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Zu ambitioniert? Apple-, Tesla- und Netflix-Herausforderer LeEco droht die Pleite

    Zu ambitioniert? Apple-, Tesla- und Netflix-Herausforderer LeEco droht die Pleite
(Bild: LeEco)

Hat LeEco sich übernommen? Das chinesische Unternehmen, das mit seinen Geräten und Diensten zugleich Apple, Tesla, Amazon und Netflix Konkurrenz machen will, steht offenbar vor der Insolvenz.

LeEco: Chinesischer Riese taumelt

Marktbeobachter kennen LeEco und seinen Chef, den chinesischen Milliardär Jia Yueting, seit einigen Jahren. Das Unternehmen stellt günstige Highend-Smartphones her, betreibt einen Videostreaming-Dienst und ist auch im Cloud-Computing-Sektor aktiv. Einer breiteren Öffentlichkeit könnte die Holding mit dem vielfältigen Portfolio bekannt geworden sein, als LeEco im Frühjahr ein eigenes selbstfahrendes Elektroauto vorgestellt hat. Ein Paukenschlag, vor allem für US-Amerikaner, war sicherlich die Ankündigung, den TV-Geräte-Hersteller Vizio für zwei Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Jetzt könnte sich LeEco aber überhoben haben; dem Unternehmen scheint das Geld auszugehen, wie das Wall Street Journal berichtet.

LeEco-Chef Jia Yueting. (Bild: LeEco)
LeEco-Chef Jia Yueting. (Bild: LeEco)

Demnach hat sich LeEco-Chef Jia Yueting vor einigen Tagen in einem 5.500 Wörter umfassenden Schreiben an seine Angestellten gewendet und eingestanden, dass die Firma zu schnell gewachsen sei und ein Liquiditätsengpass drohe. Offenbar waren die Pläne des Firmenchefs zu ambitioniert, nämlich gleichzeitig die Branchenriesen Apple, Tesla, Amazon und Netflix auf ihren ureigenen Märkten anzugreifen. Allein in diesem Jahr wurden schon 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Pekinger Büroräume platzen aus allen Nähten, angeblich müssen sich Mitarbeiter Arbeitsplätze teilen.

LeEco: Fünf Milliarden Dollar für Zukäufe

Die finanzielle Basis für die Expansion bildeten vor allem Kredite und Venture Capital. Profitabel soll laut dem WSJ lediglich der Videostreaming-Dienst sein. Wie groß die Schieflage sich von außen betrachtet gestaltet, zeigt eine Rechnung, die das US-Wirtschaftsblatt aufgestellt hat. In den vergangenen Jahren hat das 2004 gegründete Unternehmen rund 3,15 Milliarden US-Dollar für neue Geschäftsfelder lukriert. Gleichzeitig seien aber fünf Milliarden US-Dollar für Übernahmen ausgegeben worden.

Der milliardenschwere Vizio-Deal sei von dem drohenden finanziellen Aus aber nicht gefährdet, erklärte Jia in einem Interview. Stattdessen plane er weitere Übernahmen in den USA. Überhaupt habe er mit dem Brief die Investoren nicht verschrecken, sondern lediglich bekräftigen wollen, dass er seine Visionen auch in schwierigen Zeiten weiter umsetzen werde. In einer Telefonkonferenz mit Investoren in der vergangenen Woche bemühte sich der LeEco-Chef zu beschwichtigen. Die weltweite Expansion sei ein gangbares Risiko.

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