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Digitales Leben

„To Apple, Love Taylor!“ – Wie Taylor Swift den IT-Giganten Apple in die Knie gezwungen hat

    „To Apple, Love Taylor!“ – Wie Taylor Swift den IT-Giganten Apple in die Knie gezwungen hat

Taylor Swift zählt laut Forbes zu den mächtigsten Frauen der Welt – wie mächtig sie ist, lässt sich daran erkennen, dass sie Apple in die Knie gezwungen hat: Künstler, die ihre Musik in Apple-Music anbieten, werden jetzt auch während der „Free-Trial“-Phase entlohnt. Was ist passiert?

Die ersten drei Monate von Apples neuem Streaming-Dienst sind für Nutzer gratis. Apple verdient in dieser Zeit keinen Cent und wollte insofern auch die Musiker während dieser Zeit nicht bezahlen. Das sorgte bereits vor Wochen für Kritik, doch das Unternehmen aus Cupertino blieb ruhig. Jetzt hat ein Tweet von Megastar Taylor Swift jedoch für frischen Wind in der Debatte gesorgt – denn Apple ist eingeknickt und hat angekündigt, dass auch die „Free-Trial“-Phase honoriert wird.

To Apple, Love Taylor! Pop-Megastar Taylor Swift schreibt offenen Brief an Apple

To Apple, Love Taylor! „Drei Monate sind eine lange Zeit, um nicht bezahlt zu werden – und es ist unfair!“ (Screenshot: YouTube)
To Apple, Love Taylor! „Drei Monate sind eine lange Zeit, um nicht bezahlt zu werden – und es ist unfair!“ (Screenshot: YouTube)

Der besagte Tweet enthielt jedoch keinen fiesen Rant, wie in sozialen Netzwerken oft üblich, sondern einen Link auf einen Tumblr-Blogtext mit dem Titel „To Apple, Love Taylor“, der äußerst respektvoll geschrieben war. „Ich schreibe diesen Beitrag, um zu erklären, warum ich mein Album „1989“ nicht in Apple-Music veröffentliche. Ich denke, die Entscheidung verdient eine Erklärung, weil Apple einer meiner besten Partner beim Verkauf von Musik ist und das Unternehmen mir die Möglichkeit gibt, mich mit meinen Fans zu verbinden. Ich respektiere das Unternehmen und die wirklich genialen Köpfe dahinter, die ein Vermächtnis basierend auf Innovation geschaffen haben!“

„Drei Monate sind eine lange Zeit, um nicht bezahlt zu werden – und es ist unfair!“

Die 26-Jährige war aber auch bemüht ihren Standpunkt in aller Deutlichkeit klarzumachen. Sie nannte die Apple-Music-Vertragsbedingungen unter anderem „schockierend, enttäuschend und komplett untypisch für diese sonst so fortschrittliche und großzügige Firma.“ Vor allem Newcomer-Bands würden unter diesen Bedingungen leiden, erklärte der Popstar und forderte Apple auf etwas zu ändern. „Drei Monate sind eine lange Zeit, um nicht bezahlt zu werden und es ist unfair, von jemandem zu verlangen, dass er ohne Lohn arbeitet“, schreibt Swift.

Der offene Brief stieß dabei auf ebenso offene Ohren – knapp 60 Millionen Twitter-Follower interagierten mit Favs und Retweets sowie unterstützenden Kommentaren. Apple reagierte darauf innerhalb weniger Stunden. Der Apple-Manager Eddy Cue antwortete mit einem eigenen Tweet: „Apple-Music wird die Künstler auch während der kostenlosen Probe-Abo-Zeit der Kunden bezahlen. Wir hören Euch, Taylor Swift und Indie-Künstler. In Liebe, Apple.“ Und alle so: „Ohhhhhh!“

Taylor Swift und Apple-Music: Marketing-Stunt oder ernsthafter Dialog?

Ob ernsthafter Dialog oder bloßer Marketing-Stunt lässt sich von Außen nur schwer beurteilen. Fakt ist, dass dieser Austausch die Bedingungen für Künstler enorm verbessern wird. Zudem wird dieses Zugeständnis an die Musiker sicherlich auch Apples Position gegen den Mitbewerber Spotify stärken. Mit dem Streaming-Dienst verdienen Künstler bislang wenig Geld, was ebenfalls in der Vergangenheit zu Reibereien führte. Auch hier trat Taylor Swift schon in Erscheinung als sie sich dazu entschloss, ihre Musik komplett aus Spotify herauszunehmen.

