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Karriere

Die Arbeitswelt der Zukunft ist vor allem eines: Verhandlungssache

    Die Arbeitswelt der Zukunft ist vor allem eines: Verhandlungssache
Google gilt als weltweit attraktivster Arbeitgeber. (Quelle: Google)

Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, der War for Talents, anspruchsvolle High Potentials, Laufbänder am Arbeitsplatz, Sabbaticals, Recruiting via Social Media, Klout-Scores als Alternative zum Bewerbungsgespräch – unsere Arbeitswelt vollzieht einen radikalen Umbruch. Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandeln zur Zeit deren Gesetzmäßigkeiten. Der „New Work Award 2013“ des neu gegründeten Ideenlabors in Kooperation mit XING versucht, dem Stand der Verhandlungen auf die Spur zu kommen.

Wie gestaltet sich die Arbeitswelt der Zukunft? Mit dieser Frage beschäftigt sich das „Ideenlabor“, ein Gremium renommierte Arbeitsmarkt-Experten, das im Sommer 2013 von Thomas Vollmoeller (CEO von XING) sowie Thomas Sattelberger (ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom) gegründet wurde. Das Ziel: Eine Debatte über die Arbeitswelt von morgen zu starten, die „nicht an ideologischen Grenzen oder Denkmustern von Fachdisziplinen“ haltmacht und „alle betroffenen gesellschaftlichen Akteure involviert“.

„New Work Award 2013“

Schöne neue Arbeitswelt. (Foto: Google)
Schöne neue Arbeitswelt. (Foto: Google)

Als erste Maßnahme vergibt das Ideenlabor mit Unterstützung von FOCUS und Human Resources Manager und in Kooperation mit XING dieses Jahr erstmalig den „New Work Award 2013“. Noch bis zum 13. Oktober können Arbeitgeber neue Konzepte der Arbeit einreichen, die in ihren Unternehmen bereits realisiert wurden. Eine Jury bestimmt die Finalisten in den Wettbewerbs-Kategorien „Kooperation“, „Autonomie“, „Demokratie“, „Diversität“ und „Gemeinschaftssinn“. Die Gewinner werden schließlich von der Netzgemeinde via Voting bestimmt und am 3. Dezember 2013 bekannt gegeben.

Und warum das alles? „Im 19. Jahrhundert war es die Industrielle Revolution, die nicht nur Wertschöpfungs- und Produktionsprozesse radikal veränderte, sondern auch das gesamte Arbeitsleben. Heute sind es sowohl die Digitalisierung als auch der demografische Wandel und in dessen Folge der Fachkräftemangel, die ähnlich weitreichende Umwälzungen mit sich bringen“, erklären Thomas Sattelberger und Thomas Vollmoeller in ihrem Grußwort zum Wettbewerb.

Die Umwälzungen der Arbeitswelt

Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel sorgen für eine Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern – zu Gunsten der Arbeitnehmer. Die Logik des Marktes: Fachkräfte, Experten beziehungsweise High Potentials werden zu einem raren Gut, ihr Marktwert steigt. In machen Branchen mündet die hohe Nachfrage und das mangelnde Angebot nach Talenten in einem War for Talents.

Wobei man im Einzelfall genauer hinsehen sollte. Denn nicht alle freien Ingenieurs- oder IT-Stellen – um  nur zwei Beispiele zu nennen – werden bei der Agentur für Arbeit gemeldet, die häufig als zentrale Erfassungsstelle herangezogen wird. Ebenso wenig melden sich alle arbeitslosen Ingenieure oder IT-ler beim Arbeitsamt. Zudem spielt sich Fachkräftemangel häufig in sehr spezifischen Berufsgruppen ab, die aber kaum so spezifisch untersucht werden. Noch schwerer wird es Berechnungen mit Blick auf die Zukunft durchzuführen. Denn wer kann heute schon sagen, wie sich dynamische Märkte in unserer immer komplexer werdenden Welt entwickeln.

Dank demografischem Wandel und Fachkräftemangel: Arbeitnehmer haben immer bessere Karten

Ganz generell spielt die Entwicklung aber den Arbeitnehmern in die Karten, sodass diese immer mehr in der Position sind, Forderungen zu stellen: Arbeitgeber müssen sich immer häufiger mit Ansprüchen wie einer ausgewogenen Work-Life-Balance, Sabbaticals, mehr Entscheidungsfreiheit, flexibleren Arbeitszeiten oder sinnstiftender Arbeit auseinandersetzen. Während die in den 50er und 60er Jahren aufgewachsenen Babyboomer vor allem gelebt haben, um zu arbeiten, wächst bei der Generation Y der Wunsch nach ausreichender Zeit für Freunde, Familie und Hobbies. Laut einer Studie der Wirtschaftssprüfungsgesellschaft pwC ist den heutigen Absolventen zudem die Möglichkeit zur Entwicklung und zur Weiterbildung wichtiger als ein hohes Einkommen. Zudem wünschen sie sich einen Arbeitgeber, die nachhaltig und sozial verantwortlich handelt.

