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Banking-Apps: Vom Aussterben bedroht?

    Banking-Apps: Vom Aussterben bedroht?

(Foto: Shutterstock)

In Deutschland gibt es über 30 verschiedene Online-Banking-Apps. Welche Chance haben alternative Apps wie finanzblick, Numbrs, Outbank und Co. im Vergleich zu den Banklösungen?

Alternative Banking-Apps: Nur wenig geladen

Auch wenn es keine exakten Zahlen gibt: Die Tendenz ist eindeutig. Nutzer setzen beim mobilen Banking auf die Lösungen der Hausbank. Die mit Hilfe des App-Store-Intelligence-Dienstes „Mobile Action“ für das Jahr 2015 ermittelten Downloadzahlen aller Banking-Apps zeigen das deutlich. Von den 5,2 Millionen ermittelten Gesamtdownloads kommen nur etwa zehn Prozent von Anbietern alternativer Apps.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen die App-Analysten von „App Annie“. Geht es nach ihnen, spiegeln die am häufigsten geladenen Banking-Apps vor allem die deutsche Bankenlandschaft wider. Das Interesse, eine alternative Banking-App zu nutzen, scheint also nur gering zu sein.

Banking ist langweilig

Die Kategorie Finanzen ist die kleinste Kategorie im App-Store – Banking ist nichts Besonderes, das Unterscheidungspotential bei diesem Thema ist gering. Dementsprechend schwer ist es für Anbieter alternativer Angebote, sich von den Lösungen der Banken abzuheben – viele versuchen das mit einer besseren Nutzerführung oder einem größerem Funktionsumfang. Doch so nett einzelne Funktionen für den ein oder anderen sein mögen, die Masse der Nutzer überzeugen sie nicht.

Der Hauptnutzen einer mobilen Banking-App liegt in der Abfrage des Kontostands und der Anzeige der Umsätze. Das können alle. Auch die sogenannte Multibankenfähigkeit, die Unterstützung mehrerer Banken, wird inzwischen auch von einigen Banken-Apps selbst angeboten, wie zum Beispiel den Lösungen der Sparkasse, der Postbank oder sogar der Apothekerbank. Was die Nutzerführung betrifft, haben die Alternativen oft einen Vorsprung gegenüber den Lösungen der Banken. Aber dieser Vorsprung ist nicht gigantisch.

Ohnehin hält sich die Experimentierfreude beim Online-Banking in Grenzen, was daran liegen kann, dass das Thema nicht gerade supersexy ist und auch ein gewisses Maß an Vertrauen voraussetzt. Es liegt in der Natur der Sache, dass die eigene Bank zumindest in diesem Punkt im Vorteil ist. Auch profitieren Banken von einem bestehenden Kundenverhältnis.

Startups wie Centralway Numbrs, KontoPilot oder m8 wollen Privatkunden helfen, ihre Finanzen besser zu verwalten. (Foto: Numbrs)
Banking-Apps wie Centralway Numbrs, KontoPilot oder m8 wollen Privatkunden helfen, ihre Finanzen besser zu verwalten. (Foto: Numbrs)

Online-Banking ist kein Produkt

Dazu kommt: Banking ist kein Produkt, Banking ist Teil des Girokontos, eine Funktion. Aus Sicht der Anbieter ist Banking natürlich spannend. Der Zugriff beispielsweise auf die Umsätze der Nutzer bietet viel Spielraum für neue Geschäftsmodelle. Dazu braucht es aber viele Nutzer – und die bleiben aus. Obwohl numbrs letztes Jahr zur Primetime TV-Werbung geschaltet hat, sind die ermittelten Downloadzahlen für eine kostenlose App verhältnismäßig gering. Dabei müsste sich ein solcher Werbedruck eigentlich in Millionen Downloads auszahlen. Aber weder das Ranking im App-Store, noch die ermittelten Zahlen deuten darauf hin.

Das Problem: Letztendlich geht es immer um den Kundennutzen. Je höher der ist, desto geringer sind die Vorbehalte auch gegenüber bankfremden Diensten. Das kann man am Beispiel von PayPal sehen. PayPal stiftet für den Kunden einen konkreten Nutzen, denn im Internet damit zu bezahlen, scheint immerhin für 16 Millionen Menschen einfacher zu sein als mit anderen Bezahlverfahren. Im Online-Banking gilt das Gleiche, wie man am Beispiel von Number26 sehen kann. Innerhalb von zwölf Monaten hat der Anbieter nach eigenen Aussagen über 100.000 Nutzer generiert, was auch die ermittelten Downloads bestätigen. Das kann damit zusammenhängen, dass Number26 eine übergreifende Lösung anbietet – und der Ansatz, eine komplette Alternative zum Girokonto zu bieten, richtig ist.

