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Digitale Gesellschaft

Wenn das Netz einfach mal einen trinken will – #AufDieLiebe-Initiatorin Kathrin Weßling im Interview

    Wenn das Netz einfach mal einen trinken will – #AufDieLiebe-Initiatorin Kathrin Weßling im Interview

(Foto: Kathrin Weßling)

Als Reaktion auf die Anschläge in Brüssel hat das Netz sich solidarisiert – unter anderem unter dem Hashtag #AufDieLiebe. Wir haben mit der Initiatorin Kathrin Weßling gesprochen.

Netz-Reaktionen auf Brüssel: „Gestern und heute wollte es #AufDieLiebe trinken.“

Was auf Facebook begann, schwappte schnell über zu Twitter. Kathrin Weßling initiiert den #AufDieLiebe-Hashtag als Reaktion auf Brüssel. (Foto: Kathrin Weßling)
Was auf Facebook begann, schwappte schnell über zu Twitter. Kathrin Weßling initiierte den #AufDieLiebe-Hashtag als Reaktion auf die Anschläge von Brüssel. (Foto: Kathrin Weßling)

t3n.de: #AufDieLiebe vereint gerade das deutsche Social Web und zeigt Bilder von Menschen, die ihr Glas heben und als Reaktion auf #BrusselsAttacks auf die Liebe anstoßen. Wie wichtig sind diese Symbole dieser Tage?

Kathrin Weßling: Das muss jeder für sich entscheiden. Ich weiß bloß, dass sehr viele Menschen sehr dankbar waren für das Gefühl, mit ihren Gedanken und Emotionen zu Brüssel und der allgemeinen Lage nicht allein zu sein.

t3n.de: #AufDieLiebe hat auch zeitweise #StopIslam als Trending Topic auf Twitter abgelöst. Beide Hashtags zeigen, wie unterschiedlich und bisweilen extrem in beide Richtungen auf Katastrophen-Meldungen reagiert wird – Liebe oder Hass. Gibt es im Social Web eigentlich noch Grautöne?

Weßling: Klar gibt es die. Bloß sprechen wir ja hier auch von einer hoch emotionalen Situation. Da geht’s dann manchmal nicht mehr so sehr um Graustufen.

t3n.de: Spricht da die private Kathrin oder die Social-Media-Managerin von Spiegel Online?

„Harte Nachrichten zu Terror und Krieg lösen natürlich andere Dinge aus als ein lustiges GIF.“

Weßling: Hm ... das sind ganz unterschiedliche Betrachtungen, glaube ich. Was ich privat wahrnehme und was mir im Job begegnet, ist schon sehr unterschiedlich.

t3n.de: Inwiefern?

Weßling: Harte Nachrichten zu Terror und Krieg lösen natürlich andere Dinge aus als ein lustiges GIF. Und natürlich sind die Menschen gereizt. Das ist ja alles kein Problem, das morgen vorbei ist oder nur eine kleine Gruppe betrifft. Das betrifft alle, die ganze EU, den Nahen Osten und den Rest der Welt. Das ist nichts, was man noch einfach ignorieren kann.

t3n.de: Jetzt wurde der Hashtag mit #LoveIsStrongerThanHate sogar ins englische Social Web getragen und reiht sich in andere Aktionen wie #JeSuisCharlie oder #JeSuisParis ein. Hast du Bedenken, dass sich derartige Bekundungen abnutzen könnten und ihre Symbolik verlieren?

Weßling: Solidarität ist ja keine neue Erscheinung. Neu ist bloß, dass sie auch so präsent im Netz ist. Aber Menschen werden immer Mitgefühl haben. Und obschon ich meistens die erste bin, die schreit, dass das alles dumm und etwas peinlich ist, finde ich, dass man niemandem vorschreiben darf, wie er sich zu fühlen hat und wie er diese Gefühle ausdrückt.

t3n.de: Wie sehr hast du eigentlich mit dem Ausmaß an Reaktionen gerechnet? Hat dich die Verselbstständigung überrascht?

Weßling: Klar! Ich wäre eine der reichsten Frauen dieses Landes, wenn ich in der Lage wäre, virale Trends vorherzusagen. Das kann ich aber nicht und das kann auch sonst niemand. Das ist ja das Tolle an diesem Internet: dass es einfach macht, was es will. Und gestern und heute wollte es #AufDieLiebe trinken.

t3n.de: In dem Sinne: prost!

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