Die Arbeitswelt verändert sich nicht nur durch die Werteverschiebungen der jungen Talente. Durch Globalisierung und digitale Revolution vollzieht sich auch ein struktureller Wandel. Das „Normalarbeitsverhältnis“, also eine auf Dauer angelegte Anstellung, ist zwar weiterhin vorherrschend, der Trend geht aber klar zu flexibleren Arbeitsverhältnissen wie befristeten Arbeitsverträgen, projektbezogenen Anstellungen oder Leih- und Teilzeitarbeit bis hin zur Selbstständigkeit. Geradlinige Lebensläufe werden seltener, Brüche hingegen normaler, auf eine Festanstellung folgen ein paar Jahre Selbstständigkeit, nach den ersten Kindern wieder der Wunsch auf eine Festanstellung. Doch wer einmal die Freiheiten selbständigen Arbeitens genossen hat, tut sich schwer mit festen Hierarchien, umständlichen Kommunikationswegen und festen Arbeitszeiten.

Employer Branding: Unternehmen positionieren sich im War for Talents

Google gilt als weltweit attraktivster Arbeitgeber. (Quelle: Google)
Google gilt als weltweit attraktivster Arbeitgeber. (Quelle: Google)

Ein Arbeitgeber, der verstanden zu haben scheint, wie die neue Arbeitnehmer-Generation tickt, ist Google. Die zweitwertvollste Marke der Welt wurde kürzlich als weltweit attraktivster Arbeitgeber bewertet: Google-Angestellte verdienen nicht nur gut, sondern genießen darüber hinaus eine Menge Freiheiten und Annehmlichkeiten – vom kostenlosen Buffet über die Massage bis hin zum Laufband am Arbeitsplatz.

Im Kampf um die besten Talente wird es für Unternehmen zunehmend entscheidend, sich als attraktive Arbeitgebermarke à la Google zu präsentieren. Unternehmen oder ganze Branchen, die diese Entwicklung verschlafen, bekommen ein Problem. Wie beispielsweise Werbeagenturen, die als Arbeitgeber zunehmend unattraktiver werden. Fatal, da gerade in dieser Branche kreative Köpfe einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren darstellen.

Digitalisierung der Arbeitswelt: Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Neuland

Eine Entwicklung, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen betrifft, ist die zunehmende Digitalisierung der Welt, die natürlich auch vor der Arbeitswelt nicht halt macht. So wird die Präsenz von Unternehmen im Social Web immer wichtiger, denn die neue Generation ist solche Kommunikationswege gewohnt und verlangt sie auch von ihrem Arbeitsgeber. Und auch Bewerber müssen sich etwas einfallen lassen, um von den Unternehmen gesehen zu werden. Selbstvermarktung gewinnt an Bedeutung und Online-Initiativ-Kreativ-Bewerbungen lösen zunehmend das klassische Bewerbungsschreiben ab. Neben diesen neuen Möglichkeiten birgt die Social-Media-Welt natürlich auch eine Menge potentieller Gefahren: Man denke an Party-Bilder googlende Personaler, ehemalige Arbeitnehmer, die imageschädigende Shitstürme auslösen oder abgesagte Bewerbungsgespräche aufgrund eines miserablen Klout-Scores.

Die Arbeitswelt der Zukunft

Die hier skizzierten Überlegungen und Beispiele zeigen: Die Arbeitswelt der Generation Y wird sich radikal von der ihrer Väter und Mütter unterscheiden. Momentan verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer über deren Gesetzmäßigkeiten. Am 3. Dezember 2013, wenn die Gewinner des „New Work Award 2013“ bekannt gegeben werden, werden wir hoffentlich einen spannenden Einblick in den Stand der Verhandlung erhalten.

Autoren: Thomas Kemp und Andrea Wille

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3 Reaktionen
Ondrej Kiehls
Ondrej Kiehls

Klar haben Digitalisierung und der wahnsinnig rasche Wandel die Arbeitswelt stark geprägt, dennoch ist hier ein in gewissen Bereichen gar nicht so schneller Wandel erkennbar. Deswegen nutze ich zum Beispiel immer wieder dienstleistungsorientierte Büros um vor Kunden professionell aufzutreten. Für viele ist das "Büro" nach wie vor ein Faktor von Vertrauen. Wie Luhmann sagt, Vertrauen ist eine Mechanismus der Reduktion sozialer Kompetenz und somit ist man dem Kunden schon um einges näher.

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Tobias
Tobias

Der erste Link zur XING Seite ist falsch. Er enthält noch eine Klammer zu viel.

Gruß Tobias

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panoramafotografie
panoramafotografie

Globalisierung und digitale Revolution haben die Arbeitswelt sehr viel veraendert. Arbeitsgeber koennen Arbeitskraft in Asien finden und lassen die Arbeiter in ihren eigenen Laendern fuer sie arbeiten. Die ganze Welt verbindet sich sehr eng,sowie die Arbeitswelt.

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