Aufgekauft: Vom Kölner Hörsaal zum Mega-Exit im Valley

Mit Leidenschaft, Perfektionismus und passionierten Co-Foundern hat Jan Senderek innerhalb von vier Jahren den Weg aus dem Hörsaal ins Silicon Valley gefunden. Heute ist er IT-Millionär und hat mit seiner Firma „Loom“ das geschafft, wovon weltweit träumen. Wie man als deutsches Team die Eintrittskarte zum Elite-Accelerator Y Combinator löst – und wieso er am Ende seine Firma an verkauft hat.

Text, Videos und Fotos: Moritz Stückler

Einen Käufer für seine Firma zu finden, ist oft der ultimative Indikator für den Erfolg der eigenen Geschäftsidee. Aber nur wenige Startups gehen diesen Weg – manche lehnen ihn sogar ab. Die Gefahren einer Akquisition sind groß: Überlebt das Produkt? Überlebt das Team? Stimmt der Preis? Wie ist der neue Arbeitgeber? Nur ein mikroskopisch kleiner Teil der Startup-Szene schafft einen der berühmten Bilderbuch-Exits, bei denen Tech-Medien und Blogs am nächsten Tag Rekordsummen vermelden. Mit der deutschen Gründerszene hat das augenscheinlich nicht viel zu tun. Im internationalen Vergleich schaffen es Firmen hierzulande nur selten, ihre Unternehmen für viel Geld zu verkaufen. Der Kölner Jan Senderek und sein Team aber haben vor einigen Monaten genau diesen Schritt gewagt – und ihn bis heute nicht bereut.

Erster Kontakt mit der Startup-Szene: Von Köln nach London

Die Grundlage für den späteren Erfolg seines Vorzeige-Startups „Loom“ legt Senderek während seines Studiums an der Kölner Hochschule Fresenius. Schon damals beginnt der heute 30-Jährige, sich für Startups zu interessieren und sich durch Praktika und Nebenjobs in Medien- und Marketing-Firmen zum ersten Mal mit der Szene vertraut zu machen. Interessiert verfolgt er auch die amerikanische Startup-Szene und lernt Investment-Konzepte und Business-Accelerator-Programme kennen – etwa den prestigeträchtigen, amerikanischen „Y Combinator“. Doch nach dem Bachelor entscheidet sich Senderek erst mal für ein Master-Studium im Ausland. Seine Wahl fällt auf die University of London.

„Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, da waren VWL und Unternehmensgründung eigentlich gar kein Thema.“ Jan Senderek

An der Hochschule, die einen exzellenten, aber auch elitären Ruf genießt, festigt er seinen Wunsch nach dem Gründerdasein endgültig und schreibt sich für das Master-Studium „Technology Entrepreneurship“ ein. Gleich zu Beginn steckt er sich ein ehrgeiziges Ziel: Nach dem Master will er endlich eine Geschäftsidee haben – eine Idee, die ihn weit genug trägt, um nicht gezwungen zu sein, sich einen „ganz normalen“ Job suchen zu müssen.

Die Chance, diesen Plan in die Tat umzusetzen, ergibt sich erstmals bei einem Startup-Wettbewerb im Rahmen des Studiums. Die Teilnehmer seines Studiengangs sollen jeweils eine Idee für die „London Entrepreneurs Challenge“ einreichen – einen klassischen Gründer-Wettbewerb, bei dem Geschäftsideen von einer Jury bewertet werden. Er muss also unter Zeitdruck eine tragfähige Geschäftsidee entwickeln. Viele empfinden eine Deadline bei kreativen Prozessen als hinderlich, aber Senderek ist heute sogar dankbar dafür: „Ohne Deadline hätte ich da nie was abgegeben.“ So aber fühlt er sich gezwungen und reicht schließlich eine Idee ein – auch wenn er sie für alles andere als perfekt hält. Eigentlich untypisch für Senderek, der selbst von sich sagt, er sei stellenweise zwanghaft perfektionistisch.

Während des Studiums pitcht Jan Senderek seine erste App „eeve“ bei einem Gründer-Wettbewerb.

