Movie Market aus Kopierschutzgründen für gerootete Androiden gesperrt
Erst kürzlich war zu lesen, dass Google zumindest vorerst den Sourcecode seines Honeycomb Betriebssystems unter Verschluss halten würde, nur den großen Hardwareherstellern sind bisher Einblicke gewährt worden. Jetzt werden offensichtlich mit einem Root Zugriff ausgestattete Androiden aus dem Android Movie Market ausgesperrt. Die Fehlermeldung „Failed to fetch license for [Filmtitel] (error 49)“ bekommen Nutzer von gerooteten Android Tablets zu lesen, wenn sie versuchen, einen Film über den Android Movie Market zu beziehen. Ändert Google seine Open Source Politk? Selbst das sonst so restriktive Unternehmen Apple gewährt gejailbreakten iOS-Devices den Zugriff auf dem hauseigenen Store, um dort Filme auszuleihen. Googles Support erklärt den Ausschluss damit, gerootete Geräte würden derzeit nicht unterstützt, da sie nicht mit den Anforderungen des Kopierschutzes einhergingen. Was aber hat es mit dem Verbot im Bezug auf einen Root-Zugriff auf sich?
Wer seinen Androiden rooted, der stattet das Gerät mit einem sogenannten Superuser Konto aus. Damit wird der Nutzer zum Administrator und hat vielfältige Rechte, grundlegende Dinge im Android Betriebssystem umzustellen – ein Status, der den Android Besitzern beim Auslieferungszustand nicht zuteil wird. Den Nachteilen, zum Beispiel dem Verlust der Garantie und dem Restrisiko sein Gerät zu zerstören, stehen nach dem Rooten viele Vorteile gegenüber. Unter anderem ist mit einem Root-Zugriff die Möglichkeit gegeben, Raubkopien von Filmen anzufertigen. Das ist wohl auch an der Filmindustrie nicht unbemerkt vorübergezogen und daher wundert es am Ende nicht, dass Google sich verpflichtet sieht, in dieser Hinsicht keinerlei Angriffsfläche zu bieten. So wird lizenzrechtlichen Streitigkeiten vorzeitig der Wind aus den Segeln genommen.
Androiden mit Root-Zugriff kriminalisiert
Googles Maßnahme, gerooteten Android Devices den Zutritt zum Android Movie Market zu versperren, löst berechtigterweise Unbehagen unter den Nutzern aus. Verständlicherweise sehen sich eben jene, die einen Root Zugriff haben, um Updates durchzuführen, praktische Apps zu installieren, die Root-Rechte erfordern oder den internen Speicher auf eine SD Karte auslagern wollen, zu Unrecht kriminalisiert. Noch ist der Android Movie Market in Deutschland gar nicht zu erreichen. Dennoch kann man sich sicher sein, dass es bereits heute findige Programmierer gibt, die es möglich machen werden, das Zugriffsverbot für gerootete Androiden zu umgehen. Wir warten gespannt darauf, ob Google irgendwann einlenken wird oder seinem Kurs treu bleibt und gerootete Androiden aussperrt und in welcher Form sich der Android Movie Market dann dem deutschen Publikum präsentieren wird.
Weiterführende Links:
- Google blocks rooted devices from Android Movie Market - tekgoblin.com
- Google I/O 2011 Keynote: Amerikanische Nutzer im Fokus, Zukunftsmusik für alle anderen - t3n News
Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto: quinn.anya / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA

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von Dirk Spannaus via facebook 23.05.2011 (12:10Uhr) 1.
Finde das ein bissel zu reißerisch. Warum sollte die Open Source Politik ins Wanken kommen, nur weil manche Anwendungen auf Android OS halt höhere Anforderungen ans Gerät stellen? Und: Was hat ein Root Zugriff mit Open Source zu tun???
von Georg Ringer via facebook 23.05.2011 (12:25Uhr) 2.
seh das so wie Dirk. Wenn ich mein Handy mit Xchange verbinde, habe ich auch automatisch andere Restriktionen am Handy, einfach weil das von Xchange-Server so vorgegeben werden kann. Das Opensource-Projekt TYPO3 gerät auch nicht ins wanken, nur weil T3N nicht die kompletten Skripte veröffentlicht, mit denen aus TYPO3 die Dinge in den Print gelangen-.... oder?
von Markus Birth via facebook 23.05.2011 (12:32Uhr) 3.
Ich bin kein Fan der ganzen Rechtepolitik in Film und Ton. Aber ich schätze mal, dass der Movie Market auch irgendwie Gewinn abwerfen sollte. Und das geht wohl schlecht, wenn sich bei gerooteten Androids der einmal gekaufte Film auf den PC ziehen und von dort in Filesharing-Netzwerke hochladen lässt.
von Falk Hedemann via facebook 23.05.2011 (12:39Uhr) 4.
Na aber ganz so offen, wie Google Android gerne darstellt, ist es dann aber ja doch nicht, oder? Problematisch finde ich, dass dadurch die Freiheit der User beschnitten wird. Zudem gibt es den Source Code oder ja auch immer noch nicht. Also wenn beides Open und Source nicht mehr gegeben sind, ist es dann noch Open Source?
von Manfred Thull via facebook 23.05.2011 (13:11Uhr) 5.
Freiheit und Software/Hardware passen schon mal gar nicht zusammen, nicht wahr? Oder wollt Ihr euere PC (oderwasauchimmer)-Sucht als Freiheit abtun?
von marlan 23.05.2011 (13:13Uhr) 6.
Der Movie Market ist genauso wie der Google Market kein Teil von Android und auch kein Open Source.
Es gibt sehr viele Anwendungen für Android, die kein Opensource sind, wüsste nicht warum dadurch die Opensource Strategie von Android gefährdet ist (es gibt ja auch viele CS Programme für Linux etc.).
von Dieter Petereit via facebook 23.05.2011 (13:50Uhr) 7.
Das reine Rooten ist kein Problem. Immerhin gibt es Apps, die Root ein- und ausschalten können. Problematisch wird es erst, wenn Du ein Mod installierst.