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Number26, das bessere Online-Banking? (Bild: Number26)

Fazit: Banking-Apps sind etwas für Nerds

Sind alternative Banking-Apps also nur etwas für Nerds? Im Moment offensichtlich schon. Um in Zukunft eine breite Masse zu erreichen, braucht es ganzheitliche Lösungen und mehr als eine Smartphone-App. Das zeigt auch eine Umfrage von Star Finanz mit rund 20.000 Befragten. Das Ergebnis: Der Großteil der Bankkunden will Bankgeschäfte über unterschiedliche Plattformen und Geräte vornehmen können. Mit einer singulären Banking-Apps wird man im Zukunft immer mehr eine Nische bedienen.

Und in Anbetracht dessen, dass Banking nur eine Funktion ist, stellt sich noch eine weitere Frage, die für die Branche entscheidend sein könnte: wann es wie Mobile Payment Teil des Apple- oder Android-Betriebsystems wird.

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10 Reaktionen
Marcel
Marcel

Mit der Fülle an Konten, werden die externen Apps immer interessanter. Hausbank, Kreditkarte bei Anbieter XY und PayPal und schon wird einem eine gescheite Übersicht der Finanzen geboten, ohne hin und her switchen zu müssen.

Was mir persönlich heute noch fehlt sind Funktionen wie:
- Extra-Ansicht für (auch in Bar) verliehene Beträge an Freund XY
- Haushaltsgeld-Planung
- iTunes & GooglePlay Guthaben Anzeige (sofern es da ne API gibt)

Und mehr aus geschäftlicher Sicht:
- Guthaben/Provisionen beim Partnernetzwerk XY (Affili, Zanox, etc.)

An sich Funktionen, die sich vom klassischen Banking abheben, aber grade da können die Drittanbieter-Apps doch ihre Vorzüge gegenüber der Bankeigenen Software (und Webseiten) unter Beweis stellen.

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Kunden zufrieden stellen
Kunden zufrieden stellen

Das wird auch gern vergessen. CorelDraw existiert leider oft nur noch in der Erinnerung Eurer Eltern und Vorgesetzten obwohl es im Volk weit verbreitet und auch sehr nützlich war. Aber auch Omas und Rentner machen Heizkosten-Abrechnungen, Kalkulationen usw mit Excel usw. und halt hier StarMoney (von einer Bank m.w. auch mal kostenlos an Konten-Inhaber verteilt) aber in USA M$-Money oder Quicken sind im Volk wie der untere Teil des Eisbergs fest verbreitet.
http://www.golem.de/0601/43005.html

Dank Transmeta könnten alle dazumaligen Win95-Anwendungen transcoded auf ARM laufen. Leider gibts Transmeta nicht mehr und hier sind Rechtskosten womöglich wichtiger als Fortschritt zuzulassen.

Was auch vergessen wird ist hier Elster oder in ich glaube Korea oder einem anderen asiatischen Staat eine Staats-Software welche 99% der Bevölkerung nutzt/nutzen muss und daher Windows dort wohl noch so verbreitet ist.
Ein Unterschied zu früher ist aber, das die Supermärkte oft auf Mobile Payment umgerüstet wurden was früher nicht vorhanden war. Auslandskunden freuen sich, der normale Deutsche aber nutzt weiter EC-Karte/Maestro wie er es kennt.
Die Presse informiert und weiss vielleicht ja auch nicht, welche Bank-Kunden z.b. bis 25 Euro ohne PIN-Eingabe jetzt schon bei welchen Supermarkt-Ketten zahlen könnten. Ist wohl zu viele Recherche-Aufwand obwohl man regelmäßig von den Veranstaltungen der örtlichen Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken berichtet oder selber am Supermarkt die Kassiererinnen (mit Erlaubnis der Filialleitung) fragen könnte... Wer die Abkürzung (für kleiner-25-Euro-Zahlungen) nicht kennt, nutzt sie auch nicht.

Postbank ist evtl. oft Zweitkonto für Firmen und waren früher zumindest Backend-Dienstleister für viele vermutlich kleine Banken. Die gehören aber meines Wissens der deutschen Bank. Sonst würden die vielleicht Mehr-Konten-Apps fördern.
Altes Benzin-Auto weg, neues E-Auto in die Garage. Alter HDready-TV weg, neuer 100"-UHD-1/4k-TV ins Wohnzimmer. So einfach ist das beim Banking halt nicht.

