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API-Beschränkungen: Facebook reagiert auf Kritik mit Mauertaktik

Mit den API-Beschränkungen für Twitters Video-Sharing-Dienst sorgte in der letzten Woche für Diskussionen. Nun soll eine Klarstellung der Developer-Richtlinien die Wogen glätten, doch an dem Verdacht der Willkür ändert sich erstmal nichts.

API-Beschränkungen: Facebook reagiert auf Kritik mit Mauertaktik

API-Beschränkungen: Facebook aktualisiert Developer-Richtlinien

Justin Osofsky, Director Platform Partnerships and Operations bei Facebook, veröffentlichte am Freitagabend eine Klarstellung zu den in die Diskussion geratenen Platform Policies. Die Reaktion auf die jüngsten API-Beschränkungen beispielsweise für Twitters Video-Sharing-Dienst Vine war notwendig geworden, weil die Richtlinien selbst etwas schwammig formuliert worden sind und damit reichlich Platz für unterschiedliche Interpretationen bieten. Der aktualisierte Punkt I.10 lautet nun wie folgt:

Reciprocity and Replicating core functionality: (a) Reciprocity: Facebook Platform enables developers to build personalized, social experiences via the Graph and related APIs. If you use any Facebook APIs to build personalized or social experiences, you must also enable people to easily share their experiences back with people on Facebook. (b) Replicating core functionality: You may not use Facebook Platform to promote, or to export user data to, a product or service that replicates a core Facebook product or service without our permission.

Mark Zuckerberg bei der Vorstellung des Open Graph – aktuell sorgen API-Beschränkungen für Diskussionen. (Foto: dtweney / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Osofsky erklärt dazu ergänzend in einem Blogpost, dass die überwiegende Mehrheit aller Entwickler, die auf die Facebook Plattform setzen um Social Apps und Games zu entwickeln, dies auch genauso weiter tun können. Lediglich eine sehr geringe Anzahl an Apps würden sich nicht an die Richtlinien halten:

For a much smaller number of apps that are using Facebook to either replicate our functionality or bootstrap their growth in a way that creates little value for people on Facebook, such as not providing users an easy way to share back to Facebook, we’ve had policies against this that we are further clarifying today (see I.10).

Konkret bedeutet das: Wann immer ein Dienst versucht die Funktionalität von Facebook zu kopieren oder lediglich von der Plattform profitieren will, ohne den Nutzern einen einfachen Weg anzubieten, ihre Inhalte mit ihren Facebook-Freunden zu teilen, wird Facebook das auch zukünftig unterbinden.

Kommentar: Erklärt sind die API-Beschränkungen für Vine noch nicht

Aus meiner Sicht ist das Vorgehen von Facebook logisch und konsequent - zumindest, wenn man die Richtlinien als Grundlage nimmt. Facebook hat jedes Recht dazu Mitbewerbern den Zugriff auf den Open Graph zu verweigern. Auch wenn ein Dienst sich an Facebook ankoppelt, aber selbst keinen Mehrwert für Facebook anbietet, ist eine Beschränkung der API-Zugriffe auf das Login-System verständlich und legitim.

Doch welche dieser beiden Punkte trifft denn nun auf Vine zu? Das Teilen der Videos bei Facebook ist integriert – der Punkt ist erfüllt. Und Facebook selbst hat auch kein Feature zum Aufnehmen von kurzen Videos mit dem Smartphone – das kann es also auch nicht sein. Wie Johannes Lenz in einem Kommentar über unseren Bericht über die API-Beschränkungen bei Vine schrieb, könnte Facebook natürlich auch an einer solchen App arbeiten und Vine proaktiv als Mitbewerber einstufen. Das ist zwar richtig und auch denkbar, doch wäre ein solches Vorgehen dann nicht ein Freibrief für willkürliche API-Beschränkungen?

Wann immer eine interessante App auf den Open Graph zugreifen möchte, könnte Facebook sich an ein ähnliches Projekt setzen und dem zukünftigen Mitbewerber die rote API-Karte zeigen.

Der wirkliche Grund für die API-Beschränkungen für Vine liegt nicht etwa in der Funktionalität der App, sondern in deren Verbindung zu . Auch wenn Vine eine völlig eigenständige App ist, die auch ohne Twitter-Account nutzbar ist, so sieht Facebook dennoch vor allem die Konkurrenzsituation zu Twitter. Das ist verständlich, keine Frage. Aber sich hier hinter den immer noch schwammigen Developer-Richtlinien zu verstecken, macht Facebook nicht glaubwürdiger. Eine konkrete Stellungnahme zum Fall Vine mit dem Hinweis auf die Konkurrenzsituation zu Twitter wäre ein ehrlicher und offener Weg und in jedem Fall besser als diese Mauertaktik.

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