Erwartungsgemäß betonte Apple zu Beginn, wie gut sich der Mac aus ihrer Sicht entwickelt hat. Die Verkaufszahlen steigen, ebenso der Marktanteil. 600.000 Entwickler gibt es derzeit für die Plattform, jeden Monat kommen 30.000 hinzu.
iLife '11 vorgestellt
Als erstes ging es um die Programmsammlung iLife '11, die unter anderem mit iPhoto eine Software zum Verwalten und (einfachen) Bearbeiten von Fotos enthält. iPhoto '11 bekommt einige neue Features wie beispielsweise einen neuen Fullscreen-Modus, der an die Foto-Applikation des iPad erinnert. Die Inhalte stehen dabei im Vordergrund. Auch das neue „Share“-Feature erinnert vom Ablauf her ans iPad: Will man beispielsweise eine neue Mail mit Fotos schicken, geht die entsprechende Mail innerhalb von iPhoto auf anstatt in Apple Mail. Dass diese Leihgaben vom iPad nicht von ungefähr kommen, erfuhren die Zuschauer etwas später, als es um die Vorschau auf Mac OS X „Lion“ ging.
Interessant scheint eine neue Verknüpfung von iPhone mit Facebook, die Fotoalben offenbar mit dem Social Network abgleicht und beispielsweise auch Kommentare auf Facebook direkt in iPhoto anzeigt. Natürlich gibt es auch neue Vorlagen für Diashows, die aus den Fotos beinahe kleine Filme machen.
Das Filmschnittprogramm iMovie '11 bekommt unter anderem verbesserte Features fürs Bearbeiten von Audio. Man erkennt nun besser, wo der Ton zu leise oder zu laut ist und kann dies auch für beliebige Segmente anpassen. Eher zum Herumspielen sind die neuen Themes, mit denen man seine Videos durch einige Klicks in Filmtrailer verwandeln kann. Schön und aufwändig gemacht, aber wie oft wird man das wohl brauchen?
GarageBand '11 wiederum, mit dem man u.a. Musik und Podcasts aufnehmen kann, hat nun eine „Rechtschreibkontrolle für Rhythmus“ und kann Spuren, die nicht zur „Groove“-Spur passen, entsprechend ändern. iDVD und iWeb wurden hingegen nicht aktualisiert oder die Neuerungen jedenfalls nicht vorgestellt.
Das Upgrade kostet 49 Euro und ist ab heute erhältlich.
FaceTime kommt zum Mac
Nach iPhone und iPod touch kann man nun auch seinen Mac nutzen, um Videotelefonate per FaceTime zu führen. Heute wird eine Beta-Version zum Download freigegeben.
Vorschau auf Mac OS X „Lion“
„Mac OS X meets the iPad“ ist das Grundmotto der nächsten Version von Mac OS X. Vorteile des iPads laut Steve Jobs: Multi-touch Gesten, App Store, Homescreens mit Apps, Fullscreen Apps, automatisches Speichern, Programme laufen dort weiter, wo man sie verlassen hat. Und das soll nun „back to the Mac“ kommen - insofern war der Titel des Events also sehr doppeldeutig.
Multi-touch kommt dabei nicht auf den Mac-Bildschirm. Das habe sich in Tests nicht bewährt, erklärte Jobs, denn die Multitouch-Eingabefläche müsse horizontal sein, nicht vertikal wie ein Display. Wie es scheint, werden zahlreiche neue Multitouch-Gesten in Mac OS X integriert, um bestimmte Funktionen aufrufen zu können - wozu man eine entsprechende Maus oder ein Trackpad braucht.
Zudem kommt ein Mac App Store. Es wird nicht der einzige, aber laut Steve Jobs der beste Platz sein, um neue Programme zu finden. Ein-Klick-Downloads sind möglich, kostenlose und bezahlte Apps werden vorhanden sein, die automatische Installation nimmt dem Nutzer Arbeit ab, ebenso automatische Updates wie man sie von iPhone und iPad kennt. Der App Store wird dabei bereits innerhalb der nächsten 90 Tage eröffnet und ist dann auch schon unter dem aktuellen Mac OS X „Snow Leopard“ erreichbar.
