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E-Commerce

Apple TV 4 holt das Teleshopping aus den 90ern zurück

    Apple TV 4 holt das Teleshopping aus den 90ern zurück

(Screenshot: Apple)

Apple hat mit dem Apple TV 4 eine solide, unaufgeregte Shopping-Erfahrung auf dem Fernseher präsentiert. Allerdings hat Apple darauf verzichtet, dem E-Commerce-Part der Keynote ein „One-More-Thing“ zu spendieren, das viel spannender gewesen wäre. Wir zeigen es euch.

Wenig überraschend war die Tatsache, dass ein neues Apple TV vorgestellt wurde. Spannend wurde die Angelegenheit für Onlinehändler und den E-Commerce erst so richtig, als aus dem frisch integrierten App Store eine Shopping-App des Fashion-Shopping-Clubs „Gilt“ gezogen wurde. Mit einigen Handbewegungen mit der Fernbedienung hat Apple demonstriert, dass interaktives einkaufen auf dem Fernseher jetzt problemlos möglich ist – einigermaßen spannend, aber noch nicht wirklich aufregend. Allerdings hat Apple seltsamerweise nicht gezeigt, welche Anwendungsmöglichkeiten Apple TV für den E-Commerce außer einer portierten iPad-App noch zu bieten hat.

Apple-TV4-Keynote: Die Shopping-App von Gilt

Die Präsentation der Shopping-App war eine überzeugende Präsentation einer solide auf den Fernsehschirm portierten iPad-App. Durch die Steuerung mit der neuen Fernbedienung ist das Einkaufen auf dem Fernseher im Vergleich zu Lösungen mit herkömmlichen Set-Top-Boxen und einem Webbrowser im Alltag angekommen.

Auch wenn das für sich allein genommen noch keine Sensation ist, ist es zumindest ein kleiner Evolutionssprung.

(Screenshot: Apple)
Schnelles und bequemes scrollen durch Produktkataloge am Fernseher hat Apple hier mit der Shopping App von Gilt präsentiert. (Screenshot: Apple)
Apps wie Gilt zeigen, dass Apple TV im E-Commerce schon bald eine wichtige Rolle spielen könnte. (Screenshot: Apple)
Apps wie Gilt zeigen, dass Apple TV im E-Commerce schon bald eine wichtige Rolle spielen könnte. (Screenshot: Apple)

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(Screenshot: Apple)
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(Screenshot: Apple)

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Die iPad App von zeigt deutlich die Verwandschaft zur tvOS-App.

(Screenshot: Gilt)
Ansicht aus der iPad-App von Gilt. (Screenshot: Gilt)
(Screenshot: Gilt)
(Screenshot: Gilt)

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(Screenshot: Gilt)

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(Screenshot: Gilt)

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E-Commerce auf dem Fernseher: Wo der Mehrwert liegt

Aktuell sind zwei Ansätze erkennbar, die dem Nutzer einen Mehrwert verschaffen:

Gemeinsames Einkaufen auf der Couch

Das ist im Familien oder Partnerschafts-Kontext wirklich eine sinnvolle Ergänzung zum iPad. „Schatz, soll's jetzt der grüne oder der rote Grill werden?“, „Reich mal das iPad rüber“, „Nein, der da gefällt mir besser“, „Welcher?“, „Der da.“ Der geneigte Leser möge sich hier bitte zwei Menschen vorstellen, die sich ein iPad auf der Couch hin- und herreichen. Und sich desweiteren vorstellen, wie oft das noch weitergehen kann. Zumindest empfand ich den Grillkauf als etwas nervig in dieser Situation. Das gemeinsame Einkaufen wird also salonfähig, immerhin ein kleiner und nicht ganz unspannender Mehrwert.

Kontext-abhängiges Einkaufen

Spannender wird es schon wenn man an die Kontext-abhängige Suchfunktion von Siri denkt. Statt nach Schauspielern oder sonstigen Inhalten neben dem Fernsehschauen zu suchen, könnte der Apple-Nutzer Siri mal auf Amazon hetzen: Da ist ein toller Kühlschrank von BMW im Bild? „Siri, suche auf Amazon nach BMW-Kühlschränken“.

Moment mal ... Das wurde doch überhaupt nicht präsentiert? Völlig richtig. Allerdings bedeutet das nicht, dass dieses Feature nicht vorhanden ist.

Deep Linking: Das fehlende „One-More-Thing“ im E-Commerce-Part der Keynote

Deep Linking bezeichnet die Fähigkeit von Siri, auf die Inhalte von fremden Apps zuzugreifen und diese direkt anzusteuern. Ein Artikel von Medium zu Apple iOS 9 liefert hier ein simples Beispiel:

„ ... sagen wir du bist gerade in der ESPN-App (US-Sportsender) und liest etwas über die Warriors  (US-Sportmannschaft). Die ESPN-App könnte jetzt einen „Kaufen-Button“ für das nächste Warriors-Spiel platzieren, der mit einem Web-Link zu StubHub versehen ist. In der bisherigen Welt, führt dich dieser Link zu Safari oder öffnet eben die Webansicht, wenn StubHub den Link in iOS 9 registriert hat, öffnet sich die StubHub-App und du gleitest geradezu magisch in den Checkout-Prozess innerhalb der App.“

Ein Kaufen-Button mit Weblink führt uns nirgendwo hin bei Apple TV, ganz anders sieht es mit dem Deep Linking aus: Siri ist in iOS9 bei entsprechender Aufbereitung in der Lage direkt in Shopping-Apps zu verlinken.

Apple tvOS basiert auf iOS 9 und soweit ich das anhand der Präsentation überblicke, zeigt Apple das „Deep Linking“ direkt im Einsatz auf der Bühne.

Wieso Apple darauf verzichtet hat, diese offensichtlich mögliche Funktion zu präsentieren und stattdessen eine uninspirierte Shopping-App von Gilt zu präsentieren, entzieht sich völlig meinem Verständnis.

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1 Reaktionen
Sascha Diercks
Sascha Diercks

Apple ist dafür bekannt, dass die Entwicklung von Soft- und Hardware sehr iterativ erfolgt. Also könnte diese Funktion mit dem nächsten tvOS nachgeriehct werden.
Dennoch hätte es dem E-Commerce meiner Meinung nach mehr geholfen, wenn Apple einen funktionierenden Browser auf das AppleTV gebracht hätte. Nur mit dem App-Store bietet Apple lediglich ein kastriertes Web an, über das es zu dem noch die Kontrolle behalten möchte. Die Shopbetreiber sind also darauf angewiesen, dass Apple so gütig ist, die jeweilige App auf dem System zuzulassen. Was nicht in jedem Fall klappt. Im schlimmsten Fall wird also eine Menge Entwicklung in eine App gesteckt, die keine Chance hat, jemals in den App-Store zu gelangen.
Mit einer für den Browser entwickelten Web-App hat aber jeder Shop- oder Websitebetreiber die Möglichkeit eine seine Angebote auf den "Big Screen" zu bringen.
Eventuell wurde der Webview aus dem aktuellen tvOS nur entfernt, weil das Problem der Wahl eines Links mit der Fernbedienung noch nicht gelöst ist. Hier könnte eventuell eine Eingabe mittels Cursor, die noch mehr an die Wii angelehnt ist, Abhilfe schaffen. Vielleicht kommt das mit der nächsten Iteration. Wer weiß das schon so genau.
Momentan habe ich jedenfalls noch keinen nutzbaren Browser auf einem Fernsehgerät gesehen. Das könnte tatsächlich ein zusätzlciher Kanal für den E-Commerce sein!

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