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Digitale Wirtschaft

Tim Cook kritisiert das Silicon Valley: „Die Privatsphäre wird an mehreren Fronten angegriffen!“

    Tim Cook kritisiert das Silicon Valley: „Die Privatsphäre wird an mehreren Fronten angegriffen!“

(Foto: igrec / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA )

Der Apple-CEO Tim Cook hat sich auf einer Veranstaltung kritisch gegenüber dem Datenhunger vieler Silicon-Valley-Konzerne geäußert. „Die Erosion der Privatsphäre ist eine Bedrohung für unsere Lebensweise!“

Dass einige Internetdienste die Bequemlichkeit von Menschen ausnutzen, um umfangreiche Berechtigungen zur Datenverarbeitung einzufordern, hielt Tim Cook schon immer für problematisch. Der Apple-CEO hat noch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er den Datenhunger vieler IT-Konzerne für wenig vertrauensstiftend hält. Vergangene Nacht hat er sich erneut zu dem Thema geäußert und das Gebaren heftig kritisiert.

Auf einer Award-Veranstaltung, in deren Rahmen er vom „Electronic Privacy Information Center“ für seinen nachhaltigen Führungsstil bei Apple ausgezeichnet wurde, gab er den Teilnehmern zu verstehen: „Die Privatsphäre wird an mehreren Fronten angegriffen!“

Tim Cook kritisiert Google, Facebook und Co: „Die Erosion der Privatsphäre ist eine Bedrohung!“

Tim Cook und Apple-Gründer Steve Jobs: Das Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit dem Verkauf von Geräten wie dem iPhone und dem MacBook. #FLICKR#
Tim Cook und Apple-Gründer Steve Jobs: Das Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit dem Verkauf von Geräten wie dem iPhone und dem MacBook. (Foto: thetaxhaven / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Cook nutzte die Gelegenheit, um ein generelles Problem in der Branche zur Sprache zu bringen. Internetunternehmen, die auf werbefinanzierte Geschäftsmodelle setzen, leiten den totalen Ausverkauf ihrer Nutzerdaten ein. „Die Erosion der Privatsphäre ist eine Bedrohung für unsere Lebensweise“, erklärte er den Zuhörern. Der Apple-Chef vermied es dabei konkrete Unternehmen zu nennen. Beobachter vermuten jedoch, dass Cooks kritischen Worte vor allem auch auf den neuen „Google Photos“-Service abzielen, den der Suchmaschinenkonzern auf der I/O-Konferenz vor einigen Tagen vorstellte.

„Die Erosion der Privatsphäre ist eine Bedrohung für unsere Lebensweise!“

„Auch wenn ihr diese oft als kostenlos bezeichneten Dienste mögt. Wir denken nicht, dass sie es wert sind, dass sie alle möglichen Informationen aus euren E-Mails, Suchverläufen oder gar Familienfotos ziehen zu dürfen, um sie für weiß Gott was zu verkaufen!“, sagt der Konzernchef. Mit Google-Photos können Nutzer unendlich viele Bilder in einen Foto-Speicher hochladen, die dann von einer Software geordnet werden. Der Dienst kann etwa Gesichter, Gegenstände, Ereignisse wie eine Hochzeiten und Geburtstagsfeiern sowie Orte erkennen.

Google hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob und wie man mit dem Angebot Geld verdienen will. Der Speicherplatz und die Rechenleistung für die Analyse der Bilder dürften jedoch erhebliche Kosten verursachen. Apple bietet selbst einen Online-Dienst für Fotos an, bei dem jedoch nur fünf Gigabyte Speicherplatz kostenlos sind. Für 500 GB verlangt das Unternehmen rund zehn Euro im Monat, für ein Terabyte 20 Euro im Monat. Die Daten sollen dabei nicht für Werbezwecke ausgewertet werden.

Apple finanziert sich vor allem über den Verkauf von Geräten, nicht über die Nutzerdaten

Der Verkauf des iPhone macht bei Apple satte 70 Prozent der Einnahmen aus. (Quelle: Apple.com)
Der Verkauf des iPhone macht bei Apple satte 70 Prozent der Einnahmen aus. (Quelle: Apple.com)

Cook selbst zieht gerne eine Linie zwischen Apple, die nach seiner Aussage ihr Geld mit dem Verkauf von Geräten wie dem iPhone und dem MacBook verdienen – und die ihre Services vor allem als Erweiterung ihres Ökosystems verstehen – und Firmen, bei denen der Nutzer mit seinen Daten das eigentliche Produkt darstellt. Abgrenzungen wie diese, haben in der Vergangenheit unter anderem auch die Kritik von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf sich gezogen, der um das Image seines Unternehmens besorgt ist.

