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Digitale Gesellschaft

Apple-Mitgründer Steve Wozniak: „Edward Snowden ist ein Held!“ [CeBIT 2014]

    Apple-Mitgründer Steve Wozniak: „Edward Snowden ist ein Held!“ [CeBIT 2014]

Steve Wozniak auf der CeBIT (Foto: Johannes Schuba)

Das Highlight des CeBIT-Konferenzprogramms: Apple-Mitbegründer Steve Wozniak. Rund eine Stunde beantworte er die Fragen von Moderator Brent Goff zu Apple, der NSA – und zu allerlei Privatem.

Steve Wozniak auf der CeBIT: „Ich habe kein Breitband-Internet zu Hause“

Die vielleicht skurrilste Anekdote gleich zu Beginn: „Ich habe bei mir zu Hause so lahmes Internet, dass ich nichtmal Netflix nutzen kann. Dabei lebe ich in der Stadt, in der auch Netflix beheimatet ist. Selbst bei iTunes warte ich schonmal 13 Stunden, bevor ich einen Film heruntergeladen habe“, erzählt Wozniak. Trotz dieser privaten Einschränkung beschäftigt er sich viel mit dem Netz und kommuniziert gerne übers Web. „Ich bekomme jeden Tag mehrere tausend E-Mails, habe aber absolut keine Zeit, die zu beantworten. Leider.“

Steve Wozniak auf der CeBIT: „minutiös durchgetakteter Tag.“ (Foto Johannes Schuba)
Steve Wozniak auf der CeBIT: „minutiös durchgetakteter Tag.“ (Foto Johannes Schuba)

Wozniak wirkt glaubwürdig, authentisch in dem, was er sagt. Auf seiner Tour durch die Startup-Halle am Nachmittag auf der CeBIT wirkt er stets interessiert, lässt sich Ideen erklären und gibt immer wieder ungefragt seine Visitenkarte ab. Die jungen Unternehmer sind überrascht, schüchtern geradezu, nehmen aber gerne an. Und lächeln stolz. Woz indes stolziert weiter – umgeben von einer Traube von Fans und Security. Dann, als er die Halle verlässt: Zeit für ein Selfie mit der Apple-Legende? Leider nein, er verschwindet – umgeben von Security-Guards – im Auto und lässt sich zu seiner nächsten Station fahren. Sein Tag auf der CeBIT ist minutiös durchgetaktet, keine Zeit für Verschnaufpausen oder Fan-Aktionen. Und trotzdem ist er stets gut gelaunt. Nicht zuletzt auf der Bühne.

„Edward Snowden ist ein Held!“

Auf Snowden und die NSA-Affäre angesprochen sagt der Apple-Mitgründer: „Was die NSA macht, ist illegal – und Edward Snowden hat es aufgedeckt. Er ist ein Held und sollte straffrei in die USA zurückkehren dürfen.“ Wozniak äußert sich sehr kritisch gegenüber dem aktuellen politischen System in den USA und deren Akteuren. „Sie finden immer einen Weg, etwas zu rechtfertigen. Mit Gesetzen, die aber wenig mit der Verfassung zu tun haben.“ Was er zu Tim Berners Lee’ Vorstoß meine, angesichts des 25-jährigen Jubiläum des Internets und der NSA-Affäre eine „‚Internet Users’ Bill of Rights“ zu schaffen? „Das begrüße ich sehr.“

Bei aller Ernsthaftigkeit: Wer mit Wozniak spricht, kann sich immer auf eine lustige Anekdote gefasst machen – egal wie schwertragend ein Thema ist. Auf die Frage, ob er denn Edward Snowden nicht mal treffen wollen würde, erzählt er wieder eine solche: „Ich war kürzlich in Moskau – eine private Einladung zu einem Apple-Museum. Da waren maximal 30 Leute. Und da sah ich einen jungen Typen, der sah genau wie Snowden aus. Als ich ihn darauf ansprach, verschwand er. Ich habe ihn dann nie wieder gesehen. Vielleicht war es Snowden? Ich werde es wohl nie erfahren.“

Steve Wozniak auf der CeBIT: Der Apple-Mitgründer war gut drauf und stand Rede und Antwort – nicht zuletzt auch bei Fragen aus dem Publikum (Foto: Johannes Schuba)
Steve Wozniak auf der CeBIT: Der Apple-Mitgründer war gut drauf und stand Rede und Antwort – nicht zuletzt auch bei Fragen aus dem Publikum. (Foto: Johannes Schuba)

Wozniak zu Apple: „Tim Cook macht einen guten Job“

Wer mit Steve Wozniak spricht, der spricht über Apple. Natürlich. Und so muss das versammelte Publikum nicht lange warten, bevor Moderator Brent Goff nach Wozniaks Einschätzung zur aktuellen Lage des Konzerns fragt. Ob Tim Cook einen guten Job mache oder ob er nicht gefeuert werden solle, wie einige kritische Stimmen in der Vergangenheit aufgrund des Aktienkurses des Konzerns immer wieder forderten? „Nein. Tim Cook macht einen guten Job. Er arbeitet sehr, sehr hart.“ Er verstehe auch diese Diskussion und die Kritik an Apple nicht. „Wer ist denn die Nummer Eins in der Tech-Welt? Wer ist das profitabelste Unternehmen im Technologie-Bereich? Ist das nicht Apple? Ich frage mich ernsthaft, auf Basis welcher Kennzahlen immer wieder diese Kritik geäußert wird.“

Wozniak – einer der Erfinder des Personal Computers; Eine Ikone der Computer-Technologie, der einen wichtigen Grundstein der digitalen Welt von heute gelegt hat. Welche Technologien ihn heute am meisten faszinieren? „Sprachsteuerung – Ich finde Siri super, auch die Google-Sprachsteuerung unter Android funktioniert sehr gut. Ich will nicht ständig nachdenken, was ich auf meinem Device machen möchte und dann überlegen, wie ich entsprechend durchs Interface navigiere“, erklärt Woz. So auch bei einem Selfie, das Moderator Brent Goff mit dem Apple-Mitgründer während des Gesprächs macht und twittert. „Das dauert mir immer zu lange. Ich will es einfach sagen und fertig, eben einfach machen!“

Das ist Wozniak  – ein Mann, der auch heute noch keine Zeit zu verlieren hat. Und doch: Bei der Verlosung eines Apple-II-Computers am Ende des Interviews, zieht er das Gewinnerlos und lässt sich das Gegenstück der Gewinnerin genau zeigen: „Man weiß ja nie, wer einem bescheißen will. so viel Zeit muss sein.“ Er sagt das natürlich mit einem Lächeln im Gesicht. Woz eben.

Steve Wozniak auf der CeBIT 2014

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1 Reaktionen
Ben Ricardo
Ben Ricardo

In den nächsten Tagen werden wohl weitere brisante Enthüllungen von Snowden veröffentlicht. Wohl handelt es sich hierbei um die Rolle der NSA bei der Tötung von Osama Bin Laden
http://ben-ricardo.com/2014/03/16/snowden-enthullt-osama-bin-laden-lebt/

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