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Wieso Apple iBeacon besser weiterhin versteckt [Kommentar]

Wieso Apple iBeacon besser weiterhin versteckt [Kommentar]

lässt seinen NFC-Konkurrenten fast unter den Tisch fallen, eine ganze Branche rätselt wieso. Dabei ist es offensichtlich, wieso Apple den Deckel auf iBeacon hält – und das besser noch eine weitere Weile so beibehält.

Wieso Apple iBeacon besser weiterhin versteckt [Kommentar]
Bild: Ivan Bandura / Flickr Lizenz: CC BY 2.0

In den letzten Stunden und Tagen geht ein Wort durch die Tech-Blogs: iBeacon. Die Apple-Funktion setzt auf das Bluetooth-Low-Energy-Profile (BLE), um Indoor-Navigation in Ladenlokalen und ortsabhängiges Marketing umzusetzen. Handys sollen so in Geschäften durch die Gänge navigieren und Botschaften vom jeweiligen Händler auf dem Handy-Display anzeigen – samt Rabatten, Sonderangeboten und mobiler Zahlungsfunktion. Nahezu jeder Autor sieht in dieser Funktion etwas Grandioses, Tolles: den NFC-Killer, eine geheime Revolution und was da noch für fantasievolle Headlines durch den Äther schwirren – bei mir heißt der entsprechende verheißungsschwangere Titel „Apple iBeacon – Undercover-Angriff auf NFC“.

Und nahezu unisono stellt jeder der Kollegen mal mehr oder weniger nebenbei eine Frage: Wieso hat Apple diese allerortens als Killer-Technologie bezeichnete Funktion denn so versteckt, dass man nirgends einen Hinweis auf iBeacons findet? Weder bei der iPhone-5S-Beschreibung, noch bei iOS7 wurde irgendetwas auf der diesjährigen Keynote erwähnt. Null Marketing, nur auf der Entwickler-Konferenz WWDC wurde iBeacon fast beiläufig erwähnt. Die Antwort liegt in Apples Philosophie begraben, das Nutzer-Erlebnis unter Kontrolle zu haben, damit ein durchwegs positives Erlebnis entstehen kann. Einfacher ausgedrückt stellt Apple das Benutzer-Erlebnis in den Vordergrund. Und genau das ist der Grund für das fehlende Marketing, für die fehlenden Erwähnungen von iBeacon: Es gibt noch kein Benutzer-Erlebnis.

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Apples Produkt-Philosophie hält iBeacon noch etwas versteckt. (Foto: Ivan Bandura / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Wieso sich niemand für NFC interessiert

Die Industrie begeht mit nervtötender Kontinuität immer wieder den selben Fehler: Produkte werden um technische Standards herum kreiert, statt technische Standards um Produkte herum zu schaffen. Konkreter an Beispielen: Bei UMTS wurde erst ein Standard geschaffen, dann wurden Überlegungen angestellt, was wohl die Killer-Funktion wäre. Bei NFC wird seit langem der selbe Fehler begangen. Es ist zwar von Anfang an klar gewesen, dass diese Standards einen technischen Nutzen haben werden. Aber es ist nicht klar gewesen, welchen Nutzen der Kunde von den Standards hat. Trotzdem wurden die Standards breit beworben. Mit dem Effekt, dass viele Kunden keine konkrete Vorstellung vom Sinn und Zweck dieser Standards vermittelt bekommen haben – was sich bis heute als „Nicht-Wissen“ erhalten hat.

Der Mobile-Payment-Sektor agiert heute zumindest im Bereich Transaktionsabwicklung oft ähnlich: Zeitersparnis ist ein immer wieder postulierter Vorteil bei NFC-Zahlungen an der Kasse. Betrachte ich Leserkommentare und Kommentare aus dem Handel, dann ist das ein erfundenes Killer-Feature, frei nach dem gefühlten Motto „Etwas anderes fällt uns gerade nicht ein“. Darüber hinaus ist die Mobile-Payment-Branche zu großen Teilen mit unreifen Produkten unterwegs: Der Einsatz eines NFC-Stickers bei mpass, dem Bezahldienst der Netzbetreiber, ist geradezu lachhaft. Die NFC-basierten Payment-Dienste hätten erst das Licht der Welt erblicken dürfen, wenn ein angenehmes Nutzer-Erlebnis gesichert ist: NFC im Handy, unkomplizierte Bedienung, ausreichend weite Verbreitung im Handel, instruiertes Bedienpersonal. Stattdessen ist Mobile Payment in Deutschland effektiv nicht vorhanden, wie unser Autor Maik Klotz im frustrierenden Selbsttest bewiesen hat.

