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Anonyme Suche: Alternativen zu Google, Bing und Co

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Wer Google, Bing, Yandex und Ask aus Datenschutz-Gründen meiden will, hat einige Alternativen zur Auswahl. Aber wie arbeiten die genau? 

Große Suchmaschinen wie Google oder Bing protokollieren das Verhalten ihrer Nutzer und speichern alle Suchanfragen zusammen mit der zugehörigen IP-Adresse. Wer beim Suchen an seinem Google- oder Microsoft-Konto angemeldet ist, macht es den Konzernen noch einfacher, alle Online-Aktivitäten zu verfolgen. Anhand der gesammelten Daten können sie verschiedene Suchanfragen miteinander verknüpfen und ein persönliches Profil jedes Anwenders erstellen, das etwa Angaben über Interessen und Kaufabsichten, finanzielle Situation, sexuelle Orientierung oder politische und religiöse Einstellung enthält.

Google und Co speichern neben der IP-Adresse, anhand der sich ein Nutzer bzw. sein Computer eindeutig identifizieren lässt, auch Informationen wie Datum und Uhrzeit der Suchanfrage, den verwendeten Browser, die exakte Suchphrase sowie Cookies. Letztere erlauben es den Suchriesen, Anfragen einem bestimmten Rechner zuzuordnen und so Resultate und Werbung auf den jeweiligen Anwender zuzuschneiden. Beim Klick auf ein Ergebnis werden zudem zahlreiche Daten an den jeweiligen Seitenbetreiber weitergegeben. Dieser erfährt so beispielsweise, wonach der Nutzer genau gesucht hat, von welcher Webseite er gekommen ist, welche IP-Adresse er hat und welche Browser- sowie Betriebssystemversion er verwendet. All diese Informationen können dazu dienen, den Anwender eindeutig zu identifizieren. Wer Wert auf den Schutz seiner Privatsphäre legt, sollte daher eine alternative Suchmaschine nutzen, die anonymes Suchen erlaubt.

Privatsphäre vs. Geschäftsmodell

Eine der bekanntesten anonymen Suchmaschinen ist DuckDuckGo. Weder sammelt sie nach eigenen Angaben personenbezogene Daten noch gibt sie solche weiter. Sie speichert also keine IP-Adressen oder User-Agent-Informationen wie den eingesetzten Browser – wohl aber Suchanfragen, wenn auch in nicht identifizierbarer Form. Die Ergebnisse der 2008 gestarteten Suchmaschine stammen von diversen Quellen, darunter Yahoo oder Bing. Zusätzlich setzt sie mit DuckDuckBot einen eigenen Webcrawler ein.

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Eine ebenfalls häufig im Zusammenhang mit anonymer Suche genannte Google-Alternative ist Startpage. Das 2009 gestartete Schwesterprojekt von Ixquick bezieht seine Resultate direkt vom Suchmarktführer, entfernt aber alle personenbezogenen Daten aus der Suchanfrage, bevor diese an Googles Server gesendet wird. Die Kurzfassung seiner Datenschutzrichtlinien lautet: „Startpage sammelt und teilt keinerlei persönliche Informationen! Wir tracken Sie nicht und legen kein Profil von Ihnen an.“ Es speichert keine IP-Adressen, Browser- oder OS-Informationen und auch nicht die eigentliche Suchanfrage.

Unter Datenschutzaspekten kritisch zu sehen sind die bei DuckDuckGo und Startpage oberhalb der organischen Ergebnisse eingeblendeten Werbelinks. Klickt ein Nutzer solch eine Anzeige an, übermittelt er über die URL (unwissentlich) Daten an Yahoo bzw. Google. Was genau im Anschluss mit diesen Daten geschieht, bleibt unklar. Zudem besteht ein Risiko, dass sich Hacker oder auch Behörden Zugriff darauf verschaffen. Die Bemühungen, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, stehen also oft im Widerspruch zum Geschäftsmodell.

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Cliqz: Rundumschutz für die Privatsphäre

Um diesen Konflikt aufzulösen, verfolgt die anonyme Suchmaschine der Münchner Cliqz GmbH einen holistischen Ansatz. Statt sich wie DuckDuckGo oder Startpage bei anderen Suchanbietern zu bedienen, verwendet die in einen eigenen Browser integrierte Cliqz-Suche einen eigenständigen Web-Index. Sie arbeitet vollkommen unabhängig und erleichtert die Web-Navigation: Statt einer langen Ergebnisliste zeigt die Schnellsuche schon ab der Eingabe des ersten Buchstabens der Suchanfrage die drei relevantesten Resultate und Website-Vorschläge an, die direkt als Auswahlmenü unter der URL-Leiste des Browsers erscheinen. Die „Relevanz“ ergibt sich dabei – vereinfacht ausgedrückt – aus der Häufigkeit, mit der eine bestimmte Webseite zu einer bestimmten Suchanfrage angeklickt wird. Wer tiefergehend recherchieren möchte, kann eine ergänzende Suchmaschine definieren. Zur Auswahl stehen unter anderem auch DuckDuckGo und Startpage.

Dem Grundsatz „Privacy by Design“ folgend speichert Cliqz keinerlei Daten, die dazu verwendet werden könnten, den Anwender zu identifizieren. Das gilt unter anderem auch für die IP-Adresse. Zusätzlich verhindert eine von Cliqz selbst entwickelte Anti-Tracking-Technik, dass Tracker Daten erhalten, anhand derer sie einzelne Anwender durchs Web verfolgen könnten. Damit wird die Privatsphäre des Nutzers direkt auf Browserebene geschützt, nicht nur bei der Suche, sondern bei allen Online-Aktivitäten.

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Diesen Grundsatz behält Cliqz auch beim geplanten Geschäftsmodell bei: Aktuell experimentiert es mit neuartiger Werbung. Nutzer erhalten auf vollständig anonyme Weise Angebote, die wahrscheinlich zu ihren Interessen passen. Damit will Cliqz beweisen, dass gezielte Werbung und Privatsphäre kein Widerspruch sind.

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2 Reaktionen
Andreas

"Beim Klick auf ein Ergebnis werden zudem zahlreiche Daten an den jeweiligen Seitenbetreiber weitergegeben. Dieser erfährt so beispielsweise, wonach der Nutzer genau gesucht hat, von welcher Webseite er gekommen ist, welche IP-Adresse er hat und welche Browser- sowie Betriebssystemversion er verwendet."

Diese Aussage ist fachlich nicht korrekt. Die Informationen werden nicht durch den Klick auf einen Link in den Suchergebnissen erfasst und übertragen, sondern durch das jeweilige Tracking-Tool, welches der Webseitenbetreiber implementieren muss.

Antworten
Jörg Bauer

Ich muss leider bei einem Punkt widersprechen. Ich bin der Pressesprecher von StartPage.com und Sie schreiben: "Unter Datenschutzaspekten kritisch zu sehen sind die bei DuckDuckGo und Startpage oberhalb der organischen Ergebnisse eingeblendeten Werbelinks. Klickt ein Nutzer solch eine Anzeige an, übermittelt er über die URL (unwissentlich) Daten an Yahoo bzw. Google."

Bei StartPage.com sind auch die Werbe Ads anonymisiert. Erst wenn der User nach Klick auf die zu besuchende Website wechselt, ist er aus dem StartPage Schutz ausgeschieden. Der Klick selbst übermittelt noch keine Daten. ;-)

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