Die erste Idee: Die Foto-App „eeve“

Für den Wettbewerb holt sich Senderek Unterstützung: Philipp Wein, ein ehemaliger Arbeitskollege, den er während des Bachelor-Studiums in Deutschland kennengelernt hatte, und ein zweiter deutscher Kommilitone aus dem Master-Kurs im London stoßen dazu. Den beiden geht es ähnlich wie ihm: Interesse und Leidenschaft für Startups und das Gründen sind vorhanden, aber es fehlt die passende Idee. Also pitchen sie im Dezember 2010 gemeinsam ihre erste App: „eeve“. Sie soll Nutzern primär helfen, interessante Veranstaltungen in der Nähe zu entdecken und Bilder von diesen Events zu aggregieren. Fotos von allen Nutzern, die auf der selben Veranstaltung sind, werden automatisch in einem Fotoalbum gesammelt. Die Idee wird von der Jury mit einem Preis ausgezeichnet und das kleine Team bekommt zum ersten Mal Geld: 3.000 Britische Pfund, um die App zu entwickeln. Schon kurz danach stößt mit Daniel Wagner ein weiterer Freund aus Deutschland dazu – und das vierköpfige Gründungsteam ist vollständig.

Durch die Auszeichnung bei der Startup-Challenge werden zum ersten Mal Medien auf die jungen Deutschen aufmerksam. Schon in diesem frühen Stadium schaffen sie es in einen Artikel bei TechCrunch – für viele Startups, damals wie heute, so etwas wie ein Ritterschlag – und die ideale Möglichkeit, große Investoren und Partner auf sich aufmerksam zu machen. Senderek und seine drei Mitgründer surfen zum ersten Mal auf einer kleinen Welle des Erfolgs – ein Gefühl, das viele andere Dinge in den Hintergrund drängt und dafür sorgt, dass Senderek sich kaum noch um sein Studium kümmert.

„Das Studium war mir zu diesem Zeitpunkt ziemlich egal. Ich hätte es fast abgebrochen und hatte eigentlich keinen Bock mehr die Thesis zu schreiben.“ Jan Senderek

Mit ihrer App „eeve“ gewinnen Jan Senderek und Philipp Wein bei der „London Entrepreneur's Challenge“. Die App kann Bilder, die von mehreren Personen auf einer gemeinsamen Veranstaltung aufgenommen werden, aggregieren.

Ende 2011 wechselt das vierköpfige Team zum ersten Mal den Kurs. Die Idee, Inhalte an Veranstaltungen festzumachen, wird begraben – und damit auch der Name „eeve“. „Das war ein FNAC, ein ‚Feature, not a company‘. Das ist zwar nett, aber das Problem ist nicht groß genug, als dass sich jeder eine eigene App dafür installieren würde“, blickt Senderek heute zurück. Durch Nutzerbefragungen findet das Team raus, dass es sich eher auf die reinen Foto-Funktionen in Kombination mit sozialen Features beschränken sollte. Mit dieser Neuausrichtung gibt sich das Team auch einen neuen Namen: „Popset“.

„Popset“ wird also eine App zum Aufnehmen und kollaborativen Teilen von Fotos in mehreren Fotoalben – ohne Veranstaltungsbezug. Eine Funktion, die heute bei den meisten Cloud-Diensten wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox zum Standard-Funktionsumfang gehört. 2011 aber gibt es noch nicht viele Lösungen wie diese. Als eine der ersten großen Firmen versucht Apple 2011 mit iCloud und dem Fotostream, etwas ähnliches anzubieten – zunächst erfolglos.