NFC-Payment (Screenshot: Girogo)
NFC-Payment statt Apple iBeacon. (Screenshot: Girogo)

Apple iBeacon – Die schleichende Langzeit-Evolution

Was das jetzt mit Apple iBeacon zu tun hat? Alles. Und nichts. Apple hätte auf den NFC-Zug aufspringen können, aber hat es – wie man jetzt erkennen kann – mit Absicht unterlassen. Mit dem Bluetooth-Low-Energy-Standard, der schon seit dem iPhone 4S unterstützt wird, hat Apple still und leise eine Alternative platziert und ihre Verbreitung vorbereitet. Mit der Einführung von iBeacon hat es den nun recht weit verbreiteten Hardware-Standard softwaretechnisch aufgegriffen und verarbeitet – und eine Software-Plattform beziehungsweise auch eine Schnittstellen-Plattform geschaffen, die allen Entwicklern und Startup-Unternehmen die Basis liefert, um über spannende ortsabhängige Dienste nachzudenken. Sobald diese Dienste in ausreichender Zahl am Start sind und ein positives Nutzer-Erlebnis damit gesichert ist, wird iBeacon das Licht der Welt im vollen Spot-Light erblicken – und nicht nur am Rande in den Schatten gedrückt. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass nebenher schon ein Payment-Dienst „Designed by Apple in California“ im Verborgenen auf den richtigen Moment für seinen Auftritt wartet: Sobald die Hardware-Verbreitung im Handel steht, sobald sich die Killer-Features gebildet haben und damit eindeutig erkennbar ist, welchen Nutzen der Kunde von iBeacon hat – dann erst werden wir den Namen iBeacon in einer Keynote hören.

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Apple iBeacon in der WWDC-Präsentation. (Bild: way2ios /Apple WWDC)

Fazit: Apple iBeacon bleibt noch undercover – und das ist gut so

Apple scheint planvoll zu handeln und hat offensichtlich durch den Verzicht auf NFC Weitsicht bewiesen. Jetzt heißt es weiterhin die Füße stillhalten und iBeacon in der Stille zu einem funktionierenden, weit verbreiteten System mit umfangreich angebundenem Ökosystem heranreifen lassen. Eigentlich eine Spezialität von Apple, wie die Historie um den iTunes- und den App-Store belegen kann. Eines wollen wir aber nicht verschweigen im abschließenden Fazit: Die abwartende Haltung ist nicht rein einer User-zentrierten Denke geschuldet. Werbebotschaften direkt auf Endgeräte eines Kunden zu senden, könnte sich als Werbe-Goldgrube des Jahrhunderts erweisen – und damit könnte iBeacon auch zur Nervensäge des Jahrhunderts werden. Wer will schon ständig irgendwelche Push-Nachrichten auf sein Handy bekommen, während er durch ein Kaufhaus spaziert? Auch kommen wieder Gedanken an den gläsernen Kunden hervor, wenn man sich das Szenario vorstellt. Da möchte ich mir erlauben, ein abschließendes mahnendes Menetekel an die Wände in Cupertino zu schreiben: Apple, schütze das Nutzer-Erlebnis vor solchen Auswüchsen! Sonst war die ganze schöne Vorbereitung für die Katz.

PS: Die BLE-Technologie steht auch für Android zur Verfügung und Paypal sitzt durch „Paypal Beacon“ mit einer eigenen Variante in den Startlöchern – die ich als etwas albern empfinde. Und ebenfalls Technik-zentriert, statt User-zentriert. Oder auch eher Handels-zentriert. Aber ich beginne mich zu wiederholen.

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9 Antworten
  1. von Alexander Kazachkov am 04.10.2013 (19:17 Uhr)

    Wo kann man diese Technologie vernünftig einsetzen? Werbung ist ein weiter Fächer.
    Ich denke es wäre cool, die Freundeortung zu verbessern: Ihr wollt euch treffen, wisst schonmal durch die App, dass der Treffpunkt im Kino ist. Da sind aber virle Leute. Durch auf beiden Seiten genutzer BLE Technologie lotst das Handy direkt zum anderen Freund. Oder, es gibt viele Messen - da hat man im Vorraus angegeben, für was man sich interessiert, z. Bsp. Wirtschaftswesen. Und ohne zuvor vorm Eingang die App zu benutzen kommunizieren die Messestände, dass sie deinem Thema entdprechen und ihr Aufenthaltsort landet samt Vorstellungsplan auf dem Display. Oder auch ganz gut ist die Kommunikation (sehr empfehelnswert im Ausland) von einer Basisstation im Restaurant und deinem Handy. Nach Erteiligug des Wunsches wird die Speisekarte in deiner Sprache angezeigt.

