätzen. Teils seien sie technischer Natur, andererseits wolle Google bei den Hardware-Partnern verstärkte Überzeugungsarbeit leisten, um ihnen die Wichtigkeit von Android-Udpates zu verdeutlichen.

Nur die Pixel- und Nexus-Geräte bekommen Updates direkt von Google – das könnte sich bald vielleicht ändern. (Foto: t3n)

Hinsichtlich der technischen Umsetzung könnte Google Android und Chrome womöglich auf eine einheitliche Codebasis stellen, sodass Updates des Basis-Systems unabhängig vom Hersteller durchgeführt werden können – bei Chrome ist dies schon der Fall.

Auf der anderen Seite scheint Google so genannte „Android Extensions“ in Stellung zu bringen. Entsprechende Hinweise sind schon im „Android 7.0 Compatibility Definition Document“ (CDD) zu finden. Mit Hilfe dieser Extensions könnte Google bequem über den Play-Store relevante Teile von Android unabhängig von den Hardware-Herstellern per OTA-Update verteilen. Unter anderem könnten auf diesem Wege theoretisch auch Sicherheitspatches nicht nur auf die eigenen Nexus- und Pixel-Geräte geschoben und andere Teile des Systems aktualisiert werden.

Android 8.0: Release erst im Herbst mit neuer Hardware

Kurios: Mit der Ankündigung von Android 6.0 Lollipop hatte Google schon „Oreo“ für Version 8.0 ins Rennen geworfen. (Screenshot: Google)

Android 8.0 wird sicherlich noch weitere Features mit sich bringen, welche es konkret sein werden, ist noch ungewiss. Wir können aber davon ausgehen, dass das Unternehmen verstärkt auf KI, die Cloud und Webdienste wie Progressive-Web-Apps und dergleichen setzen wird. Die finale Version von Android 8.0 wird Google mit hoher Wahrscheinlichkeit erst im Herbst veröffentlichen und wie üblich neue Hardware wie neue Pixel-Smartphones, dieses Mal wohl aber auch ein Pixel-Tablet und ein Notebook, ankündigen. Falls Google so vorgeht wie im letzten Jahr, könnte die erste Preview schon im März erscheinen – lassen wir uns überraschen.

Letztes Update des Artikels: 16. März 2017

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