Außerdem gibt es in Mac OS X künftig das „Launchpad“. Nach einem Klick auf das Icon im Dock zeigt es alle Apps in einer Fullscreen-Übersicht an, die mit den Homescreens des iPads vergleichbar ist. Man kann auch mehrere Screens anlegen, Applikationen verschieben, Ordner anlegen etc. Das kann praktisch sein, ist aber insofern seltsam, weil genau diese Aufgabe eigentlich das Dock haben soll.
Neu ist „Mission Control“, das Features wie die Fensterübersicht „Expose“ oder die verschiedenen Bildschirme in „Spaces“ vereinen soll. Im Prinzip zeigt es alle Programme und ihre entsprechenden Fenster übersichtlich nebeneinander an. Programme, die in Fullscreen sind, sind nun quasi eigene Bildschirme, die man mit einer Multitouch-Geste aufrufen kann. Zwischen den einzelnen Screens wechselt man ebenfalls mit einer Multitouch-Geste.
Die zahlreichen Gesten funktionierten während der Präsentation übrigens nicht immer wie gewünscht. Wie gut sich das in der Praxis alles bewährt, muss man daher noch sehen.
Mac OS X „Lion“ soll im Sommer 2011 erscheinen.
Neues MacBook Air
Was würde wohl passieren, wenn ein iPad und ein MacBook etwas miteinander hätten? Heraus käme das neue MacBook Air, witzelte Steve Jobs. Vorteile des iPads, die zu einem MacBook passen zählt er auf: Instant on, lange Akkulaufzeit, lange Standby-Zeit, Solid State Disk, kein optisches Laufwerk, keine Festplatte.
Tatsächlich setzt das neue MacBook Air auf Flashspeicher statt einer Festplatte - fest verbaut.
Wie die Gerüchte schon vorhersagten, gibt es nicht mehr nur das 13,3-Zoll-Modell, sondern auch eines mit 11,6-Zoll-Display. Das 13,3-Zoll-Modell hat einen Bildschirm mit 1.440 x 900 Pixel, das 11,6-Zoll-Modell 1.366 x 768 Pixel.
Das 13-Zoll-Modell soll 30 Tage lang in Standby durchhalten. Bei Nutzung um die 7 Stunden. Das 11-Zoll-Modell immerhin 5 Stunden in Nutzung und ebenfalls 30 Tage im Standby.
Die Preise starten bei 999 Euro für 11,6 Zoll, 64 GB Flashspeicher. 1.599 Euro werden für 13,3 Zoll und 256 GB Speicher fällig.





![Seltene Einblicke in das Apple-HQ [Bildergalerie]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-381257_apple-hq-rec-room2-flickr-Hector-Garcia_medium.jpg)

9 Answers
von Viktor Dite 20.10.2010 (20:40Uhr) 1.
wie, und das wars? das ist das neue osx?
von ichnoweb 20.10.2010 (21:38Uhr) 2.
Ich habe gerade noch festgestellt: dem 17" MacBook Pro steht jetzt auch i7 Prozessor mit 2,8 Ghz zur Verfügung - das ist doch auch neu, oder?
von jati 20.10.2010 (21:53Uhr) 3.
@Viktor: Das ist sicher nicht "das" neue OS X. Es wird wahrscheinlich noch viele weitere, kleinere Neuerungen geben. Allerdings ist wohl zu erwarten, dass da nichts Grundlegendes mehr hinzukommt. Mich hat es ein bisschen ratlos zurückgelassen, weil viele Features (Launchpad, Fullscreenmodus...) so nach Touchbedienung aussehen und im Grunde bei der Arbeit mit der Maus oder dem Trackpad gar keinen so großen Mehrwert ergeben. Seltsam, weil Steve Jobs ja zugleich erklärte, dass die Touchbedienung per Display bei Laptop und Desktop in der Praxis nicht funktioniert und deshalb nicht kommen wird. Oder vielleicht kommt sie einfach doch anders als wir alle denken? Immerhin gibt es da ja noch immer dieses „iMac touch“-Patent, über das Falk hier neulich geschrieben hat. Zu dem würde das wiederum alles passen.
