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Apple und News Corp. planen iPad-Zeitung „Daily“

Unter dem Namen „Daily“ arbeiten der Medienkonzern News Corp. und angeblich an einer Tageszeitung, die ausschließlich auf dem veröffentlicht wird. Demnach sind die beiden Unternehmens-Chefs Rupert Murdoch und Steve Jobs persönlich in das Projekt involviert. Später soll die „Daily“ dann auch auf weiteren Tablets erscheinen, aber ohne Printausgabe und ohne News-Website. 100 Journalisten von News Corp. sowie Ingenieure von Apple arbeiten an dem Projekt, heißt es.

Apple und News Corp. planen iPad-Zeitung „Daily“
Media tycoon Rupert Murdoch addresses a session of the World Economic Forum (WEF) in…

Schon Ende November soll demnach der Startschuss fallen, der bereits seit vielen Monaten vorbereitet wird. Die Redakteure der „Daily“ stammen von der britischen „The Sun“ und von der amerikanischen „New York Post“. Chefredakteur wird angeblich Jesse Angelo, Leiter der Wirtschaftsredaktion bei der New York Post. Die Redaktion soll in der Konzernzentrale von News Corp. in New York sitzen. Auch in Los Angeles soll es Büros der „Daily“ geben.

Rupert Murdoch (News Corp, Foto) und Steve Jobs (Apple) planen iPad-Zeitung: Der in Australien geborene Medienmogul entwickelt angeblich gemeinsam mit Apple die iPad-Zeitung „Daily“, die schon Ende November starten soll und nur 99 Cent pro Woche kosten wird. Foto: World Economic Forum. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Die iPad-Zeitung soll dabei eine möglichst breite Leserschaft erreichen und sowohl mit Boulevardthemen als auch aufwändigeren Qualitäts-Beiträgen punkten. Zudem soll es viele Video-Inhalte geben. Ein weiteres Argument für das „iNewspaper“ dürfte der Preis sein: Nur 99 US-Cent soll eine ganze Woche kosten. Bislang waren digitale Zeitungen und Magazine nur unwesentlich billiger als ihre Print-Pedants – oft auch aus dem Zwang heraus, sich nicht selbst Konkurrenz zu machen. Zudem fallen zwar Druck und Vertrieb bei einer digitalen Ausgabe weg, machen aber nur einen kleinen Teil der Kosten aus. Insofern scheint News Corp. hier auf Masse und Reichweite zu gehen. Eine Taktik, die aus anderen Bereichen des Konzerns bereits bekannt ist und zum umstrittenen Ruf von News Corp. beigetragen hat.

„Daily“-Zeitungs-App fürs iPad und später weitere Tablets

Die neue Ausgabe der „Daily“ soll jeweils automatisch auf das iPad und später auch weitere Tablets kommen. Bislang ist ein solches Abo-Modell im iPad-iTunes-Universum zwar nicht vorgesehen, es ist allerdings ganz klar überfällig und war von Experten eigentlich bereits zum Start des iPad erwartet worden. Denn viele Magazine und Zeitungen sind bereits fürs iPad erhältlich, müssen aber jeweils einzeln gekauft und heruntergeladen werden. Gerade in den USA sind die Leser allerdings enorme Rabatte beim Abschluss eines Abos gewohnt, die es derzeit auf dem iPad nicht gibt.

Rupert Murdoch, Chef der News Corp., war auf die Idee der iPad-Zeitung gekommen, nachdem er Nutzungszahlen rund um Apples Erfolgs-Tablet gelesen hat. Demnach verbringen die Nutzer mehr Zeit mit dem iPad als mit dem konventionellen Surfen im Netz. Darüber hinaus dürfte für Murdoch interessant sein, dass Apple mit seinem abgeschlossenen Ökosystem samt Bezahlmodell gute Voraussetzungen für kostenpflichtige Inhalte bietet. Schon im Frühjahr hatte Murdoch das iPad als „Gamechanger“ bezeichnet. Neben der fehlenden Abo-Funktion schreckt viele Medienunternehmen bislang ab, dass Apple generell 30 Prozent Provision bei jedem Verkauf nimmt, sich die Preise nur in definierten Stufen festlegen lassen und die Medienmacher keinerlei auf die Daten ihrer iPad-Leser haben. Es wird interessant zu sehen sein, inwiefern sich hier Steve Jobs und Apple bewegen.

Apple iPad und Tablet-Zeitungen als Heilsbringer? Weltweit dürften Medienkonzerne aufmerksam verfolgen, wie das Experiment von News Corp. und Apple im Fall der iPad-Zeitung „Daily“ funktioniert.

Rupert Murdoch: Bezahlinhalte und iPad als Heilsbringer?

Rupert Murdoch hat im Medienbusiness legendäre Karriere hingelegt. 1953 erbte er im Alter von 22 Jahren von seinem Vater die „News Limited“ inklusive der lokalen Tageszeitung „Adelaide News“ in Australien. Heute hat das daraus hervorgegangene Unternehmen 64.000 Angestellte und machte 2009 einen Umsatz von 30,4 Milliarden US-Dollar. Zum Unternehmen gehören neben Tageszeitungen auch TV-Sender wie FOX in den USA.

Allerdings kämpft die News Corp. wie viele alteingesessene Medienunternehmen mit den Umwälzungen durchs Internet. Rupert Murdoch setzt dabei klar auf Bezahlinhalte als Lösung. So wurde zuletzt die Online-Ausgabe der britischen „The Times“ kostenpflichtig. Zwar brachen die Nutzerzahlen entsprechend ein, aber Rupert Murdoch sieht die 100.000 zahlenden Leser als Erfolg. Das ebenfalls zum Konzern gehörenden Wall Street Journal fährt schon seit langem eine ähnliche Strategie: Viele Inhalte sind nur für Abonnenten abrufbar. Zwei Millionen Nutzer bezahlen dafür.

Rupert Murdoch hat angekündigt, dass bis Sommer 2011 alle journalistischen Angebote seines Konzerns kostenpflichtig sind. Dieser Vorstoß wird natürlich von vielen Konkurrenten aufmerksam verfolgt. Sollte Murdoch Erfolg haben, werden sicher sehr bald weitere folgen, denn die wenigsten Online-Angebote verdienen heute mit Werbung genug, um die Kosten hereinzubekommen.

Mehr Hintergründe zum Thema gibt es bei der britischen Zeitung „The Guardian“.

Weiterführende Links zu aktuellen Apple-News auf t3n.de:

 

 

 

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