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E-Commerce

Artikeldaten auf dem Amazon-Marketplace: Wie Händler in die Urheberrechtsfalle tappen

    Artikeldaten auf dem Amazon-Marketplace: Wie Händler in die Urheberrechtsfalle tappen

Amazon. #FLICKR#

Gleich mehrere Online-Handelsportale sollen ungefragt Produktbilder und -beschreibungen von Amazons Marketplace nutzen. Dabei liegen die Urheberrechte eigentlich bei dem Ersteller der Daten.

Online-Handel: Produktinformationen und -bilder auf dem Amazon-Marketplace

Wer ein Artikelbild und eine dazugehörige Produktbeschreibung als Händler auf Amazons Marketplace hochlädt, der gestattet dem Unternehmen die kostenfreie Nutzung dieser Daten. Soll heißen: Auch andere Händler, die dasselbe Produkt über die Plattform verkaufen, können sich daran bedienen. Dass diese Klausel in den AGBs des Online-Händlers rechtens ist, hat auch das Oberlandesgericht Köln im Dezember 2014 bestätigt.

Wie sieht es aber aus, wenn andere, von Amazon unabhängige Online-Händler diese Daten nutzen? Diese Frage stellte sich auch Mark Steier, der den E-Commerce-Blog Wortfilter betreibt. Ein Mitglied der gleichnamigen Facebook-Gruppe hatte festgestellt, dass Bilder, die er auf den Marketplace hochgeladen hatte, auf dem Portal der Wiederverkaufsplattform Zoxs ohne seine Einwilligung genutzt wurden. Nach Recherche von Steier sollen aber auch die Verkaufsportale reBuy, momox und medimops unberechtigterweise Bilder der Amazon-Verkäufer nutzen.

Amazon Marketplace: Auch andere Portale sollen sich an den von den Händlern erstellten Produktbildern bedienen. (Screenshot: Amazon.de)
Amazon Marketplace: Auch andere Portale sollen sich an den von den Händlern erstellten Produktbildern bedienen. (Screenshot: Amazon.de)

Bilder vom Amazon-Marketplace: Was sagen die Handelsplattformen zu den Vorwürfen?

Ein Sprecher von Zoxs teilte Gegenüber t3n.de mit, dass der Rechtsbeistand der Firma die Sachlage derzeit prüfen würde. reBuy wiederum überprüft derzeit ebenfalls die aktuelle und historische Datennutzung auf Rechtmäßigkeit, was aufgrund der hohen Datenmengen aber dauern würde. Laut einer Unternehmenssprecherin könne man jedoch schon jetzt ausschließen, dass es sich um ein systematisches Problem handle und es nur Einzelfälle betreffen würde. Momox, zu denen die Verkaufsplattform medimops gehört, will die Vorwürfe ebenfalls technisch wie auch juristisch prüfen.

Eine entsprechende Anfrage an Amazon wurde bislang noch nicht beantwortet. Es bleibt jedoch anzunehmen, dass das Unternehmen wenig Interesse daran hat, dass die Daten der Marketplace-Händler von Drittanbietern genutzt werden. Zumal das OLG Köln in seinem Richterspruch die Ansicht vertrat, dass nur deswegen keine unentgeltliche Nutzung der Bildrechte vonseiten Amazon vorliege, da die Händler ihrerseits Vorteile aus der Nutzung von Bildern anderer Marktteilnehmer ziehen würden. Das ist logischerweise nicht gegeben, wenn die Bilder auf anderen Portalen genutzt werden, auf denen die betroffenen Händler gar keine Produkte verkaufen.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unsere Reihe „Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone? So geht’s“.

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