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MacBook: Wie die Kamera euch ausspionieren kann

MacBook: Wie die Kamera euch ausspionieren kann

Eine der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zeigt, wie die in bestimmten MacBook- und iMac-Modellen aktiviert werden kann, ohne dass es der Nutzer bemerkt.

MacBook: Wie die Kamera euch ausspionieren kann

MacBook iSight-Kamera. (Bild: Alexis Robert / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

iSeeYou: Software erlaubt die heimliche Aktivierung der iSight-Kamera in einem alten MacBook. (Bild: Matthew Brocker, Stephen Checkoway / Johns Hopkins University)
iSeeYou: Software erlaubt die heimliche Aktivierung der iSight-Kamera in einem alten MacBook. (Bild: Matthew Brocker, Stephen Checkoway / Johns-Hopkins-University)

Stell dir vor, deine Webcam filmt und sagt dir nichts davon

Wenn eine Webcam wie die von Apple verwendete iSight-Kamera aktiv wird, schaltet sich üblicherweise ein kleines Lämpchen neben der Kamera ein, um den Nutzer darüber zu informieren. Schließlich wollen wir nicht unbedingt in jeder Situation aufgezeichnet werden. Dass dieser Mechanismus bisweilen umgangen werden kann, ist seit längerem bekannt. So schaffte es beispielsweise ein mittlerweile verurteilter Klassenkamerad der Miss-Teen-USA, Cassidy Wolf, auf diese Weise an Nacktbilder der Schönheitskönigin zu kommen.

Auch das FBI brüstet sich nach Angaben der Washington Post damit, heimlich die Kamera von Nutzern aktivieren zu können. Auch die kommerzielle Spionagelösung Finfisher der Gamma Group soll über ein solches Feature verfügen. Die Firma schaffte es in Deutschland in die Schlagzeilen, nachdem das Bundesinnenministerium Software der Firma für den sogenannten Staatstrojaner eingekauft hatte. Jetzt konnten Forscher der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität in einer Studie beweisen, dass die Möglichkeit dazu tatsächlich besteht.

iSeeYou: Forscher können MacBook- und iMac-Besitzer ausspionieren

In älteren Apple-Produkten wie dem G5 und frühen Intel-basierte iMacs, MacBooks und Pros, wie sie bis etwa 2008 verkauft wurden, konnten die Wissenschaftler die iSight-Kamera aktivieren, ohne das dazugehörige Lämpchen auszulösen. Das dazugehörige Paper Namens „iSeeYou: Disabling the MacBook Webcam Indicator LED“ macht allerdings deutlich, dass ein solcher Hack einige Ressourcen erfordert.

Ein Chip in der Kamera verhindert normalerweise, dass ein Programm die Kamera aktiviert, ohne dass der Nutzer visuell darauf hingewiesen wird. Daher mussten die Forscher zunächst die Firmware der Webcam manipulieren, was ihnen nach eigenen Angaben auch gelang. Auf dieser Basis entwickelten sie die OS-X-Software „iSeeYou“, die auf besagten alten Macs in der Lage ist, die Kamera unabhängig von der LED zu aktivieren.

iMac- und MacBook-Besitzer: So könnt ihr eure alten Macs schützen

Nach Angaben der Wissenschaftler wurde Apple schon im Juli 2013 von ihnen über die Sicherheitslücke informiert. Da der Konzern bisher keinen Fix für die Sicherheitslücke veröffentlicht hat, haben die Experten selbst eine Software veröffentlicht, die gegen den genannten Angriff schützen soll. Das Programm für euer MacBook nennt sich iSightDefender und findet sich auf GitHub. Wer einen iMac, ein MacBook oder einen MacBook Pro besitzt, der zwischen 2007 und 2008 verkauft wurde, sollte sich die Software sicherheitshalber installieren.

Auch wenn moderne Rechner nicht von diesem speziellen Hack betroffen sind, erscheint die aufgezeigte Möglichkeit erschreckend genug. Auch, dass Spionagesoftware, die im staatlichen Umfeld genutzt wird, über solche Funktionen verfügen soll, gibt im Rahmen der offenkundigen Ignoranz der Geheimdienste gegenüber unserer Privatsphäre zu denken. Es bleibt zu hoffen, dass Hersteller wie Apple das Paper der beiden Forscher aufmerksam lesen und ihr Bestes tun, ähnliche Eingriffe in das Verhalten der Kamera in Zukunft zu verhindern.

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10 Antworten
  1. von DerBayer am 19.12.2013 (13:14 Uhr)

    Einfach die Webcam abkleben... entweder mit Klebeband oder eigens dafür entwickelten Produkten. (Pries 0,01€ bis hoch zu 15€)

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  2. von asdf am 19.12.2013 (15:13 Uhr)

    "ohne, dasS es der Nutzer bemerkt", bitte lernt schreiben

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  3. von Michael Marheine am 19.12.2013 (15:14 Uhr)

    Och ja, irgendwann ist auch mal gut! Wer den Aufwand betreibt, der will was von mir erfahren. Der hat auch andere Möglichkeiten. Ausserdem kann es für mich ja auch nur nützlich sein, wenn man mich mal nackt vor dem Laptop ablichten würde und dieses dann auch veröffentlicht ... der Traffic macht mich reich *-)

    Michael Marheine

    Autor Michael Marheine bloggt auf diversen eigenen Plattformen zu den Themen Social Media und Online-Marketing, SEO sowie E-Mail-, Video-, Affiliate- und Mobile Marketing etc., durchlebte alle Stufen vom Angestellten. Startup, Selbständigen, erfolgreichen Unternehmer bis hin zum Unabhängigen (Unternehmer)

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  4. von Florian Blaschke am 19.12.2013 (16:07 Uhr)

    Wir lernen erst mal korrigieren. Danke für den Hinweis, asdf. ;-)

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  5. von Qwer am 19.12.2013 (20:04 Uhr)

    Immer noch nen Komma zuviel nach dem ohne. ;-)

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  6. von Kay Tee am 20.12.2013 (01:35 Uhr)

    "Nen" Komma vor allem. ^^ Autschn.

    Ich klebe übrigens auch ganz oldschool ab. Sicher ist sicher.

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  7. von Dirk am 20.12.2013 (02:47 Uhr)

    Das ist eine tolle Lösung bei einem 2000€ Notebook die Kamera mit einem tollen Streifen zuzukleben ...

    Was ist mit dem Mikrofon?

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  8. von Fert am 20.12.2013 (13:36 Uhr)

    Ich klebe einfach mein Gesicht ab.
    Dann bin ich an jedem Gerät sicher.

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  9. von dot tilde dot am 20.12.2013 (16:47 Uhr)

    da fehlt immer mal ein s im namen der uni.

    .~.

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  10. von Expended am 24.12.2013 (02:30 Uhr)

    Die Hardware sollte gleich so gestaltet werden.
    Wenn Spannung an dem MIC oder der Kamera oder dem dazugehörigem Controller (an)liegt, soll die jeweilige LED leuchten.
    Naja, das wird nie passieren.

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