„Als Steve Jobs den Fotostream vorgestellt hat, dachte ich mir: ‚Geil, endlich!‘ Aber dann hat das Produkt total enttäuscht.“ Jan Senderek

Ein langer Weg liegt hinter dem deutschen Team: Bis zum großen Erfolg korrigiert das Team zwei Mal seinen Kurs und launcht zwei neue Apps. (Grafik: Jan Senderek)

Heimlich – und anfangs, ohne seinen Mitgündern Bescheid zu geben – bewirbt sich Jan im Sog des Zuspruchs bei Y Combinator – zunächst auch ohne viel Aufwand und Vorbereitung. Er bekommt eine Absage. Ein halbes Jahr später versucht es das Team noch mal – dieses Mal gemeinsam und mit deutlich mehr Energie. Und tatsächlich werden sie zu einem Interview nach San Francisco eingeladen. Senderek übernimmt den Vortrag vor den Y-Combinator-Partnern und schafft es, die Juroren zu überzeugen. Das Team wird in die Winterklasse 2011 aufgenommen. Damit sind sie das erste deutsche Startup-Team in der Geschichte von Y Combinator – eine große Auszeichnung in Anbetracht der elitären Situation. Etwa 2.000 Startups bewerben sich zwei Mal im Jahr bei der Kaderschmiede im Valley – akzeptiert werden nur zwei bis drei Prozent davon.

Die berühmten „Office Hours“ bei Y Combinator. Startups der aktuellen Klassen können online Termine mit den Y-Combinator-Mitarbeitern machen, sich von ihnen beraten lassen oder neue Ideen pitchen. Die Gesprächspartner sind extrem erfahrene Investoren und Gründer (im Bild: Paul Graham, Investor und Gründer von Y Combinator).

Mit der Aufnahme bei Y Combinator erhält das „Popset“-Team um Jan Senderek zum ersten Mal eine nennenswerte Kapitalspritze: rund 170.000 US-Dollar – und noch deutlich mehr Geld von externen Investoren, die während dieser Phase auf das Projekt aufmerksam werden. Darunter sind auch Promis, zum Beispiel der Hollywood-Schauspieler Will Smith (in Form seiner Produktionsfirma Overbrook Entertainment). Am Ende der Winterklasse verfügt „Popset“ über 1,5 Millionen US-Dollar Kapital.

„Wir sind da angekommen und haben erst mal eine richtige Gehirnwäsche bekommen. Die denken da anders über Produkte, Marketing und PR. Eigentlich sehr anti-amerikanisch: kein Bullshitting und kein Sugar-Coating.“ Jan Senderek

Mit „Popset“ kann das Team erstmals große Investoren gewinnen – zum Beispiel den Schauspieler Will Smith. (Screenshot: Jan Senderek)

Y Combinator

ycombinator-logo
  • Eines der bekanntesten und erfolgreichen Startup-Accelerator-Programme der USA.
  • Zwei Mal pro Jahr können sich Startups mit ihren Ideen hier bewerben-
  • Von rund 2.000 Bewerbern werden nur 20 angenommen.
  • Nach der Aufnahme durchlaufen die jungen Firmen ein sechsmonatiges Coaching-Programm, kriegen 50.000 US-Dollar und Arbeitsplätze.
  • Als Gegenleistung verlangt Y Combinator etwa sechs Prozent der Firmenanteile.

Umzug ins Silicon Valley: Living The Startup Dream

Die Aufnahme bei Y Combinator bedeutet für alle Team-Mitglieder auch einen Umzug ins Silicon Valley, um in der Nähe des Y-Combinator-Büros in Mountain View sein zu können. Innerhalb von einem Monat packen Jan Senderek und seine Kollegen die Koffer und ziehen aus Deutschland und Großbritannien an die amerikanische Westküste. Zu viert kommen die Gründer in San Francisco an und beziehen eine kleine Wohnung am Fuß der Twin Peaks, in der sie gemeinsam arbeiten und wohnen.

Schon zu Beginn der Y-Combinator-Phase merken Jan, Daniel und Philipp, dass die Chemie zwischen ihnen und dem vierten Co-Founder Nicolas nicht mehr stimmt – er verlässt das Unternehmen. Die verbliebenen drei Gründer aber ergänzen sich bis heute perfekt: „Wir haben alle komplementäre Skills und das ist verdammt wichtig: Daniel kümmert sich um Technik und Backend, Philipp und ich um das Design und ich übernehme zusätzlich die wirtschaftlichen Aspekte.“

„Popset war nett, aber kein Riesending. Es war zu stark auf Social Features fokussiert.“ Jan Senderek

Die Mentoren bei Y Combinator verpassen dem etwas naiven, deutschen Team innerhalb von kürzester Zeit eine Gehirnwäsche, und auch die Idee von „Popset“ beginnt schnell zu bröckeln. Schon während der Entwicklung erkennt das Team, dass alle von ihnen ein Problem mit ihrem privaten Foto-Bestand haben. Keine existierende Lösung – ob online oder offline – erfüllt alle Kriterien. Die Gründer wittern ihre Chance.

