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E-Commerce

Apple Pay: So funktioniert das neue Mobile-Payment-Verfahren im Detail

    Apple Pay: So funktioniert das neue Mobile-Payment-Verfahren im Detail

(Quelle: Apple)

Apple hat zusammen mit dem iPhone 6 und der Apple Watch auch ein lange erwartetes Mobile-Payment-Verfahren vorgestellt, das sowohl für Verkäufe an Kartenterminals als auch innerhalb einer App oder einer Website funktioniert. Wir erklären die technischen Details zu Apple Pay.

Auch die Vorstellung von Apple Pay am Abend der iPhone-6-Pressekonferenz war keine große Überraschung, es wurde vorher schon lange vermutet, dass Apple ein neues NFC-Zahlverfahren starten möchte.

An Mobile-Payment-Lösungen mangelte es bisher eigentlich nicht. Das Problem war die Fragmentierung und Verbreitung einzelner Systeme. Nun ruhen die Hoffnungen auf Apple, dass die Firma mit ihrer Marktmacht endlich einen einheitlichen Standard etablieren könnte. Dazu bedarf es aber auch einer soliden technischen Basis.

Apple Pay: Das Verfahren funktioniert nur mit iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch. Älteren Geräten fehlt das sogenannte „Secure Element“, ein spezieller Chip auf der Hauptplatine. (Quelle: Apple.com)
Apple Pay: Das Verfahren funktioniert nur mit iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch. Älteren Geräten fehlt das sogenannte „Secure Element“, ein spezieller Chip auf der Hauptplatine. (Quelle: Apple.com)

Zunächst einmal unterscheidet Apple zwei Einsatzgebiete für Apple Pay: Als Zahlverfahren am Kartenterminal im stationären Handel (damit möchte Apple physikalische Zahlkarten ersetzen) und für In-App-Käufe und Online-Käufe (zum Beispiel als Alternative für PayPal).

Apple Pay statt Kreditkarte

Der Versuch als Zahlverfahren am Point of Sale eingesetzt zu werden ist sicherlich das größere Wagnis und das spannendere Experiment von den beiden Vorhaben. Viele Konkurrenten (zum Beispiel „Google Wallet“ sind hier bereits gescheitert). Apple vermeldet für den Start im Oktober bereits über 220.000 kompatible Kartenterminals in den USA. Alle NFC-fähigen Bezahlterminals sind aus Hardware-Sicht auch mit Apple Pay kompatibel. In den USA hat sich das Unternehmen bereits einige große Handelsketten (zum Beispiel McDonald's, Walgreens, Whole Foods oder Macy's) als Partner gesucht, und hat damit gute Chancen auf eine schnelle Verbreitung.

Kreditkarten können auch einfach durch ein Foto zu Apple Pay hinzugefügt werden. (Quelle: Apple.com)
Kreditkarten können auch einfach durch ein Foto zu Apple Pay hinzugefügt werden. (Quelle: Apple.com)

Um am Apple-Pay-Verfahren teilzunehmen muss der Nutzer entweder eine neue Kreditkarte hinzufügen (kann eingegeben oder abfotografiert werden), oder aber eine bestehende Kreditkarte, die mit dem iTunes-Account verbunden ist, verwenden. Anschließend taucht die Kreditkarte innerhalb der Passbook-App auf und wird als Standard-Zahlungsmittel festgelegt. Unterstützt werden die drei großen Kreditkarten MasterCard, Visa und American Express.

Zur Zahlung muss der Nutzer nur noch das iPhone 6 (oder alternativ seine Apple Watch) in die Nähe des Kartenterminals bewegen. Spätestens nach einigen Sekunden registriert das iPhone das NFC-Terminal und verlangt vom Nutzer seinen Fingerabdruck als Verifizierung für die Zahlung. Wahrscheinlich kann alternativ auch ein Passwort eingegeben werden, für Nutzer die TouchID nicht verwenden wollen. Zur Bezahlung muss das Smartphone nicht entsperrt werden.