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  2. von Jochen G. Fuchs am 04.10.2013 (23:00 Uhr)

    @Alexander
    Ja, die Indoor-Navigation eröffnet solche Möglichkeiten, wie deine interessanten Ideen. ;-)

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  3. von marlan am 06.10.2013 (10:56 Uhr)

    Bekommt man die Artikel eigentlich von Apple so geliefert?
    Das sich NFC noch nicht als Bezahlsystem durchgesetzt hat, dürfte auch an der fehlenden Unterstützung seitens Apple liegen.
    Das Apple die (wenige Cent teuren) Chips nicht in seine Geräte einbaut und damit diese Technik sabotiert, finde ich sehr ärgerlich.
    BLE und NFC sind ja keine austauschbaren Technologien, sondern würden sich ggf. auch gut ergänzen, da NFC Tags keine Stromversorgung benötigen dafür aber viel weniger Reichweite haben.
    Wenn ich mir die Bewertungen für NFC Tags auf Amazon anschaue, scheint die Technologie durchaus auch bei den Anwendern angekommen zu sein. Die neuen Objektive und Kameras von Sony zeigen auch, dass es durchaus auch Nutzungsmöglichkeiten für NFC gibt, die über Bezahlsysteme hinausgehen.

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  4. von Jochen G. Fuchs am 06.10.2013 (17:21 Uhr)

    @Marlan
    Bekommt man solche Kommentare eigentlich von der Zahlungsindustrie geliefert? :D

    Nein mal im Ernst, ich sehe das ganz anders wie Du:

    Die mangelnde Verbreitung von NFC in der Zahlungsindustrie hat nichts mit Apple zu tun, sondern mit der Tatsache dass es keine Verbreitung gibt. Du kannst mit keinem in Deutschland erhältlichen NFC-fähigen Handy kontaktlos bezahlen. (Schau dir gerne an was mein Kollege Maik erlebt hat bei einem Selbst-Versuch: http://t3n.de/news/mobile-payment-deutschland-fazit-492090/) Dafür sind Unmengen von EC-Karten mit NFC und eine kleine Anzahl kleiner, sinnloser NFC-Aufkleber, die diese Funktion nachrüsten unterwegs. Kein Mobile-Payment-Anbieter (falls nicht gerade gestern einer mit einer Lösung aus der Torte gesprungen seit sollte) hat sich mit einem Netzbetreiber zusammengesetzt und eine Lösung geschaffen, die direkt auf der NFC-Funktion des Handys beruht.

    Wenn man jetzt Fair sein möchte, muss man anmerken, dass natürlich die Zahlungsindustrie nicht alleine an dieser Entwicklung beteiligt ist, sondern Netzbetreiber und Geräte-Hersteller ebenfalls. Ein doppeltes „Aber“: Die Zahlungsindustrie ist die treibende Kraft hinter solchen Entwicklungen - oder sollte es zumindest sein. Und so suche ich den Fehler im System eher dort, wie bei Netzbetreibern und Herstellern. Netzbetreiber-Projekte mit NFC gibt es: Touch & Travel bei der Bahn zum Beispiel, die Hersteller liefern seit Jahren Geräte entweder mit NFC oder in zwei Varianten NFC/Nicht-NFC: Das beliebte S3 Mini von Samsung war von Anfang an auch als NFC-Variante erhältlich. Zum selben Handels-EK. Nur konnten weder Handel noch Kunde viel damit anfangen.

    NFC beim Endkunden angekommen? Nein definitiv nicht. Ich habe viele Jahre einen Kunden betreut, der für einen großen deutschen Netzbetreiber externes Personal auf nahezu allen deutschen Großflächen-Märkten koordiniert. Aus diesen Erfahrungen, sowohl eigene auf der Fläche, als auch die von hunderten Mitarbeitern kann ich etwas verraten: Der Durchschnittskunde weiß nicht was NFC ist, und wenn er es weiß kann er dir nicht sagen was er damit anfangen soll. Der Durchschnitts-Verkäufer übrigens auch nicht. Und zwar bei Beiden nicht mangels Kompetenz, sondern mangels eines Anwendungszwecks - oder sagen wir besser eines Anwendungszwecks der mehr als ein irritiertes Schulterzucken hervorruft.