Das technische Know-how im Umgang mit Fotos hat das „Popset“-Team schon, und mit einer geringen Kurskorrektur kann es eine viel größere Zielgruppe ansprechen: jeden, der sich schon mal über die schlechten existierenden Archivierungs- und Synchronisierungs-Möglichkeiten für Fotos geärgert hat. Nutzer, die bisher akribisch Ordner auf ihrer Festplatte angelegt, spezielle Foto-Datenbanken befüllt oder existierende Dienste wie Flickr oder Picasa verwendet haben. Denn alle diese Verfahren haben große Nachteile: mangelnde Verfügbarkeit auf mobilen Geräten, mangelnder Speicherplatz oder mangelnder Datenschutz. Während also „Popset“ weiterhin am Leben gehalten wird, um die bestehenden Nutzer nicht zu vergraulen, entwickelt das Team im Hintergrund über einen Zeitraum von etwa einem Jahr schon einen Prototypen für eine neue App: „Loom“.

Der Traum geht in Erfüllung: Nach der Aufnahme bei Y Combinator zieht das Team aus Europa ins Silicon Valley und arbeitet dort zusammen in einer Mischung aus WG und Büro in San Francisco – nicht weit weg vom Y-Combinator-Hauptquartier. (Foto: Jan Senderek)

Auch in den USA kommen Startups mit kleinem Geldbeutel nicht an schwedischen Möbelhäusern vorbei. (Foto: Jan Senderek)

Auch die zweite App von Senderek und seinen Kollegen namens „Popset“ sorgt für Aufmerksamkeit in der Presse. Vom Konzept sind die Macher aber nicht lange überzeugt – und entwickeln im Hintergrund schon „Loom“. (Foto: Jan Senderek)

„Unsere User haben gesagt: ‚Wir hätten gerne sowas wie Dropbox für Fotos!‘“ Jan Senderek

Im März 2013 erscheint die erste Version von „Loom“ für eine kleine, ausgewählte Nutzergruppe. „Loom“ ist geradliniger und schlanker als „Popset“, es gibt weniger Features und das Design ist deutlich ruhiger, fast schon minimalistisch. Im Juli öffnet sich „Loom“ für eine öffentliche Beta-Phase und ist ab dem ersten Tag ein voller Erfolg. Ein Grund für diesen guten Start: eine kluge Markting-Strategie.

Einige Monate vor dem Start macht Senderek durch provokante und interessante Blog-Einträge über das generelle Konzept von Dateien, Ordnern, Dateisystemen und Fotos auf sich aufmerksam. Die Beiträge verbreitet er über technik-affine Kanäle wie „Hacker News“ und Twitter. Zusammen mit einem abstrakten Produktvideo, das noch nichts von der fertigen App zeigt, sondern nur das Problem der Foto-Archivierung aufgreift, tragen sich schon vor dem Start Zehntausende bereitwillig für die Warteliste ein. Und auch die internationale Presse berichtet sofort zum Start über die neue App. Im Oktober 2013 öffnet „Loom“ sich endlich für jedermann und schon zum Jahresende heimst die App namhafte Auszeichnungen ein und schafft sich eine beachtliche Fangemeinde. Dank regelmäßiger Updates wird „Loom“ schnell zum Publikumsliebling und kann bald auch mit Videos und RAW-Files umgehen.

