t3n News E-Commerce

Artikeldaten auf dem Amazon-Marketplace: Wie Händler in die Urheberrechtsfalle tappen

Artikeldaten auf dem Amazon-Marketplace: Wie Händler in die Urheberrechtsfalle tappen

Gleich mehrere Online-Handelsportale sollen ungefragt Produktbilder und -beschreibungen von Amazons Marketplace nutzen. Dabei liegen die Urheberrechte eigentlich bei dem Ersteller der Daten.

Artikeldaten auf dem Amazon-Marketplace: Wie Händler in die Urheberrechtsfalle tappen

Amazon. (Foto: Robert Scoble / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Online-Handel: Produktinformationen und -bilder auf dem Amazon-Marketplace

Wer ein Artikelbild und eine dazugehörige Produktbeschreibung als Händler auf Amazons Marketplace hochlädt, der gestattet dem Unternehmen die kostenfreie Nutzung dieser Daten. Soll heißen: Auch andere Händler, die dasselbe Produkt über die Plattform verkaufen, können sich daran bedienen. Dass diese Klausel in den AGBs des Online-Händlers rechtens ist, hat auch das Oberlandesgericht Köln im Dezember 2014 bestätigt.

Wie sieht es aber aus, wenn andere, von Amazon unabhängige Online-Händler diese Daten nutzen? Diese Frage stellte sich auch Mark Steier, der den E-Commerce-Blog Wortfilter betreibt. Ein Mitglied der gleichnamigen Facebook-Gruppe hatte festgestellt, dass Bilder, die er auf den Marketplace hochgeladen hatte, auf dem Portal der Wiederverkaufsplattform Zoxs ohne seine Einwilligung genutzt wurden. Nach Recherche von Steier sollen aber auch die Verkaufsportale reBuy, momox und medimops unberechtigterweise Bilder der Amazon-Verkäufer nutzen.

Amazon Marketplace: Auch andere Portale sollen sich an den von den Händlern erstellten Produktbildern bedienen. (Screenshot: Amazon.de)
Amazon Marketplace: Auch andere Portale sollen sich an den von den Händlern erstellten Produktbildern bedienen. (Screenshot: Amazon.de)

Bilder vom Amazon-Marketplace: Was sagen die Handelsplattformen zu den Vorwürfen?

Ein Sprecher von Zoxs teilte Gegenüber t3n.de mit, dass der Rechtsbeistand der Firma die Sachlage derzeit prüfen würde. reBuy wiederum überprüft derzeit ebenfalls die aktuelle und historische Datennutzung auf Rechtmäßigkeit, was aufgrund der hohen Datenmengen aber dauern würde. Laut einer Unternehmenssprecherin könne man jedoch schon jetzt ausschließen, dass es sich um ein systematisches Problem handle und es nur Einzelfälle betreffen würde. Momox, zu denen die Verkaufsplattform medimops gehört, will die Vorwürfe ebenfalls technisch wie auch juristisch prüfen.

Eine entsprechende Anfrage an wurde bislang noch nicht beantwortet. Es bleibt jedoch anzunehmen, dass das Unternehmen wenig Interesse daran hat, dass die Daten der Marketplace-Händler von Drittanbietern genutzt werden. Zumal das OLG Köln in seinem Richterspruch die Ansicht vertrat, dass nur deswegen keine unentgeltliche Nutzung der Bildrechte vonseiten Amazon vorliege, da die Händler ihrerseits Vorteile aus der Nutzung von Bildern anderer Marktteilnehmer ziehen würden. Das ist logischerweise nicht gegeben, wenn die Bilder auf anderen Portalen genutzt werden, auf denen die betroffenen Händler gar keine Produkte verkaufen.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unsere Reihe „Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone? So geht’s“.

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Amazon
Anker Technology: Mit Mutters Ersparnissen auf dem Weg zum Amazon-Unicorn
Anker Technology: Mit Mutters Ersparnissen auf dem Weg zum Amazon-Unicorn

Steven Yang wollte eigentlich nur mal eben seiner Freundin helfen. Jetzt leitet er ein Unternehmen, das bei Amazon auf dem Weg zu einer Milliarde Jahresumsatz ist. » weiterlesen

Konkurrenz für die Post: Amazon bestätigt Pläne für Packstationen in Deutschland
Konkurrenz für die Post: Amazon bestätigt Pläne für Packstationen in Deutschland

Amazon plant einen weiteren Angriff auf die Deutsche Post: Nachdem der Online-Händler bereits Lieferungen selbst ausfährt, sollen nun möglicherweise auch Packstationen in Deutschland hinzukommen. » weiterlesen

Angriff auf Amazon: Warum Ebay ein Startup namens Salespredict kauft
Angriff auf Amazon: Warum Ebay ein Startup namens Salespredict kauft

Mit der Übernahme des Startups Salespredict will Ebay die auf der Plattform angebotenen Produkte endlich besser verstehen. Davon sollen Käufer und Verkäufer profitieren. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?