    Dein Beispiel mit Amazon weist für mich keinen repräsentativen Charakter auf. Amazon führt sage und schreibe 23 Produkte die mit dem Suchbegriff NFC-Tags assoziiert werden: http://www.amazon.de/tag/nfc%20tags/products

    Davon führt der meistbewertete Artikel exakt 39 Bewertungen auf. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, mir anzuschauen wieviele davon positiv sind, das erachte ich bei dieser eindeutigen statistischen Unzulänglichkeit für unnötig. Wir haben weit mehr als Hundert Millionen Mobilfunk-Kunden in Deutschland - von denen ein niedriger, einstelliger Prozentsatz als Early-Adopter betrachtet wird. Das ergibt eine potentielle Zielgruppe die ein wenig größer als 39 x 23 ist.

    Das NFC eine Daseinsberechtigung neben BLE haben könnte, das will ich gar nicht bestreiten. Dein Sony-Beispiel ist ein toller Ansatz, danke für den Hinweis. Aber ich denke in dem von mir beschriebenen Kontext wird BLE NFC ins Aus befördern.

    Wohlgemerkt BLE - nicht Apple.

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  5. von marlan am 06.10.2013 (19:34 Uhr)

    Das bargeldlose Zahlen befindet sich ja erst noch im Aufbau, der Ausbau erfordert erhebliche Investitionen,
    wenn dann ein so wichtiger Player wie Apple NFC nicht unterstützt, ist das natürlich nicht besonders förderlich für die Verbreitung.
    Davon abgesehen ist das ja kein Argument für oder gegen NFC,
    da die von Dir in dem Artikel angepriesene iBeacon Lösung m.w. auch überhaupt keine Verbreitung hat (wie auch alle anderen bisherigen Lösungen beim bargeldlosen Zahlen).
    Soweit ich das verstanden habe, ist iBeacon auch mal wieder so eine Apple only Insellösung,
    die sich dann vermutlich auch wieder nur auf Starbucks & co beschränken wird.

    Bzgl. der Bewertungen bei Amazon, die Tags sind fast alle überdurchschnittlich bewertet (4,5-5 Sterne).
    Tenor der meisten Bewertungen ist, dass die Möglichkeiten von NFC zwar nicht so offensichtlich sind,
    es sich aber äußerst nützlich einsetzen lässt.

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  6. von Rigoice am 06.10.2013 (22:17 Uhr)

    Ich finde die Dikussion spannend. Hier wird tatsächlich eine Technologie direkt an ein Unternehmen geknüpft. Alles in allem kommt Apple hier gut bei weg:

    1. Wenn Apple Schuld daran ist, dass NFC sich nicht verbreitet, dann kann Samsung ja einpacken und braucht sich gar nicht mehr so aufzuspielen. Dann werden sie auf ewig kopieren. Sorry, aber wenn ich eine Technologie habe und es nicht schaffe sie am Markt vernünftig zu platzieren, sondern auf meine Konkurrenz hoffen muss... Schon etwas armselig der Gedanke.

    2. Wenn BLE tatsächlich (was ich glaube) NFC verdrängt bevor es richtig da war, dann würde ich sagen hat Apple mal wieder den richtigen Riecher gehabt und die Konkurrenz auf das falsche Pferd gesetzt.

    Wie auch immer. Die Schuld für ein potentielles Scheitern bei Apple zu suchen ist entweder falsch oder ein Armutszeugnis für die Konkurrenten.

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  7. von marlan am 06.10.2013 (23:37 Uhr)

    @Rigoice
    Damit sich herstellerübergreifende Standards wie NFC durchsetzen, ist nunmal eine
    breite Unterstützung wichtig. Was das jetzt mit Samsung zutun haben soll verstehe
    ich zwar nicht aber egal.

    BLE ist übrigens auch Herstellerübergreifend,
    wird afaik bisher aber nur von Android und Apple unterstützt.
    Das hat definitiv auch eine große Zukunft, hat aber eigentlich eine andere Ausrichtung als Bezahldienste,
    da eine Reichweite von 10Metern in dem Bereich auch ein paar negative Aspekte
    mit sich bringen.
    Was mir nach dem Artikel und dem Kommentar jetzt auch nicht so ganz klar geworden ist,
    was spricht denn für iBeacon als Bezahldienst im Gegensatz zu einer NFC Lösung?

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  8. von Jochen G. Fuchs am 07.10.2013 (10:23 Uhr)

    @Marlan

    „wenn dann ein so wichtiger Player wie Apple NFC nicht unterstützt, ist das natürlich nicht besonders förderlich für die Verbreitung.“
    Da würde ich mir keine Sorgen machen, die schiere Masse der Android-Endgeräte reicht völlig aus um für eine Verbreitung zu sorgen.