Loom soll eine universelle Möglichkeit zur Synchronisierung und Archivierung von Fotos werden, ohne Social Features oder ortsbasierte Funktionen. Außerdem wird die App im Gegensatz zu ihren Vorgängern optisch deutlich reduziert. (Bild: Jan Senderek)

Die Entwicklung der App im Lauf von etwa zweieinhalb Jahren: Bei einem Gründerwettbewerb wird „eeve“ geboren. Später fokussiert sich das Team stärker auf den Austausch und das Teilen von Fotos unter dem Namen „Popset“. Und schließlich werden die Social Features größtenteils verworfen und „Loom“ konzentriert sich auf die Archivierung und Synchronisierung zwischen allen Geräten.

Erster Kontakt mit Dropbox: Eine E-Mail und ein Mittagessen

Irgendwann im November 2013 bekommt Senderek dann unerwartet eine E-Mail. Die Absender: Drew Houston und Gentry Underwood. Houston ist einer der beiden Gründer von Dropbox, Underwood der CEO von Mailbox, einem E-Mail-Client, der damals gerade frisch von Dropbox gekauft worden ist. Schon kurz nach der Akquisition hat sich Underwood zu einer Führungspersönlichkeit bei Dropbox hochgearbeitet. Er lädt Senderek zum Mittagessen in die Dropbox-Zentrale in San Francisco ein, und Senderek nimmt an. Gespräche wie dieses sind nicht ungewöhnlich – gerade im Silicon Valley wird der Austausch zwischen Konkurrenten groß geschrieben und stärker zelebriert als in Deutschland.

„Na klar wollten die mal auschecken, was wir machen. Aber du machst dir bei sowas keine Hoffnungen auf eine Akquisition. Der Weg ist noch viel zu weit.“ Jan Senderek

„Beim Mittagessen haben wir noch über Gott und die Welt geredet. Und dann kam sofort am gleichen Abend eine E-Mail: ‚Du musst dich auch unbedingt noch mit Drew zum Abendessen treffen.‘“ Bei diesem Dinner zeigen die beiden Senderek auch zum ersten Mal ihr neues Dropbox-Produkt namens „Carousel“: eine App, die ganz ähnlich wie „Loom“ funktioniert und alle Bilder von Smartphone und Desktop-Rechner synchronisieren soll. „Carousel“ ist zu diesem Zeitpunkt jedoch in der Entwicklung noch lange nicht so weit wie „Loom“ und kann auch beim Funktionsumfang nicht mithalten. Bei diesem Gespräch lassen Underwood und Houston dann auch die Katze aus dem Sack und äußern ihre Kaufabsichten: „Ihr müsst das für uns machen! Das Gleiche, was ihr jetzt macht, müsst ihr für uns machen. Wir können das zusammen tun und müssen nicht gegeneinander arbeiten“, kommentieren sie ihren Vorschlag. Das „Loom“-Team soll mit dem „Carousel“-Team fusionieren und zusammen an einer optimalen Lösung für die Foto-Synchronisierung arbeiten.

Am nächsten Tag macht der Dropbox-Chef Senderek und Sara Adler miteinander bekannt. Adler kümmert sich bei Dropbox um den Aufgabenbereich „Corp Dev“ – also auch um Akquisitionen. Sie drängt Senderek zu einem möglichst schnellen Treffen und nur drei Stunden später werden beim Kaffee weitere Details besprochen. Adler fragt Senderek vor allem nach den Kennzahlen seines Unternehmens: Anzahl der Mitarbeiter, Kapitalanteile, allgemeine finanzielle Situation. Umgekehrt beginnt auch Senderek, den potenziellen Käufer immer genauer zu analysieren. Sein Studium und sein tiefgreifendes Interesse für den wirtschaftlichen Aspekt von Startups helfen ihm, die Kaufmotivation von Dropbox zu verstehen und einzuschätzen, wie gesund Dropbox wirtschaftlich ist – für ihn vor allem interessant, weil üblicherweise ein Teil der Kaufsumme von Akquisitionen in Aktien ausbezahlt wird.

„Carousel“ ist der Nachfolger von „Loom“ unter dem Dach von Dropbox. Seit der Akquisition arbeitet das gesamte Team von „Loom“ an „Carousel“ mit und hat inzwischen viele ursprüngliche „Loom“-Funktionen auch in „Carousel“ integriert.