@ichnoweb: Da bin ich ehrlich gesagt überfragt. Weiß es jemand?
von Max 21.10.2010 (03:31Uhr) 4.
Wenn ich mir da so meinen Ubuntu Desktop anschaue - mit dem Netbook-Launcher & Docky - bin ich dem "Löwen" ja um Jahre voraus !
Und: Da das neue OSX ja hauptsächlich für den produktiven Einsatz gedacht ist - in der Mehrzahl immer noch Agenturen etc. - macht ein Touchscreen ja auch überhaupt keinen Sinn.
Was sehe ich denn auf einem völlig verschmierten Bildschirm ?
Den gaußschen Weichzeichner ?
von frank 21.10.2010 (07:27Uhr) 5.
@ichnoweb: Ja, ist neu. Für das grosse 15er und das 17er.
@Max: Ubuntu ist alles andere als OS X "weit voraus". Überhaupt sind die hakeligen Linux-Desktops (Gnome, KDE) in keiner Weise mit OS X vergleichbar.
von Webdesign Luzern 21.10.2010 (09:30Uhr) 6.
Naja,
so neu ist das alles auch nicht, und die Apfelmafia besteht auch nur noch wegen des überaus genialen Marketings und des nicht schlechteren Designs. Ansonsten wäre Apple nur noch ein Hersteller für Argenturen etc.
Und genau in dem Bereich haben Sie die Nase ganz weit vorne, wobei ich zugeben muss, das ein Touchscreen nicht wirklich Sinn macht bei einem Grafiker...aber was solls, es werden wieder jede Menge Geräte verkauft, es wird zu Lieferschwierigkeiten kommen und dadurch werden noch mehr Leute das Ding haben wollen :-)
von Neue Apple Hardware: MacBook Air – vom… 21.10.2010 (10:02Uhr) 7.
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von schoschie 21.10.2010 (10:15Uhr) 8.
Der Ubuntu Desktop ist schon gelungen. Man kann damit gut arbeiten. Kann aber, was die visuellen Details betrifft, und die UX nicht mit OS X mithalten. Da fehlt einiges an Politur, und viele Dinge laufen einfach nicht sauber. Wird allerdings immer besser. Das ist zumindest mein Fazit nach über 1 Jahr Ubuntu auf nem Netbook und zig Jahren OS X auf diversen Rechnern.
i7 in nem tragbaren Rechner? Kann das sein? Verbraucht der nicht viel zu viel Strom und braucht zu starke Kühlung!?
von Christian 21.10.2010 (11:37Uhr) 9.
Ich kann Max und Schoschie nur zustimmen: Ubuntu ist ne feine Sache !
Und bei mir hakelt auch nix - eher im Gegenteil. Ich habe Ubuntu nun seit 2 Jahren auf div. Dektop Rechnern und meinem Vaio Notebook laufen. RUND - die ganz Nummer.
Max meint wahrscheinlich die Netbook Oberfläche, welche ja auch auf der Desktop Version nachinstalliert werden kann. Die gibt es ja nun schon seit mehreren Jahren und wird von Apple mit Sicherheit als die "Innovation des Jahrtausends" angepriesen, obwohl ähnliche Oberflächen in anderen Systeme schon lange ein Zuhause gefunden haben. Netbook-Launcher, Unity KDE Plasma...
@Webdesign Luzern
Ansonsten wäre Apple nur noch ein Hersteller für Argenturen etc.
Bin ich mit einverstanden.