    Weitergehen empfehle ich dir den Hintergrund-Artikel zu dem Kommentar:
    http://t3n.de/news/apple-ibeacon-nfc-499992/

    Aus dem geht hervor, das es sich eben nicht um eine Apple-Insellösung handelt, sondern schlicht um den Industrie-Standard Bluetooth-Low-Energy, Stichwort Bluetooth 4.0.

    „Damit sich herstellerübergreifende Standards wie NFC durchsetzen, ist nunmal eine
    breite Unterstützung wichtig. Was das jetzt mit Samsung zutun haben soll verstehe
    ich zwar nicht aber egal.“
    Samsung engagiert sich stark für den NFC-Standard. Davon abgesehen dreht Rigoice deinen argumentativen Spieß „Apple ist Schuld an der schlechten NFC Verbreitung“ einfach um und sagt „Samsung ist selber Schuld, wenn sie das nicht auf die Reihe bekommen.“ Logischer Versuch finde ich.

    „Was mir nach dem Artikel und dem Kommentar jetzt auch nicht so ganz klar geworden ist,
    was spricht denn für iBeacon als Bezahldienst im Gegensatz zu einer NFC Lösung?“
    Das steht ausführlich im Hintergrund-Artikel und im Kommentar, allerdings begrenzt sich die Botschaft hier ja nicht auf das Thema Payment.

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  9. von Matthias Hartmann am 08.10.2013 (22:53 Uhr)

    Interessante Diskussion, danke.

    Aber was mich jetzt brennend interessieren würde.
    Warum genau soll BLE denn NFC "vom Thron stossen"?
    (Um mal von dem A) nervenden Vergleich Apple vs Samsung und B) iBeacon vs NFC wegzukommen)

    Hab ich was falsch verstanden oder sehe ich aus Kundensicht hier nicht 2 komplett unterschiedliche Einsatzszenarien und auch Einsatzorte/Geräte?
    Was ist BLE vs NFC eigentlich?
    höhere Reichweite vs minimale Reichweite
    wenig stromverbrauchende Elemente vs stromlose passive Elemente
    Payment mit BLE? never bei 10m+ Radius...
    Ortung mit NFC? ist BLE im Vorteil mit 10m Radius
    ich denke, die Liste ist noch erweiterbar

    Also wenn aus Kundensicht betrachtet, müsste man doch sagen, dass man ein Gerät will, welches beides kann?
    Und wieso in so einem Artikel davon geredet wird, warum NFC failed, wenn gleichzeitig behauptet wird, dass Unmengen von Karten im Umlauf sind...
    Ich gehöre zwar zu den wenigen Menschen, die technikgeil genug sind. Aber ich kann fast an jedem Kiosk mit meiner NFC Mastercard bezahlen, bei Beträgen unter 40 Schweizer Franken auch ohne PIN. In Zukunft vielleicht sogar mal mit dem Handy (wenn sich alle denn endlich mal zusammenreissen würden).
    Mein Handy entsperren wie mit einem NFC Ring kann ich wohl auch nicht mit BLE (oder wäre dann mein Handy in den 10m immer entsperrt?)
    Wenn ich die Sound-Böxlein koppeln will, stell ich mir draussen zB am See mit NFC auch angenehmer vor (Keine Ahnung wie das mit BLE gemacht werden würde).
    Ich will ja BLE bzw Beacon gar nicht schlecht reden. Ich würde es gerne in Zukunft nutzen.

    Aber warum man das auf einen Konflikt Apple vs Samsung oder generell BLE vs NFC auslegen soll, ist mir trotzdem nicht ganz schleierhaft.
    Schliesslich habe ich auch noch Mobiles Internet und stationäres Internet. Mobiles Telefon und Festnetz. Das läuft schliesslich auch auf hohe vs niedrige Reichweite raus... beides hat Vor- und Nachteile im jeweiligen Gebiet. Und technisch vergleichbar finde ich sie ebenso wenig wie Fibre gegen Funk.
    Bluetooth würde ich wahrscheinlich zu 90% ausgeschaltet haben, wenn ich die ganze Zeit mit irgendwelchen Opportunities zubombadiert werde. Und wenn es dann darum geht was bestimmtes all dieser Möglichkeiten auszuwählen, ist NFC wenigstens in der Lage aus nächster Nähe zu sagen: "OK , mit dir will ich jetzt was anstellen, dies will ich machen über BLE, WLAN, UMTS oder einfach nur rück die Info raus!" Und da ist NFC dann wohl auch wieder im Rennen.
    Zumal in DE anders als bei uns in der Schweiz ja Android zu fast 80% dominiert und somit "iBeacons" schon mal nicht der Renner für jedermann werden kann...

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