Das größte soziale Netzwerk finanziert sich fast ausschließlich über die Auswertung von Nutzerdaten und die damit generierten Werbeeinnahmen – genau wie Google.

via www.theverge.com

gast22
gast22

Man kann so viel diskutieren, wie man will. Man kann sogar Apple unterstellen, dass auch sie Daten sammeln und letztlich sogar die Apple Watch verteufeln oder die iCloud. Viele machen das ja auch. Für mich steht nur fest: Das Geschäftsmodell mit Hardware und Diensten Geld zu verdienen ist mir Tausend mal lieber, als mit Daten der Kunden. Man weiß in letzterem Fall nicht, wer was wozu gegen dich benutzt, und sei es nur um den Geldbeutel zu erleichtern.

Apple hat genug Aktionen gestartet, um deutlich seriöser beim verständigen Kunden anzukommen als viele andere Firmen. Da ist die Umweltpolitik, da ist das Bemühen um Verbesserung der Arbeitsbedingungen (und das nicht nur in China - letztlich ist es aber auch das Einmischen in die Firmenpolitik selbstständiger Unternehmen, also nicht ganz so einfach zu realisieren. Auch ein Boykott schafft keine Produktionsmengen herbei, die erforderlich sind, um der Nachfrage zu entsprechen), Health und die Unterstützung der Medizin-Forschung zum Wohle aller, die neue Transparenz, die mit Tim Cook deutlich besser geworden ist usw. Von anderer Seite hört man da deutlich weniger, wenn es um letztlich sozial-ökologisches Engagement geht.

Ebenso wenig verstehe ich die geschürte Angst um Krankenkassen. Sollte man nicht Vertrauen zu seinem Arzt und zu seiner Krankenkasse haben? Was ist dabei, wenn sie meine sportlichen Aktivitäten oder meinen Blutdruck erfahren? Es kann kaum geschummelt werden. Therapien oder Empfehlungen sind so doch viel eher anpassbar, oder irre ich mich da. Letztlich geht es doch um die eigene Gesundheit - unser wertvollstes Gut überhaupt.

Letztlich finde ich es immer nur amüsant, wenn sich Kritiker über Apple und deren Gebühren auslassen - gleichzeitig aber Android-Handys, Facebook und Google Plus nutzen --- und das auch noch gut finden, da es ja deutlich preiswerter ist als Konkurrenzprodukte.

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gast22
gast22

Nicht "Gebühren" sondern "Gebaren"

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Bisher nicht so relevant
Bisher nicht so relevant

Evtl. liegt das auch an der aktuellen heutigen Google-Aktionärs-Hauptversammlung.

"Der Speicherplatz und die Rechenleistung für die Analyse der Bilder dürften jedoch erhebliche Kosten verursachen. "
Hat Facebook sowas nicht schon ewig länger ? Müsste inzwischen ja viel billiger sein.

Wenn gesuchte Verbrecher automatisch verglichen würden, hätten wohl die wenigsten etwas dagegen. Oder wollt Ihr deren Steuern, Sozialkassen (Rente, Krankenkasse, Arbeitslosen-Versicherung), GEZ und Alimente weiterhin mitbezahlen ? Na also.
Oder die Bilder von den Milchtüten oder gefundenen Opfern deren Gesicht man digital rekonstruiert hat. Im Prinzip auch entlaufene Haustiere. Bilder-Abgleich muss nicht böse sein. Das die Bösen es auch nutzen ist natürlich klar, aber nur weil fast alle Bankräuber im Auto fliehen muss man ja keine Autos verbieten.

Es gibt ja auch Linke die bisher keine digitale Bürger-Mitbeteiligung oder Verwaltungs-Digitalisierung geschaffen haben und Google zerschlagen wollen. Da freut sich Apple weil deren Gewinne wohl gleich bleiben werden. Wollt Ihr mit BING oder Quaro (europäisches Millionen-Projekt, die Europäische Suchmaschine) suchen wo vielleicht negative Rezensionen oder Kritik gefiltert werden ? Altavista und ftpsearch gibts ja kaum noch oder gar nicht mehr.
Das man keine unnötigen Daten sammeln sollte, sollte klar sein. Das Thema interessiert aber bisher kaum jemanden und technische Berichte in manchen Medien sind oft von erstaunlichem Unwissen gefüllt.

Sinnvoll wäre ja auch das Trackings nur die nötigsten Daten enthalten. Denn iWatch-User werden sich nicht verbieten lassen bei Nike-Power oder deutscher Sport-Gesellschaft oder Krankenkasse o.ä. ihre Tracks hochzuladen. Und das sich solche Dienste ratz fatz ausbilden werden sollte klar sein. Apple hat ja auch mit Twitter zusammengearbeitet und es damals (vor 3-5 Jahren vermutlich) in iOS4 oder 5 oder 6 eingebaut. Zumindest wäre gut wenn iWatch-User nicht ausspioniert werden würden und Apple deren Interessen wahrt.

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