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US Army: Computervirus befällt wichtigstes Waffensystem

US Army: Computervirus befällt wichtigstes Waffensystem

Ein hartnäckiger Computervirus hat sich in Amerikas wichtigstem Waffensystem, den unbemannten , eingenistet. Seit rund zwei Wochen versuchen Spezialisten, bislang vergeblich, den zu beseitigen. “Wir löschen ihn. Aber er kommt immer wieder zurück.”

US Army: Computervirus befällt wichtigstes Waffensystem

Amerikas Drohnenflotte ist bekannt für ihre Sicherheitsprobleme

Die aktuell bekannt gewordenen Virusinfektionen, über die Wired heute exklusiv berichtet, sind nur ein weiterer Baustein in einer langen Reihe von Sicherheitsproblemen, mit denen die Drohnenflotte, aber nicht nur die, zu kämpfen hat. Dabei ist die Drohnenflotte mittlerweile das wichtigste Waffensystem der USA. Top-Terrorist al-Awlaki wurde durch einen Drohnenangriff getötet, in Libyen flogen Drohnen 92 Einsätze, in Pakistan mehr als 230. Insgesamt sollen Drohnen laut Washington Post bereits mehr als 2.000 Menschen getötet haben.

Aufklärungsdrohne D-21, Pacific Coast Air Museum (Foto: joelogon / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Man sollte also vermuten, dass sich die US Army mit besonderem Augenmerk um diese Systeme kümmert. Das Gegenteil scheint der Fall. So gibt es nach wie vor Drohnen, die ihr Videomaterial unverschlüsselt funken. Gegnerische Einheiten schneiden deren Videos mit einer Billigsoftware mit.

Viren in der Wüstenbasis Creech, Nevada

Der Löwenanteil der Drohnen wird von der kleinen Wüstenbasis Creech in Nevada gesteuert. Und in eben diesem Creech verbreitet sich ein Virus, von dem offenbar nicht einmal das Sicherheitspersonal weiß, wie man ihn wieder los werden soll. Sicher ist wohl, dass der Virus alle Tastendrücke der Drohnenpiloten aufzeichnet, also als Keylogger unterwegs ist. Allerdings scheint der Virus von dem, was er da ermittelt, keinen Gebrauch zu machen. Er speichert es nicht, versendet es nicht. Es ist mysteriös.

In der Vergangenheit hat die Army bereits schlechte Erfahrungen mit Datenträgertransfers gemacht. Über Sticks und Disks wurde im Pentagon im Jahre 2008 der Wurm Agent.btz auf hunderttausenden Rechnern eingeschleppt. Noch heute sind Administratoren mit der Beseitigung beschäftigt.

Wie der neue Virus Creech erreichen konnte, scheint bereits klar. Nachdem nämlich nach Agent.btz der Gebrauch von Sticks und anderen Datenträgern in der Army weitestgehend verboten wurde, galt für Creech eine der wenigen Ausnahmen. Es ist wenig verwunderlich, dass diese Ausnahmeregelung inzwischen aufgehoben wurde.

Nachdem nun transportable Datenträger aus Creech verbannt wurden und ein Anschluss ans öffentliche Internet ohnehin nicht existiert, scheint der Virus unter Kontrolle zu sein. So sehen es derzeit die verantwortlichen Administratoren. Beseitigen lässt er sich aber bislang nicht. Ob es Ausfluss einer erweiterten Form des Stockholm-Syndroms ist oder ob der Wired-Informant tatsächlich überzeugt davon ist, bleibt unklar, wenn er sagt: “Wir glauben, der Virus ist gutartig.”

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7 Antworten
  1. von Philipp am 08.10.2011 (03:00 Uhr)

    Das beste wäre, wenn all diese Teile vom Himmel fallen würden.

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  2. von ben_ am 08.10.2011 (11:09 Uhr)

    Jungs … ich will ja nichts sagen … aber … ein wenig seriöser könntet ihr das Thema schon angehen. Ein Virus der sich nicht löschen läßt scheint mir alles andere als unter Kontrolle zu sein. Und ich bezweifle auch, dass Dronen das wichtigste Waffensystem sind, überhaupt, die die Aussage ebenso unbelegbar wie inhaltsleer und überflüssig.

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  3. von Tim am 08.10.2011 (11:57 Uhr)

    Was soll das eigentlich auf dem Foto darstellen? Soweit ich weiß sind die Reaper- und Predatordrohnen betroffen, das auf dem Bild sieht nicht nach einer (modernen) Drohne aus...

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  4. von Marco am 08.10.2011 (12:55 Uhr)

    @Tim
    Das auf dem Bild ist eine D 21. Selbstverständlich ist das keine aktuelle Kampfdrohne, sondern eine Experimentaldrohne aus den 60ern. Deshalb wurde das Foto auch in einem Museum aufgenommen.

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  5. von Dieter Petereit am 08.10.2011 (13:09 Uhr)

    Hallo ben.

    Schön, dass du vorbeischauen konntest. Der Beitrag nimmt den Exklusivbericht von Wired auf, der im Text verlinkt ist. Alle Aussagen lassen sich daraus belegen. Auch die Frage, ob der Virus nun unter Kontrolle ist oder nicht, entspringt nicht etwa meiner Beurteilung.

    Hallo Tim,

    Ich hatte gerade keine Reaper oder Predator in meiner kleinen Fotoflotte finden können. Deshalb dachte ich, ein Foto einer beliebigen Drone wäre immer noch besser als gar keins. Entschuldige die Ungenauigkeit der fotografischen Darstellung.

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  6. von soenke am 08.10.2011 (17:03 Uhr)

    @ben_ Ich denke schon, dass zumindest in den momentanen Kriegen von Amerika Drohnen eines der wichtigste Waffensystem ist. Nahezu alle der große Terroristen wurden mit Drohnen erwischt.

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  7. von Alex am 28.01.2012 (17:13 Uhr)

    Also ich muss sagen... Das ist wohl das harmloseste an den Dingern, dass sie nicht fehlerfrei sind.
    Ich finde es ja schon eine Frechheit, was mit den Teilen angerichtet wird, solange sie perfekt funktionieren!
    Mehr dazu hier:
    http://a-stockinger.blogspot.com/2012/01/gute-drohnen-bose-drohnen.html

    Würde mich über ein paar Besucher auf meinem Blog freuen, vielleicht seid ihr ja auch meiner Meinung.

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