Apple Pay auf Webseiten oder in Apps

Die Zahlung auf Webseiten oder in Apps ist sehr unspektakulär. Apple Pay wird dabei zum Beispiel als alternative Zahlungsmethode zur Kreditkarte oder PayPal angeboten. Anschließend muss der Nutzer sich gegebenenfalls mit seiner Apple ID einloggen, oder aber direkt auf dem iPhone mit TouchID seine Identität bestätigen, und anschließend wird die Zahlung abgewickelt.

Apple Pay kann auch als Zahlungsmöglichkeit für In-App-Käufe verwendet werden. (Quelle: Apple)
Apple Pay kann auch als Zahlungsmöglichkeit für In-App-Käufe verwendet werden. (Quelle: Apple)

Apple Pay ist kein Payment-Anbieter, sondern nur technische Plattform

Apple Pay kümmert sich übrigens nicht um die Abwicklung der Transaktionen. Apple Pay bietet nur die technische Schnittstelle, um Entwickler oder Händler mit einem Payment-Anbieter zu verbinden. Momentan wird Apple Pay zum Beispiel von Stripe, TSYS oder CyberSource unterstützt. Weitere Payment-Provider werden sicherlich bald folgen.

Die Gretchenfrage: Wie hältst du's mit der Sicherheit?

Gerade nach den jüngsten (unbegründeten) Spekulationen um die Sicherheit von iCloud hat Apple bei der Präsentation natürlich den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund gestellt. Apple Pay scheint auf den ersten Blick tatsächlich ein sehr sicheres System darzustellen. Der größte Garant für die Sicherheit des Systems ist ein eigenständiger Chip im iPhone 6 – das sogenannte „Secure Element“. Sensible Informationen werden deswegen nie im Dateisystem abgelegt, und somit ist das System auf dem Papier sicher vor jeglichen Software-Attacken. Apple behauptet auch keine History von vergangenen Transaktionen anzulegen.

Apple schematisiert den Bezahlvorgang grob in einigen Entwickler-Dokumenten. (Quelle: Apple)
Apple schematisiert den Bezahlvorgang grob in einigen Entwickler-Dokumenten. (Quelle: Apple)

Bei einem Bezahlvorgang generiert dieses Secure Element einen temporären „Token“, also eine Zahlenkombination die den aktuellen Vorgang authorisiert, aber danach sofort ungültig ist und nicht missbraucht werden kann. Dieser Token wird dann vom Payment-Provider bzw. einer Subfirma verifiziert. Damit sind keinerlei Apple-Server beim Apple-Pay-System involviert. Weitere Details zum Ablauf der Zahlungen und Generierung der Tokens liefert die Firma Clover in ihrem Blog.

Werden wir Apple Pay auch in Deutschland bekommen?

Apple Pay scheint auf den ersten Blick ein interessantes Mobile-Payment-Verfahren zu sein – allerdings stellt sich, wie so oft, die Frage, ob wir in Deutschland in den Genuss des Systems kommen werden. Deutschland ist ein schwieriger Markt mit vielen Auflagen, Limitierungen und Gesetzen. Deswegen drücken sich viele internationale Payment-Anbieter vor dem deutschen Markt. Zwar hat Apple als rein technischer Dienstleister vermutlich keine großen Probleme mit der rechtlichen Situation, aber der Dienst dürfte allein durch die mangelnde Verfügbarkeit von Payment-Anbietern in Deutschland relativ schlecht angenommen werden. Außerdem müsste Apple natürlich Arbeit investieren, um auch in Deutschland Händler und Ladenketten von der Attraktivität des Systems zu überzeugen. Ein schneller Start in Deutschland scheint damit erstmal ausgeschlossen zu sein.

Weitere Details, sowie erste Ressourcen für Entwickler und Designer bietet Apple auf der zugehörigen Entwickler-Webseite an.

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4 Reaktionen
iPhone4ever

An sich ein gutes Bezal "Konzept", ich für meinen Teil würde es selbst wenn ich könnte noch nicht einsetzten

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Elv
Elv

Auch hier habt ihr was übersehen. Nach dem Fotografieren der KK muss diese noch von der Bank bestätigt werden, damit damit per ApplePay bezahlt werden kann. Nochmal genau in die Keynote hören!

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Elv
Elv

Keynote 48:46-48:49

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David
David

Habt ihr Infos zur Integration in Websites oder dass das überhaupt geht? Auf den Apple-Seiten lese ich immer nur von Apps und Stores.

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