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Deutschland nur Platz 5: Roland Berger benennt die innovativsten Automärkte

    Deutschland nur Platz 5: Roland Berger benennt die innovativsten Automärkte

Wie lange wird es wohl noch dauern, bis Deutschland konsequent aufs Thema Mobilität der Zukunft setzt – wie hier im Daimler-Szenario? (Bild: Daimler)

Der „Automotive-Disruption-Radar” soll den Übergang der Automobilindustrie zum „Mobilitätsdienstleister der Zukunft” dokumentieren. Ganz vorne hat sich Holland platziert, in Deutschland bremst unter anderem die Typzulassung.

Ist es nur gefühlt so, dass Deutschland sich derzeit mehr mit Diesel-Schadstoffen beschäftigt als mit der Zukunft der Mobilität? Im Zweifelsfall muss man sich auf Studien verlassen, die im Idealfall den Überblick behalten und die Entwicklung des Automobilsektors in verschiedenen Ländern miteinander vergleichen. Eine davon ist der „Automotive-Disruption-Radar”, den das Beratungsunternehmen Roland Berger nun zum zweiten Mal veröffentlicht hat.

Er soll Unternehmen der sogenannten Automotive-Industrie dabei unterstützen, ihre Investitionsentscheidungen zu treffen und will regelmäßig „den Übergang der Automobilindustrie zum Mobilitätsdienstleister der Zukunft” dokumentieren.

Niederlande auf Platz 1

Im weltweiten Ländervergleich, heißt es nun in der aktuellen Ausgabe, stünde die Niederlande ganz oben, wenn es um die Anwendung neuer Mobilitätskonzepte geht. Zentrale Stichworte dabei seien etwa Shared Mobility, autonomes Fahren, Digitalisierung und Elektromobilität sowie vor allem die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Infrastrukturen, die solche Innovationen ermöglichen. Und ebenhier, konstatieren die Experten von Roland Berger, sei die Niederlande „vorbildlich aufgestellt”.

Der Automobilstandort Deutschland hingegen rangiere mit Platz fünf hinter der Niederlande, China, Singapur und Südkorea, nur noch im Mittelfeld, die USA landen gar auf Rang zehn, und zwar vor Frankreich, Indien, Großbritannien und Japan. Insgesamt, heißt es, wurden rund 11.000 Verbraucher in elf Ländern befragt, und zwar in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, der Niederlande, Singapur, Südkorea und den USA.

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45 Prozent interessieren sich für autonomes Fahren

Im Vergleich zur ersten Untersuchung (PDF), die Roland Berger im April veröffentlicht hat, zeigten sich vor allem Veränderungen beim Kundeninteresse, bei der Technologie und bei den regulatorischen Vorgaben, sagen die Studienautoren.

In allen drei Kategorien seien mit China, Singapur und Südkorea asiatische Staaten führend. So habe etwa Singapur die bürokratischen Hürden für autonomes Fahren gesenkt und Experimente mit selbstfahrenden Touristenbussen und fahrerlosen Lastwagen gestartet. Verlaufen die Versuche positiv, könnte dem Stadtstaat das gelingen, was Roland Berger als „Durchbruch bei innovativen Verkehrskonzepten” bezeichnet.

„Die Zukunft liegt im autonomen Fahren – in erster Linie in Asien”, sagt dann auch Marcus Berret, Partner und Leiter des globalen Competence-Center-Automotive von Roland Berger. Während Staaten wie Singapur in der Gesetzgebung „richtig Gas geben” würden, seien traditionelle Automärkte wie Deutschland durch den Dieselskandal „momentan eher mit Schadensbegrenzung beschäftigt”. Dabei zeige der zweite „Automotive-Disruption-Radar” nun, dass die Autofahrer sehr aufgeschlossen seien: Schon 45 Prozent der Befragten weltweit würden sich für autonomes Fahren interessieren, heißt es.

35 Prozent denken über E-Auto nach

Auch bei der Elektromobilität zeigen sich die Autofahrer angeblich offen für Neues: Weltweit könnten sich laut Studie immerhin 35 Prozent der Befragten vorstellen, als nächstes ein E-Auto zu kaufen. Auch in diesem Bereich ist Asien führend, hier würde die Hälfte der Befragten ein Elektromodell erwerben, in einzelnen Ländern sogar bis zu zwei Drittel.

In Westeuropa sind es allerdings nur 30 Prozent und in den USA gerade mal 15 Prozent der Umfrageteilnehmer. „Diese unterschiedlichen Präferenzen schlagen sich auch in den Verkaufszahlen nieder”, sagt Wolfgang Bernhart, Partner bei Roland Berger. So sei die Zahl der verkauften Plug-in-Hybrid- und Elektroautos im ersten Halbjahr 2017 in Asien fast doppelt so hoch wie in Westeuropa und zweieinhalbmal so hoch wie in den USA gewesen.

An einem (möglicherweise entscheidenden) Punkt seien sich die Verbraucher allerdings grenzüberschreitend einig: E-Autos seien nach wie vor zu teuer. Als zweitwichtigstes Argument gegen den Kauf eines solchen gelte die schlechte Ladeinfrastruktur, sagen die Studienautoren. Als einziges westeuropäisches Land sei bei diesem Thema erneut die Niederlande führend.

Niederlande mit „hervorragender Ladeinfrastruktur”

Auch wenn die Verkaufszahlen für E- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge zuletzt wegen reduzierter Subventionen zurückgegangen seien, könne das Land „eine hervorragende Ladeinfrastruktur vorweisen” und habe damit „die Basis für zukünftig wieder steigende Verkäufe gelegt”, prophezeit Wolfgang Bernhart.

Führend im Bereich E-Mobilität sowie Car-Sharing zeigt sich auch China. Wohl deshalb belegt das Land im Ranking den zweiten Platz und habe, so die Experten von Roland Berger, „noch gutes Entwicklungspotenzial”. China habe gute Chancen, nach der Elektromobilität auch beim autonomen Fahren ein führender Markt zu werden, prognostiziert Bernhart.

Ein wesentlicher Treiber für die Entwicklung des autonomen Fahrens seien nun einmal die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern. Und ebenhier sei China mit der geplanten Genehmigung von autonomen Automodellen und neuen Teststrecken „auf dem Vormarsch”, sagt der Experte.

Deutschland hingegen hinke hier noch hinterher: Zwar habe die Ethikkommission des Bundesverkehrsministeriums nun die ersten Leitlinien für selbstfahrende Autos vorgestellt und für erste teilautonome Fahrzeuge werde es, ähnlich wie in anderen Ländern, Einzelgenehmigungen geben. Doch wie eine Typzulassung erfolgen könne, sei immer noch offen.

„Wenn Deutschland und weitere europäische Länder den Anschluss nicht verlieren wollen, muss der Gesetzgeber schnell neue Verkehrskonzepte und innovative Mobilitätslösungen unterstützen”, rät Marcus Berret. Nur so könne sich der Markt entsprechend weiterentwickeln.

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