t3n News Software

Tschüss, Spotify? Das sind Apples Streaming-Pläne

Tschüss, Spotify? Das sind Apples Streaming-Pläne

Nach dem Kauf des Kopfhörerherstellers Beats will Apple in Kürze ins Geschäft mit dem Musikstreaming einsteigen. Wie die Pläne aussehen, die vor allem kräftig Konkurrenz machen sollen, verrät jetzt das für gewöhnlich gut informierte US-Portal 9to5mac.

Tschüss, Spotify? Das sind Apples Streaming-Pläne

(Foto: © Denys Prykhodov / Shutterstock)

Spätestens nach dem mäßigen Erfolg von iTunes Radio war klar, dass es Apple mit seinem milliardenschweren Kauf des Kopfhörerherstellers Beats nicht allein auf dessen trendige Plastikmuscheln abgesehen haben kann. Die Firma des Musikproduzenten Dr. Dre hatte mit „Beats Music“ zugleich einen eigenen Streaming-Dienst in petto. Schon länger wird deshalb spekuliert, könnte die Technologie nutzen, um selbst in das lukrative, bisher von Spotify dominierte Streaming-Geschäft einzusteigen. Das stimmt wohl. Unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld von Apple und der Musikindustrie, hat das US-Portal 9to5mac erste Details zur geplanten Streaming-Offensive aus Cupertino veröffentlicht.

So will Apple mit Spotify konkurrieren

Beats Music: Statt eigenständiger Apps will Apple den Streaming-Dienst tief in seinem Ökosystem verankern. (Foto: Beats Music)
Beats Music: Statt eigenständiger Apps will Apple den Streaming-Dienst tief in seinem Ökosystem verankern. (Foto: Beats Music)

Dem Bericht zufolge soll Beats Music nicht länger als einfache App fortbestehen, sondern fest in Apples Ökosystem verankert werden. So arbeite der Konzern unter anderem an neuen Musik-Applikationen für iPhone, iPad und iPod touch, aber auch an einer neuen iTunes-Version, die einen Großteil der Funktionen von Beats Music beinhalten soll. Ebenfalls in Planung sei eine neue Anwendung für AppleTV.

Nutzern sollen die Möglichkeit haben, ihre lokale Bibliothek mit dem Online-Katalog zu verbinden und Musiktitel wahlweise zu streamen oder auf das Gerät herunterzuladen. Die aus Beats bekannten Wiedergabelisten bleiben angeblich ebenso Bestandteil des Dienstes wie diverse soziale Funktionen – darunter die Möglichkeit, anderen Nutzern oder Künstlern wie bei Spotify üblich zu folgen. Die Oberfläche gestaltet Apple offenbar selbst. Nutzer von Beats Music sollen ihre bestehenden Konten mit einer Apple-ID zusammenführen können. Darüber hinaus wolle Apple bestehende Dienste wie iTunes Match, iTunes Match und den iTunes Store trotz naheliegender Kanibalisierungseffekte weiterhin betreiben, heißt es.

Android-Nutzer müssen nicht draußen bleiben

Abkehr von alten Prinzipien: Den neuen Streaming-Dienst will Apple erstmals auch für Android-Smartphones verfügbar machen. (Screenshot: 9to5mac)
Apple bekennt sich zu Android. (Screenshot: 9to5mac)

Eine kleine Überraschung dürfte für viele sein, dass Apple den intern überarbeiteten Dienst erstmals auch für Android-Geräte anbieten wird. Zwar ist eine Android-App zu Beats Music schon länger im Store von Google Play zu finden. Nach der Übernahme wurde jedoch spekuliert, Apple könnte Android-Nutzern den weiteren Zugriff auf den Dienst verwehren. Dass es diesmal wohl anders kommt, dürfte der neuen Handschrift von Apple-Chef Tim Cook geschuldet. Wie er vor zwei Jahren mitteilte, sei die Entscheidung für oder gegen einen solchen Schritt „keine religiöse Angelegenheit“. „Wenn wir das als sinnvoll erachten, dann werden wir es tun“, sagte er. Die Versionen für Browser und Windows Phone sollen dem Vernehmen nach allerdings nicht länger unterstützt werden.

Preis: Apple will Spotify und Co. unterbieten

Für Musikstreaming-Fans dürfte indes aber weniger die Plattform als vielmehr der Preis darüber entscheiden, welcher Dienst letztlich genutzt wird. Und Apple – seit Jahren mit guter Verhandlungsposition im Rücken – hat da klare Ambitionen: Spotify und Co. sollen preislich unterboten werden.

Habe Apple zunächst fünf US-Dollar als monatliche Nutzungspauschle gegenüber Rechteinhabern ausgelobt, gelte derzeit ein Preis von monatlich 7,99 US-Dollar als wahrscheinlich. Zum Vergleich: Spotify, Rdio und Google Playe verlangen für ihre Premium-Abonnements jeweils 9,99 US-Dollar. Wann Apple den neuen Streaming-Dienst veröffentlicht, ist derzeit nicht bekannt. Als wahrscheinlich gilt eine Vorstellung im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC, bei der im Juni turnusgemäß auch neue Versionen von iOS und OS X präsentiert werden.

Vielleicht auch interessant: Hier findet ihr 16 gute Alternativen zu Spotify

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
2 Antworten
  1. von cHaOsStyle am 05.02.2015 (10:23 Uhr)

    Ich bezweifel das iTunes Match, iTunes Radio oder iTunes Store den Streaming dienst kanibalisiert. Es gibt leute die kaufen lieber Ihre Musik, andere streamen lieber.
    So ist für jeden was dabei und muss nicht zu einem externen wie Spotify und Co. gehen.

    Antworten Teilen
  2. von Nelson am 06.02.2015 (13:08 Uhr)

    Als "hoch-involveter" und nach den letzten Re-Designs sehr zufriedener Spotify Nutzer (zudem Android Kind ^^) sehe ich das eher skeptisch.
    Aber es wäre nicht Apple wenn sie dem Erfolg nicht mit dickem Invest hinterherrennen würden.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Spotify
Konkurrenz für Spotify und Apple Music: Amazon plant neuen Musik-Streaming-Dienst
Konkurrenz für Spotify und Apple Music: Amazon plant neuen Musik-Streaming-Dienst

Unabhängig von seinem bestehenden Prime Music-Angebot will Amazon einen neuen Service launchen, der die Marktführer herausfordern soll. » weiterlesen

Apple Music und andere Spotify-Alternativen: 16 Musik-Streaming-Dienste im Vergleich
Apple Music und andere Spotify-Alternativen: 16 Musik-Streaming-Dienste im Vergleich

Musik-Streaming-Dienste gehören fest zur Medienlandschaft. Der Marktführer Spotify ist dabei nur einer der vielen Anbieter für gestreamte Musik. Als neuer Herausforderer schickt sich nun Apple … » weiterlesen

t3n-Daily-Kickoff: Jetzt also doch, Kanye West stellt sein neues Album auf Spotify und Apple-Music
t3n-Daily-Kickoff: Jetzt also doch, Kanye West stellt sein neues Album auf Spotify und Apple-Music

Während ihr geschlafen habt, ist einiges passiert da draußen. Der t3n-Daily-Kickoff bringt euch deshalb jeden Morgen auf den neuesten Stand – pünktlich zum ersten Kaffee des Tages und live aus … » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?