Privacy: Hat der Android App Market ein massives Spyware-Problem?

Android scheint ein massives Problem mit Spyware zu haben. Rund 20 Prozent aller Android Apps im Android Market geben vertrauliche oder persönliche Daten an Dritt-Anwendungen weiter. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie von SMobile Systems (PDF-Dokument). Untersucht wurden dabei über 48.000 Apps aus dem Android Market. Sie werden nicht wie in Apples App Store vorab geprüft, sondern sollen von den Nutzern selbst als bedenklich eingestuft werden, sollten sie Auffälligkeiten zeigen.

Zu den schwersten Problemen, die von nicht vertrauenswürdigen Apps ausgehen, gehören beispielsweise automatische ausgehende Anrufe oder Textnachrichten. Etwa zwei Prozent der Anwendungen können heimlich SMS-Nachrichten an Premiumdienste verschicken, deren Nutzung mitunter sehr teuer sein kann. Auch Informationen über Telefonate, SMS und den Aufenthaltsort gehören zu den Spionage-Tätigkeiten einiger Apps.

AndroidMarket Studie
Gerät der Android Market durch Spyware ins Schlingern?

Open vs Closed Market

Android setzt bei der Qualität und Sicherheit der mobilen Anwendungen auf seinem Marketplace voll und ganz auf den Community-Gedanken – eine Entscheidung die für ein Open-Source-Betriebssystem logisch erscheint. Doch die jetzt veröffentlichte Studie deckt schonungslos eine große Schwäche auf: Offenheit verführt zum Ausnutzen. Nicht nur, dass Informationen zum Nutzerverhalten von Smartphone-Usern mittlerweile einen gewissen Wert erlangt haben, auch wird die zunehmende Verbreitung für allerlei kriminelle Handlungen interessant: Spam, Phishing und Adresshandel sind hier die Stichwörter. Der Community-Gedanke hat hier natürlich auch das Problem, dass bedenkliche Anwendungen erst entdeckt werden müssen, bis dahin können sie schon Schaden angerichtet haben.

Apple wiederum hat sich bewusst für eine geschlossene Plattform entschieden, für die zwar jeder entwickeln kann, aber bei der nur Apple selbst entscheidet, welche Apps auch für den App Store zugelassen werden. So können sämtliche Anwendungen zuvor auf ihre Qualität und vor allem auch auf ihre Sicherheit hin überprüft werden. Dass auch Apple unter bestimmten Bedingungen Daten an Dritte weitergibt (wir berichteten), ist da wohl für die meisten Nutzer zu verschmerzen, erhalten sie dadurch doch auch ein Plus an Funktionen bei den standortbezogenen Diensten.

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9 Answers

  1. von mbirth 23.06.2010 (11:55Uhr) 1.

    Wer natürlich jede App aus dem Market blind installiert, ohne vorher die Kommentare zu lesen oder sich sonstwie annähernd ein Bild von der App zu machen, mag ein Problem mit den Malware-Apps bekommen. Aber solche Leute klicken auch im Internet auf jeden blinkenden Banner und jede EXE-Datei zum Download. Aber auch solche Menschen lernen es nach einigen Systemcrashs, dass man sich genau überlegen sollte, was man herunter lädt und was nicht.

    Und während Apple genau bestimmt, welche Apps wir benutzen dürfen, und welche nicht (was mitunter nichts mit Malware zu tun hat), hat man bei Android immerhin noch die Freiheit, selbst zu entscheiden. Wer mit dieser Verantwortung nicht umgehen kann, kann sich ja immer noch von Apple in Watte packen und an ungefährliche Orte fahren lassen...

  2. von Mirko 23.06.2010 (12:53Uhr) 2.

    Manches kann man mit Kommentaren und den benötigten Berechtigungen, die bei der Installation angezeigt werden, sicher abblocken. Aber wo 80% der kostenlosen Apps Internetzugriff und oft auch (grobe) Standortangaben für die Werbung benötigen, lässt die Aufmerksamkeit in dieser Hinsicht nach. Wenn z.B. ein Mail-Client Zugriff aufs Adressbuch (für einfachere Empfängerauswahl) und Internet will, ist das nicht verdächtig. Ob jede Mail auch an einen eigenen Server geschickt wird, ist dagegen für den Laien nicht so einfach herauszufinden.

    Auf der anderen Seite gibt es aber auch für PCs jede Menge Freeware, die Trojaner beinhalten könnte. Wer würde z.B. schon seinen ICQ-Client von der Firewall blocken lassen? Auch hier muss Malware erstmal erkannt werden, bevor Virenscanner warnen können.

    Und ich habe doch leise Zweifel, dass Apple wirklich jede Zeile aller eingereichten Apps kontrolliert. Mit genügend krimineller Energie lässt sich sicher auch da ein Trojaner einschleußen.

  3. von fnagel 23.06.2010 (17:46Uhr) 3.

    Oha, ein Bericht von einer Firma die Sicherheitssoftware für Mobile verkauft sagt: Achtung, die Apps sind alle gefährlich -- ohne unsere Software.

    In der PDF steht lediglich drin wie viele Apps was für Berechtigungen wollen. Was sie dann damit machen -- kein Wort.

    Nett ist der Verweis auf Apple. Die haben sicherlich jede Zeile Code ihrer 140.000 Apps durchgeschaut!!11!! Stell ich mir so vor: "So its innstalled, working on newest (!) iPhone and aaaahh, no tits, so its - approved!"

    Wobei, was solls. Die Mills is ja schon mehrfach aufgefallen als Noob.Ihre Überschrift "Report: A fifth of Android apps expose private data" dürfte höchstens heißen "Lobby-Report: A fifth of Android apps could expose private data". So ein Schwachsinn.

    Ach bitte t3n, erst Quelle lesen, dann posten. Machts doch etwas besser als die Leitmedien.

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  6. von Datenschutz: Android-Apps verschicken he… 01.10.2010 (11:36Uhr) 6.

    [...] Das passt unangenehm in das Bild einer anderen Untersuchung, die im Juni veröffentlicht wurde und bei immerhin 20 Prozent aller Android-Apps Spyware entdeckt hatte. [...]

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    [...] [...]

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    [...] (oder Spiele)! Natürlich würde  damit auch von Anfang an das Sicherheitsproblem von Spyware und Ähnlichem auf MeeGo vorhanden sein, aber das ist ein anderes [...]

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