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Android L: 64-bit-Support, Business-Features und ein neues Design

Android L: 64-bit-Support, Business-Features und ein neues Design

hat auf der I/O-Konfernez erste Einblicke in die kommende Android-Version „L“ gewährt. Zu den Neuerungen gehört unter anderem voller 64-bit-Support, die neue Designsprache „Material Design“ und seperate Benutzer-Modi.

Android L: 64-bit-Support, Business-Features und ein neues Design
(Quelle: youtube.com)

Android L Developer Preview: Noch kein finaler Name

Den anwesenden Entwicklern und Internet-Zuschauern präsentierte Google auf der I/O 2014 eine Vorschau auf seine kommende Android-Version. Bisher trugen alle Android-Versionen stets Namen von Süßigkeiten und Süßspeisen (zuletzt zum Beispiel 4.4 KitKat, 4.1 bis 4.3 Jelly Bean und 4.0 Ice Cream Sandwich). Die neueste Developer Preview stellt Google aber bisher unter dem Namen „Android L“ vor. Es ist noch unklar, ob Google die Version vor der Markteinführung noch umbenennt (zum Beispiel in „Android Lollipop“), oder ob es sich dabei vielleicht sogar um ein neues Namensschema handeln könnte. Es ist außerdem unbekannt, ob der „L Release“ als Android 4.5 oder als ausgerollt werden wird.

Material Design: Alle UI-Elemente verfügen über eine eigene Ebene. (Quelle: google.com)
Material Design: Alle UI-Elemente verfügen über eine eigene Ebene. (Quelle: google.com)

Material Design: Neuer Look ist flach und trotzdem dreidimensional

Android L wird die erste Android-Version, deren Oberfläche komplett nach Googles neuen Design-Richtlinien gestaltet wurde. Unter dem Namen „Material Design“ will Google alle seine Produkte zukünftig in ein einheitliches Design hüllen. Dabei setzt man vor allem auf großflächige, kontrastreiche und bunte UI-Elemente. Jedes Element verfügt aber außerdem über eine eigene Ebene, die mittels Z-Koordinate angegeben wird, ähnlich der „z-index“-Eigenschaft in CSS. Google kann mithilfe dieser Angabe Schatten, Überlagerungen und Animationen innerhalb der Oberfläche automatisch berechnen. Beispiele für einige der neuen Oberflächen-Animationen zeigt Google in den neuen Design-Richtlinien.

Browser-Tabs erscheinen nun in der Multitasking-Ansicht

Eine kleine Änderung demonstrierte Google in Bezug auf die Multitasking-Übersicht. Beliebige Apps von Drittherstellern oder Google, zum Beispiel der Chrome-Browser können nun mehrere Elemente in der Multitasking-Ansicht generieren, so dass mehrere Browser-Tabs zukünftig als einzelne Elemente dort auftauchen. Denkbar wäre zum Beispiel auch, mehrere Konversationen in einer Messaging-App einzeln in der Übersicht abzulegen.

Browser-Tabs erscheinen zukünftig als einzelne Elemente in der Multitasking-Ansicht. (Screenshot: youtube.com)
Browser-Tabs erscheinen zukünftig als einzelne Elemente in der Multitasking-Ansicht. (Screenshot: youtube.com)

Endlich auch Benachrichtigungen auf dem Lockscreen

Überarbeitet wurden auch die Benachrichtigungen im gesamten System: Auf dem Sperrbildschirm erscheinen nun einzelne Benachrichtigungen in Form von kleinen Karten, mit denen der Nutzer einzeln interagieren kann. Tippt oder wischt der Nutzer über eine der Karten kann er direkt die zugehörige App starten oder aber die Benachrichtigung löschen. Auch bei aktivem Display und entsperrtem Smartphone wurden die Benachrichtigungen überarbeitet. Erhält der Benutzer eine Benachrichtigung von einer anderen App, in der er sich gerade nicht befindet, gibt es ein neues Popup am oberen Displayrand, welches ebenfalls direkte Interaktionsmöglichkeiten anbietet.

ART statt Dalvik: Mehr RAM und mehr Geschwindigkeit dank voller 64-bit-Kompatibilität

Android L hat besonders spannende Neuerungen unter der Haube: Es ist die erste Android-Version, die standardmäßig die neue Android Runtime (ART) einsetzt, und nicht mehr den alten Dalvik-Compiler. Mit diesem Wechsel dürften neuere Apps, welche für ART optimiert sind einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs erfahren – unter anderem durch die sogenannte Ahead-of-Time-Kompilierung (AOT). Dabei wird der Java-Code einer App bereits bei der Installation in nativen Code kompiliert. Bei der bisherigen Dalvik-Runtime geschah das erst bei der Ausführung der App (Just-in-Time-Prinzip). Außerdem ist die neue ART vollständig 64-bit-kompatibel und ermöglicht deswegen auch Android-Geräte mit mehr als drei Gigabyte Arbeitsspeicher – eine Grenze die innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre sicherlich erreicht werden wird. Bisher fehlen aber noch entsprechende SoCs um vom 64-bit-Support gebrauch zu machen.

Android L ist dank der neuen Android Runtime vollkommen 64-bit-fähig – es fehlt die passende Hardware. (Screenshot: youtube.com)
Android L ist dank der neuen Android Runtime vollkommen 64-bit-fähig – es fehlt die passende Hardware. (Screenshot: youtube.com)

Android for Work: Android L integriert Business-Modus a la Samsung Knox

Android L ist ein Release, der sich auch besonders an Business- und Enterprise-Kunden richtet. Erstmalig richtet Google zwei verschiedene Benutzerprofile ein, deren Daten komplett voneinander getrennt und auch einzeln verschlüsselt aufbewahrt werden. Damit lassen sich sowohl geschäftliche, als auch private Anwendungen und Daten auf dem Smartphone nutzen. Der Nutzer merkt lediglich an einem kleinen Zusatz-Icon auf dem , ob es sich um eine private oder eine geschäftliche App handelt. Der geschäftliche Teil von Android kann außerdem einfach von außen administriert und mit einem Device Manager über das Internet verwaltet werden. Damit können Firmen zum Beispiel einen ganzen Satz an Standard-Applikationen automatisch auf dem privaten Smartphone eines Mitarbeiters installieren, sobald dieser sich in den Firmen-Modus einloggt. Google gab bekannt, dass die technische Grundlage dafür von Samsungs Knox-Plattform inspiriert worden sein soll.

Android L bekommt auch neue Benachrichtigungen auf dem Lockscreen. (Screenshot: youtube.com)
Android L bekommt auch neue Benachrichtigungen auf dem Lockscreen. (Screenshot: youtube.com)

Erscheinungstermin von Android L bisher unklar

Es ist noch unklar, wann Android L erscheinen soll. Eine Developer Preview für das Nexus 5 und das Nexus 7 soll ab Donnerstag für alle Entwickler erhältlich sein. Die endgültige Veröffentlichung dürfte vermutlich gegen Ende des Jahres erfolgen, um den Entwicklern genug Zeit zu geben, ihre Apps an die neue Designsprache und die neue Runtime anzupassen.

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