Die besseren Vertragsbedingungen könnten Musiker dazu verleiten, mehr Musiklizenzen an Apple zu übergeben – was auf der anderen Seite eventuell neue Nutzer in Apple-Music spült.

5 Reaktionen
Realität im Journalismus
Realität im Journalismus

Apple zockt vielleicht nicht hinten rum ab mit Gebühren und Nebenkosten, Wochenlangen Vertröstungen "Dein Scheck ist in der Post..." o.ä. Evtl. ist das mit "großzügig" gemeint. Neulich kam ja heraus das manche Onlineshops ganz gut über Nebenkosten mitverdienen.

Manche App-Programmierer beklagten sich schon vor Jahren, das mehr Leute im App-Store-Internet-Highscore eingetragen wären als es überhaupt gekauft hätten. Raubkopierer fernhalten wäre auf always-online-Geräten recht einfach. Lieferanten und App-Programmierer sind Apple vielleicht nicht so wichtig wie neulich bei der Diskussion über die Lieferanten-Verträge im Rahmen der Saphir-Glass-Lieferanten diskutiert wurde.

Und man muss zwischen Text-Writern/Komponisten und Labels und Musikern/Sängern unterscheiden. Erstere verdienen ganz gut pro Abspielung z.b. im Radio während Volksmusiker (also nicht die Komponisten/Texter) 300 mal pro Jahr auftreten müssen und halt je nach Beliebtheit und Radio-Abspiel-Häufigkeit mehr oder weniger Gage pro Auftritt (45 Minuten Halbplayback+2 Zugaben) einnehmen können.
GEMA vertritt wohl Komponisten und Text-Schreiber während kleine gecastete Bands und Sänger/Innen anders ihr Geld bekommen.
Diese Realität wird leider zu wenig verkündet.

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Mango
Mango

"Das sonst so großzügige Unternehmen". An der Stelle folgte dann der Tusch, oder wie?

Sorry, aber entweder die Swift ist ein bisschen blöde oder sie lügt.

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SaulG
SaulG

Im Gegensatz dazu: https://junction10.wordpress.com/2015/06/21/those-in-glass-houses-shouldnt-throw-stones/

Frau Swift sitzt im Glashaus und wirft mit Steinen.

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syn
syn

Ihr schreibt "Apple verdient in dieser Zeit keinen Cent". Mein Beileid für das "Teuerste Unternehmen der Welt" wird unterbrochen für folgende Gedanken...

- Jeder in den 3 Probe-Monaten angemeldeter Benutzer ist "Geld" Wert, da eine sehr hohe Anzahl von Neuanmeldungen sicherlich an den Börsen honoriert wird und sich auf Apples Kurs auswirkt.
- Freie Probe-Monate heißt nicht Werbefrei. Seid Ihr sicher, dass Apple keine Bannerwerbung (auch nicht für eigene Produkte/Hardware) für alle "Noch nicht" Abonnenten schalten wird?
- Apple verkauft hautsächlich Hardware. Apple wird das Angebot nutzen, um Benutzer/Familien an Ihre Hardware (Computer, iDevices, Musik-Zubehör) zu binden.
- Schon die einfache E-Mail eines Benutzers ist Geld wert. Dies gilt mit Sicherheit erst recht für ein vollständiges Benutzerprofil bei Apple Music.
- Die 3 Probe-Monate sind Werbung für den Apple Music. Normalerweise muss man für Werbung zahlen.

Ich bin mir sicher, dass Apple in dieser Zeit sehr viel Geld verdient (...und noch mehr spart!)

Und das ganze wird dem "Teuerste Unternehmen der Welt" durch Künstler bzw. deren Vertreter durch Zwang/Erpressung finanziert.

Und die Moral der Geschicht? Gibt es nicht! ;-)

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Chris
Chris

Hm. Die Bedingungen, wie viel die Künstler von den Tantiemen bekommen, die z.B. Spotify bezahlt, macht ja nicht Spotify, sondern die Verwerter. So gesehen ist die Aktion, die Musik aus den Katalogen zu ziehen, solange der Dienst die Tantiemen zahlt, völlig unangebracht.

Wenn die Verwerter pro 100 Streams z.b. 10ct bekommen, davon aber nur 0,1ct an die Künstler ausschütten, kann Spotify da nix für und ist der falsche Gegner.

Das wird irgendwie immer ignoriert.

Auf der anderen Seite ist Apples Ansage, keine Tantiemen zahlen zu wollen, solange sie nix einnehmen, auch ziemlich utopisch gedacht.

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