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Gero Pütwitz
Gero Pütwitz

Na ja, ich nutze z. B. Starmoney. Im Moment noch nicht als App, sondern am Rechner mit Bildschirm-TAN. Ich würde es auch mobil nutzen, wenn ich dafür nicht die Software nochmal kaufen müsste bzw. bei der Installation der Sparkassen-App (=Starmoney) Probleme mit dem Datenbestand Rechner und mobil hätte.
Was ich nicht verstehe am Bericht: in wie weit ist berücksichtigt, dass die Apps einiger Banken das gleiche wie alternative Apps sind (s. o. Starmoney)
Auch kommt nur im Bericht zu kurz, das der Sicherheitsstanfard externer Apps m. E. besser ist als beim Onlinebamking.

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Kunden zufrieden stellen
Kunden zufrieden stellen

Aus Sicht der kleinen App-Entwickler hast Du völlig Recht. Viele Investments zahlen sich nicht aus oder man muss sich was besseres einfallen lassen.
Aber aus Sicht der Banken bedeutet das natürlich, das jeder zehnte Kunde per Fremd-App reinkommt und sich bei Installation irgendeinen Vorteil erwartet hat.
Wenn jeder zehnte auf der Rückseite parkt oder (wegen Rollstuhl aber meist wohl eher wegen Alter, Kinderwagen oder Rollator oder Einkaufs-Trolley) die Rampe anstelle der Treppen-Stufen nutzt oder am Discounter die E-Lade-Station benutzt oder am Geldautomaten den Kopfhörer-Anschluss, ist das gar nicht irrelevant.

Nicht grundlos gibts Sofortüberweisung. Die sind ja vermutlich auch nicht irrelevant auch wenn man mit Paypal ebenso schnell "sofort" bezahlen kann.

Wenn man keine sinnvolle Idee hat, sollte man in FinTech oder Banking-Apps aber wohl besser wirklich nicht investieren. Banken hätten per Bankenrettungs-Gesetz zu APIs gezwungen werden müssen seit der letzten Banking-Krise. Dann gäbs viele Apps für alles mögliche. Denn im Hintergrund läuft doch eh fast immer SEPA oder z.B. (Firmen-Ausgaben) DATEV.

Im Artikel stand ja auch, das die Apps oft keinen echten konkreten Mehrwert für viele Kunden haben und ich schrieb ja auch das man viel mehr als Kontostand ablesen unterwegs leider bisher nicht machen kann und will.
Und bezahlen kann man hier mit Maestro und manche Supermärkte machen aktiv Werbung das man mit Master und VISA zahlen kann. Hier wurde ja auch berichtet das manche deutsche Shops (mit vielen chinesischen Touristen) AliPay aktivieren. In anderen Ländern fehlen bestimmte Möglichkeiten vielleicht. Aber Auto-Kauf wird z.B. quasi wie ein Naturgesetz immer per Bargeld geregelt.
Bargeld ist und bleibt vielleicht der größte Gegner vom Handy-Payment. Fast völliger Ersatz wie bei Benzin-PKW, Tasten-Handies, Schallplatten-Spielern, Röhren-Monitoren/TVs, analog-Signalen, Pferdekutschen und Arbeitspferden usw. wird also eher kaum stattfinden. Gleiches gilt wohl für Schecks. Aber die kann man dank überlegener USA ja oft scannen während man hier endlos lange Nummern ins Onlinebanking eintippern soll weil Boni-Banker ihre Überweisungen und Rechnungen wohl nicht selber ausfüllen und bezahlen.

Zahlungsaufträge müssten MicroFormate/Datensätze sein die man z.b. seinem Onlinekonto reinschiebt und immer die wichtigsten Rechnungen zuerst bezahlt, seine Zahlung ans Finanzamt meldet usw. Es gibt viele Dinge die einem täglich auf den Keks gehen und Onlinebanking seit rot-grün bieten könnte.
Aber dafür brauch ich Fremden nicht meine Zugangsdaten zu geben und vieles davon muss natürlich auch im Browser gehen. Presse könnte z.B. durch Vergleichs-Berichte Druck machen bis Lastschrift-Verwaltung im Browser geht. Stattdessen wartet man jährlich auf Warentest und sucht sich bei Bedarf oder im Sommerloch was heraus --- aktuell halt z.B. invidualisierte Preise --- statt systematisch ständig alles zur Verbesserung zu stellen. Gravitation ist trivialer und wirkt weltweit... und hat keinen Leistungs-Schutz, Listen-Privileg, ermäßigte Umsatz-Steuer für Promi-Paparazzi-Bilder usw.

