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Ärger für Amazon.de: Händler klagt gegen Preisparität, auch Kartellamt ermittelt

Der deutsche Online-Marktplatz Hood.de klagt vor dem Landgericht Köln gegen die Preisparität von . Das US-Unternehmen verbietet Anbietern, ihre Produkte auf anderen Internetseiten günstiger anzubieten, streicht aber hohe Provisionen ein. Auch das Bundeskartellamt hat die Ermittlungen aufgenommen.

Ärger für Amazon.de: Händler klagt gegen Preisparität, auch Kartellamt ermittelt

Hood.de ist mit über einer Million Mitgliedern und monatlich drei Millionen Besuchern einer der größten Online-Marktplätze Deutschlands. Vor dem Landgericht Köln hat das Unternehmen jetzt Klage gegen den Platzhirsch Amazon eingereicht, weil dessen Marktplatzhändler durch die sogenannte Preisparitätsklausel auch auf anderen Plattformen in ihrer Preisgestaltung eingeschränkt werden.

Hood.de: „Preisparität schadet Händlern und Kunden“

Die Preisparität verbietet Händlern, ihre Produkte auf dem Amazon Marketplace teurer zu verkaufen als auf anderen Plattformen oder dem eigenen Onlineshop. Da das US-Unternehmen hohe Provisionen einstreicht, müssen Händler ihre Preise plattformübergreifend anheben, um die Marge zu halten. Ryan Hood, der Gründer und Geschäftsführer von Hood.de, macht deutlich: „Klarer Verlierer ist nicht nur der Händler, sondern auch der Kunde, da er auch dann indirekt Amazons Verkaufsprovision zahlen muss, wenn er gar nicht über Amazon kauft.“

Der Verkauf über den Amazon Marketplace ist an Konditionen gebunden, unter anderem die Preisparität.

Von den indirekten Folgen der Preisparität ist auch Hood.de betroffen. Händler, die ihre Produkte auf beiden Plattformen anbieten, müssen auf Hood.de den gleichen Verkaufspreis ansetzen, obwohl geringere Gebühren anfallen. Sie können eingesparte Kosten deshalb nicht an Kunden weitergeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Für Dr. Stephan Bücker, den mit der Angelegenheit betrautem Rechtsanwalt, widerspricht die Preisparitätsklausel gegen geltendes Kartellrecht. Problem sei vor allem die „Festsetzung eines Mindespreises für alle Vertriebskanäle im Internet“, erläutert er.

Amazon setzt Händler unter Druck: Das Bundeskartellermit ermittelt

Die Preisparitätsklauses ist schon seit 2010 im Einsatz, schreibt der Shopbetreiber-Blog. Offenbar hat Amazon aber erst vor einigen Monaten begonnen, die Vereinbarung gegenüber Marktplatzteilnehmern durchzusetzen. Sie werden per Mail dazu aufgefordert, ihre Preise anzupassen. Geschieht dies nicht innerhalb der nächsten drei Tage, behält sich das US-Unternehmen vor, „weitere Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich der Aussetzung oder des Entzugs Ihrer Berechtigung zum Verkauf bei Amazon“.

Die plötzliche Durchsetzung der Klausel führte auch zu Ermittlungen des Bundeskartellamts. Dessen Sprecher erklärte gegenüber dem Shopbetreiber-Blog, man habe ein Verfahren zuvor „aus Prioritätserwägungen“ zurückgestellt. Aufgrund der zunehmenden Beschwerden zahlreicher Händler habe man sich jetzt aber entschieden die Ermittlungen aufzunehmen.

(Foto: ©iStockphoto.com/courtneyk)

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