TechCrunch-Ikone Arrington: Reich, aber arbeitslos
Es hatte sich seit Tagen abgezeichnet. Wie auch t3n berichtete, geriet Arrington ins Kreuzfeuer der Kritik, als er seinen Risikokapital-Fond CrunchFund offiziell vorstellte. Obwohl AOL-Chef Armstrong seit langem über den Aufbau des neuen Risikokapitalgebers informiert war und sich AOL sogar mit 8 Mio Dollar daran beteiligt hatte, waren plötzlich sämtliche AOL-Offiziellen schwer entrüstet. Insbesondere Arianna Huffington, Contentchefin bei AOL und damit Arringtons Vorgesetzte reagierte unverzüglich mit der Aussage, Arrington sei nicht länger bei TechCrunch beschäftigt.
Seither gab es ein Hin und Her der Aussagen, das in einem, wohl dem letzten Beitrag Arringtons auf TechCrunch gipfelte. Darin verlangte er von AOL ultimativ, ihm entweder die redaktionelle Selbstbestimmung oder am besten gleich das ganze Blog zurück zu geben. Dem Vernehmen nach soll er bereit gewesen sein, 25 Mio Dollar dafür zu bezahlen. AOL hätte also, nachdem es selbst 30 Mio Dollar dafür bezahlt hatte, einen satten Abschlag akzeptieren müssen.
Nach Informationen der Fortune wird AOL weder das eine, noch das andere tun. Vielmehr trennt man sich von Arrington. Unklar ist, wie die genauen Umstände des Vorgangs aussehen werden, da nicht bekannt ist, welche vertraglichen Beziehungen zwischen AOL und Arrington bestehen und wie sie sich auswirken werden. Sicherlich wird sich Arrington für den Fall der Fälle abgesichert haben.
Unklar bleibt vorerst auch, welche Auswirkungen die Entscheidung auf das Projekt CrunchFund haben wird. Bleibt AOL hier im Boot oder muss AOL auf die zugesagten 8 Mio Dollar verzichten? Im letzteren Falle würde sich das Volumen des Fund fast halbieren, wenn es Arrington nicht gelänge, andere Investoren zu akquirieren.
Sicher scheint zur Zeit nur, dass das von M.G. Siegler geschilderte Szenario “TechCrunch As We Know It May Be Over” Realität werden wird. Zu befürchten steht, dass das neue TechCrunch eine ebenso weichgespülte Technik-Website wird, wie es die Tech-Sektion der Huffington Post heute bereits ist.
TechCrunch: Arrington ist auch außerhalb AOLs nicht uneingeschränkt beliebt
Nicht verschweigen sollte man an dieser Stelle, dass es etliche Personen geben wird, die die Entscheidung ganz grundsätzlich begrüßen. Arrington hatte sich insbesondere in den letzten 12 Monaten nur noch wenig Freunde gemacht. Dem Vernehmen nach nutzte er mit einiger Konsequenz Informationen, die er in seiner Funktion als TechCrunch-Redakteur erhalten hatte, um privat gezielt zu investieren. Hierüber beschwerten sich nicht nur AOL-Interne, auch die Leserschaft entwickelte in Teilen eine Skepsis gegenüber der Frage, wie unabhängig und neutral Arringstons Berichterstattung künftig noch sein werde.
Bekannt für seine teilweise überhebliche, selbstherrliche Art des Umgangs mit anderen, übertrieb er es sogar für seine Verhältnisse, als er Caterina Fake im Juni öffentlich drohte, er werde künftig jedwede Story, die ihm zu Fake bekannt wird, sei sie auch noch so negativ, zu veröffentlichen, ohne Fake Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
Was Arrington aufbrachte, war nicht die Tatsache, dass Caterina Fake, die Flickr-Gründerin, ein neues Startup gegründet und mit Risikokapitalgebern versehen hatte. Was ihn aufbrachte, war die Tatsache, dass Fake es nicht Arrington überlassen hatte, diese News zu verkünden, sondern es vorzog, die Nachricht selbst zu veröffentlichen. Das, so Arrington, habe Fake in der Vergangenheit schon einmal getan. Und das sei für ihn inakzeptabel. Wie bitte??





2 Answers
von AOL trennt sich von TechCrunch-Gründer… 08.09.2011 (10:57Uhr) 1.
[...] Weiterlesen bei t3n >> [...]
von Huffington Post kommt nach Deutschland â… 02.11.2011 (13:56Uhr) 2.
[...] AOL trennt sich von TechCrunch-Gründer Michael Arrington - t3n News [...]