Alle wissen das Onlinebanking oder Background-Banking besser sein könnte. Sonst hätte FinTech nicht so viele Investments während Diaspora, Chat(Whatsapp)-, Mail-, Messenger-, Facebook-Konkurrenten wohl meist nicht so sehr in Geld schwimmen wenn sie nicht eine klare Nische bedienen oder Alternative sind.

Wenn Banken wegen Holland TV-Werbung machen müssen, haben die damit vielleicht wirklich Probleme. Oder suchen die nur einen Grund für TV-Werbung ? Wenn dem Marketing nix mehr einfällt ändert man seinen hunderte alte Jahre alten Marken-Namen gern gegen was irrelevantes was man sich nicht merken kann. Schade das es keine Insider-Infos gibt obwohl in vielen Branchen wie TV-Werbung oder hunderten Banken-Filialen oder Auto-Händlern genug Leute die Lage (E-Autos, Holland-Konten, TV-Markt,...) erkennen könnten damit die Presse nutzvoll berichtet.

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Kunden zufrieden stellen
Kunden zufrieden stellen

10% ausserhalb des Establishments sind überragend viel...

Aber wer nicht sein eigener Nutzer ist, kriegt die Probleme seiner eigenen Kunden natürlich nicht ansatzweise gelöst und geht hoffentlich bald unter.
Siehe TV- und Settop-Box-Bedienung wo alle auf Apple-TV warten um endlich mal gezeigt zu kriegen wie man Fernseher richtig bedient.

Wir warten seit rot-grün und dem neuen Markt auf brauchbares Online-Banking...

Mobil kann man Kontostand checken oder halt mal eine Überweisung eingeben und zwar so wie vermutlich 90% der "Mobilen" Nutzung am Tablett zu Hause. Viele Möglichkeiten hat man unterwegs am Handy eh nicht viel herum zu banken obwohl man gerne Bekannten oder in Geschäften oder Taxis usw. damit bezahlen können würde.

Die TV-Werbung von Paypal war klarer wo die Vorteile für den Kunden liegen. Oder ich habe es vergessen. Statt Media4Equity machen viele ja jetzt auch "Promi-4-Equity" was wohl günstiger sein kann. Auch scheinen viele sehr sparsam mit dem Installieren von Apps zu sein. Das ist zwar endlos besser als früher aber manche Trivialitäten fehlen den AppStores bis heute.

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Maik Klotz

10% sind aber nicht die Masse, sondern Nische. Bricht man diese 10% auf x Anbieter bleibt für jeden einzelnen nicht mehr viel...

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ss
ss

Liegts nicht am Vertrauen?

Buhl Data hat seinen erfolg dem Namen WISO zu verdanken. Wer kennt nicht etwa die Sendung beim ZDF dem ÖR Sender. Auch läuft dieses auf einem Computer, vor diesem sitzt man auch, wenn man tatsächlich arbeitet. Eine App dagegen ist für die Couch, entspannt. Und woher soll die Firma der App überhaupt Vertrauensvorschuss haben? die sind völlig unbekannt, die Banken raten auch dazu, die PIN keinen dritten zur Verfügung zu stellen. Sofortüberweisung.de zieht den rest weiter inscnegative, weil die die letzten 30 tage des kontoauszugs habenollen...

wirklich nicht alles so begeisternd.

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grep
grep

Hallo ...,

ich nutze die Webseite einer Bank anstatt einer App.

Ciao, Sascha.

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Bankkunde
Bankkunde

schrecklich unsachlicher Beitrag von Herrn Mai Klotz. kaum zu fassen das tn3 sowas veröffentlicht. Grundlage für den Artikel sind Zahlen, "... die bis zu 30% abweichen können ...". darüber hinaus wird auf einen Artikel der Sparkassenzeitung verwiesen, der wiederum aus dem Jahr 2014 stammt. nochmal: Artikel der Sparkasse ... wie unabhängig gehts denn hier zu ??

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Maik Klotz

Hallo Unbekannter,

die Abweichung von bis zu 30% ist über alle. Es geht auch nicht um exakte Zahlen (die es nicht gibt) sondern um eine Tendenz. Die ist nun mal eindeutig. Derweil wird sich die Nutzungsquote in den letzten 24 Monaten bei der Sparkasse nicht wesentlich geändert haben. Die Aussage bleibt: alternative Banking Apps werden es sehr schwer haben.

Grüße

Mai (k) Klotz

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