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Wie Apple: Google arbeitet an eigenen Prozessoren für seine Pixel-Smartphones

Das Google Pixel ist zusammen mit HTC entwickelt worden. (Foto: t3n)

Googles Pixel-Smartphones werden allem Anschein nach bald selbst entwickelte Prozessoren an Bord haben. Mit Manu Gulati hat Google sich einen führenden Prozessor-Architekten von Apple geschnappt.

Für kommende Pixel-Smartphones: Google baut eigene Chip-Abteilung auf

Google will sich bei der Entwicklung seiner Pixel-Smartphones offenbar mehr an Apple orientieren. Apple entwickelt schon seit Jahren speziell angepasste Prozessoren für seine iPhones und iPads, die perfekt an die Software angepasst sind. Damit kann Apple ein möglichst rundes Nutzer-Erlebnis garantieren. Aus diesem Grund performt auch ein iPhone mit zwei Rechenkernen und zwei Gigabyte RAM genauso gut wie ein Android-Smartphone mit Achtkern-Prozessor und drei Gigabyte RAM. Überdies ist es immer noch stromsparender, wobei Google in letzterem Aspekt sein OS auch schon verbessert hat.

Damit Googles Pixel-Geräte in Zukunft genauso rund laufen, hat Google sich den leitenden Chipentwickler für Apples A-Prozessor-Reihe, Manu Gulati, geschnappt. Er arbeitet seit Mai dieses Jahres bei Google als „Lead-SoC-Architect“, also Chefentwickler für Googles eigene Prozessoren. Gulati kündigte dem Magazin The Variety zufolge seinen Jobwechsel erst vor wenigen Tagen über LinkedIn an.

Manu Gulati war auch an der Entwicklung von Apples A4-Prozessor beteiligt. (Bild: Apple)

Gulati hat zwischen 2009 und April 2017 bei Apple gearbeitet und war maßgeblich für die Entwicklung der A-Prozessoren verantwortlich, die in iPhones, iPads und im Apple TV verbaut sind. Apple setzt seit 2010 auf seine hauseigenen Chips. Der erste Custom-Prozessor, der A4-Chip, wurde im ersten iPad verbaut. Auch in den zuletzt angekündigten iPad Pros mit 10,5- und 12,9-Zoll-Display steckt ein Prozessor der A-Reihe, wie auch im iPhone 7.

An der Entwicklung weiterer A-Prozessoren wird Gulati nichts mehr zu tun haben, stattdessen werden er und sein Team bei Google an optimierten Chips für die Pixel-Smartphones arbeiten. Dieser Aspekt geht zwar nicht direkt aus seinem Stellenprofil auf LinkedIn hervor, Google hat zurzeit aber weitere Stellen ausgeschrieben, die speziell auf die Entwicklung von Mobilprozessoren ausgelegt sind. Unter anderem sind Stellen für einen „Hardware Engineer, Mobile SoC Architect“, einen „Mobile SoC CPU Architect“ sowie einen „Mobile SoC Memory Architect“ ausgeschrieben. In den Stellenausschreibungen wird deutlich, dass Google eine Entwicklungs-Abteilung aufbaut, um eine eigene Prozessor-Architektur für Smartphones und Tablets zu definieren.

Gänzlich neu sind Googles Bestrebungen, eine eigene Chip-Abteilung aufzubauen, nicht. Schon im Herbst 2015 hatte das Unternehmen nach Prozessor-Experten gesucht.

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Pixel-Smartphones von Google mit eigenem Prozessor – wohl frühestens 2018

Mit der Entwicklung einer eigenen Prozessor-Architektur dürften die künftigen Pixel-Geräte ähnlich wie Apples iPhones einige Vorteile gegenüber den Prozessoren von Qualcomm oder anderen Chipschmieden haben. Bisherige Pixel- und Nexus-Modelle basierten auf den gleichen Chips wie die Produkte anderer Hersteller wie Samsung, HTC, LG und Asus. Entsprechend ähnlich sind sich die Geräte in puncto Ausstattung und Performance. Mit einem eigenen Prozessor, der perfekt mit der Software zusammenspielt, stehen Google neue Möglichkeiten offen.

Google plant schon seit geraumer Zeit, Smartphones mit KI-Chips auszurüsten. (Bild: Movidius)

Bei künftigen Pixel-Smartphones mit Googles eigener Chip-Architektur könnte es nicht nur möglich sein, Performance und Akkulaufzeit merklich zu verbessern, sondern auch den immer wichtiger werdenden Aspekt der künstlichen Intelligenz von der Cloud lokal auf das Gerät zu verfrachten. Die ersten Pläne Googles in Kooperation mit dem Spezialisten für KI-Chips Movidius, „smartere Smartphones“ zu bauen, dürften durch die Übernahme des Startups durch Intel gescheitert sein. Mit der für Mobilgeräte angepassten  Machine-Learning-Bibliothek Tensorflow Lite, die Google auf der Entwicklerkonferenz I/O 2017 im Mai angekündigt hatte, wird Google schon mit Android 8.0 Deep Learning auf Smartphones verlagern. Das dürfte aber nur der Anfang sein.

Damit aber nicht genug: Eines der weiteren größeren Android-Probleme könnte Google zumindest bei den Pixel-Phones unter Kontrolle bringen – die Sache mit den „äußerst frustrierenden Updates“. Sicherlich bietet Google für seine Pixel-Geräte eine verhältnismäßig lange Update-Garantie von zwei Jahren, im direkten Vergleich mit Apple ist das dennoch kurz: Selbst das iPhone 5s und das iPad mini 2, die jeweils 2013 angekündigt wurden, bekommen noch das Update auf iOS 11.

Kommende Pixel-Smartphones mit KI-Chip

Tensorflow Lite wird Bestandteil von Android. (Screenshot: Google)

Dass Google und auch andere Hersteller ihre Geräte nicht länger als zwei Jahre mit Updates versorgen, hat teilweise sicherlich auch mit Kostengründen zu tun. Der andere Faktor ist allerdings, dass Chipentwickler wie Qualcomm notwendige Treiber für neue OS-Versionen nicht mehr anbieten. Mit den hauseigenen Chips könnte Google Treiber und die Firmware stets aktuell halten und entsprechend länger OS-Updates bieten – außerdem könnte Google sie gar quelloffen anbieten.

Bis Google erste Pixel-Smartphones und -Tablets mit eigenen Prozessoren auf den Markt bringen wird, dürfte aber noch eine Weile vergehen. Frühestens im nächsten Jahr im Herbst könnte es soweit sein. In diesem Jahr werden Googles Pixel-2-Modelle wohl noch mit Qualcomms 835-Prozessor bestückt sein.

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