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Zweifel an Anonabox: Ist der Tor-Router der nächste Kickstarter-Skandal? [Update]

Zweifel an Anonabox: Ist der Tor-Router der nächste Kickstarter-Skandal? [Update]

Der angeblich quelloffene Tor-Router hat sein Finanzierungsziel auf weit übertroffen. Doch schon 27 Tage vor Ende der Crowdfunding-Kampagne mehren sich die Zweifel an dem Projekt.

Zweifel an Anonabox: Ist der Tor-Router der nächste Kickstarter-Skandal? [Update]

Anonabox. (Foto: Anonabox)

Update vom 15. Oktober 2014: Unser Leser Daniel hat uns per E-Mail darauf aufmerksam gemacht, dass sich auf Reddit die Zweifel daran mehren, dass die auf gemachten Angaben zur Anonabox stimmen. Das Gehäuse und das Board wiesen eine frappierende Ähnlichkeit zu chinesischen Klons des TL-WR703N-Routers auf, schreibt ein Nutzer. Damit erscheint es vielen Beobachtern auf Reddit unwahrscheinlich, dass die in der Kickstarter-Kampagne gemachten Angaben zu der Open-Source-Hardware stimmen können. In einer Fragestunde auf Reddit reagierte der Anonabox-Macher August Germar auf kritische Fragen ausweichend und konnte oder wollte keine der vorgebrachten Anschuldigungen widerlegen. Auf eine schriftliche Anfrage von t3n.de hat Germar bislang nicht geantwortet.
Anonabox soll unseren Datenverkehr anonymisieren. (Grafik: Kickstarter)
Anonabox soll unseren Datenverkehr anonymisieren. (Grafik: Kickstarter)

Anonabox: Kleine Tor-Box erobert Kickstarter im Sturm

Tor hat vor allem im Zuge der PRISM-Affäre einen starken Anstieg an Nutzern verzeichnen können. Das Netzwerk dient der Anonymisierung eures Internet-Verkehrs. Wie das funktioniert, erklären wir euch in dem Artikel „Wie man mit Tor den eigenen Datenverkehr schützt“. Am häufigsten dürfte Tor in Form des offiziellen Browser-Bundles genutzt werden. Dabei handelt es sich um eine angepasste Version des Firefox-Browsers. Allerdings leitet diese Lösung logischerweise nur euren Web-Traffic über das Tor-Netzwerk. Der restliche Internet-Verkehr wird dadurch nicht anonymisiert.

Zwar gibt es entsprechende Software-Lösungen – die sind oft jedoch kompliziert und überfordern vor allem weniger versierte Nutzer häufig. Die Macher der Anonabox wollen das Problem mit einer offenen Hardware-Lösung in den Griff bekommen. Die kleine Box wird an euren Router geklemmt und dann per LAN-Kabel oder über WLAN mit euren Endgeräten verbunden. Das Prinzip entspricht dem Onion Pi, einer Do-it-yourself-Lösung auf Basis des Raspberry Pi.

Auf Kickstarter kommt die Anonabox extrem gut an. (Grafik: Kickstarter)
Auf Kickstarter kommt die Anonabox extrem gut an. (Grafik: Kickstarter)

Anonabox: Für 66 US-Dollar zum fertigen Tor-Router

Anders als die Raspberry-Pi-Lösung Marke Eigenbau bekommt ihr die Anonabox bereits fertig montiert vom Hersteller. Dass es dafür Bedarf gibt, zeigt der unglaubliche Erfolg der dazugehörigen Crowdfunding-Kampagne: Auf Kickstarter hat die Anonabox das ursprüngliche Ziel von 7.500 US-Dollar schon jetzt weit hinter sich gelassen. Obwohl die Kampagne noch bis zum 12. November 2014 läuft, haben Unterstützer dem Projekt schon mehr als 200.000 US-Dollar versprochen. Wer das Gerät haben möchte, der zahlt 66 US-Dollar inklusive Versandkosten nach Deutschland.

Im Gegensatz zu bestehenden Produkten wie Safeplug wollen die Macher der Anonabox ihr gesamtes Projekt offenlegen. Auf diese Weise können Software und Hardware von unabhängigen Dritten auf etwaige Hintertüren oder Schwachstellen geprüft werden. Das ist im Bezug auf die möglichen Einsatzgebiete sehr erfreulich. Leider ist aber auch Tor kein Allheilmittel, wenn es um die Überwachung durch Geheimdienste oder kriminelle Organisationen geht.

Tor und die Grenzen der Anonymität

Theoretisch kann auch der Verkehr über das Tor-Netzwerk einzelnen Nutzern zugeordnet werden. Dazu müsste ein Angreifer allerdings eine ausreichend hohe Anzahl an Exit-Nodes überwachen. Ein solches Szenario wäre beispielsweise für Betreiber großer Internet-Knoten denkbar. Laut den von Edward Snowden veröffentlichten PRISM-Dokumenten soll aber zumindest der amerikanische Geheimdienst NSA damit noch so seine Probleme haben.

In einer Studie zu Tor schafften es Wissenschaftler der amerikanischen Georgetown University, die Anonymität von 80 Prozent der teilnehmenden Internetnutzer innerhalb von sechs Monaten auszuhebeln. Dazu betrieben sie lediglich ein einziges Tor-Relay. Mit einer größeren Infrastruktur könnte der Zeitraum nach Meinung der Forscher noch deutlich kürzer ausfallen. Außerdem besteht natürlich immer die Gefahr, dass Nutzer Informationen übertragen, durch die ihre Identität direkt ermittelt werden kann. Auch die Anonabox wird Nutzer davor nicht schützen können.

via www.producthunt.com

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3 Antworten
  1. von Mirko am 15.10.2014 (10:59 Uhr)

    Wie sieht es denn mit der Bandbreite aus, TOR ist doch recht lahm oder? Das war auf jeden Fall so als ich den TOR Browser vor einiger Zeit mal getestet hatte.

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  2. von p0ly am 15.10.2014 (14:00 Uhr)

    Auf Reddit gibt es bereits ein Thema von einem der Entwickler und dort sind noch einige peinliche Fragen offen. Unter anderem wird vorgeworfen, dass der Router ein Billig-Produkt aus China ist. Bis jetzt keine Antwort vom Entwickler

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