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Apple iOS: Jede fünfte App hat Zugang zu deinem Adressbuch – ohne zu fragen

19 Prozent der Apps in Apples App Store greifen – einmal installiert – auf das Adressbuch des iPhone- oder iPad-Users zu, ohne um Erlaubnis gefragt bzw. über den Zugriff informiert zu haben. Ganze 41 Prozent lokalisieren den Standort des iPhone-Besitzers – ebenfalls ohne Genehmigung. Noch viel schlimmer: Über 40 Prozent der Apps verschlüsseln die abgegriffenen Daten nicht einmal und öffnen so dem Missbrauch Tür und Tor.

Apple iOS: Jede fünfte App hat Zugang zu deinem Adressbuch – ohne zu fragen

iOS Apps: Mangelhafte Verschlüsselung

Die alarmierenden Zahlen gehen aus einem Bericht des Antivirus-Spezialisten Bitdefender hervor, der 65.000 im App Store vorhandenen unter die Lupe genommen hat. Bitdefender-Security-Expertin Catalin Cosoi ortet eine „beunruhigende Landschaft mangelhafter Verschlüsselung von Userdaten, verbreiteter Standortbestimmung und einen stillschweigenden, ungerechtfertigten Zugriff auf Adressdaten“, wie mobile entertainment berichtet.

Beunruhigend: Apps in Apples App Store (Foto: Cristiano Betta / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Mit dem Erscheinen von Apples neuem Betriebssystem iOS 6 soll sich die unbefriedigende Lage aber ändern. Nach dem Datendebakel um die Path-App – die App schaufelte das vollständige Adressbuch der User ohne deren Wissen auf die Server des sozialen Netzwerks – hat bei iOS 6 in Sachen Datenschutz nachgebessert. Künftig soll der User um Erlaubnis gebeten werden, wenn z.B. ein Zugriff auf Adressdaten erfolgen soll. Damit wissen Nutzer von iOS-Geräten in Zukunft, welche Apps auf persönliche Daten zugreifen. Ob diese Apps die Daten auch verschlüsseln, darüber wird aber auch weiter Unklarheit herrschen, wie es bei Cult of Mac heißt.

AppGuard kontrolliert Android-Apps

Das Schnüffel-App-Problem ist aber nicht auf iOS-Geräte beschränkt. Auch Android-Apps verschaffen sich intransparent Zugang zu den Daten von Smartphone-Nutzern. Seit kurzem gibt es zumindest in diesem Bereich aber Abhilfe. Informatiker der Universität Saarbrücken haben mit SRT AppGuard eine App gegen schnüffelnde Apps entwickelt. Der AppGuard kontrolliert und überwacht andere Apps, der User kann so in den meisten Fällen einstellen, was eine App darf und was nicht. Der SRT AppGuard ist derzeit nicht im Google Play Store erhältlich, kann aber auf der Website von Entwickler Michael Backes kostenlos heruntergeladen werden.

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10 Antworten
  1. von Timo am 20.07.2012 (11:59Uhr)

    Wie ist denn bitte Android von dem Problem betroffen? Mein Smartphone (Android 2.3) zeigt mir bei jeder Installation an, auf welche Daten die App zugreifen kann und fragt explizit nach, wenn sich daran etwas ändert.

  2. von Daniel Ahrend via facebook am 20.07.2012 (12:22Uhr)

    könnte, aber das wäre für Apple sicherlich kontraproduktiv

  3. von Mirko Brunner via facebook am 20.07.2012 (12:29Uhr)

    @Daniel, wird! Ich habe die Beta zu iOS6 auf mein iPhone. Hier kann man als Developer nicht mehr ohne der Erlaubnis des Nutzers auf sensible Daten zugreifen.

  4. von Daniel Ahrend via facebook am 20.07.2012 (12:30Uhr)

    Ah, okay. Das ist ja cool :)

  5. von Eric Flat via facebook am 20.07.2012 (13:04Uhr)

    Lustig, dass Android das seit der ersten Version macht.

  6. von Die Drogensucht im Web 2.0 Zeitalter: De… am 21.07.2012 (14:27Uhr)

    [...] dass wir nur noch Werbung eingeblendet bekommen, die uns auch wirklich anspricht (wussten Sie, dass jede 5. App unsere Telefonbücher ausspioniert und fast die Hälfte uns lokalisiert?), empfangen wir permanent “Kauf-mich” Reize – und selbst der hartgesottenste [...]

  7. von Timeeeeeee am 22.07.2012 (03:55Uhr)

    @Eric Flat:
    Lustig, dass Android bei App Installation den Benutzer immer nervt mit Hinweis und deshalb alle Benutzer wie unter Windows gedankenlos auf ok klicken, weil sie nicht den langen Text an geforderten Rechten der App durchlesen wollen. Nach der Installation nervt die App nicht mit Hinweisen, wenn sie das Adressbuch auslesen will. iOS 6 fragt interaktiv, aber Android nicht. Lustig, dass Android diese Möglichkeit nie wahrgenommen hat.

    Übrigens: Was ist mit Passbook unter Android? Warum funktionieren OTA-Updates oft nur auf den Googlemodellen (momentan Nexus)? Warum gibt es keinen einheitlichen Musik-, Video- und Büchereinkauf unter Android? Warum kann man nicht den Großteil der Daten mit PC oder Mac synchronisieren? Warum gibt es keine guten Backups lokal oder in einer Cloud? Warum gibt es kwine Cloud wie iCloud, wodurch unterschiedliche Apps und unterschiedliche Geräte über die private Cloud Daten teilen können (hier Appigo Todo für iPhone und iPad)? Warum laufen unter Android oft Dinge nicht, die unter iPhone/iPad laufen, weil gewisse Dinge vorgeschrieben wurden und deshalb ein bekannter Standard sind? Warum ist das Design von Android allgemein so schrecklich wie der Telefonhörer unter Android 4 lediglich mit einfachem billigem Beveleffekt? Warum hat Android erst jetzt Triple Buffering usw. bekommen, was sogar Win Phone von Anfang an hatte? Ich könnte noch ewig weiter machen, aber ich möchte nicht nerven.

  8. von contyp am 24.07.2012 (07:32Uhr)

    dann wäre doch eine Liste mit diesen "Saug-Apps" hier angebracht.

  9. von kpliester am 26.07.2012 (10:18Uhr)

    Ich weiß jetzt nicht ob das so schlimm ist. Bei Android kann man alles bei Google abspeichern, ist also auch nicht viel besser + fast jede App hat Zugriff auf Telefonfunktionen etc.

  10. von Licobo: Deutsches Startup will Online-Ad… am 10.04.2013 (09:03Uhr)

    [...] Apple iOS: Jede fünfte App hat Zugang zu deinem Adressbuch – ohne zu fragen – t3n News [...]

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