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Ich habe dich entfreundet, nimm es nicht persönlich! [Kolumne]

Ich habe dich entfreundet, nimm es nicht persönlich! [Kolumne]

Wenn der eigene Newsfeed langweilt, kann nicht , und Co. etwas dafür, sondern nur der Nutzer. Darum entfreundet unser Autor auch regelmäßig uninteressante Personen. Die von Andreas Weck.

Ich habe dich entfreundet, nimm es nicht persönlich! [Kolumne]

Entfreunden gegen Langeweile. (Screenshot: Blueprint)

Immer wieder lese ich Rants von Kritikern, die behaupten, dass im Facebook-Newsfeed nur unwichtige Memes geteilt, auf Twitter zu viele persönliche Tweets verbreitet und auf Google+ zu viele Tech-Nachrichten kuratiert werden. Die Kritiker beanspruchen dann oft die Deutungshoheit für sich – Facebook, Twitter und Co. sind tot, nicht mehr das, was sie früher mal waren. Ein „Früher-war-alles-besser“-Gefühl, das sich auf ihre subjektive Langweile innerhalb der Plattformen stützt – doch das muss nicht sein. Was ich diesen Nutzern gerne entgegne, ist, dass sie doch selbst in der Hand haben, was sie im Feed konsumieren und was nicht. Dein Feed ist, was du frisst!

Der „(un)follow“-Button ist ein Segen!

So viele Facebook-Freunde  – doch nicht jeder hat was interessantes zu sagen. (Screenshot: Blueprint)
So viele Facebook-Freunde – doch nicht jeder hat was interessantes zu sagen. (Screenshot: Blueprint)

Ich teile beispielsweise – neben kleinen persönlichen Anekdoten und Fotos aus meinem Leben – gerne netzpolitische Nachrichten. Mich interessiert das und ich kommentiere die Links, die ich teile, auch. Es gibt aber Menschen, denen diese Beiträge auf die Nerven gehen, die mit Politik nichts am Hut haben oder meine Sicht der Dinge nicht  teilen und die regen sich dann auf, dass ich „nur noch Scheiße poste“ (Zitat!). Schon mal darüber nachgedacht, mich aus dem Feed zu schmeißen?

Ich halte es seit Jahren so, dass ich Menschen „entfreunde“ beziehungsweise „entfolge“, wenn ich das Gefühl habe, dass ihre Inhalte mich nicht mehr interessieren. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich als Online-Journalist auf einen informativen Newsfeed angewiesen bin, und das Scannen von uninteressanten Updates mir die Zeit stiehlt.

Der Filme-Macher Casey Neistat hat zum Feinjustieren seines Newsfeeds vor einigen Wochen einen sehr witzigen Beitrag auf Medium veröffentlicht, dessen Aufbau ich hier für meine Zwecke mal ganz unverfroren kopiere.

Folgende Dinge könnten dazu führen, dass ich dich entfreunde/entfolge:

  • Du bist ein entfernter Bekannter und ich bin nicht an deinem Leben interessiert
  • Du teilst heftig.co-Links
  • Du teilst Deutsche Wirtschaftsnachrichten-Links
  • Du lügst
  • Du teilst überwiegend Fotos von deinen Kindern (No-go!)
  • Du teilst ständig Fotos von deiner Katze
  • Du sympathisierst mit der NPD
  • Du teilst (unkreative) Werbung
  • Du bist ein Slacktivist
  • Du teilst Nachrichten, die bereits mehrere Tage alt sind

Was bleibt dann übrig? Echte Nachrichten, interessante Debatten und vor allem DEINE Erlebnisse und nicht die deiner Kinder oder Katzen.

Der „(un)follow“-Button ist ein Segen. Auf Facebook ist er sogar so integriert, dass man mit befreundeten Menschen weiterhin befreundet sein kann und ihre uninteressanten Statusupdates trotzdem ignoriert werden können – viele wissen das wahrscheinlich gar nicht: Auf dem Profil eines Facebook-Nutzers steht er direkt neben dem „Friends“-Button. Nutze ihn, ich nutze ihn bei dir auch – das ist nichts persönliches!

facebook-entfreunden-

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5 Antworten
  1. von Markus am 26.06.2014 (14:42 Uhr)

    Was ist verkehrt an den "Deutschen Wirschafts Nachrichten"? Und nein, bitte lass uns nicht über das sinnbefreite Video von zdf info reden. :D

    Welchen Quellen entspringen denn deine "echten Nachrichten"? Nachrichten als echt zu verifizieren, halte ich im Übrigen für äußerst fragwürdig. Absolute jede Nachricht wird in irgendeiner Form gefiltert, zensiert oder geändert.

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    • von Donngal am 26.06.2014 (15:41 Uhr)

      Ich finde es völlig verständlich, dass man kein Bock auf "Nachrichten" von Verschwörungstheoretikern hat. Nachrichten misst man an Ihren Quellen. Jeder kann für sich recherchieren was stimmt, wenn denn Quellen genannt werden. Man muss natürlich die Fähigkeit zur Quellenbewertung haben.

      Oder man sucht sich eine Nachrichtenseite die einem zum eigenen Weltbild passende "Nachrichten" liefert. Das ist dann aber halt nichts mit dem man andere belästigen sollte.

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      • von Markus am 26.06.2014 (16:09 Uhr)

        Allein die Tatsache im Status Quo: Viele bis nahezu alle Mainstreammedien sind voll mit Fußball und Nachrichten, welche lediglich auf das Interesse des Lesers und weniger das Interesse der Menschen eingehen, welche abseits "unserer Welt" leben. Hier wird selten aufmerksam auf Probleme gemacht, viel mehr verschönt. Brot und Spiele, wie man es gerne bezeichnet. Wenn überhaupt, wird nur am Ende der Seite links unten so klein wie möglich von den Zuständen in Brasilien, der Ukraine, dem Irak und Co. berichtet. Da geht es dann auch weniger um Quellen, sondern um Meinungsmache.

        Ich bin auch(!) DWN-Leser und in der Lage, Quellen und vermeintliche Tatsachen sowohl von DWN, als auch den Axel Springer-Medien zu analysieren. Jedoch habe ich für mich persönlich die rosarote Brille abgelegt und bin nicht mehr an unternehmenfinanzierte Presse interessiert.

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      • von Donngal am 26.06.2014 (16:11 Uhr)

        Bingo!

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  2. von MMarheine am 01.07.2014 (11:46 Uhr)

    Ich versteh das auch nicht, dass sich Leute über die Feeds und die Kommunikation auf den verschiedenen Kanälen aufregen, schliesslich sind diese mittlerweile sehr "erwachsen" geworden und bieten starke Einstellungsmöglichkeiten n. Man muss sich eben damit beschäftigen und die Einstellungen vornehmen ... auf vielen Portalen wird man heute als Spammer beschimpft, dabei haben genau diese Leute einen gefollowed ... da werden lange Briefe gesendet, statt einfach zu entfolgen ... viele nutzen einfach diese Plattformen, so, wie sie es früher mit dem Adressbuch getan hatten ... ist eben heute obsolet. Auf Xing beispielsweise stellen die Leute oft ihr Leben ins Profil ein, meckern dann aber, wenn sie mal angeschrieben werden ... das ist aber der Sinn dieser Plattform, eben Kommunikation zu betreiben und Kontakte zu knüpfen. Wer ein elektronisches Adressbuch führen will, der braucht keine solche Plattform und ist dort dann eben falsch.
    Es liegt immer an einem selber, ob man Spass an einem Kanal hat oder nicht. Wer sich allerdings nicht mit dem Kanal identifiziert und ihn zu bedienen weiss, der sollte die Ursache zuerst bei sich suchen.

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